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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Dinosaurier auf dem Marktplatz

Jochen Schliffer macht in seiner Freizeit Fotos und Montagen

jochen-schlifferSchwalmstadt. Bei seinen Spaziergängen durch Treysa lässt er meistens den Kopf hängen. Nicht weil Jochen Schliffer traurig wäre. „Auf dem Boden findest Du Dinge, das glaubt man nicht.“ Der 48-Jährige findet sie nicht nur, er hält sie auch fest, mit einer Digitalkamera. Die Natur mit den Produkten seiner Phantasie, mit Lichteffekten und neuen Farben zu kombinieren, das faszinierte Jochen Schliffer schon an der Malerei. „Ich habe dabei schnell gemerkt, dass ich Sachen sehe, die andere nicht sehen.“ Liebe zum Detail könnte man das nennen. Der 48-Jährige beschloss, diese Kleinigkeiten auch für andere wichtig zu machen.

Zehn Jahre ist es her, dass er sich auf Ratenzahlung seine erste Kamera leistete, sich langsam aber sicher das Fotografieren beibrachte. „Damals war aber noch nichts mit Fotobearbeiten, da musste man immer das Glück haben, den richtigen Moment zu erwischen.“ Mitunter Bruchteile von Sekunden, in denen ein Schmetterling seine Flügel ausbreitet oder eine Spinne in ihrem Netz still verharrt.

Fast zwangsläufig musste also auch ein Bildbearbeitungsprogramm her. Diesen Wunsch erfüllte sich der 48-Jährige, der in der EDV-Dienstleis­tungsgruppe Hephata Diakonie arbeitet und das Betreute Wohnen der Behindertenhilfe Hephata nutzt, vor drei Jahren. Seitdem ist kein Motiv mehr vor ihm und einem neuen Zusammenhang sicher.

Die andere Perspektive
Dinosaurier, die über den Treysaer Marktplatz laufen, eine Riesenspinne, die sich von der Totenkirche abseilt, eine Mücke auf Augenhöhe. „Wenn man Dinge vergrößert oder Bilder montiert, sieht man sie aus einer ganz anderen Perspektive. Das ist das Interessante für mich.“

Motive bieten sich ihm viele. „Dadurch, dass ich einen Hund habe, bin ich gezwungen, früh rauszugehen.“ Dabei fallen ihm, auch im Zusammenspiel mit dem Tageslicht, Dinge auf, an denen man sonst oft achtlos vorübergehen würde.

Ein Manko hat das Gassigehen allerdings: „Wenn man scharfe Bilder haben will, muss man ein Stativ mitnehmen. Hund und Stativ sind zusammen aber schlecht.“ Das macht erfinderisch: Um möglichst scharfe Bilder vom Mond zu bekommen, verlegte sich der 48-Jährige darauf, zu Hause, durch ein Teleskop zu fotografieren. „Schwierig war es, die Schärfe des Teleskops und der Kamera aufeinander einzustellen.“ Schließlich klappte das Experiment, Jochen Schliffer kann nun mit den Aufnahmen vom Mond und dessen Kratern neue Bilder kreieren.

Doch der Hobby-Fotograf hält nicht nur die Natur fest. Auch Porträts und erotische Fotos sind Inhalte seiner Collagen und Montagen. Ideen und Tipps bekommt er dafür vor allem von anderen Fotografen eines Internetforums. Und auch Lob, trotz seiner bescheidenen technischen Ausstattung. So kamen auch erste Anfragen für Auftragsarbeiten.

Für eine Sängerin aus Süddeutschland entwarf er beispielsweise Autogrammkarten, unentgeltlich. Denn abgesehen davon, dass die Fotografie und Bildbearbeitung für ihn Entspannung bedeuten – „ist es für mich die größte Freude, wenn sich Leute über meine Arbeiten freuen. Das kann man mit Geld gar nicht bezahlen.“ (me)



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