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Evangelischer Fachhochschule drohen Studiengebühren

studiengebuehren1Schwalmstadt-Treysa. Der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt (EFHD) fehlen 400.000 Euro im Haushalt für 2009. Sollte es vom Land Hessen keinen Ausgleich geben, wird die EFHD zum Wintersemester 2009/2010 als einzige Hochschule in Hessen Studiengebühren einziehen. „Die spezielle Situation der EFHD wird uns zur Aufgabe“, sagt Prof. Dr. Volker Herrmann, Prodekan am Studienstandort He­phata in Schwalmstadt-Treysa.

Die spezielle Situation, die Herrmann meint, ergibt sich aus zwei Punkten. Zum einen liege der Landeszuschuss an die EFHD bei zirka 18 Prozent, die kirchlichen Träger der Hochschule schießen mehr als 60 Prozent zu dem 6,8 Millionen Euro großen Haushalt zu. „Bei den deutschlandweit zehn Evangelischen Fachhochschulen liegt der Landeszuschuss zum Teil deutlich höher“, so Herrmann.

studiengebuehren2Im Grunde zahle das Land hier ein Fünftel der Kosten für einen Studienplatz, die es sonst an einer eigenen Einrichtung aufbringen müsste. Kein unwesentliches Detail, meint Herrmann. Denn die Fachhochschule bilde nicht nur für den kirchlichen, sondern auch für den staatlichen Bereich aus. Schon einmal drohten den 1.200 Studierenden der EFHD die Studiengebühren. „Wir haben im Wintersemester 2007/2008 – wie landesweit auch – Gebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester eingeführt, um uns den vorhandenen Landeszuschuss zu sichern“, sagt Herrmann. Andernfalls habe die Fachhochschule damit rechnen müssen, von den ohnehin nicht ausreichenden Landesmitteln eine entsprechende Summe abgezogen zu bekommen. Also habe man in den sauren Apfel gebissen und zumindest erreichen können, dass nur die Erstsemester eine solche Studiengebühr entrichten sollten. Doch damit kam auch entsprechend weniger Geld in die Kassen.

Der Ausgleichsfonds
Und hier beginnt das zweite Problem der EFHD. Der Landtag schaffte zwar im vergangenen Juni die Studiengebühren an staatlichen Hochschulen wieder ab, sicherte diesen jedoch zu, sie mit entsprechenden Zahlungen aus einem Ausgleichfonds zu bedenken: Staatliche Hochschulen sollten Mittel aus dem Landeshaushalt zum Ausgleich für die entgangenen Studiengebühren bekommen.

„Vor der Gesetzesabfassung gab es Zu­sagen, dass die EFHD mit in den Ausgleichstopf kommt“, so Herrmann. Dies wurde dann jedoch nicht umgesetzt. Da es zudem seit Januar 2008 nur eine geschäftsführende Landesregierung gab, konnte auch keine Erhöhung der Landesmittel an die EFHD erreicht werden. „Alle Zusagen waren da nichts mehr wert!“

Im Juli 2008 beschloss deswegen der aus Vertretern von Studierenden und Professoren bestehende Rat der EFHD, sich – unabhängig von den landesweiten Regelungen – nicht ganz von den Studiengebühren zu verabschieden. Es wurde vielmehr deren Aussetzung für das Wintersemester 2008/2009 festgelegt.

Zugleich brachten Studierende den Vorschlag ein, die Studiengebühren nach dem Solidaritätsprinzip zu gestalten: eine entsprechende Reduzierung von 500 auf 222 Euro pro Semester wurde vom Rat der EFHD nun am 16. Januar beschlossen. Und auch ein letztes Aufschieben der Fälligkeit der Studiengebühren bis zum Wintersemester 2009/2010. „Im vergangenen Jahr konnten wir die Finanzschwierigkeiten noch überbrücken und damit die Studiengebühren aussetzen“, erklärt Herrmann. Das geht nun in diesem Jahr nicht mehr. „Ich hoffe, dass wir das halbe Jahr bis zum Wintersemester noch für eine politische Lösung nutzen können.“ Wenn nicht, würden auch rückwirkend insgesamt 444 Euro pro Student für zwei Semester fällig.

Hoffnungen auf Haushalt
Die politische Lösung wäre ein erhöhter Landeszuschuss im neuen Haushalt, der im Mai oder Juni 2009 verabschiedet werden soll, eine Zuteilung aus dem Ausgleichsfonds oder eine andere Lösung. Kommt es dazu nicht, müssten ab dem Wintersemester 2009/2010 nach Schätzungen Herrmanns 70 bis 80 Prozent der Studierenden der EFHD zahlen. Der Rest fiele unter Sonderregelungen, beispielsweise für Studierende mit zu pflegenden Angehörigen, Studierende mit Kind, im Praxis- oder Auslandssemester.

studiengebuehren3„Es gibt niemanden, der sich Studiengebühren wünscht, erst recht nicht für Berufe im sozialen Bereich, bei denen die Renditechancen nicht so hoch sind wie bei anderen Berufen“, sagt Herrmann. „Aber um die Qualität sicherzustellen, muss notfalls an dieser Schraube gedreht werden.“ Doch selbst wenn der Ausgleichsfonds für die EFHD herangezogen werden könnte, wäre das Thema Studiengebühren nicht vom Tisch, so Gustav Fetzer, Kanzler der EFHD. „Je nachdem, welche Summe im neuen Haushalt fehlen sollte, könnte es nötig sein, trotzdem Studiengebühren zu erheben. Die 400.000 Euro, um den Haushalt auszugleichen, brauchen wir wirklich.“ Er hoffe nun neben den politischen Verhandlungen auch auf die Kirchenleitungsebene, die vom Kuratorium der EFHD um Unterstützung angefragt worden sei. „Es bewegt sich immer noch was.“ (me)



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