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Saisonstart: MT reist in eine “andere Welt”

Melsungen/Kiel. Wenn am kommenden Wochenende die Handball-Bundesliga ihre 31. Saison einläutet, ist die MT Melsungen gerade zum dritten Mal in der höchsten deutschen Spielklasse am Start. Der Auftaktgegner der Nordhessen, der THW Kiel, blickt hingegen auf eine 30-jährige Geschichte im Oberhaus zurück und gilt mehr denn je als “Übermannschaft” in der stärksten Liga der Welt.

Mit den Erfolgen der letzten Saison, als die “Zebras” mit Meisterschaft, Pokal und Championsleague alle drei möglichen Wettbewerbe gewannen, hat das Team von Trainer “Noka” Serdarusic in Deutschland und Europa auf beeindruckende Weise eine glanzvolle Marke gesetzt. Und als ob dem nicht genug wäre, haben die Fördestädter mit dem Gewinn des SuperCup Anfang dieser Woche gleich wieder dort nahtlos angeknüpft, wo sie im Juni aufgehört haben. Es scheint, als spiele der THW in einer “anderen Welt”, als dürfe die Frage nach dem kommenden Meister gar nicht erst gestellt werden.

Mit welcher Erwartung bricht nun eine Mannschaft wie die MT Melsungen, die in Anbetracht von sieben zu integrierenden Neuzugängen noch mitten im Selbstfindungsprozess steckt, zum außergalaktischen THW Kiel auf? “Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Ansonsten bräuchten wir ja gar nicht erst anzutreten”, erinnert MT-Trainer Robert Hedin zunächst an den ureigensten Antrieb eines jeden Sportlers. Natürlich hat auch er das SuperCup-Spiel gesehen, in dem die Zebras den mit sechs aktuellen Welt- und Vizeweltmeistern gewiss nicht schlecht besetzten Rhein-Neckar-Löwen mit 41:31 nicht den Hauch einer Chance ließen.

Und Robert Hedin hat sich so seine Gedanken gemacht; hat über die eine oder andere Strategie nachgedacht, wie er sein Team am besten gegen Kiel einstellen soll. Doch eine Schwachstelle in der Zebraherde zu finden, fiel ihm sehr schwer. Und selbst wenn es sie gibt, dann ist noch die Frage, ob die MT sie im Spiel aufspüren und zu ihren Gunsten nutzen kann. Ein beträchtliches Handicap sieht der Melsunger Coach in der Tatsache, dass mit den immer noch nicht vollständig genesenen Vladica Stojanovic und Grigorios Sanikis zwei wichtige Leistungsträger fehlen werden. So wird es der Melsunger Rückraum sehr schwer haben, über die vollen 60 Minuten Dampf zu machen. Zumal mit Stojanovic die einzig echte Alternative zu Spielmacher Petr Hazl ausfällt. Also muss Robert Hedin hier notfalls improvisieren.

Dazu hat er im Training gleich mehrere Varianten ausprobiert, die er allerdings nicht preisgeben möchte. “Ein kleines Überraschungsmoment sei uns gegen den THW auch gegönnt”, so der Schwede augenzwinkernd. Er selbst hat übrigens aus seiner früheren Zeit in der Bundesliga eher angenehme Erinnerungen an diesen Gegner. Die Mannschaften, in denen er gespielt oder die er trainiert hat, haben in der Ostseehalle nie übermäßige Einbrüche erlitten. “Mit Lübbecke haben wir den THW in einem Heimspiel sogar mal geschlagen”, erinnert sich Melsungens Trainer zurück. Sein Team freut sich jedenfalls auf den Trip an die Förde.

Die Stimmung in der Mannschaft ist hervorragend, alle Akteure haben mit viel Einsatz die erste Trainingswoche absolviert, die nach anstrengender Saisonvorbereitung im normalen Rhythmus stattfand. Am Freitagvormittag bittet Hedin in Melsungen zum Abschlusstraining, am Nachmittag bricht dann der MT-Tross gen Norden auf. Reiseziel ist zunächst Rendsburg, etwa 35 Kilometer westlich von Kiel, direkt am Nord-Ostsee-Kanal gelegen.

Erst wenige Stunden vor dem Spiel, das um 15 Uhr in der mit 10.250 Zuschauern ausverkauften Ostseehalle angepfiffen wird, trifft die MT in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt ein. Unter den Zuschauern wird auch eine rund 50-köpfige Schar nordhessischer Handball-Anhänger zu finden sein – der MT-Fanclub “Rot-Weiss” ist mit voller Kapelle unterwegs.

Einer aus dem MT-Team, der besonders heiss ist auf den Auftritt in der “Kathedrale des Handballs” (so eine frühere SportBild-Bezeichnung für Kiels Heimstätte), ist Dennis Klockmann. Der Melsunger Neuzugang hatte szwischen 2004 und 2006 vom Zweitligisten TV Altenholz aus ein Zweitspielrecht beim THW und erlebte dort zwei Deutsche Meistertitel und einen SuperCup-Gewinn. “Die Atmosphäre in dieser Halle ist einfach super, das muss man auch als Gast anerkennen”. Gastgeschenke allerdings will der Hüne an seiner früheren Wirkungsstätte nicht verteilen. Genau so wenig, wie Mannschaftskamerad Petr Hruby. Der Kreisläufer wurde beim Auftritt seiner MT in der letzten Saison in Kiel nach dem Schluspfiff als “Man of the Match” ausgezeichnet. In diesem Jahr spielt sein tschechischer Nationalmannschaftskollege und Freund Filip Jicha in Kiel und die beiden haben unter der Woche natürlich schon telefoniert.

„Wir sind bereit, Melsungen kann kommen“, habe Jicha nach dem SuperCup-Sieg gegen die Rhein-Neckar-Löwen frohlockt. Kein Wunder, hat der Rückraumkanonier doch mit gleich 9 Toren gezeigt, auf was sich auch die MT gefasst machen muss. Und Petr Hruby weiss, sein freundlicher Landsmann macht im Spiel immer ernst.

Schiedsrichter in Kiel: Colin Hartmann/Stefan Schneider (Magdeburg/Barleben), Supervisor: DHB-Vizepräsident Wolfgang Gremmel.
TV: Samstag, 17.30 – 18 Uhr, NDR, Magazin “Liga 1 – Handball-Bundesliga”.

Bisherige Vergleiche:
07.03.2007: MT Melsungen – THW Kiel 31:46; 08.11.2006: THW Kiel – MT Melsungen 43:22
11.03.2006 : MT Melsungen – THW Kiel 23:31; 21.09.2005: THW Kiel – MT Melsungen 32:27

(Sa., 15.00 Uhr, Ostseehalle Kiel)




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