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Jahrestag der Gesellschaft für Schlafforschung

Kassel/Schwalm-Eder. Prof. Dr. Geert Mayer, Chefarzt der Hephata-Klinik und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), konnte auf dem 16. Jahrestag der Gesellschaft mehr als 1.700 Gäste begrüßen. Der Schlaf umfasst rund ein Drittel unseres Lebens. In den vergangenen Jahren wurde er deswegen intensiv erforscht, auch um neue Ansätze zum Verständnis vieler Krankheitsursachen zu gewinnen. Schlaf als interdisziplinäres Fach rückt zunehmend in den Fokus vieler medizinischer Gebiete. In der Öffentlichkeit werden Schlafstörungen oft als Ursache von Unfällen registriert: „Am Steuer kurz eingenickt“, „war wegen Übermüdung nicht in der Lage, dem Stoff zu folgen“ und so weiter.

In der deutschen Medizin findet zur Zeit vorwiegend eine klinische Forschung statt. Die Grundlagenforschung firmiert oft unter anderen Forschungsschwerpunkten, wie Demenz oder Sucht. „Die Grundlagen der Schlafforschung“, so Prof. Thomas Pollmächer, Präsident der European Sleep and Resarch Society, auf dem Kongress in Kassel, „sind noch ein Defizit, aber ohne diese kann sich eine teure Medizin nicht rechtfertigen“. Längst kann das Phänomen Schlaf nur durch internationale Vernetzung erforscht werden, da die zur Verfügung stehenden Mittel, im Gegensatz zu den durch Schlafstörung verursachten Schäden, minimal sind. Vor allem interessieren Antworten auf die Fragen: Welche Wirkung hat ungesunder Schlaf? Was passiert mit dem Organismus durch Schlafstörungen und wie reagiert das Immunsystem?

Krankheitsbilder
Menschen in den Industriegesellschaften leiden oft unter chronischem Schlafmangel, der nur begrenzt kompensiert werden und unter anderem zu Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsverlusten führen kann. Einige Schlafstörungen können Vorboten von organischen Erkrankungen sein. Treten kontinuierlich Schlafstörungen in der Kindheit auf, führen sie mitunter zu erheblichen Leistungseinschränkungen sowie organischen Erkrankungen.

Zu den häufigsten Bewegungsstörungen im Schlaf gehört das „Restless Legs Syndrom (RLS)“. Weltweit sind Frauen häufiger als Männer erkrankt. Leider wird das RLS oft noch immer falsch diagnostiziert oder gar nicht erkannt. Die Therapie ist in bezug auf Langzeiteffekte nicht unproblematisch und sollte deshalb in den Händen von Schlafmedizinern bleiben.

Durch die Medien wurde inzwischen gut über nächtliche Atmungsstörungen informiert. Diese vor Jahren noch unterschätzte Erkrankung gewinnt zunehmend durch das hohe Risiko an Folgeerkrankungen von Herz und Kreislauf an Bedeutung. Die schlafbezogenen Atmungsstörungen verhindern einen erholsamen Schlaf, führen zu erhöhter Müdigkeit, Stressreaktionen und gestörten Gefäßfunktionen. Die innere Uhr funktioniert nicht mehr.

Ausblick
Da die Schlafforschung sehr komplex ist, kann sie nur erfolgreich sein, wenn sie in nationalen und internationalen Netzwerken arbeitet. Auf europäischer Ebene bedeutet dies, nationale Standards anzugleichen, um die Rolle der Schlafmedizin im Gesundheitswesen besser zu etablieren. Insbesondere muss die Europäische Union auf die Notwendigkeiten der Grundlagen- und Versorgungsforschung aufmerksam werden. Damit die Auswirkungen der Schlafstörungen im sozialen Gefüge nicht zu vermeidbaren Verlusten von Menschen, aber auch Finanzen führen.

Letztlich bietet die Schlafmedizin auch große Möglichkeiten im Bereich der Prävention, die die meisten medizinischen Fächer mit einschließt.

Für Hephata in Schwalmstadt-Treysa, aber auch für die Betroffenen, ist es von großer Bedeutung, hier ein international anerkanntes Zentrum der Schlafforschung zu besitzen. (ric/Mayer)

Im Bild: Schlafforschung zwischen Forschung und Praxis: Unter diesem Thema stand die Jahrestagung der DGSM, die Prof. Dr. Geert Mayer, Chefarzt der Hephata-Klinik und Präsident der Gesellschaft, eröffnete.         (Foto: ric)



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