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Nashornkäfer leben gefährlich

Hessen. Der Frühling hält Einzug und viele Naturfreunde stürzen sich begeistert in die neue, lang erwartete Gartensaison. Doch so mancher Hobbygärtner findet bei der Pflanzarbeit Unbekanntes. Engerlinge und frisch geschlüpfte Käfer sind zur Zeit vielerorts in den Komposthaufen zu finden und sorgen für so manches Stirnrunzeln bei besorgten Gartenfreunden: Invasion der Engerlinge? Fressen Waldmaikäfer den Garten leer? „Kein Grund zur Panik“, beruhigt NABU-Landesgeschäftsführer Hartmut Mai. „Es handelt sich um Rosenkäfer oder den spektakulären Nashornkäfer, die sich beim Zersetzen des Kompost-Materials nützlich machen.“

In vielen Komposthaufen heimischer Gärten schlummern sie und werden nun langsam aktiv: Engerlinge (Käferlarven) und manchmal frisch geschlüpfte Käfer von recht ordentlicher Größe. „Weil viele Gartenbesitzer die Tiere nicht kennen, werden diese oft fälschlich für Maikäfer gehalten“, sagt Hartmut Mai, Landesgeschäfts­führer des Naturschutzbundes (NABU). „Dann erhalten wir beim NABU besorgte Anrufe: Sind das Maikäfer? Fressen die nun unseren Garten kahl? Womöglich wird sogar die Giftspritze gezückt.“

Hier möchte der NABU Entwarnung geben: Es handelt sich meist um Rosenkäfer (Cetonia aurata), manchmal auch um die spektakulären, bis 4 cm großen Nashornkäfer (Oryctes nasicornis). Das Männchen der Art trägt ein großes nach hinten gebogenes Horn.

„Die eindrucksvollen Tiere sollte man sich lieber genau anschauen – und sie wieder zurück­setzen, denn sie verursachen keine Schäden“, weiß Hartmut Mai, der im eigenen Garten in Wetzlar selbst Nashornkäfer beherbergt. „Sie ernähren sich von bereits abgestorbenem pflanzlichem Material und tragen damit zu dessen Zersetzung bei, was in einem Komposthaufen ja gerade erwünscht ist.“  Der NABU appelliert an Naturfreunde, diese Tiere als nützliche „Abfallverwerter“ zu schonen.

Werden besonders große Exemplare gefunden, dürfte es sich um Larven des Nashornkäfers handeln. Zumeist werden diese Larven in Rindenmulchhaufen oder ausgebrachtem Rindenmulch angetroffen. Der Nashornkäfer gehört zur Familie der Blatthornkäfer (Scarabeidae) und ist durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) besonders geschützt. Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Südeuropa. Mittlerweile ist die Art aber auch in nördlichere Breiten vorgedrungen. Mit Etablierung des Schredderns von Baumresten zu „Rindenmulch“ konnte sich der Nashornkäfer auch bei uns ausbreiten und geeigneten Lebensraum finden – eine Entwicklung, die durch den Klimawandel vermutlich begünstigt wird.

Trotz ihrer Hilfstätigkeit im Garten leben die Larven von Rosen- und Nashornkäfer in den Kompost- oder Holzhackschnitzel-Haufen aber gefährlich: Denn sie zählen zur Familie der Blatthornkäfer. Zu dieser Verwandtschaft zählen auch Tiere, die Schäden an Pflanzen verursachen können: Waldmaikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Allerdings: Die Hauptnahrung dieser Arten, nämlich lebende Pflanzenwurzeln, ist in einem Komposthaufen wohl kaum zu finden! Doch bei oberflächlicher Betrachtung geraten die „Resteverwerter“ schnell in falschen Verdacht – der leicht tödlich enden kann.

„Engerlinge im Komposthaufen gehören in der Regel zu nützlichen und geschützten Käferarten und sollten geschont werden“, so Hartmut Mai abschließend. „Mit den ähnlich aussehenden Engerlingen des Waldmaikäfers und dessen Massenauftreten haben sie nichts zu tun.“




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