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Karipidis-Festival zum Heimspielfinale

Melsungen/Kassel. Mit einem verdienten und letztlich ungefährdeten 32:29 (17:14)-Sieg gegen den HBW Balingen/Weilstetten sicherte sich die MT Melsungen schon einen Spieltag vor Saisonende die beste Abschlussplatzierung seit ihrem Aufstieg in die HBL. Knapp 3.900 Zuschauer kamen trotz sommerlichem Wetter in die Rothenbach-Halle, um mit ihrer MT den Saisonausklang zu feiern.

In den Anfangsminuten prägten die Abwehrreihen das Geschehen auf dem Parkett. Die sehr aggressive 3:2:1-Deckung der Gäste ließ zunächst keinen geordneten Spielaufbau der Bartenwetzer zu. So mündete gleich der erste Angriff der Hausherren in einem erzwungenen Ballverlust von Vladica Stojanovic, den Stefan Kneer zur Gästeführung nutzte. Der Serbe machte seinen Fehler aber sofort wieder gut, indem er im Gegenzug den Ausgleich markierte. Überhaupt war Stojanovic anfangs Hauptleidtragender der teils übermotivierten Gangart in der Balinger Hintermannschaft.

Wolfgang Strobel auf der vorgezogenen Position setzte dem MT-Regisseur mächtig zu und überschritt dabei mehrfach ungestraft das Maß des Erlaubten. Auch Stefan Kneer war kein Kind von Traurigkeit. Nach nur viereinhalb Minuten waren schon drei Verwarnungen in Richtung der Schwaben ausgesprochen, nach siebeneinhalb Minuten nach Martin Strobel mit eben Stefan Kneer schon der zweite Balinger vom Schiedsrichtergespann Hartmann/Schneider zum Abkühlen auf die Strafbank geschickt worden.

Trotz zweimaliger Überzahl konnte Melsungen nicht recht Kapital schlagen in dieser noch frühen Phase der Partie. Zwar sorgten Thomas Klitgaard (2) und Grigoris Sanikis für die eigene Führung, doch Daniel Brack traf ebenfalls flach in die lange Ecke bei angezeigtem passivem Spiel. Hätte der noch seinen Siebenmeter gegen Mario Kelentric verwandelt, wäre die überzogene Gangart der Schwaben in der Anfangsphase fast folgenlos geblieben. Hinzu kam eine Portion Pech der Bartenwetzer. Vladica Stojanovic jagte einen Ball gegen den Pfosten, Chi-Hyo Cho schnappte sich den Abpraller und netzte eiskalt ein. Ivan Brouko holte die Führung zurück, im Gegenzug bekam Benjamin Herdt die nächste Chance, Mario Kelentric von der Siebenmeterlinie zu überwinden.

Doch auch er schaffte es nicht, der Ex-Weltmeister blieb abermals Sieger. Nach eine knappen Viertelstunde nahm Robert Hedin – bei eigener Führung – ein Das TimeOut. Gerade fünf Tore hatten Stojanovic und Co. verbuchen können, aber immerhin auch nur vier kassiert.

Der neuerliche Ausgleich der Gäste war auch eher der Kategorie „kurios“ zuzuordnen, denn Wolfgang Strobel war gerade so vor dem aus seinem Torraum heraus gestürmten Kelentric an den langen Pass von Milos Slaby gekommen. Er konnte den Melsunger Keeper überlaufen und hatte keine Mühe, das Leder im leeren Kasten unterzubringen.

Es blieb eng im Spiel. Melsungen legte immer wieder vor, Balingen zog nach. Sehenswert waren viele Treffer auf beiden Seiten, vor allem die fulminanten Geschosse von Grigoris Sanikis bei angezeigtem Zeitspiel nach Freiwurf und Chi-Hyo Cho jeweils in die langen Winkel. Noch immer überzogen die Gäste allerdings bei ihren Abwehraktionen. Das bekam vor allem Nenad Vuckovic zu spüren, den ein Schlag von Daniel Brack über dem linken Auge traf, wonach er minutenlang behandelt werden musste. Den fälligen Strafwurf verwandelte Savas Karipidis gewohnt sicher.

