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MT zieht sich gegen Flensburg/H. gut aus der Affäre

Rotenburg. Ein durchwachsenes Trainerdebut von Robert Hedin erlebten am Samstagnachmittag 2355 Zuschauer in der MEIROTELS-Halle in Rotenburg. Mit 23:27(8:14) fiel die Niederlage gegen den neuen Bundesliga-Spitzenreiter aus Flensburg moderat aus. Gerade die für Melsunger Verhältnisse (noch) sehr ungewohnte 6-0-Deckung beeindruckte mit gutem Stellungsspiel, ein gut aufgelegter Zoran Djordjic dahinter leistete seinen Beitrag, den Gast von der Förde deutlich unter 30 Treffern zu halten.

Es sah passabel aus, was die MT in der Anfangsviertelstunde zeigte. Während im Flensburger Team den acht WM-Teilnehmern die Strapazen der letzten Wochen deutlich anzumerken waren, agierten auf Seiten der Melsunger Stojanovic, Balomenos und Sanikis forsch und mit gutem Druck in der Vorwärtsbewegung. Während die rot-weißen Bemühungen zunächst wiederholt am Gebälk scheiterten, setzte sich die SG erst erst einmal routiniert auf 2:5 ab, ohne dass aber eine echte Überlegenheit zu erkennen war.

Gästekeeper Jan Holpert zeigte früh, dass von ihm heute keine Geschenke zu erwarten waren. Er parierte sowohl Tempogegenstöße (Brouko), als auch Würfe direkt vom Kreis (Chalkidis) glänzend. Trotzdem kämpften sich die Melsunger ins Spiel. Auch wenn Spyros Balomenos einige Pfostentreffer prosuzierte, gelang ihm und seinen Kollegen durch einen Stojanovic-Wurf nach 14 Minuten der Ausgleich zum 7:7. Die Begegnung schien völlig offen. Aber nach diesem Ausgleich kam der Bruch im Melsunger Spiel. Nichts war mehr wie noch ein paar Minuten zuvor, und fast jede taktische Grundordnung im Angriff war verloren gegangen.

Ausgerechnet in diese Phase hinein kassierte Sanikis eine Bankstrafe, was Flensburg sofort nutzte, um wiederum mit drei Toren in Vorlage zu gehen. Dann folgten sechs Minuten absolute Melsunger Funkstille und zu allem Überfluss vergab Kurtagic gleich zwei Siebenmeter binnen 66 Sekunden. Nur gut für die Nordhessen, dass Torwart Djordjic seinem Gegenüber Holpert kaum nachstand. Acht lange Minuten schafften es beide Teams nicht, das Runde in das Eckige zu befördern. Erst eine neuerliche Bankstrafe gegen Chalkidis öffnete der SG die Räume, um durch Vranjes und Christiansen auf 7:12 zu erhöhen. Hazl war es dann, der nach fast 28 Minuten – und damit knappe 14 Minuten nach dem siebten MT-Treffer – das 8:12 erzielte. Besser wurde das Melsunger Spiel dadurch nicht. Boldsen und Christiansen legten auf der anderen Seite nochmal nach zum aus Melsunger Sicht deprimierenden Pausenstand von 8:14.

Kurz nach Wiederanpfiff traf Lubomir Vranjes mühelos aus dem Rückraum zum 8:16, während auf der anderen Seite Holpert den dritten Strafwurf parierte, diesmal geworfen von Hazl. Es war in dieser Spielphase ein fast beispielloses Festival der technischen Fehler auf Seiten der MT. Lediglich zwei Erfolgen der Bartenwetzer durch Sanikis und Kraus standen deren sechs der Flensburger gegenüber. 10:22 nach 45 Minuten – ein Debakel wie selten zuvor erlebt.

