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Mehrkämpfer über Rekordmarke

Hofgeismar/Melsungen. Bereits vor den nordhessischen B-Schüler- Mehrkampfmeisterschaften im Blockwettkampf Lauf, der aus 75m-Sprint, 60m-Hürdenlauf, Weitsprung, Ballwurf und dem abschließenden 1000m-Lauf besteht, hatten sich die Melsunger B-Schüler selbst unter Druck gesetzt: Immer wieder war die Rede von 2100 Punkten, die fast jeder auf der Rechnung hatte, obwohl der Kreisrekord, den Tobias Baum wenige Tage vorher in Gießen aufstellte, bei 2092 Punkten stand. Außerdem holten beim Saisonauftakt in Gießen Tobias Baum, Henri Alter und Jan Ullrich in der Mannschaftswertung 6 075 Punkte.

Sollten in Hofgeismar drei Jungen die begehrte 2100-Punkte-Marke erreichen, würde dieses Trio natürlich auch den Kreisrekord, der im Vorjahr von Tobias Baum, Tobias Stang und Henri Alter in Wiesbaden mit 6136 Punkten aufgestellt wurde, pulverisieren.

Alle sechs Melsunger Nachwuchs-Athleten zeigten sich hoch motiviert und in guter Form, obwohl sie beim 75m-Sprint und im 60m-Hürdenlauf teils erheblichen Gegenwind hatten. Ihnen merkte man bereits beim Aufwärmen an, wieviel Spaß sie hatten und dass sie unbedingt ihren Vorjahresrekord verbessern wollten.

Das Melsunger Sechstett begann im Ballwerfen ohne große Auffälligkeiten. Henri Alter war mit 49,50 m erwartungsgemäß der stärkste Ballwerfer. Ihm am nächsten kamen noch Robin Hohmann, der in dieser Disziplin (40,50 m) etwas hinter den Erwartungen zurückblieb und Tobias Baum, der mit 40m schon ein erstes Ausrufezeichen setzte. Doch was will man nach der ersten Disziplin schon großartiges sagen? Beim anschließenden 60m-Hürdenlauf ließ Tobias Baum mit seiner persönlichen Bestzeit von 10,52 Sekunden bereits einmal aufhorchen. Sebastian Ludwig, der vor der letzten Hürde seinen Rhythmus wechselte, und somit etwas außer Tritt kam, erreichte mit 11,15 Sekunden die zweitbeste Melsunger Zeit. Aber auch die Zeiten von Tobias Stang (11,19 Sek.) und Henri Alter (11,25 Sek.) deuteten einen Aufschwung in dieser Disziplin an. An die angestrebten 2100 Punkte war aber zu diesem Zeitpunkt nicht zu denken, standen doch noch drei Wettbewerbe aus.

Im Weitsprung wuchsen die MT- Mehrkämpfer über sich hinaus. Tobias Stang demonstrierte seine Sprungkraftfähigkeit und landete bei 4,93 m. Tobias Baum steigerte sich im zweiten Durchgang auf 4,85 m und setzte sich damit auf Rang drei der fünfzehn Teilnehmer. Robin Hohmann, der bereits im Hürdenlauf mit 11,87 Sekunden über eine Sekunde unter seiner Bestzeit blieb, verbesserte sich auf 4,76 m und ließ so manchen Sprungspezialisten hinter sich. Auch Henri Alter wußte im letzten Versuch zu überzeugen und stellte mit 4,75 m eine persönliche Bestweite auf. Da auch Sebastian Ludwig mit 4,52 m und Michael Hiob (4,48 m), der sowohl im Ballwurf (37,50 m) als auch im Hürdensprint (11,48 Sek.) mit zwei Bestleistungen aufwartete, im Rahmen ihrer Möglichkeiten blieben, war man nach drei Wettbewerben tatsächlich auf Rekordkurs angelangt. Leider musste man im 75m-Sprint erneut gegen den Wind anlaufen, so dass wertvolle Punkte verloren gingen. In diesem Wettbewerb überraschte Robin Hohmann – immerhin nordhessischer Meister im Kugelstoßen – mit einer starken Beschleunigungsphase.

Der „Alleskönner“ aus Obermelsungen lief mit 10,67 Sekunden die drittschnellste Zeit aller Teilnehmer und hatte damit sogar noch Aussichten, sich mit einem starken 1000m-Lauf in die erste Melsungen Mannschaft hineinzulaufen. Tobias Baum wurde mit 10,79 Sekunden gestoppt; alle anderen Melsunger Jungen blieben über der Elf-Sekunden-Grenze. Nach vier Wettbewerben wurde bereits ein tolles Zwischenergebnis errechnet, denn man lag mit beiden Mannschaften klar vor dem Leistungssportgymnasium aus Bad Sooden-Allendorf.

Bester Melsunger nach vier Disziplinen war Tobias Baum mit 1737 Punkten. Henri Alter lag mit 1675 Punkte auf Rang zwei. Es war klar, dass 1000m-Spezialist Tobias Stang (1640 Punkte) ihn noch abfangen würde. Aber die Frage lautete: Wie viele Punkte macht noch Robin Hohmann auf Henri Alter gut? Robin, der in drei von vier Übungen über sich hinauswuchs, hatte bisher 1627 Punkte gesammelt und konnte die 1000m ebenfalls unter 3:20 Minuten laufen. Sollte Henri im letzten Wettbewerb unter 3:33 Minuten bleiben, würde er über 2100 erreichen. Alle Melsunger Jungen mobilisierten im abschließenden 1000m-Lauf ihre letzten Kräfte und liefen wie im Rausch – sie gaben alles.