Drei Tore in Folge von Daniel Valo und zweimal Savas Karipidis brachten die Nordhessen erstmals deutlicher in Front. 11:8 hieß es nach 21 Minuten, was eigentlich hätte Ruhe geben müssen. Doch ausgerechnet jetzt schwächten sich die Männer von Robert Hedin selbst. Erst musste Daniel Valo auf die Strafbank, was Stefan Kneer nach herrlichem Anspiel von Cho zum neunten Treffer nutzte.

Dann beging Andrej Kurtchev einen Wechselfehler und bescherte den Gästen sogar doppelte Überzahl. Das ließen sich Benjamin Herth und Rock Feliho selbstverständlich nicht entgehen und glichen sofort wieder aus. Bis zum 14:14 nach 27 Minuten blieb das Spiel völlig ausgeglichen. Dann leistete sich Stefan Kneer das nächste dumme Foul an Thomas Klitgaard und musste auf die Bank. Vladica Stojanovic erzielte die erneute Führung, die Daniel Valo und Savas Karipidis noch vor dem Pausenpfiff auf wieder drei Tore Differenz ausbauen konnten.

Nach dem Wechsel erwischte Melsungen zunächst den besseren Start. Daniel Valo hämmerte das Leder ins Dreieck zur ersten Vier-Tore-Führung. Doch Daniel Brack, der auf der Mittelposition bei den Schwaben weit mehr Druck entwickelte als Jungnationalspieler Martin Strobel, spielte plötzlich wie entfesselt. Er allein war dafür verantwortlich, dass die Gäste vier Tore am Stück erzielten, wozu er drei selbst beitrug. Ein weiterer Versuch, aus gut zehn Metern als Aufsetzer geworfen, landete an der Latte. Melsungen schaffte es einfach nicht, einen klaren Vorsprung über längere Zeit zu halten oder gar weiter auszubauen.

Auch die nächste Gelegenheit dazu wurde leichtfertig vergeben. Von 19:19 zogen die Rot-Weißen auf 22:19 davon. Mario Kelentric hatte seinen dritten Siebenmeter pariert. Diesmal gegen Alexander Trost, der vor Ausführung noch extra mahnende Worte und Aufmunterung von Cho erhalten hatte – vergeblich. Der Kroate war an diesem Tag per Strafwurf einfach nicht zu überwinden.

Und auch diese starke Phase der MT überstand der HBW und kam ins Spiel zurück. Dr. Rolf Brack ging einma mehr unkonventionelle Wege. Nachdem er schon in Halbzeit eins drei Angriffe mit sieben Feldspielern und ohne Keeper hatte spielen lassen, die alle in Torerfolge mündeten, riskierte er nun den Wechsel von gleich drei Akteuren zwischen Abwehr und Angriff. Wieder mit Erfolg.

Zwei Traumanspiele von Martin Strobel auf Jens Bürkle am Kreis, sowie ein verwerteter Abpraller von Alexander Trost nach Lattentreffer des Balinger Regisseurs brachten die Gäste wieder heran. Dr. Brack ging noch einen Schritt weiter und verordnete kurze Deckungen für Vladica Stojanovic und Grigoris Sanikis. Prompt kam der Melsunger Ballverlust, den Stefan Kneer im Rückwärtsfallen aus neun Metern zum 24:24-Ausgleich nutzte.

Es folgten die drei Minuten, die wohl das Spiel letztlich entschieden. Wolfgang Strobel bekamdie Strafe, die er schon mehrfach hätte bekommen müssen für sein mitunter überhartes Abwehrspiel. Den zusätzlich gegebenen Strafwurf verwandelte Karipidis sicher. Dann eroberte sich die MT-Deckung einen Ball, Daniel Valo passte auf den blitzschnell enteilten Ivan Brouko, der Christian Ramota keine Chance ließ. Die nächste Hinausstellung traf Martin Strobel, der nächste Siebenmeter war wieder dankbare Gelegenheit für Karipidis, seine Ambitionen auf die Torjägerkrone zu untermauern. Damit nicht genug revanchierte sich Ivan Brouko für den Traumpass zu seinem vorangegangenen Treffer und spielte seinerseits nach cleverem Ballgewinn de langen Ball auf Karipidis. 28:24 nach 50 Minuten, die Vorentscheidung war gefallen.

