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Melsungen sensationell in Lemgo: 32:30-Sieg

Melsungen/Lemgo. Der Knoten ist geplatzt. Nach zwei deftigen Niederlagen gegen die Topfavoriten der Liga, Kiel und Hamburg, holt die MT Melsungen beide Punkte beimTBV Lemgo. Schon zur Halbzeit führte das Hedin-Team zum Erstaunen der 3.820 Zuschauer in der Lipperlandhallemit 18:13. Zum Schluss wurde es zwar nochmal spannend, aber Melsungen “schaukelte das Spiel verdientmit 32:30 nach Hause”.

So eng war’s noch nie beim Aufwärmen. In der Spielfeldhälfte der MT liefen sich Schulter an Schulter 17 Akteure ein – Trainer Hedin hatte erstmalig alle Mann an Bord. Das Bild vor dem Spiel sollte Sinnbildcharakter für die anschließenden 60 Minuten haben. Es war am Ende ein Sieg des Teams über eine aus Einzelkämpfern bestehende Gastgebermannschaft.

Doch der Reihe nach. Aus dem 17er Kader schickt Trainer Hedin zunächst folgende Anfangsaufstellung auf’s Feld: Im Tor Kelentric, in der Abwehr (von links nach rechts) Hazl, Sanikis, Jacobson, Klitgaard, Valo und Karipidis. Für den Angriff wechselt Jacobson mit Tellander, der vorne die Linksaußenposition einnimmt. Größte Überraschung in der Startformation ist das Mitwirken von Grigorios Sanikis. Der Grieche hatte nach seiner Knieoperation fast drei Monate pausiert und steht erst seit zehn Tagen wieder im Mannschaftstraining. Lemgo stellt die erfolgreiche Besetzung aus dem Wetzlar-Spiel dagegen, also Lichtlein im Tor und im Angriff (von links nach rechts) Geirsson, Hegemann, Kraus, Mocsai, Kehrmann und Preiß am Kreis.

Fast erwartungsgemäß gehen die Hausherren mit 1:0 durch Kraus in Führung. Auf der anderen Seite lässt Rückkehrer Sanikis postwendend den Ausgleich folgen. Dann dauert es fast fünf weitere Minuten, ehe das dritte Tor des Spiels fällt – Preiß bringt Lemgo mit 2:1 in Front. Zuvor hat Kelentric einen Strafwurf von Kraus vereitelt. Es entspinnt sich ein munterer Schlagabtausch, bei dem Lemgo aber nie mehr als zwei Tore vorlegen kann. Die MT bleibt dem TBV auf den Fersen und übernimmt nach einem Kracher von Daniel Valo in der 12. Minute zum 5:6 erstmalig die Führung. Der agilste Lemgoer Angreifer, Weltmeister „Mimi“ Kraus, erreicht mit seinem Treffer zum 6:6 (13.) wieder den Ausgleich. Es sollte der einzige des gesamten Spiels bleiben. Denn von nun an reiht Melsungen Tor an Tor.

Beim 7:10-Zwischenstand (17.) kommen den Lemgoer Fans erstmalig Zweifel, ob ihre Mannschaft heute das Zeug zum Siegen haben würde. Umgekehrt macht sich im Melsunger Lager Zuversicht breit: “in Lemgo geht etwas für uns”. Der inzwischen für Hazl gekommene Stojanovic fügt sich mit dem 8:11 (18.) gut ein. Die steigende Zuversicht wird weiter genährt, als Daniel Tellander trotz Unterzahl zum 11:14 einwirft (23.). Anschließend hat Lemgo die Chance zu verkürzen, doch Kelentric pariert den nächsten Siebenmeter, geworfen von Kehrmann. Nur 45 Sekunden später gibt es erneut Strafwurf für Lemgo. Spätestens mit seiner dritten Vereitelung – in diesem Fall gegen Kraus – avanciert MT-Keeper Kelentric zum „Super-Mario“.

Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff, Melsungen liegt mit fünf Treffern in Front (11:16), zieht TBVCoach Meisinger die Reissleine. Die Auszeit zeigt zunächst Wirkung, denn Halbrechts Mocsai setzt sich kurz darauf zum 12:16 durch. Doch der anschließende Doppelschlag von Klitgaard und Stojanovic brint sogar die Sechs-Tore-Führung (12:18, 28.) für Melsungen. Nach einem Kehrmann-Treffer hat Lemgo die Chance, auf vier Tore zu verkürzen. Aber erneut steht der Melsunger Keeper im Weg. Routinier Daniel Stephan scheitert mit einem Strafwurf an „Hexer“ Kelentric. Mit 13:18 wird die Pause eingeläutet.

