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Melsungen lässt Lübbecke keine Chance

Melsungen/Rotenburg. Nach der Blamage von Wetzlar wurd am Samstag in heimischer MEIROTELS-Halle der TuS N-Lübbecke vor 1.700 Zuschauern deutlich mit 32:24 (18:9) distanziert. Zu keiner Phase hatten die Gäste begründete Hoffnungen auf einen Punktgewinn, obwohl Melsungen „ohne Vier“ antreten musste. Verletzungsbedingt fehlten beim Gastgeber Sanikis, Kraus, Kelentric und Klitgaard.

Keine guten Voraussetzungen also, aber umso überraschender der Beginn der Partie. Radek Musil hielt gleich den ersten Ball von Tim Remer, Daniel Tellander setzte den schnellen Gegenangriff kompromisslos zur ersten Führung in die Maschen. Ein Tor mit Signalwirkung, denn nach dem gleichen Muster liefen die nächsten Minuten ab. Hinten provozierte die glänzend eingestellte Abwehr Ballverluste bei Nettelstedt, vorn trafen die schnellen Savas Karipidis und Daniel Tellander. Daran änderte auch die wohl früheste Auszeit, die man bis jetzt in Rotenburg gesehen hat, nichts.

Beim Stand von 4:0 versuchte Velimir Klajic nach gerade einmal gespielten vier Minuten seinen Spielern klar zu machen, dass die Begegnung bereits begonnen habe. Doch die leisteten sich weiter Ballverluste en masse, darunter einen von Radek Musil parierten Strafwurf von Tim Remer. Als Spyros Balomenos in Unterzahl auf 7:2 stellte, beendete Klajic sein anfängliches Experiment mit Außenspieler Remer auf Rückraum Mitte. Sein nomineller Regisseur Branko Kokir wurde zunächst auf halblinks gebraucht, um den leicht angeschlagenen Sergo Datukashvili zu entlasten. Der jedoch kam nun, Kokir rückte auf seinen angestammten Platz, und tatsächlich konnte der TuS die folgende Phase etwas ausgeglichener gestalten. Datukashvili führte sich mit einem glücklichen Innenpfostentreffer zum 8:4 gut ein, Melsungen hatte seine Probleme mit der sehr offensiven Deckung der Gäste.

Doch nicht lange. Mit einem Mann weniger – Tellander musste für zwei Minuten auf die Bank – machten fünf Rot-Weiße alle Räume dicht und zwangen die überforderten Lübbecker ins Zeitspiel, das Thorir Olafsson schließlich mit einem völlig unvorbereiteten Wurf an die Latte abschließen mußte. Daniel Valo und Vladica Stojanovic trafen dagegen un Unterzahl. Über 11:4 (18.) und 15:7 (24.) setzte sich die MT kontinuierlich immer weiter ab. Anders Jacobson löste den in manchen Offensivsituationen unglücklich agierenden Spyros Balomenos ab, was aber der Stabilität in der Deckung keinen Abbruch tat.

Im Gegenteil erwies sich der Innenblock Valo/Jacobson als praktisch unüberwindlich für die Rückraumschützen der Ostwestfalen, die das Spiel über Außen über weite Strecken sträflich vernachlässigten. Auch die Kreisläufer Oliver Tesch und Nico Greiner bekamen keinen Stich gegen die kompromisslos zupackenden Hünen im Abwehrzentrum. Dazu kam ein Radek Musil in Galaform, der lange eine Quote von mehr als 50Prozent gehaltener Bällen aufweisen konnte. Zu Pause hatte er neun gehaltene Bälle auf der Haben-Seite, ebensoviele Tore der Gäste standen im Soll dagegen.

Vorn war ebenfalls kaum Anlass zu Kritik an der Chancenverwertung, auch wenn Nikola Blazicko im Gästetor einige Bälle gekonnt wegfischte. Zur Pause schien es, als sollte bei neun Toren Differenz alles gelaufen sein.

