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Melsunger Mittelstrecken-Asse trumpften auf

Stadtallendorf/Melsungen. Im nächsten Monat werden in der Melsunger Stadtsporthalle die Kreis-Hallenmeisterschaften für das Jahr 2008 ausgetragen. Dann können die Zuschauer an zwei kompakten Veranstaltungstagen sich einen Einblick, Überblick oder vielleicht sogar den Durchblick verschaffen, wie es mit dem Leistungsniveau der besten Kreisleichtathleten zurzeit bestellt ist. Die Nachwuchsleichtathleten der MT 1861 Melsungen freuen sich bereits auf diese Meisterschaften, kommen sie doch immer besser in Form. Was durch den hohen Standard bei den bestehenden Freiluft-Kreisrekorden kaum noch möglich ist, holen sie unterm Hallendach nach. Zurzeit jagt eine Bestleistung die andere.

Vor vier Wochen war Erfurt der Auftakt der Rekordflut der Melsunger Schülerinnen und Schüler, denn damals verbesserte Katharina Wagner nicht nur den Weitsprung-Hallenrekord der W12 auf 4,85 m, sondern Stefanie Klein lief in ihrem Super-Rekordlauf über 800 m sensationelle 2:29,05 Minuten und auch der zwölfjährige Tobias Stang verewigte sich mit 2:24,80 Minuten über 800m in den Rekordbüchern. Bei den nachfolgenden großen Hallen-Meetings in Dortmund, Erfurt und Paderborn sowie zuletzt in Stadtallendorf ging es mit den Hallenbestleistungen Schlag auf Schlag weiter. Nach ihrem großartigen Kreisrekord im Kugelstoßen, der 24 Jahre lang unantastbar war, sorgte Janina Rohde zum Auftakt des 24. Vorweihnachtskriterium in Stadtallendorf im Hochsprung der W10 für den nächsten Paukenschlag.

„Läuft sie richtig an, dann springt sie auch richtig hoch!“, so die einfache Erklärung ihres Vater Armin vor dem Wettkampf. Und Janina setzte das um, was sie mit auf den Weg bekam. Sie lief richtig an und überquerte ohne Probleme 1,36 m. Damit verbesserte sie nicht nur ihre Freiluftbestleistung um 16 Zentimeter, sondern steigerte auch den zwei Jahre alten Kreisrekord von Katharina Wagner um einen Zentimeter. „Ich freue mich schon auf meinen ersten Freiluft-Mehrkampf im nächsten Jahr“, sagte die talentierte Allrounderin und peilt 1600 Punkte plus X an…

Bei den Mittelstreckenrennen dominierten die Melsunger Asse mit taktisch klugen Läufen und erreichten fünfmal zum Teil mit großem Vorsprung als Erste die Ziellinie. Den Auftakt machte Peter Micke in seinem letzten Lauf als A-Jugendlicher. Obwohl er als Zivildienstleistender beim Deutschen Roten Kreuz kein geregeltes Training durchführen kann, demonstrierte er in Stadtallendorf seine gute Ausdauerfähigkeit über 800 m und ließ als Sieger in 2:01,41 Minuten Phillip Schenk aus Rotenburg (2:05 Min.) und Armin Hohenberger (Bad Vilbel) keine Chance. „In Stadtallendorf läuft es sich nicht so gut wie in Erfurt oder Frankfurt, weil hier so hohe Kurven sind, die einiges an Zeit kosten“, betonte Peter Micke nach dem Lauf und deutete damit an, dass er bei besseren Bedingungen zum ersten Mal eine Zeit unter Zwei-Minuten hätte laufen können.

Dieser Lauf von Peter Micke war die Initialzündung für die anderen Melsunger Mittelstrecken-Asse. So begeisterte wieder einmal Tobias Stang die Zuschauer, als er seine Bahnen ganz allein vorne weg zog und mit 3:07,14 Minuten Lokaltmatador Marian Vietor (3:11,80 Minuten) klar hinter sich lassen konnte. Mit seiner neuen Hallenbestleistung bewahrheitete sich aber auch die Prognose von Alwin J. Wagner, der prophezeite, dass die 3:08,27 Minuten von Dortmund den nächsten Lauf von Tobias Stang nicht überstehen werden. Der Malsfelder unterbot damit zum zweiten Mal in diesem Winter die B-Qualifikationsnorm der Vierzehnjährigen für die Landesmeisterschaften, die am 20. Januar in Frankfurt ausgetragen werden. „Ich hoffe, ich werde zugelassen, denn dort möchte ich an die Drei-Minuten-Grenze heranlaufen“, sagte Tobias recht selbstbewußt.

