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Polizeistatistik 2007: Aufklärung auf hohem Niveau

Schwalm-Eder. Die Polizeidirektion Schwalm-Eder präsentierte heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2007. Kriminaloberrat Oliver Kusan, Leiter der Polizeidirektion Schwalm-Eder, eröffnete die Pressekonferenz mit der offiziellen Begrüßung der Vertreter der örtlichen Presseorgane. Polizeipräsident Wilfried Henning, der es sich, wie in den Jahren zuvor, nicht hatte nehmen lassen, an der Präsentation der PKS teilzunehmen, sparte nicht mit Lob, gegenüber den Bediensteten im Schwalm-Eder-Kreis.

Henning gab den Pressevertretern einen kurzen Überblick über die Kriminalitätsentwicklung in Nordhessen insgesamt; stellte dabei die Kriminalitätsentwicklung im Schwalm-Eder-Kreis, als einem Teilbereich des Polizeipräsidium Nordhessen, im Verhältnis zu gesamt Nordhessen dar.

Die 8213 im Schwalm-Eder-Kreis registrierten Straftaten machen 15,2 Prozent der Straftaten des gesamten PP Nordhessen (54.039 Straftaten) aus. Kusan gab an die Adresse der Pressevertreter noch Informationen über Grundsätzliches zur Interpretation beziehungsweise Bewertung der PKS. Er stellte die wesentlichen Eckpunkte der Kriminalitätsentwicklung im Schwalm-Eder-Kreis kurz dar.

Unter Hinweis auf das gute Ergebnis, welches die die Analyse der PKS 2007 ausweist, erklärte Kusan, dass die Polizei offenbar auf einem guten Weg sei, gute und wirksame Konzepte habe, präventiv wie bei der Strafverfolgung. Professionelle, verlässliche Arbeit der Polizei beeinflusse letztlich wiederum auch einen der wichtigsten Faktoren für polizeilichen Erfolg – die Mitwirkung und das Vertrauen der Bevölkerung.

Kriminaloberrat Achim Kaiser, Leiter der Regionalen Kriminalinspektion Schwalm-Eder, führte anschließend durch die Präsentation der Kriminalstatistik.

Allgemeine Entwicklung:
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2007 – Schwalm-Eder-Kreis – Eckdaten:
· Straftatenaufkommen im Jahr 2007 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert.
· Die Aufklärungsquote (AQ) mit 56,2 Prozent im Landesvergleich auf hohem Niveau. Zum Vergleich: AQ für Hessen: 55,9 Prozent AQ des PP Nordhessen: 56 Prozent.
· Ausweislich der sogenannten Häufigkeitszahl von 4361 gehört der Schwalm-Eder-Kreis zu den sichersten Lebensbereichen in Hessen.
· Die Tatbeteiligung Minderjähriger ist nahezu unverändert. Sie betrug 30,4 Prozent.
· Anteil Nichtdeutscher an ermittelten Tatverdächtigen erreicht mit 11,2 Prozent neuen Tiefststand

Gesamtüberblick
Im Jahr 2007 wurden für den Schwalm-Eder-Kreis 8213 Straftaten verzeichnet. Die Anzahl der registrierten Gesamtstraftaten blieb damit im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert. Es wurden lediglich 19 Straftaten (bzw. 0,2 Prozent) mehr registriert.

Eckdaten verschiedener Deliktsgruppen
Steigerungen waren zu verzeichnen bei:
– Straftaten gegen das Leben -> 10 Fälle (2006 = 8 Fälle)
– Körperverletzung -> 665 Fälle (2006 = 636 Fälle)
– Diebstahlskriminalität -> 3.099 Fälle (2006 = 3.071 Fälle)
– Brandstiftung -> 48 Fälle (2006 = 41 Fälle)
– Sachbeschädigung -> 1.084 Fälle (2006 = 894 Fälle)
Rückgänge der Fallzahlen waren zu verzeichnen bei:
– Sexualstraftaten -> 99 Fälle (2006 = 109 Fälle)
– Raubdelikte -> 40 Fälle (2006 = 50 Fälle)
– Betrugsdelikte -> 1.341 Fälle (2006 = 1.452 Fälle)
– Gewaltkriminalität -> 281 Fälle (2006 = 304 Fälle)
– Straßenkriminalität -> 1.388 Fälle (2006 = 1.444 Fälle)
– Rauschgiftkriminalität -> 451 Fälle (2006 = 570 Fälle)

Mit 56,2 Prozent liegt die Aufklärungsquote im Schwalm-Eder-Kreis wiederum
auf hohem Niveau. Auch im Hessenvergleich stellt dieser Wert ein Spitzenergebnis dar.

