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Melsungen ringt zähe Essener nieder

Essen/Melsungen. Mit einer guten kämpferischen Leistung landete die MT Melsungen gegen den Zwangsabsteiger TuSEM Essen am Freitagabend vor 1.350 Zuschauern in der Sporthalle “Am Hallo” den erhofften Sieg. Beim 33:36 (18:18) verließen die Nordhessen übrigens zum ersten Mal in den bislang drei Auseinandersetzungen mit dem TuSEM den Platz als Sieger. Für den wegen einer Verletzung fehlenden Spielmacher Vladica Stojanovic rutschte  der zuletzt gegen Großwallstadt auftrumpfende Grigorios Sanikis in die Startformation. Kreisläufer Klitgaard machte in puncto Abwehr jeweils Platz für Pawel Orzlowski, der immer besser in die MT hinein findet.

Nach den ersten Minuten des Abtastens versuchte Melsungen das Heft in die Hand zu bekommen. Savas Karipidis brachte seine Mannschaft nach herrlichem Steal erstmalig in der 4. Minute mit zwei Toren in Führung (2:4) Doch genau wie schon in Gummersbach erwachte bei den gebeutelten Essenern auch gegen die MT wieder der Kampfgeist. Zweimal Vorontsov und Putics sorgten binnen weiterer vier Minuten für den 5:5-Ausgleich (9.). Wäre zuvor der Ungar nicht von der Siebenmeterlinie aus an Kelentric gescheitert (Gesichtstreffer), hätte dies sogar die Führung bedeutet.

Davon ließ sich das Hedin-Team aber nicht beeindrucken und legte seinerseits nach. Nachdem Daniel Valo mit seinem zweiten Treffer das 5:6 erzielt hatte, kassierte Essens auffälligster Rückraumspieler, Sergio Casanova, eine Zweiminutenstrafe. Die MT nutzte die Überzahlsituation optimal und brachte sich durch Sanikis und einen Kraftakt von Brovka mit 5:8 in Front.

Die folgenden Zwischenstände 7:12 (16.) und 8:13 (17.) sollten jeweils die klarsten Führungen für die favorisierte MT bleiben. Denn danach wurde das Spiel wieder enger – die kampfstarken Essener ließen sich einfach nicht auf Distanz halten. In der 20. Minute brachte Robert Hedin Franck Junillon für Daniel Valo. Doch dem Franzosen unterlief vorne gleich ein Fangfehler und Essen kam im Gegenzug über Ben Schütte zum 10:13 (19.). Dann drehte dessen Mannschaftskollege Jörg Lützelberger auf. Mit zwei Toren des Kreisläufers in Folge war Essen beim 12:14 plötzlich wieder dran (21.).

Melsungen wechselte erneut im Rückraum. Valo kam wieder auf Halbrechts, Sanikis ging vom Feld und Vuckovic übernahm für ihn die Halblinke; Regie führte Junillon. Die Umstellung fruchtete zunächst nicht, Essen blieb der MT auf den Fersen (14:16, 24.). Grund genug für Trainer Hedin, ein TimeOut zu nehmen. Danach lief es besser, Sanikis und Brovka verschafften mit ihren Toren den Gästen etwas Luft (14:18, 26.). Das hätte ein gutes Polster für den zweiten Durchgang sein können. Aber Essen nutzte die nun vermehrt auftretenden Fehler im Melsunger Angriff zu seinen Gunsten. Als Karipidis auch noch Pech beim Siebenmeter hat (Pfosten!), ist der Ausgleich nicht mehr zu verhindern. Beim 18:18 werden die Seiten gewechselt.

Den zweiten Durchgang begann Melsungen konzentriert. Im Tor weiterhin der an alter Wirkungsstätte sehr überzeugende Mario Kelentric. Die Abwehr war bestückt mit Karipidis, Valo, Orzlowski, Junillon und Sanikis sowie dem als “Schattenmann” für Essens Putics abgestellten Brovka. Apropos: Der quirlige Melsunger Kämpfer setzte auch gleich im Angriff Akzente. Erst lässt er dem wirklich nicht schlecht aufgelegten Shejbal im Essener Tor mit einem fulminanten Siebenmeterwurf in den Winkel keine Chance, wenige Minuten später sichert er hinten im Hechtsprung den Ball und bedient blitzschnell den davon eilenden Karipidis. Melsungen geht mit 20:23 in Front (36.). Da hatte auch die zwischenzeitlich von TuSEM-Trainer Szargiej genommene Auszeit nichts genutzt.

Aber das Spiel blieb ein zähes Ringen. Essen verkürzte, Melsungen legte jeweils wieder nach. Der Abstand von drei, bzw. vier Toren zugunsten der MT hatte zunächst noch Gültigkeit bis in die 50. Minute (27:30). Selbst die beiden zwischenzeitlich zu erduldenden Zeitstrafen gegen Karipidis und den nur wenige Minuten auf dem Feld stehenden Ehlers bescherten dem Hedin-Team keine zählbaren Rückschläge. Bedanken konnte sich die Mannschaft dafür bei ihrem Torhüter. Mario Kelentric lief in dieser Phase zur Höchstform auf und vereitelte allein drei Mal sogenannte hundertprozentige Chancen der Gastgeber. Und ein weiterer Melsunger hatte dazu seinen Beitrag geliefert. Franck Junillon, ruhig und routiniert, erzielte in der Sturm- und Drangphase der Essener und bei eigener Unterzahl das psychologisch ungemein wichtige 25:28. Einen Angriff später markierte der Rechtshänder von Halbrechts (!) das 25:29 und war in der Folge als Passgeber auf Klitgaard indirekt am 27:30 beteiligt.

