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Fast 70 Tore im Kennenlern-Spiel

Melsungen. Es diente insgesamt einem guten Zweck und die MT Melsungen betrachtete es für sich als Spiel, in dem sich das neuformierte Team kennen lernen sollte. Landesligist Eschweger TSV und Bundesligist MT Melsungen trugen am Freitagabend ein Benefizspiel zugunsten der Eschweger Werraland-Werkstätten für Menschen mit Behinderung aus und fast 500 Handballfans kamen in die Sporthalle der Berufsschule, um den guten Zweck zu unterstützen.

Als Startformation beorderte MT-Trainer Robert Hedin sechs Spieler aus dem Kader der letzten Saison aufs Feld, im Tor hingegen stand mit Ex-Weltmeister Mario Kelentric einer der sieben Neuzugänge. Der vier Klassen tiefer angesiedelte Gastgeber konterte nach dem 0:1-Führungstreffer durch Kraus zum Ausgleich und hielt auch in den Folgeminuten ordentlich mit. Für ein erstes Raunen im Publikum sorgte in der 5. Minute die Melsunger Flügelzange, die einen blitzschnell vorgetragenen Gegenstoß mit einem sauberen Kempa-Trick (Kraus auf Brouko) zum 2:4 abschloss.

Kurz darauf ließ Hazl die Gelegenheit aus, die Führung auf drei Tore auszubauen, er scheiterte mit einem Siebenmeter am Eschweger Schlussmann. Der Knoten beim Hedin-Team platzte erst sieben Minuten später, als der wieselflinke Brouko mit zwei Treffern in Folge und anschließend Kraus ihr Team mit 4:10 in Front gebracht hatten.

Nachdem eine Viertelstunde gespielt war, gab es auf Seiten der MT fast einen kompletten Wechsel, nun erhielten auch die meisten der Neuzugänge ihren ersten Auftritt. Auf Rechtsaußen kam Karipidis für Kraus, am Kreis Klitgaard für Hruby, Halblinks Jacobson für Balomenos, Linksaußen Blank für Brouko und im Tor Musil für Kelentric. In der geänderten Formation taute als Erster Anders Jacobson auf. Der lange Schwede lochte per Sprungwurf mühelos zum 5:11 ein. Auch die anderen Neuzugänge ließen sich nicht lange bitten – Savas Karipidis (von der HSG Wetzlar gekommen), Thomas Klitgaard (aus Åalborg, Dänemark) und Andreas Blank (von Emsdetten) markierten die weiteren Treffer. Auch in dieser Besetzung ließ Trainer Hedin die Abwehr in einer 5:1-Formation agieren. Hatte zu Beginn der „kleine“ Ivan Brouko (1,78 m) den Posten auf der Spitze besetzt, war es nun der „lange“ Anders Jacobson (2,01 m), der den Eschweger Angreifern das Aufbauspiel erschwerte. Er war es auch, der zusammen mit Karipidis im Wesentlichen das Torewerfen bis zur Halbzeitpause übernahm. Die beiden steuerten insgesamt noch fünf Treffer zum 20:11-Zwischenstand bei, einen davon lieferte Klitgaard vom Kreis.

Die zweite Hälfte nutze Robert Hedin weiteren gemischten Aufstellungen, sodass jeder der einsatzfähigen Akteure ausreichend Spielanteile erhielt. Ausnahmen waren lediglich die beiden (noch nicht anwesenden) Rekonvaleszenten Grigorios Sanikis und Vladica Stojanovic, die ihre Knieoperationen auskurieren müssen. Ebenso fehlte Andrej Kurchev, der nach seinem vor rund einem halben Jahr erlittenen Brustmuskelabriss noch geschont wird und Neuzugang Daniel Tellander, der eine Achillessehnenreizung beklagte.

Hauptsächlich die Tempogegenstoß- und Nahwurfzonen-Spezialisten der MT bestimmten nun die Szenerie. Sie setzten die Vorgaben von Trainer Hedin von „Schneller Mitte“ und „Konter bei jeder Gelegenheit“ vortrefflich um. Regisseur Petr Hazl schickte wie schon in der ersten Hälfte, die Mannschaftskameraden immer wieder mit seinen unnachahmlichen Steilpässen auf den Weg. Vor allem Michal Kraus drehte dabei mächtig auf. der Linkshänder erzielte in der zweiten Halbzeit sechs seiner insgesamt neun Tore und avancierte damit zum besten Schützen des Abends.

Darüber hinaus deutete auch Neuzugang Andreas Blank auf der anderen Außenbahn an, dass er ein echter Goalgetter ist. Sechs Mal war der ehemalige Gummersbacher
erfolgreich. Im Tor hatte Radek Musil in den letzten 20 Minuten des Spiels Platz für Dennis Klockmann – einen der in dieser Saison drei Melsunger Keeper – Platz gemacht. Der zeigte schon kurz darauf seine wahre Größe, als ihn sein Eschweger Gegenüber mit einem direkten Wurf überlisten wollte. Doch solche Vorhaben zu vereiteln, bereiten einem 2,10 m langen Torwart ganz offensichtlich keine Probleme.

Insgesamt merkte man der MT-Crew in diesem Spiel an, dass die erst einige Stunden zuvor absolvierte kraftraubende Einheit im Fitnessstudio nicht spurlos an ihr vorüber gegangen war. Die Beine waren extrem schwer, und die Saunatemperaturen in der Eschweger Sporthalle taten ihr Übriges. Lediglich die kleineren und leichteren Spieler waren etwas im Vorteil. Absolut positiv: Alle Spieler freuten sich, nach den Wochen des reinen Konditionstrainings jetzt endlich auch mal mit Ball arbeiten zu dürfen.

„Die heutige Benefizveranstaltung war eine gute Gelegenheit, damit sich die Spieler auch auf dem Spielfeld besser kennen lernen können. Bisher haben wir fast nur im Kraft- und Ausdauerbereich gearbeitet, also ohne Ball. Man hat gesehen, was noch alles zu tun ist, aber aus waren auch schon gute Ansätze zu erkennen“, bilanzierte Robert Hedin zufrieden nach der Partie. Dazu rechnet der Coach wohl u.a. eine der Abwehrformationen, bei der mit Spielern wie Valo, Jacobson, Klitgaard oder Balomenos ein im Schnitt zwei Meter hohes Bollwerk gestellt werden kann.

Eschweger TSV – MT Melsungen 21:47 (11:20)
MT-Aufstellung:

Kelentric (1.-20.), Musil (21.-40., Klockmann (41.-60.) – Brouko 7, Jacobson 7, Kraus 9, Klitgaard 6, Hazl, Valo 2, Hruby 2, Karipidis 5/3, Blank 6, Balomenos 3.

Spielfilm:
0:1 (1.), 2:4 (5.), 3:6 (8.), 4:7 (12.), 4:10 (15.), 6:11 (20.), 6:16 (24.), 10:17 (28.), 11:20 (HZ); 12:23 (33.), 15:25 (35.), 14:30 (40.), 15:33 (43.), 15:36 (48.), 17:40 (52.), 20:42 (56.), 20:44 (58.), 21:47 (EN).




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