Vorweggenommenes Fazit
Der Schwalm-Eder-Kreis zählte auch in Jahr 2007 mit 4361 Straftaten pro 100.000 Einwohner nach wie vor zu den sichersten Regionen Hessens. Im Jahr 2007 wurden im Schwalm-Eder-Kreis nur 19 Delikte mehr registriert als im Jahr zuvor. Die zur Anzeige gekommenen Fallzahlen sind damit mit einem Zuwachs von lediglich 0,2 Prozent nahezu unverändert.

Rückgänge
In den vergangenen vier Jahren ist die Anzahl der Straftaten im Schwalm-Eder-Kreis um 1.072 Delikte zurückgegangen. In den meisten Deliktsbereichen setzte sich der Trend rückläufiger Fallzahlen erfreulicherweise wiederum fort. Rückläufig sind insbesondere auch Straftaten der sogenannten Gewaltkriminalität (von 335 Fällen im Jahr 2005 auf 281 Fälle im Jahr 2007) und auch die Straßenkriminalität (von 1910 Fällen im Jahr 2004 auf 1388 Fälle im Jahr 2007). Zu den letztgenannten Bereichen zählen insbesondere solche Straftaten, die den Menschen Angst machen, wie z.B. Raubdelikte. Diese gingen im Jahr 2007 erneut um weitere zehn Fälle auf 40 Taten zurück. Fast 70 % dieser Taten konnten aufgeklärt werden. Dies bedeutet ein sehr gutes Ergebnis, welches von Opfern wie Tätern wahrgenommen wird.

„Die Zahlen machen auch eines sehr deutlich: die Menschen müssen bei uns keine Angst haben“, so die Botschaft des Polizeipräsidenten. „Anlass zur Sorge besteht bei uns in Nordhessen wirklich nicht. Auch wenn jede einzelne Straftat für sich genommen natürlich noch eine Tat zuviel ist, leben die Menschen in Kassel und Nordhessen in einer sicheren Region“, bekräftigte der Polizeichef.

Steigerungen
Zuwächse von Fallzahlen waren im Wesentlichen lediglich bei den Sachbeschädigungen, den Körperverletzungsdelikten und beim Wohnungseinbruch zu verzeichnen. Die im scheinbaren Gegensatz zu den meisten anderen Deliktsarten steigenden Zahlen bei den Körperverletzungen ist nicht zuletzt zunehmender polizeilicher und staatsanwaltschaftlicher Intervention in Fällen häuslicher Gewalt geschuldet.

Durch die strikte Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes – bei jedem Fall von „häuslicher Gewalt“ wird eine Strafanzeige erstattet – kommt es hier zu einer Aufhellung des sogenannten Dunkelfeldes. Das bedeutet, die Körperverletzungen im häuslichen Bereich gab es vorher auch schon, nur wurden sie von den Geschädigten, meist den Frauen, aus Angst nie angezeigt.

Im Schwalm-Eder-Kreis wurden im Jahr 2007 insgesamt 144 Fälle häuslicher Gewalt registriert und zur Anzeige gebracht. Darunter allein 118 Fälle von Körperverletzung. So führt im Falle der Körperverletzungsdelikte die intensive und engagierte Arbeit der Polizei, mit sehr positiven Auswirkungen für die Situation von Opfern häuslicher Gewalt (meist Frauen und Kindern) auf der anderen Seite zu einem, allerdings nur vermeintlichen, Anstieg der Körperverletzungsdelikte.

Bilanz
Mit einer Aufklärungsquote von 56,2 Prozent nimmt der Schwalm-Eder-Kreis innerhalb des Polizeipräsidium Nordhessen hinter dem Landkreis Werra-Meißner (61,2 Prozent) noch immer einen Spitzenplatz ein. Die Beamtinnen und Beamten der Polizeidirektion Schwalm-Eder leisteten damit wieder einen wesentlichen Beitrag zum Gesamtergebnis des Polizeipräsidium Nordhessen. In gesamt Nordhessen wurde eine Aufklärungsquote von 56 Prozent erreicht. Verglichen mit den Zahlen noch Anfang der neunziger Jahre liegen die Aufklärungsquoten einigen Jahren auf einem hohen Niveau. Damals lagen die Quoten um 40 Prozent.

Die Steigerungen der Aufklärungsquoten sind nicht zuletzt auch dem technischen Fortschritt in der Kriminaltechnik, geänderter rechtlicher Rahmenbedingungen und der stetig verbesserten technischen Ausstattung der Polizei zu danken.

