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B-Schüler Hohmann Deutscher Meister im Mehrkampf

Baunatal/Melsungen. Robin Hohmann war bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften des Turnverbandes auf Gold programmiert und er vollzog diesen vorgezeichneten Weg mit der letzten Konsequenz. Als sein Sieg nach einem dramatischen 1000m-Lauf feststand, konnte er es selbst kaum fassen. Er verbesserte seine Bestleistung vom Landesturnfest in Baunatal (46,01 Punkte) auf die neue deutsche Jahresbestleistung von 49,44 Punkte. Auf dem obersten Podest den glückstrahlenden, triumphierenden Sieger Robin Hohmann aus Obermelsungen, daneben die etwas enttäuschten und eigentlichen Favoriten Melvin Lengenfeldt aus Altena und Felix Schulze aus Offenbach (Pfalz).

Es war ein Fünfkampf der Superlative, ein wirklicher Kampf der „Giganten“ der von Anfang an im Zeichen der großen Drei  Hohmann, Lengenfeldt und Schulze stand.  Es gab zwar wechselnde Führungen, aber in der Tendenz kam immer wieder dieser Dreikampf durch. Melvin Lengenfeldt, der mit 49 Punkten in der Jahresbestenliste fast drei Punkte vor Robin lag, hatte im abschließenden 1000m-Lauf alles gegeben, doch er konnte Robin Hohmann nicht schlagen. Nur fünf Schüler übertrafen in diesem großartigen Wettbewerb die 45 Punkte-Grenze. Henri Alter verspielte diese Chance durch einen schwachen Weitsprung und einer unglücklichen Vorstellung im Schleuderballwerfen, aber mit seinem neuen Hausrekord von 43,06 Punkten und dem achten Platz konnte der noch Zwölfjährige Henri mehr als zufrieden sein.

Robin erreichte in diesem Fünfkampf mit den ersten beiden Wettbewerben gleich zwei neue persönliche Bestleistung und setzte damit ein starkes Ausrufezeichen für die Konkurrenz.

Von Wettbewerb zu Wettbewerb
Robin Hohmann begann das Kugelstoßen mit einem Paukenschlag, denn seine 10,82 m im ersten Durchgang lagen 64 Zentimeter über seinen bisherigen Rekord. Felix Schulze stieß 10,93 m, und Melvin Lengenfeldt legte noch drei Zentimeter dazu.  Im zweiten Durchgang schockte Robin seine Gegner mit einer Steigerung auf 11.15 m. Nur Alex Haase aus Offenbach (Pfalz) überbot mit 11,71 m diese Bestweite. Im dritten und letzten Versuch steigerte sich Robin auf 11,35 m und sicherte sich mit dieser Weite in der hessischen Schülerbestenliste Rang sechs. Da sich keiner der Schüler im letzten Durchgang verbessern konnte, fand sich Robin Hohmann mit 11,35 Punkten sensationell auf dem zweiten Platz und hatte gegenüber Lengenfeldt (0,39 Punkte) und Schulze (0,42 Punkte) einen kleinen Vorsprung herausgeholt. Damit war er kein „Jäger“ mehr, sondern wurde bereits zum „Gejagten“.

Henri Alter, der als Nummer dreizehn nach Waiblingen anreiste, verbesserte sich im Kugelstoßen auf 9,36 m und lag beendete den ersten Wettbewerb mit dem neunten Platz.