Robert Hedin gab in den verbleibenden zehn Minuten Radek Musil Gelegenheit, sich vom eigenen Publikum zu verabschieden. Der Keeper knüpfte an die Leistung von Mario Kelentric nahtlos an und parierte noch insgesamt drei schwierige Bälle. Spätestens als Jens Bürkle die Chance zur Verkürzung auf nur noch ein Tor Rückstand hatte, der Tscheche aber 1 gegen 1 mit tollem Reflex parierte, war der letzte Widerstand der Schwaben gebrochen. Savas Karipidis traf im Doppelpack zum 31:27, was Dr. Brack noch einmal zum TimeOut veranlasste. Doch es half nichts mehr.

Daniel Sauer musste auf die Sünderbank, dazu noch ein weiterer Balinger stellvertretend für seinen Trainer, der meckernd ebenfalls eine Strafe aufgebrummt bekam. Die letzten zweieinhalb Minuten absolvierten die Teams unter viel Applaus für die gezeigte engagierte Leistung bei Standing Ovations der fast 3.900 Zuschauer.

Ivan Brouko blieb es vorbehalten, seine ausgezeichnete Leistung mit dem letzten Heimspieltor der MT dieser Saison zu krönen. Daniel Brack und Chi-Hyo Cho durften in der letzten Minute noch Ergebniskosmetik betreiben. Dann war sie vorbei, die Heimspielsaison der MT Melsungen und die Party mit den Fans konnte steigen.

Stimmen zum Spiel
Dr. Rolf Brack: Wir hatten uns für dieses Spiel sehr viel vorgenommen. Und meine Mannschaft hat auch engagiert und motiviert gekämpft. Bis zum 24:24 in der zweiten Hälfte waren wir immer wieder dran, haben aber in dieser Situation etwas ungeschickt verteidigt. Melsungen konnte seine Stärken ausspielen und unglaublich gutes Konterspiel gezeigt. Uns hat die nötige Cleverness gefehlt, um das zu unterbinden. Aber ich denke trotzdem, dass es für alle Anwesenden ein sehr unterhaltsamer Nachmittag war.

Robert Hedin:
In der ersten Hälfte hat Balingen unheimlich gut gekämpft. Wir konnten mit unserem Spiel vor dem Wechsel überhaupt nicht zufrieden sein. Die zweite Hälfte lief spielerisch schon wesentlich besser. Unser Plus war unter Anderem Savas Karipidis. Er hat die letzten Spiele etwas verkrampft, weil er unbedingt die Torjägerkrone will. Gerade jetzt, wo er es etwas lockerer sieht, hat er 13 Mal getroffen und ein Superspiel gemacht.

Statistik
MT Melsungen – HBW Balingen/Weilstetten 32:29 (17:14)

MT Melsungen: Kelentric (1.-50., 16 P.), Musil (51.-60., 3 P.); Brouko 3, Kurtchev, Kraus (n.e.), Klitgaard 2, Valo 6, Tellander, Hruby, Stojanovic 6, Sanikis 2, Karipidis 13/4, Vuckovic, Balomenos.
HBW Balingen/Weilstetten: Slaby (1.-30., 8 P.), Ramota (31.-60., 9 P.); Kneer 4, Herth 2, Sauer, Feliho 1, Wilke 1, Ettwein, W. Strobel 1, Trost 3, Cho 3, M. Strobel 3, Brack 7, Bürkle 4.

SR:
Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Barleben)
Zeitstrafen: 12 – 16 (Karipidis 14:18, Valo 21:20, Kurtchev 21:57, Balomenos 43:41 51:35, Brouko 51:47 – M. Strobel 04:48 48:16, Kneer 07:41 26:52, Herth 15:38, W.Strobel 46:18, Sauer 57:19, Dr. Brack 57:19)
Strafwürfe: 4/4 – 3/0: Brack scheitert an Kelentric (08:27), Herth scheitert an Kelentric (12:29), Trost scheitert an Kelentric (38:30).

Zuschauer: 3.858 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm: 0:1 (2.), 1:2 (5.), 4:2 (9.), 5:4 (12.), 6:6 (15.), 10:8 (20.), 11:11 (23.), 13:12 (25.), 14:14 (27.), 17:14 (HZ), 18:18 (35.), 20:19 (38.), 22:21 (42.), 24:23 (45.), 25:24 (47.), 28:24 (50.), 29:26 (52.), 30:27 (55.), 32:29 (EN)

Foto: Heinz Hartung



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