Sinkende Opferzahlen
In weiten Teilen sinkende Fallzahlen bedeuten für die Menschen der betreffenden Region auch, dass es weniger Opfer von Kriminalität gibt. Die insgesamt betrachtet vielversprechende Entwicklung der Kriminalstatistik ist nicht zuletzt auch das Ergebnis erfolgreicher, professioneller Arbeit der Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten im Schwalm-Eder-Kreis. Zum einen sind die Ergebnisse der Erfolg engagierter Fahndungs-, Kontroll- und Ermittlungstätigkeiten. Aber auch höhere Präsenz von Polizei auf Straßen, Wegen und Plätzen und die Umsetzung unterschiedlicher Bekämpfungskonzepte der Polizei, wie die Intensivierung der Sicherung von DNA-Spuren und DNAUntersuchungen, die weitere intensive Nutzung von AFIS (automatisiertes Fingeridentifizierungssystem) sowie die Mehrfach- und Intensivtäterprogramme, wirken sich positiv aus.

Stichwort DNA-Analyse
Die konsequente Nutzung der rechtlichen Möglichkeiten zur Erhebung von DNAProfilen von Tatverdächtigen, verbunden mit intensiver Spurensuche an Tatorten, führte im Jahr 2007 zu 51 sogenannten DNA-Treffern. D.h. eine Vielzahl von Straftaten konnte mit Hilfe der DNA-Analyse aufgeklär werden. Seit Einführung der DNA-Analyse-Datei (DAD) im Jahr 2001 wurden von Jahr zu Jahr steigende Trefferzahlen erzielt.

Mehrfach- und Intensivtäterprogramm (MIT)
Zahlreiche kriminologische Untersuchungen belegen, dass relativ wenige Täter einen überproportional hohen Anteil der Straftaten im Bereich der Massen- und Straßenkriminalität begehen. Diese Erkenntnis hat zur Folge, dass sich Polizei und Justiz gezielt mit diesem Täterkreis befassen und einen deutlichen Schwerpunkt auf die Bearbeitung von Mehrfach- und Intensivtätern legen.

Um die Aktivitäten der Mehrfach- und Intensivtäter gezielter bekämpfen zu können, wurden in allen hessischen Polizeipräsidien spezielle Organisationseinheiten zur Bearbeitung dieser Tatverdächtigengruppe eingerichtet. Dort wird täterorientiert und deliktübergreifend ermittelt. Dadurch werden zahlreiche Straftaten aufgeklärt und vor allem weitere Kriminalität erfolgreich verhindert.

Im Schwalm-Eder-Kreis waren zum Ende des Jahres 2007 33 MIT erfasst, von diesen wurden insgesamt 2179 Straftaten begangen (durchschnittlich 66 Straftaten pro Person). Von diesem Personenkreis wurden im Jahr 2007 insgesamt 22 Personen auffällig. Es wurde in 128 Ermittlungsverfahren ermittelt. Neun Personen wurden zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Gegen diese Personen wurden insgesamt 24 Jahre Freiheitsstrafe verhängt.

Auch dürfte die Kriminalitätsentwicklung im Schwalm-Eder-Kreis sicherlich durch die hessenweit durchgeführten Maßnahmen zur Schleierfahndung, den Fahndungs- und Kontrolltagen und der Vielzahl anlassunabhängiger Kontrollen positiv beeinflusst worden sein.

Die Schleierfahndung ist ein überaus erfolgreiches Konzept, insbesondere gegen reisende Straftäter. Durch den Wegfall der EU-Binnengrenzen wurde mit dieser Fahndungsform ein Ausgleich geschaffen, um Tätern, die über Landesgrenzen hinweg agieren, habhaft zu werden. Besonders in Hessen und speziell entlang überregionaler Reisewege, hat diese Fahndungsmöglichkeit, wie die Erfolge zeigen, eine große Bedeutung.

Nicht zuletzt tragen auch die zahlreichen Präventionskonzepte ihren Teil zum ansehnlichen Gesamtergebnis bei.

Beispielhaft seien hier genannt:
· Aktion „wachsamer Nachbar“,
· Kriminalpolizeiliche Beratungen zum Einbruchschutz auch direkt am Wohn- oder Gewerbeobjekt (kostenfrei),
· Kriminalpolizeiliche Beratungen auf Messen und Ausstellungen, an denen die Polizei mit eigenen Informationsständen vertreten ist,
· Herausgabe der Errichternachweise „mechanische Sicherungseinrichtungen“ und „Überfall- und Einbruchmeldeanlagen“ durch das Hessische Landeskriminalamt,
· Vortragstätigkeiten vor verschiedensten Vereinigungen zu Einbruchschutz und aktuellen Tricks von Betrügern und Trickdieben.
· Vortragstätigkeiten in Schulklassen, an Elternabenden oder vor Lehrerkollegien.




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