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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Dämmerschoppen mit Naturschützern

Homberg. Weltweit haben sich die Regierungschefs und Umweltminister verpflichtet, den Verlust an Biodiversität bis 2010 signifikant zu reduzieren. Im Rahmen der Kampagne „Countdown 2010“ der Weltnaturschutzunion war Hessen das erste Bundesland, das diese Deklaration unterzeichnet hat. „Damit bekundet Hessen seinen unbedingten Willen, einen wichtigen Beitrag für eine Trendwende hin zu mehr Biodiversität zu leisten“, betonte der Hessische Umweltminister Wilhelm Dietzel anlässlich des „Dämmerschoppens mit Naturschützern“ auf dem Hessentag in Homberg.

Hessen geht damit auch eine Reihe von Selbstverpflichtungen ein wie beispielsweise die Durchführung von Artenhilfsmaßnahmen für gefährdete Arten und die Integration der 2010-Ziele in die nachhaltige Bewirtschaftung des hessischen Staatswaldes.

Minister Dietzel hebt allerdings auch besonders die Notwendigkeit von Schutzgebieten hervor, um die biologische Vielfalt zu sichern. Herausragendes Beispiel ist hier der Nationalpark Kellerwald-Edersee, ein großer unzerschnittener Lebensraum, in dem die Natur sich selbst überlassen bleibt. Der Nationalpark verfügt nahezu über das komplette Arteninventar der europäischen bodensauren Buchenwälder. Selbst die größeren Säugetiere sind wieder auf dem Vormarsch: im Nationalpark konnten 2007 erstmalig wieder Wildkatzen nachgewiesen werden und im benachbarten Reinhardswald wurde vor wenigen Wochen nach über 100 Jahren erstmalig wieder ein Wolf gesichtet. „Dies ist als Zeichen richtiger Naturschutz- und Forstpolitik in Hessen zu werten“, führte der Minister weiter aus.

Zahlreiche UNESCO-Weltnaturerbe sind die „Hot spots“ der Biologischen Vielfalt. Der Minister nutzte den „Dämmerschopppen“ auch, um über die geplante Nominierung von Teilen des Nationalparks Kellerwald-Edersee als UNESCO-Weltnaturerbe zu informieren. Ausgewählte Bereiche der Nationalparke Jasmund, Müritz, Hainich und Kellerwald-Edersee sowie der Grumsiner Forst im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin sollen der UNESCO als Weltnaturerbe vorgeschlagen werden. Derzeit arbeiten die vier beteiligten Länder Thüringen (FF), Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen gemeinsam und mit Hochdruck an dem offiziellen Antrag an die UNESCO. „Dies ist ein großes und anspruchsvolles länderübergreifendes Vorhaben“, führte der Minister weiter aus.

Ganz aktuell wurde eigens für die Biodiversitätskonfrenz in Bonn eine Ausstellung „Weltnaturerbe Buchenwälder“ zu diesem länderübergreifenden Projekt vom Nationalparkamt Kellerwald-Edersee erstellt und mit Mitteln des Bundes und des Landes Hessen finanziert. Jetzt soll sie als Wanderausstellung die Bevölkerung in den Nominierungsgebieten der beteiligten Länder über das Projekt eindrucksvoll und anschaulich informieren.

Eines der wichtigsten Instrumente zum Erhalt der Biodiversität ist das Netzwerk Natura 2000, das bereits mehr als 20 Prozent der Landesfläche Hessens umfasst. Nachdem die FFH-Grunddatenerhebung ganz überwiegend mit 90 Prozent als abgeschlossen betrachtet werden kann und die Grunddatenerhebung in den hessischen Vogelschutzgebieten mit 37 Prozent im vollen Gange ist, ist der Erfüllungsgrad der FFH-Maßnahmenplanung mit 15 Prozent noch vergleichsweise niedrig. Die Verwaltung beabsichtigt, für jedes Natura-2000-Gebiet eine Maßnahmenplanung zu erstellen.

Bezüglich der Einbindung des ehrenamtlichen Naturschutzes betont der Staatsminister: „Es ist das Ziel der Hessischen Landesregierung, neben dem amtlichen Betreuersystem noch ein ehrenamtliches Betreuernetz für Natura 2000-Gebiete aufzubauen.“

Abschließend dankte Minister Dietzel allen Ehrenamtlichen für ihr Engagement.



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