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Melsungen zum Derby nach Mittelhessen

Wetzlar/Melsungen. Am Sonntag steigt das siebte Hessenderby zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen in der ersten Handball-Bundesliga. Anwurf in der Wetzlarer Rittal-Arena ist um 15 Uhr. Das Spiel wird live im Internetkanal sportdigital.tv übertragen. Würde am bevorstehenden Spieltag alles für die MT laufen, könnte sie sich um gleich zwei Tabellenplätze – von 14 auf 12 – verbessern. Der Sieg zuletzt gegen Stralsund hatte bereits in gleichem Umfang gewirkt. Um aber nun den nächsten Sprung zu machen, sind die Hedin-Schützlinge erst einmal selber gefordert.

Im Hessenderby soll möglichst ein Sieg herausspringen. Dabei ist der MT der letzte Auftritt bei der HSG Wetzlar in äußerst unangenehmer Erinnerung. Mit einer 11-Tore-Klatsche kehrten Karipidis & Co im März diesen Jahres aus der Rittal-Arena zurück. Was für ein Schock. Denn aus den vorangegangenen vier Vergleichen im Handball-Oberhaus hieß der Sieger jedes Mal MT Melsungen.

Wer sich übrigens an einer Prognose versuchen will, wie der sportliche Vergleich “Nordhessen gegen Mittelhessen” ausgeht, sollte sich keinesfalls an der Tabellensituation orientieren. Denn bei Derbys verhält es sich ähnlich wie bei Pokalspielen – sie haben ihre eigenen Gesetze. Das macht in diesem Fall die Ausgangslage nur noch brisanter. Denn sowohl die Melsunger als auch die Wetzlarer benötigen diese Zähler (wieder einmal) sehr dringend. In beiden Lagern verlief der Start relativ punktarm. Die HSG gewann bislang nur gegen Minden (hier aber gleich mit einem 31:18-Kantersieg) und holte ausgerechnet gegen das Topteam der SG Flensburg/Handewitt ein 27:27-Remis. Die MT hingegen punktete ebenfalls gegen Minden (30:25) und zuletzt gegen Stralsund (37:32). Die bessere Generalprobe für den kommenden Samstag legte wiederum Wetzlar hin. Im DHB-Pokal wurde am Mittwoch Ligarivale TuSEM Essen mit 32:20 vorgeführt, und zwar in dessen eigener Halle! Zur gleichen Zeit im gleichen Wettbewerb unterlag Melsungen bei den Rhein-Neckar-Löwen mit 30:32. “Das war trotz der knappen Niederlage ein sehr ansehnliches Spiel”, lobte MT-Sportchef Alexander Fölker den Auftritt im Badischen und ergänzte: “Das sollte uns einiges Selbstvertrauen gebracht haben, was wir im Derby gegen Wetzlar gut gebrauchen können”.

Zusätzlich stimulierend für’s Derby könnte wirken, dass Trainer Hedin in dem Pokalspiel auch der so genannten “zweiten Reihe” längere Einsatzzeiten gönnte und die betreffenden Spieler die Gelegenheit nutzten, um sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Zu nennen sind hier Pawel Orzlowski, der hervorragend in der Abwehr arbeitete, Torben Ehlers, der den etatmäßigen Halbrechten Daniel Valo entlastete oder Dimitrios Tzimourtos, der den an diesem Abend unglücklich agierenden Savas Karipidis streckenweise ersetzte. Die Tatsache der “größeren Bank” hatte sich auch schon gegen Stralsund positiv bemerkbar gemacht. Robert Hedin wird also, wenn sich bis dahin keiner mehr verletzt, in Wetzlar die Qual der Wahl haben.

Personell etwas angespannt ist die Lage bei den Mittelhessen, die in dieser Saison eine Serie von Verletzungen zu beklagen haben. Nach Chen Pomeranz (Kreuzbandriss), Sebastian Weber (Bänderriss im Knie), Timm Schneider (Schulterverletzung) und Michael Allendorf (Bänderriss im Fuß) war Torwart Zoran Djordjic Anfang Oktober bereits der fünfte Wetzlarer Spieler, der längerfristig ausfällt. Der Ex-MT’ler hatte sich beim Spiel in Balingen einen Innenbandriss zugezogen und fehlt demzufolge noch einige Wochen. Wetzlar hat unterdessen mit dem Serben Vladan Krasavac (37), der vom schweizer Club Amicitia Zürich, losgeeist wurde, kurzfristig Ersatz gefunden.

In Anbetracht der Dezimierungen lastet nun noch mehr Verantwortung auf den Schultern der Jung-Nationalspieler Sven-Sören Christophersen (23, RL) und Timo Salzer (24, RM), die aktuell im 28er Aufgebot von Bundestrainer Heiner Brand stehen. Sie werden im Rückraum unterstützt von den Routiniers Volker Michel (35, RR) und Alois Mraz (30, RL) und Djordjic-Sohn Petar (18).
Im Tor ist Nikolai Weber (28) derzeit erste Wahl, erst recht, nachdem er zuletzt im Pokal gegen Essen zum Matchwinner avancierte. Apropos Abwehr: Hier ist ein Ex-Melsunger “Chef im Ring”. Giorgos “Bruno” Chalkidis (31) hat sich zum Defensivspezialisten gemausert und überlässt die Arbeit am gegnerischen Kreis vorwiegend Gregor Werum oder Sebastian Weber (22).

Die in einer aktuellen Wetzlarer Pressemeldung geäußerte Behauptung, Melsungen buhle um Giorgos Chalkidis, ist offensichtlich eine Ente. Die sportliche Leitung der MT siedelt diese Information jedenfalls im ”Reich der Märchen” an. “Unser Augenmerk liegt auf dem Spiel. Solche Meldungen sind mir unverständlich. Das Ergebnis vom März ist für uns die höchste Motivation”, bringt Trainer Robert Hedin die Ausgangssituation der MT Melsungen vor dem siebten Hessenderby auf den Punkt.

Die MT wird zu diesem Spiel traditionell von einem großen Anhang unterstützt, an der Spitze die beiden Fanclubs “Die Bartenwetzer” und “RotWeiss”.

Schiedsrichter in Wetzlar:
Bernd Andler / Harald Andler (Remseck/Stuttgart)
DHB-Aufsicht: Peter Rauchfuß

Bisherige Vergleiche:
01.03.2008     MT Melsungen – HSG Wetzlar     28:28
30.09.2007     HSG Wetzlar – MT Melsungen     34:23
24.02.2007     MT Melsungen – HSG Wetzlar     37:30
10.09.2006     HSG Wetzlar – MT Melsungen     22:26
25.03.2006     MT Melsungen – HSG Wetzlar     36:32
16.10.2005     HSG Wetzlar – MT Melsungen     24:27

Das Spiel im TV:
Ab 14:50 Uhr beginnt am Sonntag die Live-Übertragung auf www.sportdigital.tv
Kommentator ist Uwe Semrau.

Ab 19.30 Uhr ist im Rahmen der Hessenschau im HR-Fernsehen ein Kurzbericht geplant.
Kommentator ist Florian Naß.