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Stolpersteine sollen Erinnerung wachhalten

stolpersteineGudensberg. Nach einem Jahr der Vorbereitung werden am Mittwoch, 11. März, die ersten sogenannten Stolpersteine in Gudensberg verlegt. Das sind Gedenksteine, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die von Nationalsozialisten verfolgt, ermordet, deportiert oder vertrieben worden sind. Sie werden niveaugleich in das Pflaster des Gehweges vor ehemaligen Wohnorten eingelassen.

In Gudensberg sollen die Stolperstein an die von 1933 bis 1945 verfolgten, vertriebenen und ermordeten Menschen der Stadt erinnern. Um 15.30 Uhr beginnt die Aktion am Mittwoch, den 11. März vor dem Haus Hauptstraße 3 in Gudensberg-Obervorschütz, gegen 17 Uhr wird die Aktion fortgesetzt vor dem Haus Löwenstein, Gudensberg, Alter Markt 5. Die Initiative „Stolpersteine für Gudensberg“ lädt dazu ein, den Initiator der Stolpersteine, den Künstler Gunter Demnig, bei seiner Arbeit zu beobachten und sich über die Hintergründe zu informieren.

Stolpersteine sind Teile eines Kunstprojekts für Europa (www.stolpersteine.com). Demnig stellt 10cm x 10cm x 10cm große Steine her, auf deren Oberseite eine Messingplatte verankert ist. Auf diesen Platten werden Namen und Lebensdaten von Menschen eingeschlagen, die während der NS-Zeit der Verfolgung ausgesetzt waren: Juden,  Sinti und Roma, aus politischen oder religiösen Gründen Verfolgte, Homosexuelle und Euthanasieopfer. Jedes Opfer erhält einen eigenen Stein. Durch den Gedenkstein wird die Erinnerung an diese Menschen in unseren Alltag geholt. „Jeder persönliche Stein symbolisiert auch die Gesamtheit der Opfer, denn alle eigentlich nötigen Steine kann man nicht verlegen“, so Gunter Demnig.

Der Künstler hat in über 280 deutschen Städten und Gemeinden rund 13 000 Stolpersteine verlegt. Er wurde für sein Projekt im Oktober 2005 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Auch in nordhessischen Nachbargemeinden wie Fritzlar, Melsungen und Spangenberg liegen mittlerweile Stolpersteine.

Der Verein Gudensberger Heimatfreunde e.V. hat für die Initiative „Stolpersteine für Gudensberg“ ein Spendenkonto eingerichtet: Konto Nr. 100 607 770 – BLZ 520 622 00 (VR-Bank Chattengau) Stichwort „Stolpersteine“.

Am Vorabend der Verlegung der ersten Stolpersteine, Dienstag, den 10. März, spricht Monica Kingreen vom Frankfurter Fritz-Bauer-Institut zum Thema „Gudensberger Holocaust-Opfer und die gewaltsame Verschleppung der jüdischen Bevölkerung 1941/1942 aus den Dörfern und Städten des Regierungsbezirks Kassel“. In drei Massendeportationen wurden 1941/1942 aus rund hundert Dörfern des gesamten Regierungsbezirks Kassel jüdische Menschen aus ihren Wohnungen verschleppt. 2.380 Personen wurden über ein Sammellager in Kassel in Ghettos und Vernichtungslager in von Deutschland besetzten Ländern deportiert. Monica Kingreen wird auf der Basis ihrer langjährigen Forschungen eine konkrete Vorstellung von der Organisation und dem Ablauf der Deportationen sowie dem Schicksal der verschleppten Menschen vermitteln. Sie wird dabei auch auf die Opfer des Holocaust aus Gudensberg, Obervorschütz und Maden eingehen.

Monica Kingreen ist seit vielen Jahren mit der Erforschung des jüdischen Landlebens in Hessen und der Verfolgung der Juden während der NS-Zeit in Hessen beschäftigt. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Fritz Bauer Instituts, Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, in Frankfurt am Main.

Beginn der Veranstaltung ist 19:30 im Kulturhaus Synagoge, der Eintritt ist frei. Umrahmt wird der Abend von jiddischen Liedern, vorgetragen von Deborah Tal-Rüttger, begleitet von Stephan Schmitt.

Nähere Informationen gibt es bei den Sprechern der Initiative, Frank Skischus und Jens Haupt, Telefon (05603) 2995.



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Ein Kommentar zu “Stolpersteine sollen Erinnerung wachhalten”

  1. |X|  Obervorschütz

    […] https://www.seknews.de/2009/02/22/stolpersteine-sollen-erinnerung-wachhalten/ LiteraturEduard Brauns: Wander- und Reiseführer durch Nordhessen und Waldeck, A. Bernecker Verlag, […]


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