Beim Schleuderballwerfen, wurden die Karten wieder neu gemischt. Obwohl Robin und Henri sich mit Weiten über 38 m einwarfen, strahlten sie in diesem Wettkampf nicht mehr die Sicherheit und Ruhe aus. Beim Landesturnfest in Baunatal hatten Robin (33,15 m) und Henri (30,02 m ) nur einmal über die 30m-Marke geworfen. Im Training kamen sie bereits über 40m hinaus. Aber Henri Alter begann mit einem ungültigen Versuch, Robin kam mit einem Sicherheitswurf auf 35,15 m – das bedeutete zwar schon Bestleistung, aber damit konnte er nicht zufrieden sein. M. Langenfeldt erreichte 40,12 m (8,91 P.) und F. Schulze steigerte sich auf 38,27 m (8,5 Punkte). Während Robin sich nicht mehr verbessern konnte, der zweite Wurf wurde ungültig gegeben und im dritten Versuch verpasste er den richtigen Abwurf, kam Henri auf 33,16 m und stellte nach zwei Wettbewerben bereits seine zweite Bestleistung auf. Der Zwischenstand sah nun wir folgt aus:

1. Alex Haase (20,19 P.),  2. Melvin Lengenfeldt (19,87 P.)  3. Felix Schulze (19,43 P.), 4. Robin Hohmann (19,16 P.)  11. Henri Alter (16,72 P.).

Bei absoluter Windstille wurde der 75m-Sprint ausgetragen. Henri lief 10,83 Sekunden und erhielt dafür 8,33 Punkte. Er fiel mit seinen 25,05 Punkten auf Rang dreizehn zurück, steuerte aber dennoch die 45-Punkte-Marke an.

Beim Landesturnfest hatte Robin die 75m in 10,59 Sekunden zurückgelegt. In Waiblingen lief er mit 10,28 Sekunden die sechstschnellste Zeit und hatte nach drei Wettbewerben 28,64 Punkte. M. Lengenfeldt (10,01 Sek) setzte sich mit 29,96 Punkten weiter ab. Für F. Schulze blieb die elektronische Uhr bei 10,10 Sekunden stehen. Damit konnte er mit 29,31 Punkten ebenfalls seinen Abstand zu Robin Hohmann vergrößern. Der bis dahin führende Alex Haase kam erst nach 10,91 Sekunden über die Ziellinie und fiel mit 28,37 Punkten auf Rang vier zurück und spielte von da ab keine Rolle mehr.

War das schon die Entscheidung? Der klare Favorit Lengenfeldt hatte sich nach dem Sprint absetzen können und begann den Weitsprung bei störendem Seitenwind mit einem 5,14 m-Sprung.  Er sicherte sich 10,28 Punkte, so dass er nach vier Wettbewerben 40,24 Punkte und somit die magische 50-Punkte-Grenze im Visier hatte.

Auch für Robin Hohmann hatte Alwin J. Wagner diese Traumgrenze, die in den letzten Jahren nie erreicht wurde, anvisiert. Aber der Weitsprungwettbewerb konnte aus Melsunger Sicht nicht das halten, was er im Training versprochen hatte. Robin hatte nach zwei Sprüngen nur 4,66 m stehen und Henri gar nur 4,45 m.  Beide Melsunger Schüler liefen zu verkrampft an und fanden nicht den richtigen Abdruck beim Absprung.  Bei diesen ungünstigen Windverhältnissen gelang es nur drei Schülern, die Fünf-Meter-Marke zu überspringen. Robin kam mit seinem letzten Versuch noch auf 4,85 m und erhielt dafür 9,69 Punkte. Henri landete bei seinem letzten Sprung über 4,70 m, doch fiel er so unglücklich nach hinten, dass dieser nur mit 4,49 m (8,98 P.) gemessen wurde.

Vor dem abschließenden 1000m-Lauf sah der Zwischenstand wie folgt aus: 1. Lengenfeldt 40,24 Punkte, 2. Schulze 39,33 Punkte  3. Hohmann 38,33 Punkte.  Henri Alter fiel durch seine unglückliche Vorstellung im Weitsprung auf Rang 16 zurück.

