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Melsungen schockt Großwallstadt

Elsenfeld/Melsungen. Dass hätten sich die Mainfranken wohl in ihren kühnsten Träumen nicht ausgemalt: Zuhause gegen die MT Melsungen zu verlieren und dann noch in dieser Deutlichkeit. Mit dem35:30 (15:16)-Sieg gelang den Nordhessen zum ersten Mal in den drei Jahren ihrer Erstligazugehörigkeit ein Erfolg am Untermain.

Das Spiel begann relativ hektisch mit technischen Fehlern auf beiden Seiten. Dabei hatte sich Melsungen etwas schneller sortiert und ging durch Savas Karipidis in Führung. In den folgenden sechs Minuten bauten die Gäste nach Treffern von Klitgaard (2) und Vuckovic sogar auf 1:4 aus. TVG-Trainer Michael Roth versuchte den Fluss der MT zu hemmen und nahm eine Auszeit.

Die aber fruchtete zunächst nicht, denn nach sehr guter Kelentric-Parade erhöhte Daniel Valo gar auf 1:5 (9. Minute). Melsungen agierte mit einer bissigen 6:0-Abwehr, in der Nenad Vuckovic den Platz für seinen nur im Angriff eingesetzten Kollegen Grigorios Sanikis einnahm.

Den Treffer zum 2:5 durch Großwallstadts Rückraum-Ass Anders Oechsler beantwortete im Gegenzug Daniel Valo mit dem 2:6. Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt rund 10 Minuten. Und auch in den folgende 5 Minuten konnte das Hedin-Team seinen guten Lauf fortsetzen – Sanikis und Tellander erhöhten auf 3:9.“ Die MT deckt heute richtig gut“, befand in diesem Moment TV-Co-Kommentator Gregor Werum. Der Wetzlarer Kreisläufer assistierte bei der HBL-TV Liveübertragung Uwe Semrau und machte mit der Defensive zu Recht den Schlüssel für das erfolgreiche Melsunger Spiel aus.

Aber auch vorne lief es ausgezeichnet. Trainer Hedin, der als Erkenntnis aus dem erschrekkend schwachen Auftritt in Lübbecke von seinen Mannen gefordert hatte, das Spiel breiter anzulegen und den Ball mit Geduld auch wirklich bis zu den Außen durchzuspielen, durfte sich an einer nun guten Umsetzung gegen Großwallstadt erfreuen.

Auffällig auf Melsunger Seite war zudem, dass sich Vladica Stojanovic mehr auf seine Rolle als Regisseur und Vorbereiter konzentrierte, und weniger seinem ansonsten gut ausgeprägten Torinstinkt nachgab. Mit seinen druckvollen Aktionen band er nicht selten gleich zwei gegnerische Abwehrspieler und konnte so seine Nebenleute in beste Ausgangssituationen für einen erfolgreichen Abschluss bringen. So entsprang zum Beispiel das 4:10 durch Sanikis der mustergültigen Vorarbeit des Mittelmannes (15.).

Den komfortablen Vorsprung konnte Melsungen noch weitere fünf Minuten verteidigen. Auch deshalb, weil Tellander ein Treffer trotz Unterzahl gelang und Kelentric einen Strafwurf von Hribar vereitelte. Erst in den letzten 10 Minuten des ersten Durchgangs kam Großwallstadt stärker auf. Im Tor hatte inzwischen Chrischa Hannawald den nicht ganz sattelfesten Markus Rominger abgelöst und rüttelte lautstark seine Vorderleute wach. Die agierten nun wesentlich offensiver und aggressiver und schafften es so, der MT mehr und mehr den Schneid abzukaufen.

Nach Valo’s Treffer zum 8:13 (20.) bremste Klitgaard im folgenden TVG-Angriff seinen Gegenspieler etwas unsanft und musste für zwei Minuten hinaus. Das nutzten die Roth- Schützlinge postwendend, um sich durch Treffer von Spatz und Neu-Nationalspieler Müller bis auf 10:13 an Melsungen heran zu pirschen. Nach einem weiteren Tor durch Kreisläufer Tiedtke, der ebenfalls jüngst in den Kader von Heiner Brand berufen wurde, nahm MT-Trainer Hedin eine Auszeit.

Doch auch diese Verschnaufpause vermochte die immer selbstbewusster aufkommenden Mainfranken nicht aus dem Rhythmus zu bringen. Im Gegenteil: Die überaus turbulente fünfminütige Schlussphase gin mit 5:2 Toren an die Gastgeber. Mit der 16:15-Halbzeitführung hatten sie das Blatt überraschend schnell gewendet und plötzlich war alles wieder offen.

Als Großwallstadt zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff mit 18:16 in Front ging, schöpften die meisten de rund 2.500 Zuschauer in der Elsenfelder Sparkassen-Arena neue Hoffnungen. Die allerdings wurden durc einen Sanikis-Treffer und einen erfolgreichen Tellander-Konter innerhalb von nur 60 Sekunden jäh gestoppt. Und obwohl Karipidis zwischenzeitlich einen Siebenmeterwurf an den Pfosten setzte, hatte die MT Melsungen in der 38. Minute das Heft wieder in der Hand.

Klitgaard holte mit seinem Tor zum 19:20 – nach lehrbuchreifem Anspiel durch Sanikis – die Führung für sein Team zurück. Der MT-Kreisläufer beendete damit eine sehr hektischen Phase, in der zunächst Hannawald spektakulär gegen Valo pariert und auf der anderen Seite der inzwischen für Kelentric gekommene Musil den Wurf von Spatz vereitelt hatte. Großwallstadt versuchte es fortan mit einer härteren Gangart in der Abwehr, die vor allem Valo zu spüren bekam. Ein siebenmeterreifes Foul an dem Hünen, wurde allerdings nur mit Freiwurf geahndet. Insgesamt brachte sich der Linkshänder mit einer tadellosen Leistung ein und erfüllte damit prompt die Hoffnungen seines Trainers auf mehr Durchschlagskraft als in den letzten Wochen.

