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Neues Gesetz, neues Glück

Beratungsstelle Hephata kooperiert bei Betreuung Glücksspielsüchtiger

spielsuechtigSchwalmstadt-Treysa. Das Land Hessen stellt Gelder zur flächendeckenden Betreuung Glücksspielsüchtiger zur Verfügung. 15 Schwerpunktberatungsstellen sind im vergangenen Jahr in Hessen entstanden. Die für Schwalmstadt und Umgebung zuständige liegt in Marburg. Mit ihr hat die Hephata-Beratungsstelle Jugend, Drogen und Sucht in Schwalsmtadt-Treysa eine enge Kooperation vereinbart.

Gewinnen und Verlieren, die Sucht wächst. Die Umsätze aus staatlichem Glücksspiel betrugen im Jahr 2006 knapp 28 Milliarden Euro. Bundesweit soll es 260.000 glücksspielsüchtige Menschen geben, davon allein 600 bis 700 im Schwalm-Eder-Kreis und weitere 400 bis 500 auf dem Weg dahin. Die Spielhallendichte liegt in den großen Kommunen im Kreis über dem Durchschnitt anderer hessischer Städte: 18 Spielhallen gibt es hier. Die Spielerverluste im Kreis betrugen im Jahr 2006 zirka 2,7 Millionen Euro. „In den 90er Jahren lag der Schwerpunkt unserer Beratung noch auf den illegalen Drogen und Alkohol. Heute ist die Palette sehr viel größer“, sagt Diplom-Sozialpädagoge Harald Heidecke, Hephata-Beratungsstelle Jugend, Drogen und Sucht. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Glücksspielsucht. „Wir sind eine sehr kleine Stelle und können die ganze Suchtpalette in dieser Intensität nicht mehr abdecken“ so Heidecke. Die Beratungsstelle wird seit 2003 zum Hauptteil von Hephata Diakonie finanziert. Der Landkreis unterstützt und fördert das Angebot mit eigenen Geldern und auch mit Mitteln des Landes Hessen. Die nun vereinbarte enge Kooperation mit dem Diakonischen Werk Oberhessen (DWO) in Marburg macht Sinn.

Neues Glücksspielgesetz
Das DWO betreibt eine Sucht- und Drogenberatung in Marburg, die seit kurzem Schwerpunktberatungsstelle für Glücksspielsucht ist. Finanziert wird dies vom Land Hessen. Hintergrund ist das neue Hessische Glücksspielgesetz, das zum ersten Januar 2008 aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichtes in Kraft trat. Das Land stellt nun Gelder zur Verfügung, um flächendeckend insgesamt 15 Suchtberatungsstellen in Hessen personell zu verstärken und zu Schwerpunktberatungsstellen für Glücksspielsucht und –prävention auszubauen. Bis zum Juli 2008 gingen alle 15 Schwerpunktberatungsstellen in Hessen an den Start. Die Marburger Schwerpunktstelle ist dabei auch für den südlichen Landkreis Waldeck-Frankenberg und den südlichen Schwalm-Eder-Kreis zuständig. Deren neues Beratungsangebot richtet sich an Menschen, die Probleme mit jeglicher Art des Glücksspiels haben, wie Geldspielautomaten, Casinospiel, Sportwetten, Internet-Glücksspiel, Poker oder auch exzessives Lotto- und Lotteriespiel.

Nach einem eingehenden ersten Beratungsgespräch, das auch in der Schwalmstädter Beratungsstelle stattfinden kann, können Betroffene mehrere Angebote der DWO Marburg nutzen. Diese bietet beispielsweise in ihrer Außenstelle in Stadtallendorf eine regelmäßige Sprechstunde an. Darüber gibt es eine ambulante Betreuung in der Gruppe oder im Einzelgespräch, wenn nötig auch eine Vermittlung in eine stationäre Behandlung oder an ergänzende Hilfen wie die Schuldnerberatung. „Seit August haben wir auch eine therapeutisch geleitete Gruppe, die sowohl als Nachbetreuung eines stationären Aufenthaltes als auch als ambulante Maßnahme genutzt werden kann“, so Diplom-Sozialpädagoge und Sozialtherapeut Dieter Schmitz der DWO in Marburg. Harald Heidecke ergänzt: „Unser Ziel bei dieser Kooperation und allen Maßnahmen ist die Spielabstinenz der Betroffenen. Denn  Glücksspielsüchtige können auch nach Jahren schnell wieder süchtig werden, vergleichbar mit einem Alkoholkranken.“ (me)

Erstkontakt und Anmeldung bei der Hephata-Beratungsstelle Jugend, Drogen und Sucht unter Telefon (06691) 21334 oder direkt bei der Sucht- und Drogenberatung Marburg, Suchttherapeut Dieter Schmitz, (06421) 26033.



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