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Göppingen geschlagen – MT jetzt mit 6:6 Punkten

Melsungen/Rotenburg. Die Rehabilitation für das Pokal-Aus in Korschenbroich ist der MT Melsungen gelungen. Mit 34:29 (18:13) gegen Frisch-Auf! Göppingen wurden die Ligapunkte fünf und sechs eingefahren. 1.710 Zuschauer in der MEIROTELS-Halle in Rotenburg waren amspäten Samstagnachmittag Zeugen einer eindrucksvollen Vorstellung der Nordhessen.

Bis zum 2:2 (4.) hielt Frisch-Auf! noch mit, dann überrollte die MT ihren Gast. Manojlovic hätte noch einmal die Chance gehabt, per Siebenmeter die MT-Führung von Grigorios Sanikis auszugleichen, doch sein Wurf landete glatt neben dem Kasten. Überhaupt hatten die Göppinger heute das Zielen nicht erfunden, was sich schon bei Kurzpässen bemerkbar machte, die den Adressaten nicht fanden. Dafür war die Melsunger Deckung hellwach und verwertete dankbar jede sich bietende Chance zum schnellen Gegenstoß. Thomas Klitgaard, Daniel Tellander (2) und Savas Karipidis brauchten exakt zwei Minuten für vier Tempogegenstöße, die das Resultat auf 7:2 schraubten. Das war zu viel für Gästetrainer Velimir Petkovic, der per TimeOut den Bartenwetzer-Express zu stoppen versuchte. Erfolgreich, zumindest was die folgenden Angriffe betraf. Da drehte sich nämlich das Blatt, und Göppingen schloss durch Rajkovic, Schweikardt, Oprea und Anusic auf. Pech für Daniel Tellander in dieser Phase, der einen weiteren schnellen Gegenstoß unglücklich an den Innenpfosten setzte. Dann nahm MT-Coach Robert Hedin eine Auszeit und die zeigte sofort Wirkung.

Direkt im Anschluss gelang Vladica Stojanovic der wohl kurioseste Treffer des Tages, als sein Aufsetzer vom rechten Innenpfosten an die Latte, von dort an den linken Innenpfosten, und schließlich doch noch ins Netz ging. Rajkovic hämmerte das Leder im Gegenzug zwar fulminant in den Winkel, doch das war das letzte Aufbäumen der Gäste für lange Zeit. Ab Minute dreizehn spielte eigentlich nur noch die MT.

Sowohl das zehnte Tor durch Valo, als auch das elfte, das Petr Hazl erzielte, fiel in Unterzahl. Hazl war gerade erst ins Spiel gekommen, und übernahm bei angezeigtem Zeitspiel die Verantwortung. Dazwischen leistete sich Savas Karipidis sogar noch den Luxus eines vergebenen Siebenmeters. Völlig harmlos präsentierten sich zu diesem Zeitpunkt die Gäste. Velimir Petkovic versuchte umzustellen, brachte Michael Schweickardt auf Rückraum Mitte für den enttäuschenden Manojlovic. Doch auch das verpuffte, weil die Melsunger Innenverteidigung weiter hellwach war. Dort hatte Spyros Balomenos den Part neben Thomas Klitgaard übernehmen müssen, da Anders Jacobson mit Problemen an seinem geschienten Finger nicht einsatzfähig war. Und der Grieche machte seine Sache hervorragend. Indirekt war er sogar am 15:11 von Savas Karipidis beteiligt, denn zu diesem Zeitpunkt brummte er gerade zwei Minuten auf der Bank ab – das dritte Melsunger Unterzahltor in dieser ersten Hälfte also und ein weiterer Beleg für die desolate Leistung der Gäste. Petkovic wechselte für die letzten drei Minuten vor der Pause noch Michal Shejbal ein, doch auch der konnte keine Impulse setzen.

Einen kurzen Aufreger gab es noch vor dem Halbzeitpfiff, als Savas Karipidis beim Wurfversuch von Außen durch Dragos Oprea regelwidrig behindert wurde. „Nur“ Gelb für den Göppinger und einen Siebenmeter gab es, den der Gefoulte selbst allerdings prompt erneut vergab. Auch Petkovic sah auf der Bank die Verwarnungskarte, weil er allzu laut seine Meinung kund tat. Ansonsten tat sich aber nicht mehr viel.

