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Interims-Trainertrio mit Einstand nach Maß

Rotenburg/Melsungen. Das „Spiel 1 nach Trtík“ rechtfertigte nachträglich die Trennung vom bisherigen Coach. Gerade die zweite Halbzeit geriet vor 2.401 Besuchern in der Rotenburger MEIROTELS-Halle zu einer Demonstration von Geschlossenheit und Mannschaftsgeist der MT Melsungen, so dass der Gast aus Hildesheim nach zuvor eher dürftiger Leistung noch hochverdient mit 24:21(9:14) niedergerungen werden konnte.

Vom Anwurf weg war der unbedingte Wille der MT-Startsieben erkennbar, das in den letzten Wochen Geschehene vergessen zu machen. Das sah im ersten Angriff auch noch gut aus, den Petr Hruby gleich zur Führung verwandeln konnte. Doch dann zog Krampf und Unsicherheit wieder ein ins Spiel, was die Eintracht sofort eiskalt ausnutzte und ihrerseits drei Treffer setzte. Acht Minuten brauchte es bis zum zweiten Tor der MT durch Michal Kraus, und wieder antwortete der Gast mit einem „Dreier“. 2:6 nach nur elfeinhalb Minuten, das sah ganz und gar nicht danach aus, als sollte sich die Melsunger Mannschaft rehabilitieren können für die vergangenen bitteren Niederlagen gegen Mitkonkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte.

Das neue Trainergespann reagierte, nahm ein TimeOut. Zu harmlos und unpräzise der Angriff, bis auf den allerersten Angriff klappte in der Folge kein einziges Anspiel mehr an den Kreis. Die eher offensiv ausgerichtete Deckung wurde von den Hildesheimern ein ums andere Mal düpiert. Dazu kamen unvorbereitete und schlecht gezielte Würfe, die Gästekeeper Nikolaos Katsigiannis regelrecht warmschossen, und diesem in der Folge zu einem Riesenspiel verhalfen.

Die kurze Ansprache schien zu fruchten, denn trotz eines verschossenen Strafwurfes von Kurchev kämpften sich die Rot-Weißen durch zweimal Petr Hazl und Grigorios Sanikis wieder heran. Pech, dass ausgerechnet in dieser Phase Sanikis eine Strafe kassierte, was Limberg und Fetser bei einem verwandelten Hazl-Siebener eiskalt zum 6:8 nutzten. Und es kam noch schlimmer. Zunächst vergab Sead Kurtagic den zweiten MT-Strafwurf des Abends. Anschließend bekam Eintracht-Neuzugang Hoffmann zwei Minuten Zwangspause, und dennoch erhöhte Sven Lakenmacher auf drei. Nur kurz darauf der wurfgewaltige Michael Thiede und erneut Lakenmacher stellten gar auf 6:11 nach 23 gespielten Minuten. Da war sie wieder, die totale Verunsicherung bei den Bartenwetzern, die eigentlich spätestens durch den Trainerwechsel vertrieben sein sollte.

Zwischenzeitlich lagen die Rot-Weißen mit 7:13 hinten, was kaum jemanden in der voll besetzten Halle noch an einen positiven Spielausgang glauben ließ. Zu deutlich waren die Abschlussschwächen gegen einen phasenweise sensationell haltenden Katsigiannis, der allein im ersten Durchgang auf eine Quote von über 60 Prozent parierter Bälle kam, darunter mehrere 1:1-Situationen bei Tempogegenstößen. Der zu Beginn ebenfalls noch starke Radek Musil baute etwas ab und machte Platz für Zoran Djordjic, was aber auch nicht den erhofften Erfolg bescherte. 9:14 hieß es zur Pause vielleicht etwas zu deutlich, aber dennoch absolut verdient für die Gäste.

Mit Anpfiff zur zweiten halbzeit schien ein Ruck durch die Melsunger Reihen zu gehen, als ausgerechnet ein Abwehrspezialist zur Aufholjagd blies. Predrag Kontic markierte zwei Tore in Folge und Melsungen sah wieder Licht am Ende des Tunnels. Das wurde mit weiteren Treffern durch Karsten Wöhler und Michal Kraus zusehends heller. Hildesheim sollte sich für die gesamte restliche Dauer des Spieles nicht mehr von diesem „Schockzustand“ erholen. Dazu kam, dass die MT plötzlich wirbelte wie in allerbesten Zeiten, und die Grünen teilweise nicht mehr wussten, welcher rot-weiße Akteur jetzt eigentlich von wen übernommen werden sollte. Plötzlich klappten auch wieder die Anspiele an den Kreis, wie beim 14:14-Ausgleich durch Giorgos Chalkidis nach mustergültigem Pass von Spyros Balomenos. 5:0-Zwischenspurt binnen knapp sechs Minuten, und das Spiel war wieder vollkommen offen.