Um noch die Silbermedaille zu erreichen, benötigte Robin eine ca. zwölf Sekunden schnellere Zeit als Felix Schulze. Um Deutscher Mehrkampfmeister zu werden musste er sogar 21 Sekunden schneller laufen als der Führende Melvin Lengenfeldt. Die Spekulationen vor dem abschließenden 1000m-Lauf mündeten immer wieder auf die Frage hinaus: Kann Robin seine starke Ausdauerfähigkeit, die er sich in den letzten drei Wochen bei der 23. Heiligenröder Bahnserie aufgebaut hat, abrufen? Im ohrenbetäubenden Geschrei der Zuschauer behielt er Nerven und Übersicht, denn er hatte als Taktik ein sehr schnelles Anfangstempo gewählt. Die 200m lief er in 32,5 Sekunden an und hatte sich bereits nach dem ersten Fünftel der Strecke vom übrigen Feld gelöst. Nach 68 Sekunden hatte er die erste Runde zurückgelegt. Hätte er das Tempo bis zum Ende durchgehalten, wäre ein Zeit von ca. 2:50 Minuten herausgekommen. Die beiden in der Punktwertung vor ihm liegenden Lengenfeldt und Schulze  mussten wohl oder übel dieses Tempo annähernd mitgehen. Aber dieses hohe Tempo hatte die beiden nach 700 m so sehr geschwächt, dass sie nach zwei Runden bereits 60 Meter zurücklagen.

Auch Robin Hohmann wurde auf den letzten 200 m langsamer. Dennoch konnte er seinen Vorsprung weiter ausbauen, weil das  Anfangstempo der beiden Verfolger an ihre Substanz ging. Auf den letzten 50 m lief Robin müde und ausgepumpt, aber vom Willen besessen, durchzuhalten und das so greifbar nahe Gold nicht mehr aus den Händen zu geben. Als er nach 3:04,3 Minuten im Ziel war, bogen Lengenfeld und Schulz erst auf die Zielgerade ein. Schulz überquerte nach 3:22,1 Sekunden die Ziellinie –Lengenfeldt erst nach 3:26,2 Minuten. Beinahe hätte ihn noch Henri Alter abgefangen, der mit 3:27,7 Minuten die siebtschnellste Zeit lief und sich am Ende mit 43,06 Punkten auf den achten Platz vorschieben konnte.

Robin Hohmann hatte mit dem Triumph des Willens und der Energie über den bis an die Leistungsgrenze strapazierten Körper gesiegt und damit seinen Traum von der Goldmedaillen bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften realisiert. Glücklich nahmen ihn bei der Siegerehrung seine Eltern Monika und Eberhard in die Arme.

Was soll man mehr bewundern? Seinen Mut,  ein so schnelles Anfangstempo vorzulegen oder seine Nervenstärke?   Dieser Fünfkampf der B-Schüler in Waiblingen hat gezeigt, dass bei der heutigen Leistungsdichte Spannung bis zuletzt herrscht. Die Schwäche lag aber darin, dass die Punktzahlen nicht transparent genug waren und dass es für die meisten Zuschauer vor der letzten Übung auch an der genügenden Vorinformation fehlte.

Edgar Günzl, ein Melsunger, der schon viele Jahre im Stuttgarter Raum wohnt und immer noch ein Kenner der nordhessischen Sportszene ist, meinte nach der Siegerehrung: „Nach der unverhofften Niederlage der Melsunger Handballer in Balingen, kehren wenigstens die Leichtathleten mit dem Sieg von Robin Hohmann mit einem Erfolgserlebnis aus dem „Ländle“ nach Melsungen zurück.

Foto 1: Auf dem Weg zur ersten deutschen Meisterschaft: Robin Hohmann.

Foto 2: Robin Hohmann bei den deutschen Schüler-Mehrkampfmeisterschaften in Waiblingen auf dem obersten Treppchen.

Foto 3: Nach der Siegerehrung nahmen ihn seine glücklichen Eltern Monika und Eberhard in die Arme und feierten mit ihm seinen bisher größten sportlichen Erfolg.



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