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Hedin-Team wie aus einem Guss

Rotenburg/Melsungen. Auch gegen den TV Großwallstadt stellte die MT Melsungen ihre Heimstärke eindrucksvoll unter Beweis. Dank eines 36:29 (17:16) vor 2.025 Besuchern in der Rotenburger MEIROTELS-
Halle ist das Punktekonto erstmals seit fast zwei Jahren wieder positiv. Damit erklimmt die MT zwischenzeitlich sogar Rang neun.

Vom Anfpiff weg ließen die Melsunger den Ball locker laufen, die Gäste vom Untermain hingegen wirkten verunsichert und zögerlich. So konnte Spyros Balomenos gleich den ersten Wurfversuch von Anders Oechsler blocken, um im anschließenden Gegenzug selbst die Führung für die Hausherren zu markieren. Michael Spatz glich zwar aus, aber dann leistete sich Michael Müller im rechten Rückraum der Gäste gleich zwei Fehler und einen Pfostenwurf hintereinander. Vladica Stojanovic, heute auf der ungewohnten halblinken Position beginnend, und Savas Karipidis per Tempogegenstoß nutzten ihre Möglichkeiten zum 3:1.

Die erste Hektik legte sich, beide Teams wurden vermehrt in das Positionsspiel gezwungen. TVG-Trainer Michael Roth setzte diesmal überraschend auf eine 6-0-Deckung. Also nicht auf die wesentlich offensiveren Variante, die Robert Hedin erwartet, und auf die er seine Mannschaft eingestellt hatte. Das zeigte auch prompt Wirkung. Andi Kunz, Michael Müller per Tempogegenstoß und der anfangs stark Anders Oechsler brachten ihre Farben erstmals in Führung. Weiter als mit einem Tor konnten sich die Gäste allerdings nicht absetzen, auch wenn Oechsler noch zweimal zu einfachen Toren aus dem Rückraum kam. Melsungen musste in dieser Phase zwar wesentlich mehr für den Erfolg tun als der Gegner, aber es wirkte dennoch alles viel lockerer als beim TV.

Vladica Stojanovic fühlte sich in seiner Rolle neben Petr Hazl sichtbar wohl und narrte seine Gegenspieler immer wieder mit überraschenden Finten. Sicher hatte er beim 8:7 Glück, als sein von Chrischa Hannawald parierter Ball an den Pfosten abprallte, und anschließend über den Umweg von Hannawalds Rücken doch noch den Weg in die Maschen fand. Aber Glück muss man sich erarbeiten, und das tat der Serbe heute vorbildlich.

Auch wenn die MT nach einer Viertelstunde mit drei Toren in Führung ging, war Großwallstadt zu jedem Zeitpunkt ein ebenbürtiger Gegner. Thomas Klitgaard, dessen Mitwirken lange auf der Kippe stand, kam für den glücklosen Petr Hruby und gab seinen Einstand ganz untypisch für ihn mit einem Tempogegenstoß zum 10:7. Gleichzeitig kam Ivan Brouko für Daniel Tellander. Der Schwede fand von Außen nicht wie gewohnt ins Spiel und scheiterte mehrfach am starken Chrischa Hannawald. Das Team von Michael Roth nutzte die dadurch kurzzeitig aufkommenden Abstimmungsschwierigkeiten, um wieder aufzuschließen.

Die nächste Maßnahmen von Robert Hedin sollten nicht lange auf sich warten lassen. Radek Musil hatte bis zur 20. Minute sicher nicht schlecht gehalten, doch „aus einem Bauchgefühl heraus“, wie Hedin später sagte, brachte er Mario Kelentric. Auch Petr Hazl nahm auf der Bank Platz, Vladica Stojanovic übernahm die Spielmacherrolle und Spyros Balomenos den linken Rückraum. Dem Angriff tat das sichtlich gut, doch die Deckung blieb vorerst noch anfällig. Das war jedoch auch eine direkte Folge zweier Zeitstrafen, die die Rot-Weißen binnen kürzester Frist trafen. Erst musste Thomas Klitgaard gehen, dann Spyros Balomenos. Und als es dazwischen auch Ondrej Zdrhala traf, spielten für knapp 90 Sekunden 4 gegen 5.

