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Dietzel: Wer das nicht gesehen hat, der hat was verpasst

Homberg. „Das muss man gesehen haben!“, so oder ähnlich lauteten die Kommentare der rund 170.000 Besucherinnen und Besucher der Sonderausstellung „Der Natur auf der Spur“ auf dem Hessentag 2008 in Homberg. Auf etwa sieben Hektar Fläche präsentierte das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz gemeinsam mit der Stadt Homberg, vielen naturverbundenen Vereinen und Verbänden, Bürgerinnen und Bürgern sowie der Land- und Forstwirtschaft aus der Region wie wir in Hessen mit unserer Natur umgehen, sie nutzen und schützen.

Mit beeindruckenden großen und teuren Maschinen, wie zum Beispiel einer über 10 m breiten „Rübenverlademaus“ mit einem Anschaffungspreis von über einer halben Million Euro, einem 6reihigen Rübenroder oder einem 24 m breiten „Gülleverteiler“ wollten die Landwirte zeigen, dass sie nicht nur rationell und menschliche Arbeitskraft schonend, sondern auch natur- und umweltverträglich und nachhaltig wirtschaften. Der riesige Gülleverteiler etwa bringt die Gülle mittels zahlreicher Schläuche direkt an die Pflanze auf den Boden, so dass die Stickstoffverluste in die Atmosphäre und durch Auswaschung in die unteren Bodenschichten minimiert werden. Im Gegensatz dazu wirkten die 70 im Rahmen eines Wettbewerbes von Homberger Schulen hergestellten Vogelscheuchen richtig nostalgisch.

Mit großen und kleinen Strohfiguren warben Vertreterinnen der Stadt Stadtroda in der Nähe von Jena für ihr Strohfest im Jahr 2009. In einem Strohkleid gewandet lief eine Vertreterin der Stadt als lebende Strohpuppe durch die Hessentagsausstellung und zog viel Aufmerksamkeit auf sich.

Die Forstwirtschaft fuhr eine Holzerntemaschine auf, die in der Lage war, große, starke Bäume mit einem Greifarm festzuhalten, sie abzusägen, anschließend zu entasten und in Abschnitte aufzuteilen. Jeden Abend wurden die zu diesem Zweck zu einem kleinen Wäldchen aufgestellten Bäume erneuert. Mit diesem „Harvester“ sind schonende und naturverträgliche Durchforstungen wirtschaftlich und sicher durchführbar. Natürlich kommt auch noch die Motorsäge zum Einsatz. Gut ausgebildete und versierte Forstwirte demonstrierten ihre Fertigkeiten mit der Motorsäge, die auch zur künstlerischen Gestaltung von Holzobjekten eingesetzt wurde.

Zur Nutzung von Holz zur Energiegewinnung sowie nachwachsender Rohstoffe zur Herstellung von Kleidung, zum Beispiel aus Leinen oder Brennnesseln, informierte das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HERO). Hier wurde auch das Projekt BIOREGIO Holz Knüll präsentiert. Ziel dieses Projektes ist die Umstellung von Öl- und Gasheizungen auf Holzfeuerungsanlagen, schwerpunktmäßig im kommunalen Bereich, also für Schulen, Krankenhäuser oder auch Rathäuser.

Großes Interesse wurde den vielen in Gehegen ausgestellten Tieren entgegengebracht. Verschiedene Rinder-, Pferde- und Schafrassen konnten ebenso aus der Nähe betrachtet werden, wie Geflügel und Kaninchen. Als das Wetter etwas kühler wurde, kamen auch die braun gelockten Wollschweine, die die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen ausstellte, aus ihrem Unterstand heraus.

Der Wildpark Knüll zeigte Rot-, Dam- und Schwarzwild, das sich in der hoch stehenden blühenden Wiese wohl fühlte. Ein Waschbär nutzte eine günstige Gelegenheit um für einige Stunden auszubüchsen.

Mit großem Interesse schauten die Schülerinnen und Schüler der über 100 geführten Schulklassen in die Ställe der beiden landwirtschaftlichen Gehöfte, in denen Kühe und Schweine zu sehen waren. Die beiden Landwirte gaben gerne Auskunft über das Leben der Tiere auf einem modernen Bauernhof.

Gut besucht waren die Spielplätze mit der Strohburg und einem Maisschwimmbad; auch das Klettergerüst, das zu einem großen Teil vom Umweltministerium finanziert wurde, wurde intensiv genutzt.