Melsungen hatte keine Probleme, bis zur Pause durch zwei weitere schnelle Konter von Daniel Tellander und Savas Karipidis auf 18:13 zu erhöhen. Ein Ergebnis, das den Gästen sogar schmeichelte. Rechnete man bei 18 Melsunger Toren noch die neun Paraden von Martin Galia, davon zwei parierte Siebenmeter, dann waren die Gäste bis hierher eher gut bedient. Sie fanden kaum in Mittel, die blitzschnell vorgetragenen Angriffe der Hausherren zu stoppen, die die Hälfte ihrer 18 Tore durch Tempogegenstöße oder die erste Welle erzielt hatten.

Ein Hazl-Strafwurf eröffneten die zweite Halbzeit. Dann zeigten Pavel Horak und Nikola Manojlovic mit seinem einzigen Tor des Tages, dass auch Frisch-Auf! in Unterzahl treffen kann – Manojlovic sogar bei vier gegen sechs. Doch das war bestenfalls ein kurzes Strohfeuer, denn die MT baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Über 24:17 (39.) stellten die Nordhessen bis zwölf Minuten vor dem Ende auf 29:20, was Petkovic erneut zu einer Auszeit zwang. Er hatte zwischenzeitlich schon fast alles versucht, dem Spiel doch noch eine Wende zu geben. Shejbal war erneut für Galia gekommen, konnte aber erneut nicht überzeugen. Der Weg zum Kreis wurde von Klitgaard und Balomenos komplett blockiert, die Rückraumschützen Rajkovic, Garcia und Horak waren nahezu vollständig aus dem Spiel genommen. Wie vorher schon Manojlovic schaffte es Schweikardt nicht, das Spiel der Grün-Weißen auch nur ansatzweise zu ordnen. Einzig von den Außen Oprea und Schöne ging gelegentlich Gefahr aus. So hatten Tellander, Sanikis und Stojanovic kaum echte Probleme, die MT Tor um Tor weiter nach vorn zu bringen. Bis eben zu dieser 48. Minute, als Petkovic noch ein Ass aus dem Ärmel zog.

Nach der Auszeit stellte der Göppinger Trainer noch einmal um, diesmal allerdings wirkungsvoll und nachhaltig. Zunächst „kümmerte“ sich Schweikardt um Grigorios Sanikis, nahm ihn in Manndeckung. Als direkte Folge verkürzten innerhalb 120 Sekunden der zum Ende hin stärker werdende Jaliesky Garcia, Vukasin Rajkovic und Christian Schöne auf 29:23. Nach einem weiteren Garcia-Kracher reagierte auch Robert Hedin und wechselte Radek Musil für Mario Kelentric ein. Der Kroate hatte stark gehalten, bekam nun aber keine Hand mehr an den Ball. Nicht so Radek Musil, der sich gleich in seiner ersten Aktion eine Wurf von Garcia mit einem Reflex parierte. Thomas Klitgaard sorgte noch einmal für kurze Entlastung, doch Dragos Oprea und Christian Schöne legten nach. Nur noch 31:26, noch sechseinhalb Minuten zu spielen. Wieder eine Auszeit, diesmal von der MT.

Doch die Ansprache des Melsunger Trainers und dessen taktische Maßnahmen erwiesen sich sofort nach Wiederbeginn als Makulatur, denn Petkovic setzte noch einen drauf. Schöne „übernahm“ für Schweikardt die Manndeckung von Sanikis, sein Mannschaftskollege stand dafür fortan Vladica Stojanovic auf den Fußspitzen. Ivan Brouko besetzte auf Melsunger Seite den Platz von Daniel Tellander, der in dieser ungewohnten Konstellation zu oft seine Außenposition verließ und versuchte, in der Mitte zum Erfolg zu kommen. Es nutzte nichts. Göppingen kam Tor um Tor heran, war nach dem 31:28 durch Garcia wieder in Schlagdistanz. Karipidis traf, aber Oprea besorgte postwendend per Tempogegenstoß das 32:29.

