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Feuerwehren zogen Bilanz

Borken-Großenenglis. Das Bürgerhaus im Stadtteil Großenenglis war am vergangenen Freitagabend Treffpunkt von Frauen und Männern, die ehrenamtlich und engagiert in den Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde Borken ihren Dienst tun. Stadtbrandinspektor Bernhard Stirn und Bürgermeister Bernd Heßler hatten zur Hauptversammlung eingeladen, um Bilanz des vergangenen Jahres zu ziehen, um über aktuelle Entwicklungen zu informieren, um neue Führungskräfte zu ernennen, um Ehrungen und Beförderungen auszusprechen.

Mit nackten, nüchternen Zahlen eröffnete Stadtbrandinspektor Bernhard Stirn seinen Jahresbericht. Zahlen, hinter denen sich Einsätze, Engagement, Kameradschaft, Mut, Risiko und der Wille zum Helfen verbergen.

Mehr als Statistik
297 Feuerwehrangehörige in 12 Einsatzabteilungen, 201 Jugendliche in 11 Jugendfeuerwehren, 41 Kinder in Bambinifeuerwehren, 143 Feuerwehrleute gehören der Alters- und Ehrenabteilung an, 2.167 Mitglieder in 15 Feuerwehrvereinen, 81 erfolgreich absolvierte Lehrgänge, 95 aktive Feuerwehrleute stellten ihre Atemschutztauglichkeit auf der Atemschutzübungsanlage unter Beweis. Dazu regelmäßige Übungsabende, Alarm- und Leistungsübungen, Engagement im Katastrophenschutz und in der Gefahrgutgruppe. 40 Frauen und Männer wurden gegen Hepatitis A und B geimpft und 88 Einsätze im Jahr 2007 bewältigt – darunter ein Großbrand in Kerstenhausen, Verkehrsunfälle und ein schwerer Busunfall. Alles in allem in 29.000 freiwilligen Dienststunden. Und ganz wichtig: Von den Einsätzen kamen alle gesund nach Hause.

Forderungen und Investitionen
Verstärkte Investitionen in Dienst- und Schutzbekleidung forderte Stadtbrandinspektor Bernhard Stirn. Er legte den Finger in eine Wunde, die künftig weh tun kann – Die Lücke von Führerscheininhabern zum Fahren wichtiger großer und schwerer Fahrzeuge. Er kritisierte auch das mangelnde öffentliche Engagement zur Mitarbeit in den Freiwilligen Feuerwehren und in der allgemeinen Vereinsarbeit.

Nur eine dünne Personalstärke steht für die Tagesalarmsicherheit zur Verfügung. „Aufgabe der Zukunft wird es sein, die Kooperation über die Grenzen der Großgemeinde Borken hinaus zu suchen, zu fördern und zu stärken“, betonte Stadtbrandinspektor Bernhard Stirn. Aber auch wichtige Investitionen wurden umgesetzt oder stehen an: Ein Löschgruppenfahrzeug LF8/6 erhielt die Feuerwehr Kleinenglis, ein Hilfeleistungstanklöschfahrzeug HTLF16/25 sorgt künftig für Ersatz bei der Kernstadt-Wehr und eine Wärmebildkamera soll noch in diesem Jahr angeschafft werden.

Offene Aussprache gefordert
Bürgermeister Bernd Heßler stellte heraus, welch hervorragende Arbeit in den Einsatzabteilungen und in den Jugendfeuerwehren geleistet wird: „Die Motivation in den Wehren ist gut!“ Allerdings beklagte er den zunehmenden Egoismus in der Gesellschaft und die Unzufriedenheit durch die größer werdende Kluft zwischen arm und reich. Über Probleme soll offen gesprochen und nicht hinter dem Rücken geklagt werden. „Wir werden immer eine gemeinsame Lösung finden, auch wenn nicht immer alle Wünscht erfüllt werden können“, stellte Bürgermeister Bernd Heßler fest. So sprach er über umgesetzte Baumaßnahmen in Dillich, Großenenglis, Nassenerfurth und Trockenerfurth, erwähnte anstehende Investitionen in die Feuerwehrhäuser Arnsbach, Kerstenhausen und Singlis.

