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Galavorstellung der MT zum Saisonfinale

Melsungen. Der letzte Auftritt der MT Melsungen in ihrer zweiten Bundesligasaison geriet zu einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke. Mit 39:29(23:16) fegten entfesselte Nordhessen den Wilhelmshavener HV vor über 2.100 begeisterten Fans aus der MEIROTELS-Halle. Daniel Valo vorn sowie Radek Musil hinten waren die herausragenden Akteure in einem insgesamt geschlossen stark auftrumpfenden Team.

Während der ersten sieben Minuten konnten die Gäste aus dem Norden noch mithalten. Nur 5:4 stand es da durch Daniel Valo (3), Petr Hazl und Ivan Brouko. Christian Köhrmann, Behrends und zweimal Katzirz hatten einen Rückstand jeweils ausgeglichen. Dann aber trafen noch einmal Hazl vom Siebenmeterpunkt und Spyros Balomenos, was WHV-Trainer Michael Biegler auf der Gegenseite sofort zu einem TimeOut veranlasste. Augenfälligste Veränderung danach: Milos Putera löste im Tor Jendrik Meyer ab, der bis dahin nicht einen einzigen Ball zu fassen bekommen hatte.

Doch Biegler mußte weiter mit ansehen, wie der Melsunger Angriff ein wahres Scheibenschießen veranstaltete. Hinten gewann die aufmerksame 5-1-Deckung mit Predrag Kontic auf vorgezogener Position Ball um Ball, vorn traf vornehmlich der überhaupt nicht zu bändigende Daniel Valo völlig nach Belieben. Auch Putera fasste das Leder nur an, um es aus dem Netz zu holen und zum Anspiel nach vorn zu geben. Noch zweimal Valo, Hazl und Brouko schraubten das Ergebnis bis zur 13. Minute auf 11:4 hoch.

Schon jetzt ließ die Körpersprache auf beiden Seiten erkennen, wie die Partie enden würde. Der WHV ergab sich in sein Schicksal, die MT besann sich auf die Aktion „Wiedergutmachung für Hildesheim“ und spielte sich in einen Rausch. Einziges Glück für Wilhelmshaven in dieser Phase: Zoran Djordjic musste wie seine beiden Gegenüber fast nur hinter sich greifen. So konnte das Ergebnis zur Halbzeit mit 23:16 zumindest von der Differenz noch halbwegs erträglich gestaltet werden.

Nach der Pause ging es genau so weiter, wie es vor dem Seitenwechsel geendet hatte: Rot-Weiß wirbelte in einer Manier, die nie auch nur im Entferntesten hätte vermuten lassen, dass diese Mannschaft noch bis zum vorletzten Spieltag in Abstiegsnöten war. Doch war Radek Musil für den bis dahin unglücklich agierenden Djordjic gekommen, und er machte nun hinten das wett, was vorn im Hochgefühl des sicheren Sieges vertändelt wurde. So konnten die Gäste froh sein, die sieben Tore Abstand bis zum 26:19 nach 36 Minuten gehalten zu haben. Genau eine Minute vorher hatte der wieder zurückgekehrte Meyer nach 13 erfolgreichen Versuchen des Slovaken in Folge den ersten von Daniel Valo abgefeuerten Ball gehalten. Und als ob das ein Weckruf gewesen wäre, trafen alle anderen Melsunger plötzlich auch wieder in Minutentakt.

Die erste 10-Tore-Führung des Spieles besorgte Sead Kurtagic per schnellem Gegenstoß mit einer sauber eingesprungenen Pirouette zum 31:21 nach genau 40 Minuten. Sehenswert besonders das 33:21 nach weitem Pass von Hazl nach vorn auf Kurtagic, der den Griechen per Kempa-Anspiel mustergültig bediente. Dann nahm der WHV eine Auszeit. Doch wie schon im ersten Durchgang schien die Verschnaufpause eher der MT zu helfen. Bonath traf zwar, doch dann sorgte Sead Kurtagic weiter für Stimmung in der Halle. Zunächst traf er selbst, dann spielte er beim Tempogegenstoß Doppelpaß mit Predrag Kontic, der unter Riesenjubel restlos begeisterter Fans zum 35:22 einlochte. Da war genau eine dreiviertel Stunde gespielt.