Bis zur Pause gelang es der MT Melsungen nicht, sich von den Mainfranken zu lösen. Chrischa Hannawald hatte einen guten Tag erwischt, und konnte bis zum Seitenwechsel acht Bälle abwehren – einen mehr als seine beiden Gegenüber. Dank eines überragenden Vladica Stojanovic reichte es dennoch zur knappen Führung der Hausherren, für die mit Grigorios Sanikis noch ein weiterer Rekonvaleszent aufs Feld gekommen war.

Großwallstadt fand nach Wiederbeginn eigentlich ganz ordentlich zurück ins Spiel. Marcus Rominger löste etwas überraschend den bis dahin wirklich guten Hannawald ab, wohl weil er in früheren Begegnungen der TVG schon zweimal Matchwinner für sein Team war. Und auch diesmal führte er sich gleich glänzend ein, indem er einen Wurf des freien Thomas Klitgaard abwehrte. Den folgenden Angriff schloss Andi Kunz erfolgreich zum neuerlichen Ausgleich ab, bevor Rominger auch den nächsten Ball von Grigorios Sanikis parierte.

Für kurze Zeit schien es, als solle Michael Roth mit der Hereinnahme Romingers wieder den Erfolg auf seine Seite gezogen zu haben. Doch diesmal ließen sich die MT-Angreifer nicht lange beeindrucken. Was Daniel Tellander zuvor von Außen nicht gelungen war, das holte er aus der Halbposition nach. Und weil es so schön war, ließ er nur 45 Sekunden später gleich noch einen Tempogegenstoß folgen.

Großwallstadt wurde nervös, leistete sich im Angriff Nachlässigkeiten in Zusammenspiel und Abschluss, dazu noch einfache technische Fehler. Willkommenes Futter für die Melsunger Gegenstoß-Spezialisten, zu denen sich überraschend auch Daniel Valo gesellte. Innerhalb fünf Minuten war aus dem Unentschieden ein 22:17 geworden, was Michael Roth zunehmend ungehalten reagieren ließ. Zunächst kassierte er eine Verwarnung wegen Meckerns, dann verpasste er seiner Mannschaft in einer Auszeit eine Kopfwäsche.

Seine Mahnungen blieben jedoch fruchtlos. Zwar machte Heiko Grimm per Konter seinen einzigen Treffer des Tages und traf Michael Müller, doch hatten Daniel Valo und der nie zu bändigende Vladica Stojanovic jeweils postwendend eine Antwort parat. Dann folgte eine regelrechte „Lehrstunde“, die Stojanovic, Klitgaard und Co. ihren hoffnungslos unterlegenen Gästen verabreichten. Bis auf 30:20 zogen die Bartenwetzer unter ohrenbetäubendem Jubel der restlos begeisterten Fans in der MEIROTELS-Halle davon, ohne dass der TVG auch nur ansatzweise ein Mittel gegen die überfallartig vorgetragenen Angriffe fand.

Jede Aktion der Hausherren resultierte in einem Treffer, wobei einer fast schöner war als der andere. Ob der gefühlvolle Heber von Valo, das traumhafte Anspiel von Stojanovic auf Klitgaard am Kreis oder die Gegenstöße von Tellander und einmal mehr Stojanovic – jedes Tor ein Augenschmaus. Und das Sahnehäubchen präsentierte Mario Kelentric, als er einen Strafwurf von Bostjan Hribar reaktionsschnell abwehrte.

Kaum waren die ominösen zehn Tore Differenz herausgeworfen, schaltete die MT gleich zwei Gänge zurück. Natürlich war es verständlich, dass vermehrt versucht wurde, über den nach Vladica Stojanovic zweitbesten Melsunger, Thomas Klitgaard, zum Erfolg zu kommen. Doch das Spiel an den Kreis unterbanden die Gäste nun doch effektiver als zuvor. Michael Roth hatte mehrfach umgestellt, und die Variante mit Zdrahala für Grimm und einer etwas offeneren Deckung versprach zumindest das Ergebnis in Grenzen zu halten.

Philipp Müller war für den inzwischen disqualifizierten Jan-Olaf Immel in die Mannschaft gerückt und leitete die stärkste Phase des Spieles für die Gäste ein. Bis auf 31:25 waren sie heran, als auch Robert Hedin seine Auszeit nahm. Aber das Spiel der Bartenwetzer wollte nicht mehr recht Fahrt aufnehmen. Michael Spatz hatte Vladica Stojanovic in Manndeckung genommen und damit die Schaltzentrale zwar nicht vollständig eliminiert, aber wenigstens in ihrem Wirkungsgrad empfindlich eingeschränkt. So fand die Aufholjagd der Blau-Weißen bis zum 33:29 seine Fortsetzung.

