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Heimauftakt misslungen – Niederlage gegen Nordhorn

mt_vuckovicKassel/Melsungen. Der Heimauftakt nach der WM-Pause ist Handball-Bundesligist MT Melsungen nmisslungen. In einer lange Zeit zwar spannenden, aber größtenteils niveauarmen Partie unterlagen die Nordhessen der HSG Nordhorn vor 2.000 Besuchern in der Kasseler Rothenbach-Halle mit 24:29 (11:10). Die MT begann hellwach und engagiert und beantwortete das erste Tor der Gäste durch einen Siebenmeter von Rastko Stojkovic mit gleich fünf Treffen in Folge. Erst übersprang der frischgebackene Weltmeister Franck Junillon die Abwehrmauer. Dann setzte Nenad Vuckovic einen Wurf aus der Hüfte ins Netz, und Thomas Klitgaard überwand Peter Gentzel mit einem Heber. Noch einmal Vuckovic und Savas Karipidis erhöhten jeweils per Tempogegenstoß auf 5:1, bevor Ola Lindgren nach nicht einmal acht Minuten bereits die grüne Karte zog. Bis hierher bekam sein Team vor allem im Angriff fast nichts auf die Reihe. Kaum zurück auf dem Feld, folgten die nächsten Fehlleistungen. Holger Glandorf setzte einen Wurf einen halben Meter am Kasten vorbei, Jan-Richard Lislerud Hansen kassierte im Zweikampf gegen Karipidis schon nach knapp neun Minuten die erste Strafzeit.

Doch wie so oft in dieser Spielzeit erwies sich das Überzahlspiel als Stolperstein für die MT. Der ehemalige Melsunger Goran Sprem erzielte nach mustergültiger Vorbereitung seiner Kollegen den zweiten Treffer für sein Team, während auf der anderen Seite Daniel Valo ungenau zielte, und Peter Gentzel mühelos parieren konnte. Ganz routiniert spielte die HSG ihre Unterzahl herunter und just in dem Moment als der sechste Feldspieler wieder aufs Feld kam zog Steffen Weinhold ab – 5:3. Nordhorn war urplötzlich doch im Spiel, ohne selbst viel dafür getan zu haben. Dank zweier Valo-Kracher konnte sich Melsungen aber wieder auf 7:4 absetzen. Der Vorsprung war aber nur von kurzer Dauer. Nicky Verjans, Bjarte Myrhol und Steffen Weinhold glichen bis zur 17. Minute aus. In dieser Phase erwies sich Peter Gentzel als großer Rückhalt seiner Mannschaft. Er parierte Bälle von Vuckovic (2), Karipidis und Valo.

Auch wenn inzwischen auf Melsunger Seite die Fehlerquote ebenfalls höher lag als die der erfolgreich abgeschlossenen Versuche kam Savas Karipidis jeweils per Dreher zu zwei weiteren Toren. Und als Goran Sprem nach Foul an Karipidis bei dessen 9:7 auf die Bank musste, boten sich bei erneuter Überzahl die nächsten Chancen, den Vorsprung auszubauen. Doch die wurden allesamt nicht genutzt. Ob durch Klitgaard frei am Kreis oder Karipidis und Tzimourtoos jeweils von der Strafwurflinierme. Während dieser Phase erging es aber auch den Gästen keineswegs besser. Insgesamt fünf Minuten blieben beide Teams so ohne Erfolgserlebnis, bevor Franck Junillon den Bann brach und den alten drei-Tore-Abstand wieder herstellte.

Aber allzu schnell verspielte die MT auch diese vermeintlich komfortable Führung. Rastko Stojkovic verwandelte einen Strafwurf sicher. Kurz darauf war Savas Karipidis beim Tempogegenstoß auf und davon, scheiterte aber einmal mehr am immer besser werdenden Peter Gentzel.  Dafür traf erstmals Piotr Przybecki, der nach einer Viertelstunde schon Csaba Szücs abgelöst hatte. Dann ergab sich für die MT eine Kontermöglichkeit, die diesmal von Karipidis zum elften Treffer für sein Team genutzt wurde (29.)

In den letzten 31 Sekunden vor Ende der ersten Hälfte wurde es hektisch. Zunächst traf Klitgaard seinen Gegenspieler unglücklich im Gesicht und bekam zwei Minuten Strafe aufgebrummt. Dann ging Bjarte Myrhol stürmerfoulverdächtig in die MT-Abwehr. Aber der entsprechende Pfiff vom bis zu diesem Zeitpunkt gut leitenden Schiedsrichtergespann Hartmann/Schneider blieb aus. Stattdessen entschieden sie auf Zeitstrafe gegen Tellander und auf Siebenmeter für Nordhorn. Stojkovic traf sicher zum Pausenstand von 11:10, einem mehr als schmeichelhaften Ergebnis für die Gäste aus der Grafschaft.

Der Ärger über die unnötige doppelte Unterzahl war der MT nach Wiederanpfiff anzumerken und entlud sich in einer erfolgreichen Trotzreaktion. Junillon, Karipidis, Valo tanzten die komplette Nordhorner Deckung aus und Nenad Vuckovic konnte trotz harter Bedrängnis einlochen. Es schien, als hätten sich die Rot-Weißen wieder gefangen.
Dieser Eindruck hielt bis zum Tor von Holger Glandorf an diesem Abend. Nach 33 Minuten traf der 25-Jährige erstmals nach bis dahin einem guten halben Dutzend Fahrkarten. Und es war so etwas wie die Wendemarke im Spiel. Die Nordhessen schienen für kurze Zeit wie paralysiert, Nordhorn bekam plötzlich mächtig Rückenwind. Nur 90 Sekunden später hatten Rastko Stojkovic und Bjarte Myrhol den Favoriten erstmals in Führung geworfen.

