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Ehemalige Bahnstrecke wird umgebaut

Neukirchen. Ein besonderes Ereignis für alle Radradfreunde, Freunde des Inliner-Sports und Förderer des Tourismus war der erste Spatenstich für den neuen Radweg auf der ehemaligen Bahnstrecke zwischen Treysa und Oberaula am Montag vergangener Woche. Der Startschuss für den Bau des Radweges ist gefallen: Der Hessische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Klaus-Peter Güttler, Landrat Frank-Martin Neupärtl und Neukirchens Bürgermeister Klemens Olbrich setzten den ersten Spatenstich.

Die ersten Arbeiten für den Umbau der ehemaligen Bahntrasse zu einem Radweg beginnen auf einer Länge von 8,9 Kilometern zwischen dem Neukirchener Stadtteil Riebelsdorf und dem Ottrauer Ortsteil Kleinropperhausen. Hinzu kommt noch ein etwa 550 Meter langer Streckenabschnitt auf dem stadteigenen „Elsebeetweg“. Zwischen der Bahnhofstraße führt der Weg am ehemaligen Bahnhofsgebäude vorbei an der Raiffeisen Warenzentrale und leitet die künftigen Radfahrer bei der Fa. Mantz wieder auf die Fahrradtrasse. Als einen „erheblichen und bedeutenden Impuls“ bezeichnete Staatssekretär Klaus-Peter Güttler den Bau des Radweges beim Empfang am Neukirchner Parkrestaurant unweit der künftigen Rad-/Wanderstrecke Treysa-Oberaula. Die Chancen für den Fremdenverkehr in der „wunderschönen Landschaft“ des südlichen Schwalm-Eder-Kreises seien enorm, hob der Staatssekretär hervor.

Auch der Leiter des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen, Werner Gautsch, dessen Behörde den Bau überwacht, zeigte sich erfreut über die verkehrspolitisch wichtige Maßnahme. Der Radweg auf der Bahntrasse zwischen Treysa und Oberaula/Wahlhausen weist insgesamt eine Streckenlänge von 35 Kilometern auf und überwindet etwa 200 Höhenmeter. Die Gesamtkosten von 10 Millionen Euro für den Radfahrweg, der weitgehend parallel zur Bundesstraße B454 verläuft, trägt die Bundesrepublik Deutschland.

Gebaut werden soll in vier Abschnitten. Der Radweg soll durchgängig eine Breite von drei Metern aufweisen und 2009 endgültig fertig gestellt sein. Für den Unterhalt und die touristische Infrastruktur sind die Gemeinden und Städte zuständig, durch deren Gebiet der Radweg verläuft: Schwalmstadt, Willingshausen, Neukirchen, Ottrau und Oberaula (West-Ost-Richtung). Hierfür werden die fünf Anrainerkommunen in Form einer Arbeitsgemeinschaft zusammenwirken.

In seiner Ansprache ging Staatssekretär Güttler auf die rund 100 Jahre lange Geschichte der Bahntrasse ein. Nach dem 1984 der Personenverkehr und 1995 der Güterverkehr auf der Bahnstrecke eingestellt wurde, danach lediglich eine Museumsbahnbetrieb noch einige Jahre aufrecht erhalten werden konnte, sei bald die Idee für einen Radweg geboren worden, erinnerte Güttler. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Neukirchen beauftragte bereits im Herbst 2000 den Magistrat entsprechende Grundstückskaufverhandlungen mit der Deutschen Bahn AG aufzunehmen. Ziel war die Umwandlung der Bahntrasse zu einem Rad-/Wander- und Inlinerweg. „Nun entsteht zirka 100 Jahre später ein neues Verkehrsnetz“, resümierte der Staatssekretär. Das sahen Landrat Neupärtl und Bürgermeister Olbrich ebenso positiv.

Landrat Frank-Martin Neupärtl sprach von einem wichtigen Impuls für den südlichen Schwalm-Eder-Kreis und einer Radanbindung zwischen Aachen im Westen und Görlitz/Zittau in der östlichen Bundesrepublik Deutschland. Der Neukirchener Bürgermeister Klemens Olbrich bezeichnete die Radstrecke als „ein neues Kapitel der Tourismusgeschichte“ im Schwalm-Eder-Kreis. „Dies sei ein Festtag für alle Fahrrad-/Inliner- und Tourismusfreunde“.

Das gelte vor allem, so ergänzte Staatssekretär Güttler, weil das Zweirad für den Urlaub immer wichtiger werde. Denn im vergangenen Jahr nutzten 24 Millionen Deutsche über 14 Jahre das Fahrrad im Urlaub – mit jährlich steigender Tendenz. Wirtschaftlich sei dies eine feste Größe für den Tourismus. Beim anschließenden symbolhaften“ ersten Spatenstich“ wurden noch weitere Hintergrundinformationen gegeben: Der Radweg auf der Bahntrasse zwischen Treysa und Oberaula wird Teil der so genannten „Mittellandroute“ werden. Diese Route (D 4) führt von Aachen bis nach Zittau, also von der Grenze Belgien- Nordrhein-Westfalen durch Hessen und Thüringen bis nach Sachsen, angrenzend an Polen und Tschechien. Insgesamt elf solcher Radfahrrouten bilden das Radfernwegenetz Deutschland.

In Hessen verläuft die Mittellandroute auf dem Radfernweg R 2 über Biedenkopf, Marburg nach Neustadt. Zwischen Neustadt (Kreis Marburg-Biedenkopf) und Treysa (Schwalm-Eder-Kreis) ist der Bau eines Radweges entlang der B454 im Wieratal geplant. Im Anschluss an den neuen Bahntrassen – Radweg geht es von Oberaula-Wahlshausen aus weiter auf dem Schwalm-Fulda-Radweg R 11 über Kirchheim nach Niederaula. Von hier aus wird die Route auf den Radfernwegen R 1 und R 7 über Bad Hersfeld auf dem Solztalradweg (stillgelegte Hersfelder Kreisbahn) über Schenklengsfeld nach Philippsthal geführt. In östlicher Richtung setzt sich dieser Fernweg fort von Philippsthal nach Vacha (Thüringen).

Foto: Mit vereinten Kräften geht’s los: Bürgermeister Klemens Olbrich, Landrad Frank-Martin Neupärtl, Regierungspräsident Lutz Klein, Staatssekretär Klaus-Peter Güttler, Bürgermeister Wilhelm Kröll (Schwalmstadt), MdL Reinhard Otto, Bürgermeister Heinrich Vesper (Willingshausen), Bürgermeister Karl-Heinz Vestweber (Oberaula).




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