In der Folge musste Melsungen allerdings kleine Schritte gehen, um das Spiel auch von reinen Ergebnis her endgültig in den Griff zu bekommen. Dabei half ganz sicher auch, dass die entnervten Gäste sich zu kleineren Frustfouls (Kasmauskas gegen Chalkidis) und Undiszipliniertheiten (Limberg mit nicht freigegebenem Ball nach Freiwurfentscheidung) hinreißen ließen, was postwendend mit Zeitstrafen durch die insgesamt hervorragend leitenden Schiedsrichter bestraft wurde. Die Halle bebte fast durch den frenetischen Jubel, den das Traumtor von Spyros Balomenos hervorrrief, als sein Geschoss aus der zweiten Reihe zur 16:15-Führung passgenau im rechten Winkel einschlug. Noch zweimal konnten Lakenmacher und Thiede zum Gleichstand einlochen, doch konterte jeweils Andrej Kourchev mit sehenswerten Einzelleistungen sofort wieder und hielt seine Mannschaft in Vorlage.

Wenn vorher überhaupt noch Hildesheimer Wille zum Aufbäumen vorhanden war, so erlahmte jede Gegenwehr endgültig mit dem Treffer von Michal Kraus zum 19:17. Ganz ruhig und diszipliniert spielte die MT in den letzten zehn Minuten ihr Spiel durch, und vergrößerte den Vorsprung kontinuierlich. Da konnte dann auch der tapfere Nikolaos Katsigiannis nichts mehr ausrichten, der am Ende von seinen Mannschaftskollegen völlig im Stich gelassen wurde. Dagegen glänzte auf der Gegenseite Melsungens neuer Co-Trainer Zoran Djordjic in den Schlussminuten noch mit zwei parierten Strafwürfen von Limberg und Boese. Bereits zwei Minuten vor dem Abpfiff feierte die rappelvolle MEIROTELS-Halle mit stehenden Ovationen eine erschöpfte, aber glückliche MT-Mannschaft, die das zur Halbzeit eigentlich schon verlorene Spiel noch aus dem Feuer gerissen hatte.

Stimmen zum Spiel
Alexander Fölker: „Wir haben verkrampft angefangen, aber das war eigentlich nicht anders zu
erwarten nach dieser Woche. Wir haben erst einmal nur versucht, die Köpfe der Spieler wieder
frei zu bekommen. Dass das heute kein unbedingt schönes Spiel werden würde, war uns
schon vorher klar.

Zoran Djordjic:
„Unsere 4:2-Abwehr hat am Anfang nicht funktioniert. Nach der Umstellung
auf 5:1 kamen wir wesentlich besser ins Spiel, auch weil Predrag Kontic in der Defensive eine
Riesenarbeit verrichtet hat. Spielerisch haben wir vor allem in der ersten Hälfte nicht überzeugt,
dafür aber kämpferisch.“

Sandor Balogh: „In der ersten Hälfte haben wir einfach zu viele Bälle verschossen. Nach der
Pause hatten wir den Gegner voll im Griff und konnten dann auch unsere Gegenstöße nutzen.
Zudem haben wir dem Gegner keinerlei leichte Tore gelassen.“

Lars Walther: „Das Spiel begann, wie wir uns das gedacht und unter der Woche in der Vorbereitung
erarbeitet hatten. In der ersten Hälfte haben wir dann auch gut gespielt. Über das,
was danach kam, möchte ich nur wenig sagen, denn ich bin stinksauer. Einige Spieler müssen
sich überlegen, ob das hier für sie Hobby ist oder nicht. So gewinnt man in dieser Liga
kein einziges Spiel. Ich hoffe, die Spieler kommen nach den Weihnachtstagen mit einer anderen
Einstellung zurück. Das heute war einfach eine Schweinerei.“

Statistik
MT Melsungen: Djordjic, Musil; Brouko, Wöhler 1, Kurchev 2, Kraus 4, Kontic 2, Hazl 8/4,
Valo (n.e.), Hruby 1, Stojanovic, Sanikis 3, Chalkidis 1, Kurtagic 1, Balomenos 1.

Eintracht Hildesheim: Vaskevicius (n.e.), Katsigiannis; Lakenmacher 3, Nikolov, Christophersen
4/2, Hoffmann 2, Kasmauskas 1, Hairston (n.e.), Thiede 5, Limberg 3, Tesch 1, Boese 1,
Fetser 1.

Schiedsrichter: Matthias Brauer (Hamburg) / Kay Holm (Hagen, Schleswig-Holstein).
Zeitstrafen: 14 – 16 (Hruby 03:36 24:26 Sanikis 16:49 Kraus 26:00 Balomenos 32:26 Wöhler
36:01 Chalkidis 47:11 – Tesch 12:57 53:19 Hoffmann 19:40 Thiede 24:26 Kasmauskas
40:08 Limberg 41:49 58:57 Christophersen 55:27).

Strafwürfe: 7/4 – 5/2; Kurchev scheitert an Katsigiannis (12:10); Kurtagic scheitert an Katsigiannis
(19:40); Christophersen wirft an die Latte (47:11); Hazl scheitert an Katsigiannis
(55:27); Limberg scheitert an Djordjic (57:44); Boese scheitert an Djordjic (59:2Cool.

Zuschauer: 2.401 in der MEIROTELS-Halle, Rotenburg/Fulda (ausverkauft).

Spielfilm: 1:0 (1.), 1:3 (5.), 2:4 (10.), 2:6 (12.), 4:6 (15.), 6:9 (21.), 7:13 (28.), 9:14 (HZ),
12:14 (34.), 14:14 (36.), 16:15 (41.), 17:17 (45.), 20:18 (50.), 23:19 (55.), 24:21 (EN).

Foto: Heinz Hartung




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