Mit Wiederbeginn unterstrichen die Bartenwetzer sofort, dass sie es nach deutlichem Vorsprung nicht wieder so eng werden lassen wollten wie gegen die Füchse Berlin vor drei Wochen. Vladica Stojanovic übernahm bei angezeigtem Zeitspiel die Verantwortung zum Wurf und wurde mit dem 19:9, der ersten 10-Tore-Führung, belohnt. Nur kurz darauf legte der Serbe nach toller Musil-Parade sogar mit dem zwanzigsten Treffer noch einen nach. Doch wie so oft – der gleiche Spieler sorgte auch für den ersten Bruch im Spiel.

Stojanovic bekam nach 34 Minuten eine Strafe aufgebrummt, was den Vorwärtsdrang der Bartenwetzer zunächst einmal stoppte. Zwar folgte nur kurz darauf Nico Greiner nach, doch da hatte der eigentliche Kreisläufer in Überzahl schon von der Außenposition getroffen.

Bei den Torhütern schlug das Pendel in dieser Phase wieder leicht zu Gunsten von Nikola Blazicko aus. Beide Keeper auf dem Feld schenkten sich nichts, waren die jeweils besten Akteure ihrer Teams. Doch hatte der kroatische Vize-Weltmeister das Glück, dass die MT mit der deutlichen Führung im Rücken nachlässiger wurde in ihren Aktionen. Das Spiel war weiter ansehnlich und gut, doch im Abschluß schlichen sich Unkonzentriertheiten ein. Blazicko parierte mehrfach Tempogegenstöße Mann gegen Mann, und auch von Außen war er durch Savas Karipidis nicht mehr zu überwinden. Gut ein halbes Dutzend Würfe des wie immer agilen Griechen konnte er insgesamt parieren. Das führte dazu, dass die Gäste Tor um Tor herankamen.

Spätestens beim 24:19 durch Branko Kokir per Tempogegenstoß in Unterzahl war klar, dass das Spiel eben doch kein Selbstläufer war, und die in der ersten Hälfte desolate Leistung der Gäste ursächlich zu großen Teilen der starken MT-Vorstellung geschuldet war. Das erkannte auch Robert Hedin und brachte neben dem schon zur Halbzeit gekommenen Ivan Brouko mit Andrej Kurtchev einen weiteren „frischen“ Außen. Der traf zwar nicht selbst, beschäftigte aber sofort zwei Gegenspieler. Das wirkte sich unmittelbar auf die Freiräume des bis dahin ordentlich abgeschirmten Daniel Valo aus, der die sich dadurch öffnenden Lücken mit zwei „Hammerwürfen“ dankbar nutzte.

Zwar konnte der TuS durch Tim Remer und einen Siebenmeter von Datukashvili noch einmal reagieren und 26:21 verkürzen, doch dann übernahm Radek Musil die Bühne. Der 34-jährige wuchs förmlich über sich hinaus und hielt reihenweise schwierige Würfe. Datukashvili war kurz darauf bei einem weiteren Strafwurf so verunsichert vom bärenstarken Tschechen, daß er den Ball glatt über den Kasten setzte.

Das eigentlich einzige echte Manko der MT Melsungen bis zu diesem Zeitpunkt waren die Schwerfälligkeit und viel zu lange Reaktionszeiten bei Abprallern. Oft hatte Musil die Würfe der Nettelstedter schon pariert, musste sich im Nachwurf aber doch noch überwinden lassen, weil Remer, Tesch und Greiner die Situation einfach schneller erfaßten. Nicht so ab der 52. Minute. Denn da angelte sich Petr Hruby, der mit der offensiven Deckung der Gäste prima zurecht kam, den Abpraller nach einem von Blazicko gehaltenen Valo-Wurf und machte mit dem 28:21 praktisch alles klar. Die letzten Zweifel beseitigten in Unterzahl Daniel Valo, der ein Kempa-Anspiel von Petr Hazl unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer zum 29:22 verwertete, und erneut Petr Hruby wieder per Nachwurf.

