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Pollenbach: Gut ist uns nicht gut genug

Von Tobias Knopp

pollenbach-sicherheit1Pollenbach. In unserer heutigen Ausgabe erörtert Hilfswachtmeister z.A. Heribert Stutzke das Thema „Ordnung & Sicherheit 2009“.

Bürgerinnen und Bürger,
sicher haben Sie es bemerkt: Das Jahr 2008 ist zu Ende. Und der erste Monat des neuen Jahres wird immer gerne als Anlass zu Rück- und Ausblicken genommen. Das möchte auch ich an dieser Stelle tun.

Zunächst habe ich Sie ja in der vergangenen Woche mit meiner Veröffentlichung der Kriminalstatistik 2008 erheitert. Freunde, wir sind auf einem guten Weg. Das asoziale Dunkelvolk ist nachhaltig verunsichert und schlägt seltener über die Stränge. So konnte durch meine Arbeit ein durchgreifender Rückgang im Bereich der Eigentumsdelikte und bei Straftaten gegen Leib, Leben und die sexuelle Selbstbestimmung verzeichnet werden.

Besonders meine Entwaffnungsaktion „Sicheres Pollenbach 2008“ führte dazu, dass der Gebrauch von Nagelfeilen und Kartoffelschälmessern drastisch eingebrochen ist. Sie leben also sicherer! Aber meine Fürsorge geht noch viel weiter. Ich habe mich für Sie umfassend bei der Gestaltung und Beschließung des neuen BKA-Gesetzes stark gemacht.

Da soll noch jemand sagen, ich wäre politisch nicht engagiert. Übrigens, kennen sie den schon: Was haben das BKA-Gesetz und die bürgerlichen Freiheitsrechte gemeinsam? Na, wissen Sie es? Ganz einfach: Beide wurden letzten Monat verabschiedet. Ha, ha….. gut – kein echter Schenkelklopfer, aber auf der Abgeordnetentoilette des Bundestages sorgt der immer für ein gelöstes Schmunzeln. Da herrscht ja sonst immer nur schlechte Laune, weil der Koks ausgegangen ist…

Wie dem auch sei: Mit dem Inkrafttreten des Gesetzen fallen mir völlig neue Aufgaben zu, beispielsweise die Online-Durchsuchung. Das funktioniert ganz einfach. Während Sie gerade in diesem Moment also diese Zeilen an Ihrem PC lesen, durchstöbere ich ganz klammheimlich Ihre Festplatte. Und, haben Sie was gemerkt? Wohl kaum. Wenn ich allerdings sehe, welche Dateien Sie kleiner Schmutzfink da gespeichert haben, kann ich Ihnen schon mal gute Hoffungen machen, dass wir demnächst ein gutes Stück Lebensweg gemeinsam gehen, Sie elendes Ferkel, Sie!

Übrigens: Unsere bewährteste Geheimwaffe heißt „Horst, der Bundestrojaner“. Das Ding ist eine echte Erfolgsgeschichte. Niemandem ist bisher aufgefallen, dass wir einen ferngesteuerten Crashtest-Dummy als Bundespräsidenten laufen lassen. Ganz im Gegenteil: Viele wollen seines Amtszeit verlängert sehen!

Aber zurück zum Thema: Das Jahr 2008 war bestimmt von diversen Ereignissen, die das Eingreifen der öffentlichen Gewalt zwingend erforderlich machten. Gerne erinnere ich an die Serie von Tageswohnungseinbrüchen, die Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, bis zum Ende der Fastenzeit in tiefe Sorge versetzt hat. Ich habe dabei alles in meiner Macht stehende unternommen, um die Täter zu ermitteln, doch wie Sie wissen, war das gar nicht mehr notwendig, denn Kommissar Zufall trieb mir die Beschuldigten direkt in die Arme:

Am frühen Nachmittag des fünften Februar ertappte ich den 14-jährigen polizeibekannten Thomas B. und seine Mutter Ursel F. (33) in meinem Wochenendhaus am Pollenbacher Semmelsee. Die TäterInnen waren durch den Zug des offenen Kamins eingestiegen und hatten bereits die Kellerräume auf der Suche nach verwertbarer Beute durchstöbert. Aufgeschreckt durch die Trittgeräusche meiner Schuhe auf der Kellertreppe ließen sie ihre Einbruchswerkzeuge fallen und versuchten, fluchtartig den Tatort zu verlassen.

Dabei  stieß mich Ursel F. von der untersten Treppenstufe gegen eine abgestellte Getränkekiste, wodurch ich mir eine leichte Hautabschürfung zuzog. In höchstmassiger Angst und Verwirrung zog ich meine privat beschaffte Dienstwaffe des Modells Remington 870 Express und machte die Täter durch zwei gezielte Schüsse in den Bereich des oberen Atlaswirbels fluchtunfähig.

Bei der anschließender Vernehmung machten die Täter keine Einlassungen zur Sache, so dass das Ermittlungs- und Strafverfahren, auch mangels Haftfähigkeit der Beschuldigten, eingestellt wurde. Die Gemeinde Pollenbach hat die Bestattungskosten freundlicherweise übernommen. Als Todesursache wird ein galoppierendes „Regio temporalis-Flattern“ beidseitig durch Geschosseinwirkung angenommen.