Neben Valo avancierte Torwar Musil mit 13 Paraden in nur 25 Minuten Einsatzzeit zum auffälligsten Akteur auf dem Feld. Manuel Liniger und Tobias Schröder waren in der Endphase die effektivsten Wilhelmshavener neben ihrem Schlußmann. Sie mühten sich nach Kräften, die Schlappe in Grenzen zu halten. Als nach kurzer Aufholjagd und drei Treffern in Folge das 35:25 geschafft war, skandierten die mitgereisten Fans selbstironisch „nur noch 10“, und die sollten es dann auch bis zum Abpfiff bleiben.

Erwähnenswert in jedem Fall noch das Abschlussgeschenk von Zoran „Pascha“ Djordjic an seine Melsunger Fans, ein reaktionsschnell parierter Siebenmeter von Staszewski 28 Sekunden vor Schluss. Echte sportliche Größe bewies auch Predrag Kontic im Anschluss. Er bekam sechs Sekunden vor Schluss das Leder, verzichtete aber auf jeden Versuch, doch noch das von den Rängen geforderte vierzigste Tor zu machen. Selbst im Augenblick des Triumphes stellte er die eigenen Begehrlichkeiten zurück, um den Gegner nicht noch weiter zu demütigen. So tritt ein echter Champion ab!

Stimmen zum Spiel
Michael Biegler: Ich kann meine Analyse kurz halten. Es war für beide Mannschaften und auch die Zuschauer ein munteres Auf und Ab. Auf beiden Seiten haben anfangs die Torhüterleistungen komplett gefehlt. Wir konnten das Spiel zunächst ausgeglichen gestalten, aber irgendwann war einfach nicht mehr mitzuhalten. Unser Gegner hat das Spiel auch in dieser Höhe völlig verdient gewonnen, was zuzugeben einem Trainer nie leicht fällt. Über das ganze Jahr gesehen hat meine Mannschaft aber trotz der heutigen Niederlage eine hervoragende Saison gespielt. Platz 11 wird für uns so leicht nicht wiederholbar sein.

Robert Hedin: Es ging für beide Mannschaften um nichts mehr, und so haben wir ein sehr schönes Spiel gesehen. Die Wilhelmshavener hatten uns ja letzte Woche schon geholfen. Jetzt haben wir eine gute Grundlage, nach dem Spiel und heute Abend miteinander zu feiern. Ich bin insgesamt sehr zufrieden, dass wir den Klassenerhalt zusammen geschafft und sogar noch den 12. Platz erreicht haben. Es war viel schwerer, als ich mir das vorgestellt hatte.

Martin Lüdicke, MT-Geschäftsführer: Natürlich sind wir froh, auch im allgemein als schwieriger angesehenen zweiten Jahr die Klasse gehalten zu haben, und das schon am letzten Wochenende. Heute haben wir zum Abschluss noch einmal ein Superspiel unserer Mannschaft gesehen, die am Ende auch ein Superergebnis erzielt hat.

Barbara Braun-Lüdicke, MT-Aufsichtsratsvorsitzende: Das war eine turbulente Saison mit vielen Wechselbädern. Ich möchte mich im Namen aller Verantwortlichen bedanken bei allen, die Anfang des Jahres in der Trainerfrage Geduld mit uns hatten, nicht gleich den Erstbesten zu verpflichten. So hatten wir die Zeit, Robert Hedin zu finden und zu überzeugen. Heute wissen wir endgültig, daß wir mit ihm einen Glücksgriff getan haben.

Statistik
MT Melsungen:
Djordjic, Musil; Brouko 3, Kraus 2, Kontic 3/1, Hazl 5/4, Valo 13, Hruby 3, Sanikis, Chalkidis 6, Kurtagic 2, Balomenos 2.
Wilhelmshavener HV: Meyer, Putera; Ljubanovic 2, Hribar 2, Liniger 8/3, Gylfason 1, Habbe, Schröder 4, Bonath 2, Katzirz 2, Staszewski, Behrends 2, Köhrmann Chr. 4, Köhrmann O. 2.
SR: Lars Schaller (Leipzig) / Sebastian Wutzler (Frankenberg/Sa.)
Zeitstrafen: 12 – 10 (Sanikis 19:13, Hruby 27:41, Kraus 30:59 34:00 36:47, Chaalkidis 59:23 – Katzirz 26:38 48:45 59:23, Ljubanovic 37:19, Köhrmann Chr. 52:30).
Strafwürfe: 6/5 – 4/3; Brouko scheitert an Putera (58:30), Staszewski scheitert an Djordjic (59:32),
Zuschauer: 2.161, MEIROTELS-Halle, Rotenburg/Fulda.




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