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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Handwerk warnt vor weiterem Abschwung

Schwalm-Eder. Das Handwerk im Kreis befürchtet schlechtere Zeiten für seine über 2.000 Betriebe. Nach Einschätzungen von Kreishandwerksmeister Frank Dittmar (Guxhagen) sind nicht nur Handwerksbetriebe von einer gefährlichen Schieflage betroffen, sondern auch viele mittelständische Unternehmen. Die teilweise dramatischen Preissteigerungen bei Rohstoffen und im Energiebereich wirken sich immer mehr aus. Steigerungen von 30 bis 50 Prozent seien je nach Branche zu verzeichnen. Hinzu kämen noch die sonstigen Preissteigerungen.

Diese Entwicklungen seien für viele Betriebe zu einer Existenzbedrohung geworden. „Die Ergebnisse werden nicht auf sich warten lassen“, ist sich der Kreishandwerksmeister sicher. Aus seiner Sicht wird es noch deutlichere Preissteigerungen geben, weil bisher noch längst nicht alle Preiserhöhungen an den Verbraucher weitergegeben worden sind. Auch für die Beschäftigung und die Ausbildung seien das keine guten Vorboten, unterstrich Dittmar.

Kein Aufschwung
„Der oft beschriebene Aufschwung fand und findet in vielen Betrieben nicht statt. Eine Umfrage unter den Obermeistern ergab nur wenige positive Rückmeldungen bei 19 Innungen im Kreis. Die schwache Auftragslage bereitet fast allen Branchen Probleme. Der Aufschwung ist am Binnenmarkt vorübergegangen und ein neuer Abschwung wird von den Volkswirten bereits vorhergesagt“, fasst Dittmar die Situation zusammen und fordert dringend bessere Rahmenbedingungen für die mittelständische Wirtschaft ein.

Aus Sicht der Betriebe gebe es verschiedene „Baustellen“, die dringend beendet werden sollten. Dittmar nannte die Steuer auf Energie, die es zu verringern gelte, den Solidaritätszuschlag oder die Ökosteuer, die abzuschaffen seien, aber auch Beiträge zur Berufsgenossenschaft, die noch immer viel zu hoch seien. Hier bezahle ein Baubetrieb mit 20 Beschäftigten über 20.000 Euro Pflichtbeitrag im Jahr. Doch nicht nur Steuern und Zuschläge machten den Betrieben zu schaffen, sondern immer mehr auch Auflagen, die für kleine und mittlere Betriebe schwer umsetzbar seien. Als Beispiel nannte Dittmar die CE-Kennzeichnungspflicht, die für viele kleine Tischlerbetriebe ein wirkliches Kosten- und Umsetzungsproblem darstellt oder die ständig steigenden Auflagen für Fleischereien.

Die Belastungen träfen meist die kleinen Betriebe überproportional und verdrängten sie so häufig vom Markt. Dadurch entstünden immer öfter in der Struktur „amerikanische Verhältnisse“ und eine stetig schrumpfende Mittelschicht, die einen wesentlicher Eckpfeiler der deutschen Gesellschaft bilde, warnte Dittmar.

Im Bild: Kreishandwerksmeister Frank Dittmar.



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