Robert Hedin reagierte und brachte den bis dahin nicht eingesetzten Vladica Stojanovic. Besser und ideenreicher wurde das Spiel dadurch nicht. Zwar konnte Melsungen eine Zeitstrafe gegen Stojkovic durch Klitgaard und Valo noch einmal nutzen, doch die HSG ließ sich davon nicht beeindrucken. Glandorf, Karlsson und Weinhold eroberten die Führung zurück. Im MT-Angriff herrschte einige Konfusion, die prompt zu unnötigen Ballverlusten führte. Goran Sprem ging zweimal entschlossen dazwischen und versetzte seinem ehemaligen Verein mit zwei erfolgreich gelaufenen Tempogegenstößen entscheidende Stiche. Höchste Zeit für Trainer Robert Hedin, den Nordhorner Vorwärtsdrang per grüner Karte zu stoppen.

Die Nordhessen rissen sich nach dem Time Out noch einmal zusammen und kamen wieder auf zwei Tore heran. Doch der unbedingte Zug zum Tor fehlte. Längst hatte Hedin Grigorios Sanikis für den farblos gebliebenen Daniel Tellander auf den linken Flügel beordert, Dimitrios Tzimourtos hatte rechts seinen Landsmann Karipidis abgelöst. Nenad Vuckovic hatte den Spielmacherposten wieder von Stojanovic übernommen, konnte aber keine entscheidenden Impulse mehr setzen.

Die HSG Nordhorn war auch in dieser Schlussphase der Partie nicht unbedingt besser als die Gastgeber. Beide Mannschaften boten spielerische Magerkost. Den Unterschied machte, dass die Melsunger schon zehn Minuten vor dem Ende scheinbar nicht mehr an einen Erfolg glaubten. Hedin versuchte es mit Pressdeckung für Glandorf, was Steffen Weinhold und immer wieder Piotr Przybecki Räume bescherte, die die beiden Rückraumschützen dankbar nutzten. Kaum zog sich Tzimourtos von Glandorf zurück, da traf der National-Halbrechte selbst zum 21:25. Es wollte bei den Gastgebern einfach nichts mehr gelingen in den letzten Minuten, so dass das Lindgren-Team den Vorsprung trotz mäßiger eigener Leistung ungefährdet über die Zeit bringen konnte.

Stimmen zum Spiel
Ola Lindgren:
Ich bin sehr zufrieden mit den gewonnenen Punkten und auch mit der kämpferischen Leistung meiner Mannschaft. Spielerisch sah man, dass wie nach den Abgängen von Marmelund und Kukucka noch große Probleme haben. Mike Machulla stand uns heute leider nicht zur Verfügung, so dass mit Steffen Weinhold ein junger Mann ganz viel Verantwortung trug. Es freut mich sehr, dass es mit ihm so gut geklappt hat. Natürlich hatte auch Peter Gentzel einen großen Anteil an unserem Erfolg. Ich hatte das heute so nicht erwartet, aber die Mannschaft hat Hervorragendes geleistet. Ein Sonderlob geht noch an Piotr Przybecki, der rein kam und in der zweiten Halbzeit fünf wichtige Tore machte.

Robert Hedin:
Gratulation an Ola und Nordhorn zu den zwei Punkten. Nach unserem schlechten Spiel in Göppingen haben wir wirklich gedacht, dass wir gegen die HSG eine echte Chance haben. In der ersten Halbzeit haben wir auch gut gespielt und erstaunlich gut in der Abwehr gestanden. Nur zehn Gegentore waren eine klasse Leistung. Also sind wir mit ganz viel Selbstvertrauen in die zweite Hälfte gegangen und dachten, dass wir es packen können. Bis zum 15:14 lief es ja auch, dann ging ganz plötzlich überhaupt nichts mehr. Wir können nur hoffen, dass Vladica Stojanovic aus seinem momentanen Tief zurückkommt, denn wir brauchen ihn dringend in der Form, die er vor Weihnachten hatte.

Statistik
MT Melsungen:
Kelentric (bis 53., 15 P.), Herold (ab 53., 2 P.); Junillon 2, Orzlowski, Klitgaard 4, Valo 5, Tellander 1, Tzimourtos 3/1, Stojanovic, Treutler (n.e.), Sanikis, Karipidis 4, Vuckovic 5.

HSG Nordhorn-Lingen: Gentzel (19 P.), Katsigiannis (n.e.); Verjans 1, Karlsson 1, Machulla (n.e.), Myrhol 3, Mickal (n.e.), Lislerud Hansen, Glandorf 3, Weinhold 5, Przybecki 6, Sprem 5, Stojkovic 5/4, Szücs.

SR: Colin Hartmann (Magdeburg) / Stefan Schneider (Ebendorf).
Zeitstrafen: 6 – 16 (Klitgaard 29:29, Tellander 29:47, Vuckovic 39:29 – Lislerud Hansen 08:37 30:20, Przybecki 17:22, Sprem 20:10, Stojkovic 34:54, Karlsson 48:47, Myrhol 54:08 58:22).

Strafwürfe: 3/1 – 4/4; Karipidis scheitert an Gentzel (23:01), Tzimourtos scheitert an Gentzel (24:27).

Zuschauer: 2.000 in der Rothenbach-Halle, Kassel.

Spielfilm: 1:1 (3.), 2:1 (6.), 5:1 (9.), 6:4 (12.), 7:6 (15.), 7:7 (18.), 9:7 (21.), 9:7 (24.), 10:8 (27.), 11:10 (HZ), 13:12 (33.), 14:14 (36.), 15:15 (39.), 15:17 (42.), 17:20 (45.), 18:21 (48.), 20:23 (51.), 21:25 (54.), 24:27 (57.), 24:29 (EN)



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