Der „Rest“ war Schaulaufen bei Standing Ovations und „Radek, Radek“-Sprechchören, denn auch in den Schlusssekunden verbesserte der Melsunger Keeper noch fleißig seine persönliche Bilanz. Der wie immer quirlige Ivan Brouko, der nach der Pause viel Bewegung mit ins Spiel brachte, konnte sich ebenfalls noch als Vorbereiter und auch Vollstrecker auszeichnen. Den Abpfiff durch die äußerst souverän und gut leitenden Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich dürften die Gäste aus Ostwestfalen schließlich eher als Erlösung empfunden haben, denn den Nachweis ihrer Bundesligatauglichkeit blieben sie mit Ausnahme ihres Torhüters Nikola Blazicko kollektiv schuldig.

Die MT dagegen hat einmal mehr unterstrichen, dass der Abstiegskampf in dieser Saison kein Thema ist. Der Weg geht eindeutig in Richtung gesichertes Mittelfeld, und im nächsten Heimspiel gegen Großwallstadt winkt erneut ein mögliches positives Punktekonto.

Trainerstimmen zum Spiel
Velimir Klajic: Glückwunsch zum verdienten Sieg an Melsungen. Der war aber nicht so schwer, denn meine Mannschaft ist momentan völlig von der Rolle. Das war in der ersten Halbzeit das schlechteste Spiel, das ich jemals in meiner Laufbahn gesehen habe. Uns fehlte einer, der das Spiel macht. Meine Mannschaft war wie ein Rennwagen ohne Lenkrad. Und ohne Herz und Einsatzwillen kann man eben nicht gewinnen.

Robert Hedin: Ich bin sehr froh, dass wir nach der Blamage von Wetzlar am vergangenen Wochenende nun wieder zwei Punkte geholt haben. Das war ganz wichtig für die Mannschaft! Wir hatten sehr viel Respekt vor dem TuS N-Lübbecke, gerade wegen ihrer kompromisslosen Abwehrarbeit, und haben uns unter der Woche ganz konzentriert und intensiv auf diese Begegnung vorbereitet. Umso schöner, dass meine Mannschaft alles, was wir uns erarbeitet haben, im Spiel auch umgesetzt hat. Mit unseren 8:8 Punkten bin ich insgesamt sehr zufrieden. Wir haben uns heute viel Selbstvertrauen mitgenommen und werden unseren Weg weiter gehen wie bisher.

Statistik
MT Melsungen – TuS N-Lübbecke 32:24 (18:9)
MT Melsungen:
Musil (1.-60., 21 P.), Klockmann (n.e.); Brouko 2, Jacobson, Kurtchev, Hazl, Valo 9, Tellander 3, Hruby 5, Stojanovic 5, Karipidis 7/4, Blank (n.e.), Balomenos 1.
TuS N-Lübbecke: Blazicko (1.-60., 21 P.), Gudmundsson (n.e.); Cale, Greiner 3, Kokir 5, Tomic 2, Schibschid, Datukashvili 3/1, Tesch 4, Anclais, Olafsson 3, Skatar, Remer 4/1.
SR: Frank Lemme (Magdeburg) / Bernd Ullrich (Magdeburg)
Zeitstrafen: 14 – 10 (Tellander 09:38 16:19, Valo 29:32, Stojanovic 34:02 53:03, Jacobson 37:26, Hruby 51:54 – Greiner 06:31 35:04, Kokir 20:06, Anclais 22:13, Remer 44:00).
Strafwürfe: 4/4 – 5/2, Remer scheitert an Musil (09:38), Remer scheitert an Musil (37:42), Datukashvili wirft über das Tor (49:34).
Zuschauer: 1.700 in der MEIROTELS-Halle, Rotenburg/F.
Spielfilm: 1:0 (1.), 4:0 (5.), 5:0 (5.), 6:2 (10.), 8:3 (13.), 9:4 (16.), 13:6 (22.), 15:7 (25.), 16:8 (29.), 17:8 (30.), 17:9 (HZ), 20:10 (33.), (35.), 22:13 (39.), 22:15 (40.), 24:17 (44.), 25:20 (48.), 28:22 (52.), 28:22 (52.), 32:24 (EN)

Das nächste Spiel der MT Melsungen:
Sa., 13.10.07, 17.00 Uhr, Meirotels-Halle, Rotenburg: MT Melsungen – TV Großwallstadt

Fotos: Heinz Hartung




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