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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Verbraucherpreise 2007 um zwei Prozent höher

Hessen. Im Durchschnitt des Jahres 2007 lag das Verbraucherpreisniveau in Hessen nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes um 2,0 Prozent höher als im Vorjahr. Im Jahr 2006 waren die Verbraucherpreise um 1,4 Prozent und 2005 um 1,6 Prozent gestiegen. Für den Anstieg der Inflationsrate auf 2,0 Prozent war die Erhöhung der Mehrwertsteuer zu Beginn des Jahres verantwortlich. Die Weitergabe der gestiegenen Steuerlast an die Verbraucher erfolgte für viele Produkte erst im Verlauf des Jahres und nicht unmittelbar nach der Mehrwertsteuererhöhung im Januar.

Der Anstieg der Inflationsrate im Jahr 2007 um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr entspricht rechnerisch einer Weitergabe von knapp der Hälfte der Mehrwertsteuererhöhung an die Verbraucher. Tatsächlich dürfte 2007 ein größerer Teil der Mehrwertsteuererhöhung in die Preise eingeflossen sein, auch wenn für einige Produkte, wie etwa Tabakwaren, in Erwartung der Mehrwertsteuererhöhung die Preise schon Ende 2006 angehoben wurden.

Die Teuerungsrate für die Gesamtheit der Güter (ausschl. Energie), deren Mehrwert-steuersatz angehoben wurde, stieg von 0,4 Prozent im Jahr 2006 auf 2,0 Prozent 2007. Bei einem Gewicht dieser Güter von knapp 45 Prozent am gesamten Warenkorb nahm deren Beitrag zur Inflationsrate von knapp 0,2 Prozentpunkten im Jahr 2006 auf 0,9 Prozentpunkte im Jahr 2007 zu, was maßgeblich auf die Mehrwertsteuererhöhung zurückzuführen ist, wie detaillierte Untersuchungen einzelner Produktgruppen bestätigt haben. Die Teuerungsrate der Güter, die mit dem konstanten ermäßigten Satz besteuert werden, stieg deutlich langsamer, und zwar von 1,2 Prozent im Jahr 2006 auf 1,6 Prozent 2007.

Die Mehrwertsteuererhöhung wirkte sich insbesondere auf die Preise dauerhafter Gebrauchsgüter und von Dienstleistungen aus. So verteuerten sich Kraftfahrzeuge 2007 um 3,2 Prozent (2006: plus 1,4 Prozent), die Wartung und Reparatur von Kraftfahrzeugen um 5,7 Prozent (2006: plus 2,7 Prozent), Haushaltsgeräte um 1,8 Prozent (2006: minus 0,2 Prozent), Möbel um 0,6 Prozent (2006: minus 0,6 Prozent), Bekleidung und Schuhe um 0,7 Prozent (2006: minus 1,2 Prozent), Leistungen der Gaststätten um 3,0 Prozent (2006: plus 0,4 Prozent) sowie die Instandhaltung und Reparatur von Wohnungen um 4,8 Prozent (2006: plus 1,8 Prozent). Zu den wenigen Gütern, deren Preise 2007 beschleunigt sanken, gehörten Personalcomputer mit einem Minus von 25,0 Prozent (2006: minus 14,7 Prozent) und Fernsehgeräte mit einem Minus von 23,6 Prozent (2006: minus 18,5 Prozent).

Bei Nahrungsmitteln sorgten 2007 starke Preissprünge einzelner Produktgruppen für Aufsehen. Allerdings wurden viele Preisanhebungen in den folgenden Monaten teilweise wieder abgemildert. Im Durchschnitt des Jahres 2007 war etwa Butter 20,2 Prozent teurer als 2006, Mehl kostete 14,8 Prozent und frische Vollmilch 11,3 Prozent mehr. Die Jahresteuerungsrate für Nahrungsmittel insgesamt stieg erstmals im Oktober mit 3,6 Prozent merklich an, was sich im November (4,3 Prozent) und Dezember (4,8 Prozent) weiter fortsetzte. Im Durchschnitt des Jahres 2007 lag die Jahresteuerungsrate für Nahrungsmittel in Hessen mit 2,2 Prozent nur leicht über dem Wert des Vorjahres (2,0 Prozent). Für Deutschland insgesamt beschleunigte sich der Anstieg der Nahrungsmittelpreise deutlicher, und zwar von 1,8 Prozent im Jahr 2006 auf 3,1 Prozent 2007.

Obwohl die Preise für Kraftstoffe und Heizöl im November so hoch waren wie noch nie, fiel der Preisanstieg für diese Mineralölprodukte 2007 im Durchschnitt niedriger aus als in den beiden Jahren zuvor. Kraftstoffe verteuerten sich 2007 um 4,7 Prozent, im Jahr 2006 um 5,2 Prozent und 2005 um 7,7 Prozent. Der Durchschnittspreis für Heizöl lag 2007 mit einem Minus von 0,1 Prozent sogar knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Im Jahr 2006 verteuerte sich Heizöl um 9,9 Prozent und 2005 um 34,7 Prozent. Der Gaspreis stieg 2007 um 3,0 Prozent, nach Teuerungsraten von 16,1 Prozent (2006) und 12,3 Prozent (2005). Deutlich stärker nahm 2007 der Strompreis mit einem Plus von 7,3 Prozent zu (2006: 0,7 Prozent; 2005: 4,3 Prozent). Alle Energiearten zusammen verteuerten sich 2007 um 4,3 Prozent, davon fiel gut die Hälfte auf das Konto der Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres. Im Jahr 2006 lag die Teuerungsrate bei 7,3 Prozent und 2005 bei 10,4 Prozent. Insgesamt trugen 2007 die Energiepreise 0,35 Prozentpunkte zur Inflationsrate von 2,0 Prozent bei. Im Jahr 2006 waren es 0,6 Prozentpunkte bei einer Inflationsrate von 1,4 Prozent gewesen.

Seit September 2007 lag die allgemeine Inflationsrate in Hessen deutlich über dem Jahresdurchschnitt (September und Oktober 2,3 Prozent; November 2,9 Prozent; Dezember 2,7 Prozent). Dieser Anstieg wurde durch Basiseffekte bei den Preisen für Mineralölprodukte begünstigt. In der zweiten Hälfte des Jahres 2006 waren die Preise für Mineralölprodukte merklich gesunken, in der zweiten Hälfte 2007 dagegen stetig gestiegen. Eine weitere Ursache für den Anstieg der allgemeinen Inflationsrate waren auch die seit Oktober stark gestiegenen Nahrungsmittelpreise.




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