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Wagner und Siebert holen Gold in der Halle

aw0901251Frankfurt/Melsungen. Wer es sehen konnte, sah schon in Dortmund und zuletzt in Stadtallendorf die hessische Schülermeisterin im 60m Sprint, die ihre Konkurrentinnen bei den in Frankfurt stattfindenden  Landes-Hallenmeister-schaften in jedem ihrer drei Läufe zu Statistinnen degradierte. Das war aber nicht nur bei diesen Landesmeisterschaften der Fall, sondern bereits in der gesamten Hallensaison. Nachdem sie zum Hallen-Saisonauftakt am 15. November 2008 in Erfurt mit 8,42 Sekunden auftrumpfte, verbesserte sie sich von Lauf zu Lauf und erreichte nun in Frankfurt mit 8,05 Sekunden den bisherigen Höhepunkt.

Bereits im Vorlauf setzte sie mit 8,13 Sekunden ein Ausrufezeichen und blieb damit eine Hundertstelsekunde unter ihrem Hausrekord. Erstaunlich war bei diesem Lauf, dass sie bereits zehn Meter vor dem Ziel den Gang herausnahm und locker ins Ziel trabte. Was diese 8,13 Sekunden noch mehr ins rechte Licht rückte, ist die kaum vermerkte Tatsache, dass die 13jährige Katharina mit dieser Zeit bei Landesmeisterschaften der Frauen, die eine Woche vorher an gleicher Stätte ausgetragen wurden, immerhin den vierten Platz belegt hätte
Genau 6 Vorläufe waren nötig, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Und im fünften Vorlauf merkte man der eigentlichen Favoritin, Julia Smakal aus Alsfeld, an, dass ihr einige Trainingseinheiten fehlten, um die gewohnte Spitzenform ausspielen zu können.

Nach Katharinas beeindruckender Vorstellung im Zwischenlauf, wo sie mit 8,09 Sekunden erneut ihren Hausrekord verbessern konnte, galt sie auch bei den anwesenden HLV-Trainern als die erklärte Favoritin. Es waren nicht nur die Zeit, sondern auch die Art, in der sie siegte:  nie voll auslaufend, nie zu erkennend gebend, was sie zu leisten imstande ist. Julia Krug von der LG Baunatal traute man nach der guten Zeit im Zwischenlauf  (8,15 Sekunden) die Silbermedaille zu, so dass nur die Frage nach dem dritten Platz völlig offen zu sein schien.

Im Finale der schnellsten hessischen Mädchen der Altersklasse W14 lief Katharina einen Tag vor ihrem 14. Geburtstag ein glänzendes Rennen. Sie kam wie immer nicht so gut aus den Startblöcken heraus, fand aber schnell in die Beschleunigungsphase hinein und nach 25 Metern gab es nicht die Spur einer Chance für die nicht schwache Konkurrenz. So eindeutig beherrschte sie das Finalfeld und war bereits zehn Meter vor dem Ziel im Gefühl des sicheren Sieges. Die elektronische Uhr blieb bei 8,06 Sekunden stehen. Fast zwei Zehntelsekunden nach ihr passsierte Julia Krug (8,24 Sek.) die Ziellinie. Auf Rang drei Hellen Lang aus Heuchelheim, die mit 8,31 Sekunden noch 0,02 Sekunden schneller war als Julia Smakal, im Vorjahr die überragende Sprinterin des Landes.

Nach dem Triumph von Katharina Wagner stand mit Karolin Siebert eine weitere Medaillenanwärterin über 800m der A-Schülerinnen am Start. Mit der fünftbesten Zeit nach Frankfurt aw0901252angereist, war man sich im Melsunger Lager einig, dass auch Karolin um die Medaillen mitlaufen konnte. Aber ob es Bronze, Silber oder gar Gold werten würde – die Antwort konnte nur die zwölfjährige Karolin selbst geben. Aber nach ihrem Super-Rennen von Dortmund und vor allem nach den Zeiten beim Abschluss-Training in Stadtallendorf waren die Hoffnung auf Gold  steil nach oben geschossen, und nun rechneten die Mutigen damit, dass die Melsunger B-Schülerin im Feld der A-Schülerinnen die große Bewährungsprobe bestehen werde.
Als Siegerin des ersten der drei Zeitläufe hatte Nadine Götte aus Twiste 2:32,35 Minuten vorgelegt. Im zweiten Lauf wurde diese Zeit von Ronja Böhrer aus Hessisch Lichtenau mit 2:30,91 Minuten noch um über eine Sekunde verbessert. Nun mussten die besten sechs Mädchen, der Jahresrangliste versuchen, diese großartige Zeit zu unterbieten, um bei der Siegerehrung erfolgreich auf dem Treppchen zu stehen.

