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Steffi Klein ganz groß

Erfurt/Melsungen. Eine glänzende Ouvertüre zu Beginn der Hallensaison bildete in Erfurt der Vergleich zwischen den besten B-Schülern Thüringens, die fast alle ein Sportgymnasium besuchen und einer Auswahl der MT 1861 Melsungen. Die Melsunger Jungen und Mädchen blieben nach dem Hallen-Saisonauftakt in Melsungen auch in Erfurt ihrem gewohnten Standard der letzten beiden Jahre treu und boten hervorragende Leistungen und eindrucksvollen Kampfgeist.

Die vielen guten Einzelleistungen der Schülerinnen und Schüler aus der Bartenwetzerstadt spiegelten die zukunftsträchtige und zielstrebige Arbeit wider, die in Melsungen geleistet wird. „Daher sollte es nur zu begrüßen sein, dass Hallenwettkämpfe zu einem so frühem Zeitpunkt durchgeführt werden, denn nur so kann man Anhaltspunkte für das Wintertraining finden“, sagt Trainer Alwin Wagner. Mit vier Siegen und drei neuen Kreisrekorden war man wieder sehr erfolgreich. Auch die beiden besten Leistungen bei den B-Schülerinnen gingen auf das Melsunger Konto.

Der erste Paukenschlag aus Melsunger Sicht erfolgte durch den 13jährigen Robin Kästner im Weitsprung. Nach zwei ungültigen Sprüngen steigerte er seine eigene Bestleistung auf 4,95 m und verfehlte den Kreis-Hallenrekord von Oliver Sachs aus Schwalmstadt nur um fünf Zentimeter. Experten tippen den schnellkräftigen Obermelsunger als den nächsten Fünf-Meter-Springer des Vereins.

Für den zweiten Paukenschlag zeichnete sich Katharina Wagner als Weitsprungsiegerin verantwortlich. Die Zwölfjährige hatte bereits zum Auftakt im 60-m-Vorlauf mit 8,64 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt und damit ihre verbesserte Sprintfähigkeit angedeutet. Im Endlauf, der dreißig Minuten später erfolgte zeigte sie sich noch einmal verbessert und lief mit 8,58 Sekunden als Zweite über die Ziellinie. Im Weitsprung steigerte sie ihren eigenen Kreisrekord von 4,70 m auf glänzende 4,85 m. Verständlich, dass sie ihre Weite mit Freude quittierte, denn diese Leistung gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn man weiß, dass in Thüringen die B-Schülerinnen nicht mehr aus einer Absprungzone wie in Hessen, sondern direkt vom Brett abspringen müssen. Dadurch gehen oft wertvolle Zentimeter verloren, denn die Weite wird immer vorn am Absprungbalken abgelesen.

Den Optimismus und die Frische, die die Melsunger 800-m-Läuferinnen und Läufer in der Erfurter Halle zur Schau trugen, trog nicht. Glänzend vorbereitet, sorgten sie für weitere Paukenschläge. Im Lauf der W10 stellte sich Janina Rohde stark verbessert vor und belegte in 2:46,40 Minuten einen unerwartet guten fünften Platz. Mit dieser großartigen Steigerung – sie belegt damit Rang fünf in Hessen – verfehlte sie den Kreisrekord, den Stefanie Klein zwei Jahre vorher in Erfurt mit 2:44,6 Minuten aufgestellt hatte, nur um 1,8 Sekunden.

Die elfjährige Karolin Siebert sicherte sich – obwohl gesundheitlich noch nicht ganz auf der Höhe – in 2:40,40 Minuten den dritten Melsunger Tagessieg. Schon wenige Meter nach dem Start drückte sie stark auf das Tempo und zermürbte so ihre Gegnerinnen aus Gera und Erfurt frühzeitig. Ein Jahr vorher hatte sie an gleicher Stätte die Saison mit 2:47,2 Minuten und einem dritten Platz begonnen. Großes Pech hatte Franziska Baum, denn das ehrgeizige Mädchen, das in den letzten Wochen gerade auf der Laufstrecke große Fortschritte machte, stürzte unmittelbar nach dem Start und verlor dabei über fünf Sekunden und damit auch den Anschluss an das Feld. Sie lief zwar noch einmal heran, doch damit war die Energie, die man bei einem solchen Rennen auch zum Schluss benötigt, bereits verbraucht. Nach 2:50,90 Minuten beendete Franziska Baum mit Schmerzen als Fünfte das Rennen.