Michael Roth witterte noch einmal die Chance, vielleicht doch einen Teilerfolg zu erzielen. Mit Kunz gegen Valo, Spatz gegen Stojanovic und Tiedtke gegen Sanikis versuchte er den kompletten Melsunger Rückraum aus dem Spiel zu nehmen, hatte jedoch die Rechnung ohne Ivan Brouko gemacht. Der wieselflinke Außen tankte sich am Kreis durch und versetzte den Gästen vom Untermain mit dem 34:29 den entscheidenden Blattschuss.

Der letzte Widerstand des TVG war gebrochen, und nach einer weiteren gelungenen Abwehraktion konnte Robert Hedin den auf die Bank zurückkehrenden Spyros Balomenos vorzeitig abklatschen. Grigorios Sanikis und Daniel Valo legten noch zwei Tore nach, während Mario Kelentric die letzte Großwallstädter Chance durch Ondrej Zdrahala zunichte machte.

Stimmen zum Spiel
Michael Roth: Glückwunsch an die MT. Sie war die bessere Mannschaft und damit verdient Sieger. In der ersten Hälfte haben wir noch eine weitgehend gute Leistung gebracht, obwohl schon da die Abwehr nicht das gezeigt hat, was wir uns vorgenommen hatten. Nach der Pause haben wir drei hundertprozentige Chancen vergeigt, und anschließend völlig unsere Linie verloren. Zum Schluss haben wir alles versucht, um das Spiel noch einmal zu drehen.
Robert Hedin: Wir haben heute richtig gut gespielt. Ich hatte eigentlich eine 5-1-Deckung erwartet und die Mannschaft auch dahingehend eingestellt. Aber als ich sah, dass da eine 6-0 steht, fiel mir doch der erste Stein vom Herzen. Das Team hat die Situation dann auch sehr gut gelöst, so dass ich mit der Leistung der gesamten Mannschaft außerordentlich zufrieden bin. Wir sind heute in erster Linie durch unsere gute Abwehrarbeit zum Ziel gekommen.

Statistik
MT Melsungen – TV Großwallstadt 36:29 (17:16)
MT Melsungen:
Musil (1.-19., 4 P.), Kelentric (20.-60., 13 P.); Brouko 1, Jacobson (n.e.), Kurtchev (n.e.), Klitgaard 7, Hazl, Valo 8, Tellander 4, Hruby, Stojanovic 9, Sanikis 1, Karipidis 5/1, Balomenos 1
TV Großwallstadt: Hannawald (1.-30., 8 P.), Rominger (31.-60., 4 P.); Spatz 3, P. Müller 2, Immel 1, Volk (n.e.), Oechsler 4, Hribar 4/2, Tiedtke 5, Zdrahala 2, Grimm 1, M.Müller 4, Wolf (n.e.), Kunz 3
SR: Lars Geipel (Steuden) / Marcus Helbig (Landsberg); Z.: 2.025 (Meirotels-Halle, Rotenburg/F.)
Zeitstrafen: 4 – 8 (Klitgaard 21:40, Balomenos 22:20 – Zdrahala 21:53, Immel 29:23 42:17 45:16);
Rote Karte: Immel (45:16, 3×2)
Strafwürfe: 1/1 – 3/2 – Hribar scheitert an Kelentric (41:43)
Spielfilm: 1:1 (2.), 3:1 (4.), 4:5 (8.), 6:6 (9.), 9:7 (14.), 11:9 (19.), 13:11 (23.), 14:13 (26.), 17:16 (HZ) – 19:17 (34.), 22:17 (37.), 25:19 (41.), 29:20 (47.), 31:24 (50.), 33:29 (57.), 34:29 (59.), 36:29 (EN)

Vorschau
Bereits am Do, 18.10., tritt die MT (Pl. 9) beim Tabellennachbarn SC Magdeburg (Pl. 7) an. Beide Teams haben derzeit 10:8 Punkte. Anwurf in der Bördelandhalle ist um 20.15 Uhr.

Fotos: Heinz Hartung




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