Sorgen und Erinnerung
Der demografische Wandel sorgt auch bei Bürgermeister Bernd Heßler für Sorgenfalten. Weniger junge Menschen werden geboren, die Gesellschaft wird älter und in strukturschwachen Regionen fallen Arbeitsplätze weg. So besteht nur noch in der Kernstadt eine ausreichende Tagesalarmsicherheit. Deshalb stellte er klar, dass Wege gefunden werden müssen, um über kommunale Grenzen hinaus zu kooperieren, ohne das Selbstständigkeiten aufgegeben werden. Sein Schlusswort galt einem tragischen Unglück. In wenigen Wochen jährt sich das Grubenunglück von Stolzenbach vom 1. Juni 1988 zum 20. Mal. Der 20. Jahrestag mit Kranzniederlegung, Gedenkfeier und einer Sonderausstellung stehen an.

Motivation und Sachthemen
Winfried Becker, Erster Kreisbeigeordneter, sprach die Veränderungen in der Gesellschaft und die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen an. „Sichergestellt wird die Unterstützung der Städte und Gemeinden. Aber haben wir dann auch noch genügend Feuerwehrleute um Fahrzeuge zu besetzen, um Gerätschaften zu bedienen?“ Politik, Feuerwehren und Gesellschaft müssen die Probleme gemeinsam lösen. Es gilt junge Menschen in die Feuerwehrarbeit mitzunehmen, Werte der Feuerwehren zu vermitteln. Weiterer Inhalt seines Grußwortes waren die personelle Aufstockung der zentralen Leitstelle des Schwalm-Eder-Kreises, die 2007 rund 31.000 Einsätze zu bearbeiten hatte, die Ideen der Krankenkassen zur Abschaffung der Kreisleitstellen, die Einführung des digitalen Funkverkehrs ab 2012/2013 und der Prüfdienst des Brandschutzaufsichtsdienstes.

Ernennungen, Beförderungen, Ehrungen
Zu neuen Führungskräften wurden ernannt: Lothar Weber (Wehrführer Trockenerfurth) und Michael Völker (stv. Wehrführer Nassenerfurth). Nach den geforderten Voraussetzungen wurden befördert: Andre Kalb (Dillich) und Stephan Katschner (Trockenerfurth) zum Löschmeister; Bianca Diehl, Dr. Ullrich Laabs (Borken), Ingo Blum (Dillich), Marion Baumgarten, Martin Jäger (Singlis) und Thomas Keller (Trockenerfurth) zur Oberlöschmeisterin bzw. Oberlöschmeister. Den Rang eines Hauptlöschmeisters erhielten Lars Bax und Stefan Wiegand (Kerstenhausen).Tanja Lerch-Rose (Freudenthal) erhielt das Goldene Leistungsabzeichen. Mit dem Silbernen Brandschutzehrenzeichen am Bande wurden Torsten Dickhaut, Petra Hohmann, Olaf Krecks (Borken), Ottmar Schneider (Arnsbach), Herbert Rauthe, Helmut Schneider (Freudenthal), Rüdiger Bock, Norbert Kaiser, Stefan Matthias, Heinrich Töpfer (Lendorf) sowie Jörg Fölsch und Matthias Zinn (Trockenerfurth) ausgezeichnet. Geehrt für 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurde Franz Engler (Gombeth); für 25 Jahre aktiven Dienst Torsten Dickhaut (Borken).sb.

Foto 1: Geehrt, befördert, ernannt. Frauen und Männer, die sich tagein und tagaus in den Freiwilligen Feuerwehren der Großgemeinde Borken ehrenamtlich engagieren.sb.

Foto 2: Sie tragen Verantwortung und zeigen Engagement für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Borken (v.l. Stadtbrandinspektor Bernhard Stirn, stv. Verbandsvorsitzender Karsten Will, Erster Kreisbeigeordneter Winfried Becker, Bürgermeister Bernd Heßler, Stadtjugendfeuerwehrwart Tobias Hiebsch, stv. Stadtbrandinspektoren Achim Hilgenberg und Holger Rauthe.sb.

Foto 3: Ein Feuerwehrmann vom Scheitel bis zur Sohle, mit Leidenschaft und Herzblut. Für 50 Jahre aktiven Feuerwehrdienst wurde Franz Engler (Gombeth) anlässlich der Jahreshauptversammlung der Borkener Feuerwehren am 11. April geehrt und ausgezeichnet.sb.




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