Im Lauf der W13 zeigten Celine Kühnert und Stefanie Gille ihre läuferischen Qualitäten. In harten und pausenlosen Positionskämpfen arbeiten sich beide Läuferinnen nach vorn und belegten in 2:41,09 Minuten und 2:45,22 Minuten die Plätze vier und sechs.

Für den absoluten Höhepunkt aus Melsunger Sicht sorgte aber Stefanie Klein, die in Erfurt schon keine Unbekannte mehr ist. Vor zwei Jahren lief die damals zehnjährige als Siegerin 2:44,6 Minuten und stellte damit einen neuen Kreisrekord in der W10 auf. Im Vorjahr verbesserte sie den Kreis-Hallenrekord für die W11 auf beeindruckende 2:37,5 Minuten. Doch nun setzte sie in Erfurt im 800m-Rennen der W12 noch einen drauf. Nach zwei Runden (400 m) lag Stefanie Klein mit 72 Sekunden noch hinter Anne Klier (LG Vogtland) und Julia Richter (Empor Buttstädt) auf Rang drei. Aber dann rückte das zierliche Energiebündel mit einem schönen leichten Schritt auf der Gegengeraden nach vorn und hatte bei 600 m eine Zwischenzeit von 1:55 Minuten. Da sie in der letzten Runde ihr hohes Tempo halten konnte, wurde der Vorsprung zu ihren Verfolgerinnen immer größer. Als sie auf die Zielgerade einbog, hatte sie ihr taktisches Meisterstück gemacht, denn es war ein perfektes Rennen. Die Formel „ein Rennen der Superlative im W12-Bereich“ ist angesichts dieser Leistung von Stefanie Klein nicht zu hoch gegriffen. Die auf dem elektronischen Bord aufleuchtende Siegerzeit von 2:29,05 Minuten löste lauten Jubel im Melsunger Lager aus. Erst fünf Sekunden später erreichten ihre Verfolgerinnen das Ziel. Damit war Steffi Klein ganz groß, denn sie ist nicht nur die erste Läuferin im Schwalm-Eder-Kreis, die als Zwölfjährige die im 800m-Lauf unter 2:30 Minuten blieb, sondern sie blieb auch klar unter der Qualifikationszeit der A-Schülerinnen für die Landesmeisterschaften. Außerdem rückte sie ihre persönliche Bestzeit erneut um drei Sekunden näher an die Zwei-Minuten-Grenze heran.

Zweifellos war dieses Rennen auf der 200 m langen Runde der große Höhepunkt aus Melsunger Sicht, aber es gab noch weitere Spitzenergebnisse. Im 800m-Lauf der M12 demonstrierte Tobias Stang erneut seine Spitzenklasse und setzte seine augenfällig läuferische Steigerung in den letzten Wochen in einem zweiten Platz in mit 2:24,80 Minuten um. Damit blieb er über sechs Sekunden unter seiner bisherigen Rekordzeit von 2:30,7 Minuten und ist nur noch drei Sekunden von Thüringens Ass Karl Kneist (LAC Erfurt) entfernt.

Sehr gute Sprint- und Weitsprungleistungen der Melsunger B-Schüler rundeten das sportliche Bild eines großen leichtathletischen Einstiegs ab. Im Sprint über 50m stellte Jan Ullrich mit 7,54 Sekunden nicht nur seine persönliche Bestzeit ein, sondern sicherte sich mit dieser guten Zeit auch Rang zwei in einem starken Läuferfeld. Den Weitsprung beendete er nach einer glänzenden Serie mit 4,56 m. Damit blieb er sechs Zentimeter über seinem Hausrekord und verfehlte den sechs Jahre alten Kreisrekord von Yannik Hoos aus Borken nur um 13 Zentimeter.

Im Weitsprung der M12 belegte Tobias Baum mit 4,65 m ebenso den zweiten Platz wie im 60m-Sprint-Finale, wo er sich in 8,60 Sekunden nur Tobias Reinhard aus Ohra-Hörsel beugen musste. Robin Kästner (8,72 Sekunden) und Henri Alter (8,94 Sekunden) zeigten sich ebenfalls in der Beschleunigungsphase verbessert und blieben mit 8,72 bzw. 8,94 unter der Neun-Sekunden Grenze. Im Weitsprung der M12 sprangen Sebastian Ludwig und Henri Alter jeweils 4,49 m und belegten die Plätze vier und fünf.

Im abschließenden 800-m-Lauf der Männer machte Benjamin Saffran auf sich aufmerksam, als er nach einem viel zu langsam ersten Teil (65 Sekunden) noch mit 2:04 Minuten eine recht ansprechende Zeit erzielte.




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