Die nächste Steigerung: Oprea gesellte sich zu Karipidis, nahm damit den dritten MT-Angreifer aus dem Spiel. Zu absolvieren waren da noch knappe vier Minuten. Der Angriff war weitgehend lahmgelegt, der ehemals beruhigende Vorsprung mächtig zusammengeschmolzen. Da sprang diesmal eben die Abwehr in die Bresche. Radek Musil wehrte zwei Würfe von Jaliesky Garcia glänzend ab, mehrfach erwiesen sich die weit nach oben gereckten Arme von Ivan Brouko und Thomas Klitgaard als unüberwindlich für die Göppinger Angreifer. Vorn nahm sich Grigorios Sanikis ein Herz und setzte sich zweimal mit Erfolg allein gegen die Frisch-Auf!-Spieler durch – trotz kurzer Deckung! Sein Doppelpack brach schließlich endgültig den Willen der Gäste, die viel zu spät ins Spiel zurückgefunden hatten.

Trainerstimmen zum Spiel
Velimir Petkovic: Wir hatten uns vor dem Spiel viel vorgenommen und fest daran gegelaubt, dass hier etwas zu machen ist für uns. Dabei habe ich schon mit einer starken MT gerechnet, die das Pokalspiel vergessen machen will. Nicht gerechnet habe ich aber mit dem Totalausfall meiner Mannschaft. Sicher hatten wir vor drei Tagen das schwere Spiel in Balingen, wo wir 60 Minuten gegen eine 3-2-1-Deckung anrennen mussten, was viel Kraft gekostet hat. Aber das kann und darf absolut keine Entschuldigung sein für das, was meine Mannschaft heute hier abgeliefert hat, Melsungen hat verdient gewonnen.
Robert Hedin: Wir hatten sehr viel Respekt vor Frisch-Auf!. Aber wir haben uns in den vergangenen Tagen gut auf den Gegner eingestellt und auch bis zur Halbzeit schon verdient geführt. Später hatten wir dann doch noch einige Probleme mit der doppelten Manndeckung gegen Sanikis und Stojanovic, haben uns aber trotzdem wieder lösen können. Jetzt stehen wir im Mittelfeld und können etwas ruhiger in die Zukunft schauen. Trotzdem betrachten wir jedes kommende Spiel für sich und sehen schon nächstes Wochenende in Wetzlar einer schweren Aufgabe entgegen.

Statistik
Melsungen:
Kelentric (1.-51., 8 P.), Musil (52.-60., 3 P.); Brouko, Jacobson (n.e.), Kurtchev 1, Kraus (n.e.), Klitgaard 4, Hazl 3/2, Valo 1, Tellander 7, Hruby (n.e.), Stojanovic 5, Sanikis 7, Karipidis 6, Blank (n.e.), Balomenos.
Göppingen: Galia (1.-26., 30.-37., 52.-60., 14 P.), Shejbal (27.-30., 38.-51., 4 P.); Schweikardt 2, Oprea 8/3, Thiede, Schöne 4, Harsanyi, Späth, Rajkovic 5, Anusic 1, Garcia 5, Manojlovic 1, Horak 3.
SR: Ralf Damian (Bingen) / Frank Wenz (Mainz); Z.: 1.710, MEIROTELS-Halle, Rotenburg/F.
Zeitstrafen: 10 – 10 (Klitgaard 13:29, Sanikis 17:14 38:46, Balomenos 23:17, Tellander 40:28 – Horak 15:17, Rajkovic 25:35 31:07, Anusic 32:38, Schweikardt 40:09);
Strafwürfe: 4/2 – 4/3 Manojlovic wirft neben das Tor (05:00), Karipidis scheitert an Galia (15:17), Karipidis scheitert an Galia (27:52).

Spielfilm: 1:0 (2.), 3:2 (5.), 7:4 (10.), 10:7 (15.), 11:8 (20.), 15:12 (25.), 18:13 (HZ), 21:15 (35.), 24:18 (40.), 27:20 (45.), 29:23 (50.), 31:28 (55.), 34:29 (EN).




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