Dann war Melsungen wieder hellwach. Großwallstadt vertändelte im Angriff, Vuckovic angelte sich das Leder und hatte keine Mühe, mutterseelenallein gegen Hannawald einzulochen. Und auch der nächste, unstrukturiert vorgetragene TVG-Angriff wurde abrupt von der MT gestoppt. Nutznießer diesmal war der auf und davon eilende Brouko. Der Lohn zeigte sich im 19:22-Zwischenstand (39.). Nun waren Stojanovic & Co. nicht mehr zu bremsen. Es folgte die stärkste Phase der Gäste.

Über das 22:26 durch Brouko nach Sanikis’ Rückhandpass (45.) und den Valo-Geschossen zum 23:28 (48.) und zum 24:29 (50.) zog Melsungen bis zur 54. Minute auf 25:34 auf und davon. Das war die Vorentscheidung. Diese Phase war durch zahlreiche Feinheiten des wie entfesselt aufspielenden Hedin-Teams gekennzeichnet. Immer wieder dabei maßgeblich beteiligt: Vladica Stojanovic. Vom Kreisanspiel über das gesamte Spielfeld, über die exzellente Vorarbeit zu einem Sanikis-Treffer bis zum technisch perfekten Drehwackler mit erfolgreichem Abschluss legte der Serbe die ganze Palette seines reichhaltigen handballerischen Könnens offen. Seine Mitspieler nahmen den von ihm geknüpften Faden dankbar auf und ließen sich von dessen Spielfreude inspirieren.

Da wurde in der Schlussphase auch der Ausfall von Brouko weggesteckt, der nach einem Rot-verdächtigen Foul humpelnd vom Feld musste. Für ihn wechselte Sanikis auf die Linksaußenposition, währenddessen Vuckovic dessen Part auf Halblinks übernahm. Schon kurze Zeit später zeigte der heute äußerst torhungrige Rückraumspieler, dass er auch auf dem Flügel gefährlich sein kann. Sanikis’ Tor zum 27:35, ließ seine Mitstreiter schon dreieinhalb Minuten vor dem Ende in der sicheren Gewissheit des Sieges jubeln. Verständlich, dass dann die MT nicht mehr mit allerletztem Einsatz zu Werke ging und so den Gastgebern noch ein wenig Ergebniskosmetik zum 30:35-Endstand erlaubte.

Die TV-Kommentatoren brauchten nach erfolgtem Schlusspfiff nicht lange nach einem Fazit des Spiels zu suchen. In ihren Augen hatte heute die “launische Diva” der Bundesliga ihrem Namen alle Ehre gemacht – und zwar diesmal wieder im positiven Sinne.

Durch diesen Sieg rückt Melsungen auf Platz 10 vor und ist damit punktgleich mit dem Tabellenneunten Göppingen.

Trainerstimmen zumSpiel
Robert Hedin:

„Wir haben heute im Angriff das umgesetzt, was wir uns als Lehren aus dem Lübbecke-Spiel vorgenommen hatten; Breit spielen und für den Mitspieler arbeiten. Darüber hinaus hat unsere Abwehr inklusive Torhüter sehr gut gearbeitet. Das war der Grundstein. Wir haben uns auch von der Flautephase nicht verunsichern lassen, sondern weiter Geduld gezeigt. Insgesamt waren wir heute die bessere Mannschaft – ich denke deshalb, wir haben verdient gewonnen.“

Michael Roth:

„Das kann ich nur bestätigen. Wir selbst haben uns zuviele technische Fehler erlaubt und unsere Abwehr hat überhaupt nicht gestanden. Wenn man schon in der ersten Halbzeit eines Spiels mit teilweise sechs Toren hinten liegt, kostet es sehr viel Kraft, diesen Rückstand aufzuholen. So hatten wir in der zweiten Hälfte nicht mehr viel zuzusetzen.“

Statistik
TV Großwallstadt – MT Melsungen 30:35 (15:16)

TVG: Rominger (1.-18. u. 48.-60.), Hannawald (19.-47.) – M. Müller (7), Kunz (5), Zdrahala (4), Oechsler (3), Tiedtke (3), Blank (3), Spatz (2), P. Müller (2), Hribar (1), Volk, Ritschel, Wolf.
MT: Kelentric (1.-36.), Musil (37.-60.) – Sanikis (8), Valo (7), Karipidis (6), Klitgaard (6), Tellander (3), Brouko (2), Vuckovic (2), Stojanovic (1), Balomenos, Kraus, Hruby, Kurchev.

Siebenmeter:
3/5 – 2/4: Hribar scheitert an Kelentric (18.), Hribar scheitert an Musil (54.) – Karipidis wirft an den Pfosten (37.), Karipidis scheitert an Rominger (60.).

Zeitstrafen: 5 – 3: Tiedtke (2), P. Müller (2), M. Müller – Stojanovic (2), Klitgaard.

Schiedsrichter: Martin Harms / Jörg Mahlich (Magdeburg/Stendal)
Zuschauer: 2.500, Sparkassen-Arena Elsenfeld

Spielfilm:

0:1 (3.), 1:2 (5.), 1:5 (9.), 2:7 (12.), 5:10 (16.), 7:12 (18.), 10:13 (22.), 13:13 (27.), 15:14 (30.), 16:15 (HZ), 17:15 (31.), 18:16 (34.), 19:19 (36.), 19:21 (39.), 20:23 (41.), 22:26 (46.), 23:28 (48.), 25:32 (52.), 29:35 (58.), 30:35 (EN)




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