Dass der TuSEM dann aber noch einmal aus Melsunger Sicht beängstigend nah herankam, war von den Nordhessen mehr oder weniger selbst verursacht – wenn auch unbeabsichtigt. In der 51. Minute kommt Vuckovic nach dem Schubser eines Essener Abwehrspielers unkontrolliert auf und fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht ans Bein. Im anschließenden reflexartigen Wutanfall tritt er ein Loch in die Werbebande und wird dafür logischerweise mit einer Zeitstrafe belegt. In Unterzahl muss Melsungen dann das 29:30 durch Schütte hinnehmen. Im Gegenzug – immer noch dezimiert – bügelt das Junillon mit dem 29:31 zunächst wieder aus. Postwendend markiert aber erneut Schütte den 30:31-Anschluss.

Als Karipidis aussichtsreich von Rechtsaußen vergibt, gelingt Versakovs, der bis dahin überhaupt noch nicht in Erscheinung getreten war, vier Minuten vor Schluss der 32:32-Ausgleich. Die knapp 1.500 Zuschauer reißt es aus den Sitzen. Alles ist plötzlich wieder offen. Und die MT zeigt Nerven. Brovka hämmert einen Siebenmeter an den Pfosten des immer noch von Shejbal gehüteten TuSEM-Tores. Doch der Weißrusse erkämpft sich den Abpraller und sichert so den Ballbesitz für Melsungen. Der Angriff wird neu aufgebaut, bis auf Rechtsaußen durchgespielt, wo diesmal Karipidis völlig abgezockt per Heber zum 32:33 einnetzt.

Den anschließenden Essener Gegenzug vereitelt Kelentric. Der MT-Keeper fischt einen Wurf von Casanova, der Ball geht über zwei, drei Stationen nach vorn, wo Junillon mit toller Übersicht von Halblinks aus den in der rechten Ecke lauernden Karipidis anspielt. Der Grieche läßt sich kein zweites Mal bitten und versenkt unter Bedrängnis zum 32:34 (58.). Davon erholte sich Essen dann nicht mehr, auch wenn Vorontzov nochmal konterte. Die MT Melsungen krönte ihre nicht minder gute kämpferische Leistung mit zwei weiteren Toren von Sanikis und Brovka und dem letztlich verdienten 33:36-Endstand.

Durch diesen zweiten Sieg in Folge haben sich die Nordhessen vom 13. auf den 12. Platz verbessert.

Stimmen zum Spiel:
Savas Karipidis, MT-Rechtsaußen:
Wir wollten diese beiden Punkte unbedingt holen, wussten aber, dass es ungemein schwer werden würde. Wir haben uns einige Fehler in der Abwehr erlaubt und vorne ab und zu etwas dumm gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir in entscheidenden Phasen Tore gemacht. Die kämpferische Einstellung war heute sehr gut. Auch das war ausschlaggebend dafür, dass wir diesen wichtigen Sieg erringen konnten.

Jörg Lützelberger, TuSEM-Kreisläufer: Es ist zwar enttäuschend, nach einem solchen Einsatz zu verlieren, aber man muss auch die Relationen zwischen den beiden heutigen Gegnern sehen. Melsungen hat die besseren Einzelspieler und konnte selbst ohne Stojanovic immer durchwechseln, ohne an Durchschlagskraft einzubüßen. Ich denke aber, dass wir kämpferisch überzeugt haben.

Statistik:
TuSEM Essen – MT Melsungen 33:36 (18:18)

Essen: Shejbal – Ruiz Casanova (7), Lützelberger (6), Vorontsov (6), Schütte (6), Putics (4), Wiencek (3), Versakovs (1), Wozniak, Thoke, Schult, Vrany.

Melsungen: Kelentric, Herold (n.e.), Schomburg (n.e.) – Karipidis (8), Vuckovic (7), Sanikis (5), Brovka (5), Valo (5), Junillon (3), Klitgaard (3), Ehlers, Orzlowski, Tellander (n.e.).

Siebenmeter: 1/2 – 1/3: Putics scheitert an Kelentric (6.) – Karipidis trifft den Pfosten (30.); Brovka trifft den Pfosten (56.).

Zeitstrafen: 5 – 4: Casanova (9.), Lützelberger (30. u. 38.), Wiencek (33.), Vorontsov (53.) -Orzlowski (26.); Ehlers (45.), Karipidis (47.), Vuckovic (51.)

Schiedsrichter: Holger Fleisch / Jürgen Rieber (Ostfildern/Nürtingen)

Zuschauer: 1.350, Sporthalle “Am Hallo” in Essen



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