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Bankräuber scheinen geständig

Niedenstein. Die beiden vermutlich 31 und 36 Jahre alten Männer, die um kurz nach Mitternacht von der nordhessischen Polizei in Bad Emstal (Landkreis Kassel) festgenommen wurden, sind offenbar geständig. Nachdem im Kofferraum ihres Fahrzeugs die gesamte Beute des Niedensteiner Überfalls sichergestellt werden konnte und auch die getragene Tatbekleidung eindeutig zuzuordnen war, gaben sie an, die Tatwaffen auf der Flucht im Wald vergraben zu haben. Wie sich in den Vernehmungsgesprächen heute Vormittag bereits andeutete, scheinen sie reinen Tisch machen zu wollen.

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Heute Mittag führten sie die Ermittler in ein Waldstück oberhalb von Bad Emstal. Dort hatten sie, verteilt auf einer Fläche von rund zehn Quadratmetern, Teile ihrer Tatbekleidung und die beim Überfall benutzten Waffen deponiert. Bei den beiden schwarzen Faustfeuerwaffen handelt es sich um so genannte Luftdruckwaffen. Eine der Waffen war mit 6mm-Kugeln aufmunitioniert.

Notdürftig mit Laub bedeckt fanden sich an dieser Stelle auch zwei Gesichtsmasken, die die Täter gestern in Niedenstein getragen hatten. Nach Einschätzung der Ermittler gehörten die kurz nach der Tat in der Nähe von Niedenstein aufgefundenen Pudelmützen wohl nur zur Ausstattung der Täter, waren aber beim Überfall nicht zum Einsatz gekommen. An der Stelle im Waldstück nahe Niedenstein hatten sich die Täter offenbar vor dem gestrigen Überfall aufgehalten und etwas gegessen und getrunken. Speise- und Getränkereste mit französischen Etiketten waren dort am Nachmittag aufgefunden und sichergestellt worden.

An der heutigen Fundstelle bei Bad Emstal-Sand lagen auch zwei Paar Männerhandschuhe, die von den Tätern beim Überfall getragen wurden. Außerdem fanden sich dort Teile der Oberbekleidung der Täter, die aus weißen Oberhemden und Krawatten bestanden hatte. Sicherstellen konnte die Kripo Homberg auch die Autokennzeichenschilder HEF-FN 62, die die Täter am Montag, also einen tag vor dem Raubüberfall in Niedenstein, in der Nähe von Bad Hersfeld entwendet und zur Tatausführung an den jetzt sichergestellten Audi geschraubt hatten.

Nach der bislang gezeigten Kooperationsbereitschaft der beiden Tatverdächtigen hofft die Homberger Polizei nun, möglicherweise auch zur Aufklärung weiterer Taten dieser beiden Verdächtigen beitragen zu können. Die Vernehmungen der Beschuldigten, die nur mit Hilfe eines Dolmetschers erfolgen können, werden heute Nachmittag fortgesetzt. Beide sollen nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen auf Antrag der Kasseler Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Ermittler der Homberger Polizei sind sich im Übrigen sehr sicher, mit beiden Männern auch die mutmaßlichen Täter des Überfalls vom 19. November 2007 auf die gleiche Filiale in Niedenstein gefasst zu haben. Damals hatten die Täter zur Maskierung gelbe Bauhelme getragen, die im gleichen Waldstück nach der Tat aufgefunden worden waren. DNA-Abgleiche werden auch hier für letzte Sicherheit sorgen.

Die beiden Tatverdächtigen führten bei der Festnahme heute Nacht Ausweispapiere mit sich, die auf eine französische Staatsbürgerschaft mit rumänischer Herkunft hindeuten. An der Echtheit der Dokumente bestehen bei den Ermittlern allerdings Zweifel. Auch hier dauern die Untersuchungen und Ermittlungen noch an.

Das mutmaßliche Fluchtfahrzeug der Täter war am Dienstagnachmittag im Rahmen der Fahndung auf dem Parkplatz am Thermalbad in Bad Emstal gefunden und daraufhin bis in die Nacht observiert worden. Alles in der Hoffnung, dass die Täter in der Nacht zum Fahrzeug zurückkehren könnten. Genau so kam es dann auch. Nach einer kurzen Verfolgungsfahrt und einem Schusswaffengebrauch gezielt auf die Reifen des Wagens war die Flucht zu Ende.

Beide Tatverdächtigen ließen sich widerstandslos festnehmen. Verletzt wurde niemand. Das Tatfahrzeug wurde sichergestellt und wird jetzt auf Tat- und Täterspuren hin genauestens untersucht. (ots)




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