Wie Sie sehen, lieber Bürgerinnen und Bürger, sind die Zeiten, in denen das organisierte Verbrecher vor Ihrer Haustür inne hält, längst vorbei. Wie können wir dieser Herausforderung in diesem Jahr begegnen? Gewalt- und Verbrechensprävention, liebe Bürgerinnen und Bürger, bedeutet auch und vor allem, dem Täter immer mehrere Schritte voraus zu sein. Dies können wir nur durch eine lückenlose Überwachung der Bevölkerung erreichen.

Und Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, müssen bereit sein, Opfer zu bringen. Sicher, der Abschied von lieb gewonnenen Grundrechten ist schwer, aber in Zeiten des internationalen Terrorismus ist das in jedem Falle das kleinere Übel. Vertrauen Sie darauf, nichts liegt mir mehr am Herzen, als Ihre persönliche Sicherheit. Und  denken Sie bitte daran: Wer nicht für uns ist, ist gegen uns. Und wer gegen uns ist, ist verdächtig. Und wer verdächtig ist, muss die volle Härte des Gesetzes spüren, da gibt es nichts zu diskutieren.

Was gerade wir in unserer friedlichen Gemeinde Pollenbach brauchen, ist das subjektive Gefühl der Sicherheit, das uns jetzt so fehlt. Wir Pollenbacher  müssen stark sein, denn nur wir sind die von Gott erwählte Leitkultur, die über richtig und falsch, über Recht und Gesetz, über die Sicherung  von Energieressourcen und die Einhaltung der Menschenrechte wacht.

Und dafür werden wir angefeindet. Uns wird vorgeworfen, wir vollzögen die Todesstrafe und das wegen Bagatelldelikten. Doch wer so etwas sagt, liebe Bürgerinnen und Bürger, sollte zunächst einen Blick in den Artikel 21 Absatz 1 Satz 2 der Hessischen Verfassung werfen. Was tun wir anderes, als dem zu folgen?

Amnesty International klagt uns an wegen unseres Camping-Erlebnis-Geländes in der Gardenia-Bucht am Semmelsee. Ich aber frage, wo sollen wir denn hin mit all den potentiellen Hasspredigern? Wer uns, liebe Pollenbacher, politisch oder moralisch in eine Ecke stellt, muss sich nicht wundern, wenn ich einen Präventivschlag ausführe. Kolateralschäden nehme ich dabei gerne in Kauf.

Lassen Sie mich nun aber an dieser Stelle meinen Fünf-Punkte-Plan der Verbrechensprävention „Ordnung & Sicherheit 2009“ vorstellen:

1. Der Hilfswachtmeister im freiwilligen Polizeidienst wird durch die Befugnisse zur Ausübung des unmittelbaren Zwanges und zur Berechtigung des präventiven finalen Rettungsschusses im Rahmen des eigenen Ermessens, durchgreifend aufgewertet.

2. Der Hilfswachtmeister im freiwilligen Polizeidienst übt die nahtlose Kontrolle des Post-, Telekommunikations- und E-Mail-Verkehrs aus, leitet im Verdachtsfall eigenständige Internierungsmaßnahmen ein und speichert die gewonnenen Daten für 30 Jahre.

3. Der Hilfswachtmeister im freiwilligen Polizeidienst führt eine eigenständige Datenbank zur Verbrechensprävention. Hierzu unterzieht er die Bevölkerung einer umfassenden erkennungsdienstlichen Behandlung, namentlich durch die Sicherstellung von genetischen Fingerabdrücken sowie  durch die Anfertigung von dreidimensionalen Fahndungsfotos.

4. Der Hilfswachtmeister im freiwilligen Polizeidienst schleust uniformierte V-Leute in die örtlichen Hausgebetskreise ein. Dabei prüft der verdeckte Ermittler, welche religiösen und politischen Ziele die Zusammenkunft verfolgt. Fühlen sich die Teilnehmer aber einer nicht-christlichen Religion zugehörig, werden sie durch Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes leibesvisitiert und entschärft. Ist eine Entschärfung nicht möglich, erfolgt eine vorsorgliche Sprengung an Ort und Stelle.

5. Der Hilfswachtmeister im freiwilligen Polizeidienst erlässt Ausgangssperren nach eigenem Ermessen und wird befugt, den Ausnahme- und Kriegszustand auszurufen. Darüber hinaus ist er berechtigt, Einwohner ab dem vollendeten zehnten Lebensjahr zu unbefristeten Zwangsdiensten heranzuziehen.

Glauben Sie mir bitte, liebe Bürgerinnen und Bürger: Es ist mir wahrlich nicht leicht gefallen, diese Einschnitte vorzunehmen. Aber ich verspreche Ihnen, so wahr mir Gott helfe werden Terroristen, Gewalttäter und Kriminelle in Pollenbach zukünftig kein leichtes Tun mehr  haben. Ich bin völlig überzeugt davon, im Sinne des kürzlich aus dem Amt geschiedenen Feldherren der Herzen, George W. Bush, zu handeln. Und auch unser Herr Bundesinnenminister rollt da mit mir ganz auf einer Linie.

Der Fünf-Punkte-Plan „Ordnung & Sicherheit 2009“ tritt am 1. Februar 2009 in Kraft. Um freundliche Beachtung wird gebeten. Zum Schluss wünsche ich  Ihnen ein gesundes und vor allem sicheres Jahr 2009. Gott schütze Sie!

Ihr
Heribert Stutzke
Hilfswachtmeister z.A.

pollenbach-sicherheit2Heribert Stutzke ist 56 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von 36 und 40 Jahren. Herr Stutzke ist gelernter Metzger und seit seinem 22. Lebensjahr frühberentet.



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