Nach dem Startschuss des dritten und damit letzten Zeitendlaufs kam Bewegung unter das Volk auf der Tribüne, und die wilde Jagd begann.  Kathrin Schermuly aus Brechen und Katrin Loose aus Gelnhausen setzten Dampf auf und man glaubte seinen Augen nicht  zu trauen, als für die ersten 200 m 32 Sekunden angezeigt wurden.  Karolin Siebert – auf Rang drei liegend  – lief nur knapp hinter diesem Duo.

K. Schermuly, die im Vorjahr mit 2:27,22 Minuten die hessische Landesbestenliste vor K. Loose (2:27,53 Minuten) anführte, war weiterhin der Orientierungspunkt für Karolin. Die Hälfte der Strecke wurde in 71 Sekunden durchlaufen und in der dritten Runde hatte sich für Karolin ein freier Raum aufgetan, denn Katrin Loose konnte das hohe Tempo nicht mehr mitgehen und gab auf.  Auch die führende K. Schermuly wurde langsamer. Diese Chance nutzte Karolin und passierte mit wenigen Schritten die Führende. Im Nu gewann sie vier, fünf Meter Vorsprung. Damit war die Kraft des ein Jahre älteren Mädchens gebrochen und Karolin lief souverän nach 2:26,74 Minuten – fast vier Sekunden unter ihrer bisherigen Bestzeit –  über die Zielline.  Wer hätte das gedacht?

Karolin Siebert, läuferisch stark, auf Tempowechsel vorbereitet, kämpferisch motiviert,und in taktischer Beziehung klug. Eine würdige hessische Schülermeisterin.  Als sie vom Jubel der Zuschauer begleitet über die Ziellinie lief, war ihr noch nicht klar, dass sie mit diesem Superlauf den zwei Jahre alten Kreisrekord ihrer Trainingspartnerin Stefanie Klein um 2,24 Sekunden verbessert hatte.  Herzlichen Glückwunsch!

Auch im 1000m-Lauf der Altersklasse M14 hatten die beiden Melsunger Vertreter Robin Hohmann und Tobias Stang durchaus die Chance um die Medaillen mitzulaufen. Leider hatten beide Allrounder das Pech, wegen gesundheitlicher Probleme nicht trainieren zu können. Und dieser Trainingsrückstand und damit auch der Substanzverlust in den letzten Wochen aw0901253war in den letzten Tagen nicht mehr  auszulöschen.  So konnten die beiden Melsunger Vertreter Ali Yüksel aus Stadtallendorf bereits nach zwei Runden nicht mehr folgen und mussten ihn ziehen lassen. Auch der aus Sri Lanka stammende Rajateen Anusan, der für den SSC Hanau-Rodenbach an den Start ging,  war an diesem Tag vom Melsunger Mittelstrecken-Express nicht halten. So kam es, wie es kommen musste. Nachdem Ali die ersten 400 m in 69 Sekunden zurückgelegt hatte und R. Anusan ihm mit 71 Sekunden folgte, mussten Robin und Tobias nach den ersten beiden Runden bereits abreißen lassen. Nach 800 m hatte Yüksel (2:21 Min.) seinen Vorsprung auf vier Sekunden vor Anusan ausgebaut, aber Robin Hohmann und Tobias Stang lagen mit 2:26 Minuten auf einen Medaillenkurs, denn die anderen Läufer spielten in diesem schnellen Rennen keine Rolle mehr. Als Ali Yüksel nach 2:55,46 Minuten die Ziellinie überquerte, kämpften Robin Hohmann und Tobias Stang um die Bronzemedaille, denn Rajeetan Anusan hatte auf den letzten 100 m noch einmal sein Tempo forcieren können und holte sich mit 2:57,18 Minuten die Silbermedaille.  Robin Hohmann sicherte sich mit guten 3:00,99 Minuten die Bronzemedaille und auch Tobias Stang profitierte von dem scharfen Anfangstempo. Mit 3:02,37 Minuten lief er zwar an einer Medaille vorbei, aber mit seiner neuen persönlichen Bestzeit bestätigte er erneut seine Qualitäten als Wettkämpfer.

Nicht zufrieden war Jan Ullrich, der als B-Schüler sich für diese Meisterschaften qualifizierte und Erfahrung für das nächste Jahr sammeln sollte. Vor den Weihnachtsferien noch in glänzender Form, hätte er verletzungsfrei in Frankfurt eine Chance auf den Einzug in den Zwischenlauf gehabt. Aber bedingt durch eine Knieverletzung war er bei diesen Landes-Hallenmeisterschaften nur ein Schatten seiner selbst. Jan Ullrich, der noch beim Weihnachtskriterium in Stadtallendorf die 60 m in 8,30 Sekunden gelaufen war, schied in Frankfurt sang- und klanglos im Vorlauf mit 8,71 Sekunden aus.



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