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Talente der Region födern

Melsungen. Sie sind jung, talentiert und Handball ist ihre größte Leidenschaft. Sie träumen von der “stärksten Liga derWelt” und sind bereit, eine Menge dafür zu geben, umsich ihren Traumzu erfüllen. Die Rede ist von einigen Jungs imAlter zwischen 14 und 17 Jahren, in Nordhessen beheimatet und ausgestattetmit vielen Attributen, dieman braucht, umein richtig guter Handballspieler zu werden. Zwei aus demnordhessischen Talentbecken haben einen ersten Schritt bereits geschafft.

Fabian Schomburg (16) und Christian Damm(14) sind imBlickfeld von Alexander Fölker, Sportchef und gleichzeitig Nachwuchsscout von Handball-Erstligist MT Melsungen, aufgetaucht. Inzwischen sind die beiden Jung-Handballer in den Trainingskader des nordhessischen Aushängeschildes aufgenommen worden und dürfen zwei, drei Mal in der Woche gemeinsam mit den MT-Profis üben. Fabian, sportlich in der B-Jugend der SG Zwehren zuhause, hatte am letzten Wochenende ein ganz besonderes Erlebnis: Er durfte die Mannschaft zum Auswärtsspiel nach Hamburg begleiten und war hautnah in der riesigen Color Line Arena mit dabei, als sich die MT wacker gegen den frischgebackenen Europapokalsieger HSV schlug.

“Wenn man als Verein in der höchsten Liga spielt, hat man auch eine gewisse Verantwortung gegenüber der Region, in der man zuhause ist”, erklärt MT-Geschäftsführer Claus Schiffner das Motiv seines Clubs, sich als Talentförderer stärker zu engagieren. “Wir wollen den begabtesten Jugendlichen aus unserem Umfeld die Möglichkeit bieten, sich sportlich weiter zu entwickeln”, ergänzt Alexander Fölker. Dabei ist den MT-Verantwortlichen sehr an der Feststellung gelegen, dass man keineswegs den Vereinen, die qualifizierte Jugendarbeit betreiben, die besten Spieler abwerben will. “Im Gegenteil, die Jugendlichen spielen weiter in ihren Clubs, bleiben also in ihrem vertrauten Umfeld. Die MT Melsungen gibt ihnen in dieser Phase einfach die Möglichkeit, zusätzlich zu trainieren und ihre Fähigkeiten zu verbessern. Wenn sich dann wirklich in drei, vier Jahren herausstellt, dass der Betreffende das Zeug dazu hat, Bundesliga zu spielen, hat er mit der MT den ersten Ansprechpartner”, so Fölker.

Die Gelegenheit, den Bundesligisten in der Region als zusätzlichen Förderer der eigenen Talente zu nutzen, stehen Vereine wie die SG Zwehren aufgeschlossen gegenüber. “Das ist doch eine hervorragende Situation, die nicht überall besteht. Wir freuen uns, wenn wir unseren besten Nachwuchsspielern direkt vor Ort Möglichkeiten bieten können, sich weiter zu entwickeln”, erklärt Reinhard Brede, Vorsitzender der SG.

Im Trainingsbetrieb der MT Melsungen achtet Chefcoach Robert Hedin darauf, die Jungs nicht zu überfordern, lässt sie nur Übungsteile mit absolvieren, zu denen sie körperlich in der Lage sind. “Wir sind bei all dem bestrebt, die sehr gute Arbeit, die die Verbandstrainer – wie zum Beispiel Mile Malesevic im HHV (Malesevic trainiert auch Frauenregionalligist Germania Fritzlar, Anmerkung) in den Lehrgängen leisten – vor Ort fort zu setzen”, erläutert Alexander Fölker das Konzept, bei dem etwa vier Talente aus der Region in den Trainingskader der MT integriert werden sollen.

Das Traumziel Bundesliga ist auch für Christian Damm noch sehr weit weg. Der gerade 14 Jahre alt gewordene Schüler kann noch vier Jahre lang in den einzelnen Jugendklassen spielen, ehe er das Aktivenalter erreicht hat. Körperlich hat er seinen Altersgenossen bereits einiges voraus. Mit seinen knapp 1,90 Meter überragt er seine Mitspieler in der C-Jugend in seinem Stammverein SVH Kassel im Schnitt um zwei Köpfe. “Ich weiss oft gar nicht, wie ich mich in der Deckung verhalten soll”, klagt der Blondschopf, “nur weil ich größer bin, werden mir meine Abwehraktionen oftmals als Foulspiel ausgelegt”. Dass er jetzt mit den Bundesliga-Cracks zusammen trainieren darf, findet Christian richtig klasse. “Hier ist viel mehr Power drin, als bei uns in der Jugend”, grinst er. Der erhöhte Trainingsaufwand ist für den Schüler der Kasseler Heinrich-Schütz-Schule kein Problem. “Handball bedeutet ihm zwar sehr viel, doch wenn die Schule darunter leiden würde, müsste er zurückstecken”, macht seine Mutter die Prioritäten deutlich. Von seiner Familie wird Christian, der noch zwei jüngere, ebenfalls Handball spielende Brüder hat, voll unterstützt. Seine Eltern fahren ihn nicht nur zu jedem Training, sondern sind auch stets bei den Spielen mit von der Partie. Sportliche Meriten hat er sich schon erworben. Über die Bezirksauswahl hat es der Rückraumspieler, der übrigens auch als Kreisläufer Talent hat, in die Hessenauswahl geschafft.

Hier hat Christian Damm den zweiten Youngster des MT-Trainingskaders, Fabian Schomburg, kennen gelernt. Der Zwehrener ist zwei Jahre älter als er und steht als talentierter Torhüter sogar schon im Blickfeld von DHB-Jugendtrainer Klaus-Dieter Petersen. Der hatte ihn jüngst zu einem einwöchigen Lehrgang eingeladen und ihm anschließend weitere Maßnahmen in Aussicht gestellt. Das Zusatztraining in Melsungen ist für Fabian Schomburg ohnehin schon “der Knaller”. “Ich hatte mir vorgenommen, mal einen Ball zu halten”, erinnert sich der bereits fast zwei Meter große Teenager schmunzelnd an seine erste Übungseinheit bei der MT. Auch er genießt von seiner Familie volle Rückendeckung für sein zeitintensives Hobby und wird von seinem Vater zu den Trainings- und Wettkampfeinsätzen chauffiert. Fabian Schomburg hat nicht nur als Handballspieler Talent. Er besucht die zehnte Klasse des Kasseler Engelsburg-Gymnasiums, wo er Mathematik und die Naturwissenschaften zu seinen Lieblingsfächern zählt. Berechnend in Sachen Sport ist er dennoch nicht, sondern lässt alles auf sich zu kommen. “Irgendwann einmal in der ersten Bundesliga spielen, das wär’s”, erklärt er freudestrahlend und wärmt sich zusammen mit Christian Damm auf für die nächste Trainingseinheit mit Hazl, Sanikis & Co.

Und im Sommer wartet auf die beiden Handballbegeisterten ein ganz besonderes Bonbon: die Teilnahme am einwöchigen Trainingslager des MT-Bundesligateams in Schweden.




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