Auch Stefanie Klein wird bei den Landesmeisterschaften der A-Schülerinnen an den Start gehen und hat sich einen Finalplatz in der W14 als Ziel gesetzt. In Stadtallendorf lief die Zwölfjährige nur auf Sieg, ohne überheblich zu wirken. „Ich sollte das Rennen von der Spitze weg bestreiten, um dann zu sehen, was hinter mir passiert. Aber es tat sich nichts!“ Unter diesen Umständen war ihre Zeit von 2:34,94 Minuten als sehr gut anzusehen, zumal sie damit bereits zum zweiten Mal die A-Norm unterbot.

Im 800m-Lauf der W11 trafen wieder einmal die landesbeste Karolin Siebert (Melsungen) und die Ranglisten-Zweite Malena Müller (Geismar) aufeinander. Und auch dieses Rennen war es eine klare Angelegenheit der Melsunger Ausdauerspezialistin, denn sie hatte bereits nach dem Startschuss alle ihre Konkurrentinnen im Griff. „Ich wollte heute kein Risiko eingehen und bin gleich sehr schnell los gelaufen. Auch als ich unterwegs einmal etwas langsamer lief, habe ich von den anderen nichts bemerkt,“ sagte sie kurz nach ihrem Lauf und schien fast so frisch wie vorher am Start. Vater Uwe wunderte sich trotzdem, die letzte Runde war ganz schön flott!“ Dass die 2:40,85 Minuten ihre bisher drittschnellste Hallenzeit in diesem Jahr ist, sei nur nebenbei erwähnt. Malena Müller belegte in 2:44,80 Minuten Rang zwei; Franziska Häubl aus Borken beendete nach 2:49,92 Minuten als Dritte das Rennen.

Zu den Kabinettsstückchen der Melsunger Mädchen Stefanie Klein und Karolin Siebert kam noch ein weiterer Hit, denn Stefanie Gille überzeugte zum Jahresende ebenfalls mit einem 800m-Sieg. Vor dem Start war das Duo der beiden Lokalmatadorinnen Sofia Schmittdiel und Vanessa Kutz (beide Stadtallendorf) favorisiert. Aber Stefanie Gille schob sich nach der Hälfte der Strecke zwischen die Beiden und zog in der letzten Runde das Tempo noch einmal an. Ihre beiden Verfolgerinnen kämpften zwar tapfer, aber sie mussten Stefanie, die durch Kampfgeist und Ästhetik überzeugte, ziehen lassen. Mit 2:48,94 Minuten gewann die Klassenkameradin von Stefanie Klein ihr erstes großes Rennen in der W13 und verwies Sofia in 2:51,47 Minuten und Vanessa (2:51,77 Min.) auf die Plätze zwei und drei.

Wenn´s läuft, dann läuft´s; im wahrsten Sinne des Worte, und MT-Abteilungsleiter Hans-Jörg Engler war voll des Lobes über das Abschneiden der Melsunger Leichtathleten. Die vielen Zuschauer staunten nicht schlecht, als bei fast bei jedem Mittelstrecken-Rennen unser Vereinsname MT 1861 Melsungen mit dem Namen des führenden Läufers mehrmals über den Lautsprecher in der Halle bekannt gegeben wurde. Solch eine Dominanz, aber auch Resonanz der Zuschauer hatte man selbst im Melsunger Lager nicht erwartet.