Kaum zwei Minuten sind gespielt, als Melsungen eine Überzahl nutzt (Kehrmann sitzt eine Zeitstrafe ab), um durch Tellander gar auf 13:19 (32.) zu erhöhen. Dieser Vorsprung sollte sich als Polster erweisen, über das die Melsunger Mannschaft noch froh sein würde. Zunächst gelingt es den Nordhessen noch, die Gastgeber auf Distanz zu halten. Bis zur 40. Minute. Es steht 18:23. Auf einmal wird das Spiel auf beiden Seiten hektischer. Rangeleien häufen sich, es geht härter zur Sache. Lemgos Hermann scheint mit dem Tor zum 19:23 (43.) ein Signal gegeben zu haben. Es ist der erste Treffer des spät aufs Spielfeld beorderten Linkshänders.

Dann Melsungen im Angriff. Sanikis wird unsanft gebremst, der Grieche echauffiert sich, wird sofort umringt. Er neigt den Kopf fast in Anlehnungsmanier nach vorne Richtung Lemgoer Torwart. Doch die Schiedsrichter werten dies als Kopfstoß und zücken den roten Karton. Die beiden Referees mühen sich übertrieben um Wiederherstellung der Ordnung und schicken während dieser Spielunterbrechung zunächst Kehrmann für zwei Minuten auf die Bank und zeigen dann MT-Trainer Hedin Gelb. Nur 66 Sekunden später werden beide Mannschaften weiter dezimiert. Diesmal trifft es Klitgaard und Preiß, die nach einem spielüblichen Körperkontakt auf die Strafbank geschickt werden. Damit stehen auf beiden Seiten jeweils nur noch vier Spieler auf dem Feld.

Lemgo erholt sich als Erster von diesem Sanktionen-Intermezzo, holt einen Siebenmeter heraus. Weil schon keiner der etatmäßigen Strafwurfexekuteure mehr antreten mag, wird mit Sven-Sören Christophersen einer der jüngsten zum ominösen Punkte beordert. Aber auch der Zwei-Meter-Schlaks bringt den Ball am erneut glänzend postierten Kelentric nicht vorbei. Danach gelingt dies aber Kreisläufer Lützelberger, der auf 20:23 verkürzt (45.). Auf der anderen Seite zeigt Savas Karipidis, wie Siebenmeter geworfen werden müssen. Er verwandelt zweimal binnen kurzer Zeit mit traumwandlerischer Sicherheit – Melsungen geht wieder mit fünf Toren in Front 21:26 (49.).

Drei Minuten später Gelegenheit für Lemgo, per Strafwurf zu verkürzen. Als wenn die Geschichte nicht schon fast langweilig ist – diesmal ist es Kehrmann, der an Kelentric scheitert. Dennoch bringt der Weltmeister im nächsten Lemgoer Angriff das Leder zum 24:28 unter (53.). Toremäßig tut sich während der beiden folgenden Minuten gar nichts. Als Jacobson dann eine Zeitstrafe erhält, nimmt MT-Trainer Hedin eine Auszeit. Im Melsunger Angriff herrscht durch die zunehmend offensiver agierende Lemgoer Abwehr etwas Konfusion. Es ist nicht mehr so einfach, einen freien Mitspieler zu finden. Und plötzlich entpuppt sich der schon als sicherer Strafwurfschütze aufgefallene Karipidis auch noch als Distanzwerfer. Mangels Anspielgelegenheit setzt er auf Halbrechts zum Sprungwurf an – und trifft zum 24:29 (56.). Zu diesem Zeitpunkt verabschieden sich bereits die ersten Lemgoer Zuschauer. Kaum einer hat noch Hoffnung für den TBV. Der aber gibt sich noch einmal kämpferisch.

Hermann, Kraus und Kehrmann bringen die Ostwestfalen auf zwei Tore heran (27:29, 58.). Und wieder fasst sich Rechtsaußen Karipidis ein Herz und bremst per Rückraum-Sprungwurf die Lemgoer aus. Beim Stand von 27:30 zeigt die Hallenuhr noch 90 zu spielende Sekunden an. Wenn in einem solch kurzen Zeitraum noch fünf Tore fallen, läßt dies die Turbulenzen erahnen, die während dieser Phase auf dem Spielfeld geherrscht haben müssen. Für Lemgo sind zweimal Kraus und Hermann erfolgreich.

17 Sekunden sind beim Stand von 30:31 noch zu spielen und da kommt die Melsunger Erlösung in Person von Peter Hazl. Der Regisseur, der sich den Part heute geschickt mit Vladica Stojanovic aufgeteilt hat, behält gegen die nun sehr offensiv agierenden Lemgoer die Nerven und dribbelt sich zum verdienten 30:32 Endstand durch. Außenseiter Melsungen macht damit die Sensation perfekt. Foto: Heinz Hartung




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