Tobias Stang lief mit 3:14,06 Minuten (499 P.) erwartungsgemäß die schnellste Zeit. Robin Hohmann überquerte nach 3:17,39 Minuten (484 P.) die Ziellinie. Drittschnellster Läufer war Michael Hiob mit 3:19,94 Minuten (473 P.). Und da auch Tobias Baum mit 3:26,40 Minuten (447 P.) sowie Henri Alter (3:30,24 Minuten (433 P.) über sich hinauswuchsen, überboten fünf Melsunger Mehrkämpfer den alten Kreisrekord von 2092 Punkten und kamen über die angestrebte 2100-Punkte-Grenze. Selbst Michael Hiob, der mit 2038 Punkte den achten Platz belegte, steigerte sich um fast 200 Punkte.

Bei der Siegerehrung standen fünf Melsunger auf dem Treppchen. Tobias Baum verbesserte als Bronzemedaillengewinner seinen Kreisrekord auf 2184 Zähler, 92 Punkte mehr als vor einer Woche in Gießen. Tobias Stang wurde Vierter mit 2139 Punkten, Robin Hohmann sammelte als Sechster 2111 Punkte. Damit verbesserte dieses Trio als neuer Nordhessenmeister den Kreisrekord von 6136 Punkten auf 6434 Zähler.

Auch Henri Alter war mit seinem siebten Platz mehr als zufrieden, denn er hatte mit 2108 Punkten seine Bestleistung um fast 100 Punkte gesteigert. Auf Rang acht landete überraschend Michael Hiob mit 2038 Punkten und Sebastian Ludwig, dem noch seine Armverletzung zu schaffen machte, belegte mit 1923 Punkten Platz 13. Damit sicherte sich die zweite Mannschaft noch die Vizemeisterschaft. Wann gab es das schon einmal? Wenn man bedenkt, dass Jan Ullrich verletzungsbedingt fehlte und damit den Titel in der M12 verpasste, erkennt man, welches Potenzial in Melsungen vorhanden ist. Nach diesem Krimi, bei dem die Täter letztendlich gefeiert wurden, anstatt eingesperrt zu werden, waren alle zufrieden. Der Grund war einfach und lautete 6434 Punkte. Doch dahinter steckte System und Dramatik. Fünf Stationen lang…

Die Melsunger Mehrkampf-Asse hoffen nun auf eine weitere Leistungssteigerung am 13. Mai im Melsunger Waldstadion, wenn der letzte Blockwettkampf vor den Landesmeisterschaften am 31. Mai in Wiesbaden ausgetragen wird. So ganz nebenbei wurde auch der Mannschaftsrekord für den Schwalm-Eder-Kreis in den Blockwettkämpfen verbessert, wo fünf Athleten in die Wertung kommen. Im Vorjahr kam das Melsunger Quintett auf 10 023 Punkte – in Hofgeismar steigerten sie die Höchstleistung auf sensationelle 10 580 Punkte.

Auch Katharina Wagner, Franziska Sommerlade und Thekla Hoos verbesserten ihre Mehrkampfbestleistungen und zeigten sich sehr zufrieden. Katharina beeindruckte vor allem durch ihre Lockerheit und verbesserte sich als Fünfte auf 2295 Punkte. „In Melsungen möchte ich, wenn das Wetter mitspielt, einen neuen Rekord im Blockwettkampf „Lauf“ aufstellen. Aber ich muss mich noch im Ballwerfen und im Sprint steigern“, meinte Katharina, die im abschließenden 800m-Lauf mit 2:52,65 Minuten noch einmal zu überzeugen wusste.

Auch Franziska Sommerlade hatte sich eine neue Mehrkampfbestleistung vorgenommen, nachdem sie sich in Gießen bereits auf 2083 Punkte steigern konnte. In dem 33köpfigen Feld, wo sie vor allem mit der Weitsprungbestleistung von 4,58 m und im Ballwurf mit 35 m zu überzeugen wußte, belegte sie in der Endabrechnung mit 2139 Punkten den zehnten Rang. „Mein großes Ziel hieß in Hofgeismar Bestleistung – und das habe ich erreicht“, freute sich Franziska.

Die ein Jahr jüngere Thekla Hoos steigerte sich in ihrem zweiten Fünfkampf auf 1840 Punkte und stellte innerhalb dieses Mehrkampfes gleich vier neue persönliche Bestleistungen auf. Obwohl sie sich im Weitsprung auf 4,15 m steigern konnte, darf man bei den nächsten Wettkämpfen sicherlich noch mehr erwarten, denn zwei Sprünge um 4,30 m wurden leider ungültig gegeben. In der Mannschaftswertung belegte dieses Trio mit 6274 Punkten den fünften Platz und verfehlte den Kreisrekord nur um 19 Punkte. Sollten beim nächsten Mehrkampf Franziska Baum und Karolin Siebert sowie Stefanie Klein wieder fit sein, könnte sich ein ebenso spannender Mehrkampf wie dieses Mal bei den Jungen herauskristallisieren.



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