Auch die Sprinter und Springer wussten mit ihrem konzentrierten und erfolgreichen Auftreten zu gefallen. Neuzugang Martin Proksch, der ab Januar für die MT 1861 Melsungen starten wird, zeigte sich zwei Wochen nach seinem Rekordlauf von Paderborn erneut verbessert. Nachdem er sich mit 8,26 Sekunden im 60m-Vorlauf problemlos für das Finale qualifizieren konnte, sicherte sich Martin mit starken 8,14 Sekunden den dritten Platz. Mit 1,50 m belegte der schnellkräfte Gensunger im Hochsprung der M13 höhengleich mit dem Sieger Steffen Springob aus Attendorn einen vielversprechenden zweiten Platz. Mit dem ein Jahr jüngeren Tobias Baum stand ein weiterer MT-Sprinter im 60m-Finale. Nach 8,63 Sekunden im Vorlauf belegte Tobias im Endlauf mit 8,57 Sekunden Rang drei. Ebenfalls Platz drei belegte auch der elfjährige Jan Ullrich im Finale der C-Schüler über 50 m. Nach sehr guten 7,65 Sekunden im zweiten Vorlauf, qualifizierte er sich mit der gleichen Zeit im Zwischenlauf für das Finale, wo er hinter Rene Koknat (7,57 Sek.) und dem Baunataler Ricco Otter (7,69 Sek.) mit 7,71 Sekunden als Dritter über die Ziellinie lief.

Einen noch besseren Eindruck hinterließ der zehnjährige Adrian Erbe, der sich nach 7,69 Sekunden als souveräner Vorlaufsieger eindrucksvoll für das Finale qualifizieren konnte, wo er mit 7,74 Sekunden den zweiten Platz belegte. „Zwei Läufe so kurz hinter einander waren doch sehr anstrengend“, meinte Adrian, der in seiner Altersklasse zu den TOP-TEN-Sprintern in Hessen gehört. Da wollte auch Trainingspartnerin Selina Langhorst nicht nachstehen. Nach 8,22 Sekunden im fünften Vorlauf, den sie vor Svea Feldmann (Remsfeld, 8,64 Sek.) gewinnen konnte, qualifizierte sich die Neunjährige für den Zwischenlauf, wo sie in 8,20 Sekunden ebenfalls als Erste über die Ziellinie lief. Erst im Finale musste sie sich mit 8,26 Sekunden den beiden Läuferinnen Evelyn Weitzel (Stadtallendorf, 8,06 Sek.) und Lara Wachtel aus Kirchhain (8,20 Sek.), die sie im Zwischenlauf noch besiegen konnte, geschlagen geben. Im Weitsprung brachte Selina das Kunststück fertig, dreimal hintereinander 3,65 m weit zu springen. Sie war zwar damit die beständigste Springerin, doch verfehlte sie mit nur einem Zentimeter Rückstand einen Medaillenplatz.

In der Klasse W11 konnte Franziska Baum zwar ihren 50m-Vorlauf mit 7,87 Sekunden gewinnen und sich für den Zwischenlauf qualifizieren. Aber dort war dann nach 7,96 Sekunden Endstation. Im Hochsprung übersprang Franziska 1,22 m und belegte Platz zehn. Der zehnjährige Tobias Ludwig übersprang 1,16 m und wurde in dieser Konkurrenz Sechster. Einen Platz besser kam Lorenz Funck über 1000m in die Wertung der M10. Mit 3:40,52 Minuten verbesserte er sich über zehn Sekunden und könnte damit der nächste Melsunger Läufer sein, der die 1000m unter 210 Sekunden läuft.

Seit einigen Wochen übt Trainer Ulf Ludwig mit einigen Jungen und Mädchen den Stabhochsprung. Zwei Tage vor dem Wettkampf in Stadtallendorf wurde erst der Stab geliefert. Und da die Schülerinnen und Schüler im Training einen guten Eindruck machten, gingen zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der MT Melsungen mit Henri Alter und Sebastian Ludwig zwei Schüler im Stabhochsprung an den Start. Beide konnten sich über einen gelungenen Einstand freuen, denn Henri Alter übersprang 2,00 m und belegte Rang zwei; Sebastian Ludwig schied zehn Zentimeter früher aus und sicherte sich Rang drei.

Foto 1: Karolin Siebert beeindruckte mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg gegen Hessens zweitbeste 800m-Läuferin Malena Müller.

Foto 2: Peter Micke, der sich mit einer guten 800m-Zeit aus der Jugendklasse verabschiedete.

Foto 3: Zum ersten Mal in der Geschichte der MT Melsungen gingen mit Henri Alter und Sebastian Ludwig zwei Schüler im Stabhochsprung an den Start.




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