Doch plötzlich ging ein Ruck duch das Heimteam: Ein Doppelschlag durch Sanikis und Hruby, der für Chalkidis an den Kreis gerückt war, leitete eine furiose Schlußviertelstunde der MT ein. Tor um Tor holten sich die Hedin-Männer von ihren Gegnern zurück, fast jeder Angriff wurde plötzlich erfolgreich abgeschlossen. Selbst Abpraller, die vorher ausnahmslos abgegeben werden mussten, fanden plötzlich Verwertung. So beim 15:23, das Chalkidis reaktionsschnell nach vorhergehendem Pfostentreffer von Valo erzielte. Nach Hruby’s 17:24 in der 49. Minute mußte Kent-Harry Andersson schließlich per TimeOut die Notbremse ziehen, denn sieben Gegentreffer binnen viereinhalb Minuten hat gerade eine Spitzenmannschaft wie Flensburg recht selten zu verzeichnen.

Die kurze Unterbrechung zeigte tatsächlich Wirkung. Nielsen und Christiansen bauten bei einem Gegentreffer von Hruby noch einmal auf acht Differenz aus. Doch die MT war nun nicht mehr zu beeindrucken. Die Mannschaft war überhaupt nicht mehr wiederzuerkennen, wirbelte wie in allerbesten Tagen. Den Treffer der Tages erzielte Ivan Brouko, der ein Kempa-Anspiel von Michal Kraus beim gemeinsam gelaufenen Tempogegenstoß am chancenlosen Holpert vorbei zum 22:26 locker in die Maschen setzte. Fast 58 Minuten waren da schon gespielt, so dass der Sieg der Gäste letztlich nicht mehr in Gefahr geriet.

Stimmen zum Spiel
Kent-Harry Andersson:
Wir sind mit großer Unsicherheit hier angereist. Wir hatten nur eine einzige gemeinsame Trainingseinheit, und unsere WM-Fahrer kamen doch recht fertig zurück. Lackovic konnte ich wegen seiner Kniebeschwerden gar nicht einsetzen, und Lijewski stand noch letzten Sonntag im Finale, war total platt. Dazu kam sogar etwas Angst vor dem Spiel, denn natürlich wussten wir um den Trainerwechsel in Melsungen, und was so eine Situation bewirken kann. Insgesamt bin ich zufrieden, vor allem mit unserer Abwehr und Jan Holpert dahinter.

Robert Hedin: Ich bin natürlich nicht ganz zufrieden, denn wir haben das Spiel verloren. Wenn wir am Anfang die Bälle reingemacht hätten, wäre das Spiel vielleicht viel länger offen geblieben. Unsere 6-0-Abwehr stand gut, das war in Ordnung. Ich habe aber viele, viele individuelle Fehler im Spiel nach vorn gesehen. Da haben die Spieler manchmal nicht gewusst wohin. Auch nicht ganz zufrieden war ich mit dem Tempo. Das Umschalten von Abwehr auf Angriff ging oft viel zu langsam vonstatten.

Statistik
MT Melsungen:
Djordjic, Musil; Brouko 3, Kraus 4, Kontic 1, Hazl 1, Valo 1, Hruby 4, Stojanovic 2, Sanikis 3, Chalkidis 3, Kurtagic, Balomenos

1. SG Flensburg/H.: Beutler, Holpert; Nielsen 2, Jensen 1, Christiansen 10/3, Vranjes 3, Johannsen 1, Stryger 1, Lijewski 1, Boldsen 4, Lauritzen 1, Knudsen 3.

SR: Lars Schaller (Leipzig) / Sebastian Wutzler (Frankenberg). Zeitstrafen: 12 – 8 (Sanikis 17:11 58:46 Chalkidis 24:25 39:17 Kontic 30:23 Balomenos 39:58 – Lauritzen 21:00 39:41 Lijewski 34:32 Nielsen 45:51).

Strafwürfe: 4/0 – 4/3
Kurtagic scheitert an Holpert (21:00); Kurtagic scheitert an Holpert (22:06); Hazl scheitert an Holpert (34:32); Sanikis scheitert an Holpert (58:02); Christiansen scheitert an Djordjic (58:46)

Spielfilm: 0:1 (2.), 1:2 (3.), 2:5 (7.), 5:6 (11.), 7:7 (15.), 7:10 (21.), 7:12 (27.), 8:14 (HZ), 8:16 (35.), 9:18 (40.), 10:20 (41.), 12:22 (44.), 15: 24 (48.), 18:25 (50.), 22.26 (57.), 22:27 (59.), 23:27 (EN).

(M. Koch, MT-Pressestelle)




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