Touristisch interessierte Besucher hatten Gelegenheit sich über Möglichkeiten für einen Urlaub im Rotkäppchenland, Nationalpark Kellerwald-Edersee, Biosphärenreservat Rhön oder auf einem Bauernhof zu informieren.

Für Speis und Trank sorgten auf einem Bauernmarkt und im „Grünen Restaurant“, aber auch zwischendurch, landwirtschaftliche Direktvermarkter aus der Region. Die Marketinggesellschaft Gutes aus Hessen war mit einer Landmetzgerei und einem Bäckereibetrieb aus der Region vertreten, die Fleisch-, Wurst und Backwaren der Qualitätsmarke „Geprüfte Qualität – HESSEN“ anboten.

Trotz des Lieferstopps der Milchbauern konnte man Milchprodukte direkt aus der Molkerei erhalten; auf dem Stand der Landesvereinigung Milch gab es Milch und sonstige daraus hergestellte Produkte zum Probieren. Zur Werbung für das Lebensmittel Milch führte die Landesvereinigung auch einen Melkwettbewerb durch, bei dem die Milchkönigin Melanie I. Umweltminister Wilhelm Dietzel klar abhängte. Seit diesem Hessentag gibt es in Hessen auch eine Kohlkönigin. Anne I. wurde von Minister Dietzel gemeinsam mit Vertretern der Erzeugergemeinschaft Industriegemüse Fritzlar und den Landfrauen in einer würdevollen Zeremonie auf der Aktionsbühne am Eröffnungstag gekrönt.

Schon auf der Anfahrt nach Homberg konnte der aufmerksame Beobachter den Roten Milan am Himmel kreisen sehen. Informationen über diesen Greif- aber auch andere Vögel gab es am Stand der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON), über Amphibien beim Naturschutzbund Deutschland (NABU), zur Wildkatze und über die Rhönschafe beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Gemeinsam mit der Naturlandstiftung Hessen beschäftigte sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) mit dem Thema Auenwald.

Das Landschaftsdiorama im Zelt der Sonderausstellung „Der Natur auf der Spur“ war in diesem Jahr besonders attraktiv. Über einen aufgeschütteten zweiten Schlossberg, der dem Original sehr ähnlich sah, gelangte man in das Zelt und hatte einen wunderschönen Aus- und Überblick über das Homberger Land in Miniatur mit Efze, Weiden und Auenlandschaft. Über Brücken und Wasserfurten führte der Weg durch die Efzeauen vorbei an Fischauf- und -abstiegsanlagen, teilweise überfluteten Hochwasserbereichen, vorbei an Aquarien des Fischereiverbandes mit typischen in der Efze lebenden Fischarten und Kleinlebewesen, einem Ameisennest, Bienenstand, Schaf-. und Rinderweiden. Über den nach außen führenden Teil des Weges gelangte man zu einem nachgebauten Steinzeithaus, so wie es vor etwa 7.000 Jahren in Homberg gestanden haben könnte, mit behauenen, entrindeten Stämmen, einer dicken Fichtenreisigauflage, Lehmwänden und ringsum einem Graben zur Wasserableitung.

Der „aktive Vulkan“ am anderen Ende des Zeltes verdeutlichte den Ursprung dieser reizvollen Landschaft. Gleiches gilt für die modellhafte Simulation eines Sedimentationsbeckens, mit dem die erodierende Kraft des Wassers demonstriert werden konnte.

Dahinter erwartete die Besucher zum einen das „Grüne Restaurant“ mit 80 Sitzplätzen und einem Freisitz vor dem Zelt und gegenüberliegend die Aktionsbühne mit einem abwechslungs- und umfangreichen Programm, das die Themen der Sonderausstellung widerspiegelte.

Dietzel abschließend: „Als Fazit kann man feststellen, dass die Sonderausstellung ´Der Natur auf der Spur´ auf dem Hessentag 2008 in Homberg (Efze) die vielen hunderttausend Besucherinnen und Besucher in eine besondere Erlebniswelt führte und es den ´Partnerinnen und Partnern der Natur´ gelungen ist, den Menschen die vielfältige und facettenreiche Natur und Umwelt der Hessentagsstadt und ihrer Umgebung vorzustellen und näher zu bringen. Hier lässt es sich gut und im Einklang mit der Natur leben. Die neolithischen Funde belegen, dass dies seit über 7.000 Jahren schon der Fall ist und die Menschen in der Region sehr viel dafür tun ihre lebenswerte Umwelt und Natur nachhaltig für die Zukunft zu erhalten“.



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