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MT leistete beim Ligaprimus heftige Gegenwehr

mt-logoKiel/Melsungen. Handball-Bundesligist MT Melsungen lieferte dem souveränen Spitzenreiter THW Kiel über 50 Minuten einen beachtlichen Kampf, verlor aber am Ende etwas zu deutlich mit 35:42 (16:21) in der mit 10.250 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena. Der Führungstreffer für die MT zum 2:4 nach einem erfolgreichen Gegenstoß von Daniel Tellander in der siebten Minute machte deutlich, dass die Nordhessen an diesem Abend keinen übertriebenen Respekt vor dem namhaften Gastgeber haben würden. Ebenso wenig schien sich das Hedin-Team von der Kulisse der mit 10.250 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena  beeindrucken zu lassen. Für den THW hatte bis dahin lediglich Andersson mit zwei Krachern dafür gesorgt, dass sich der Fehlstart der Hausherren in Grenzen hielt.

Und auch nach zwölf Minuten (4:5) sahen sich Karabatic & Co noch im Hintertreffen. Apropos Karabatic: der französische Weltmeister war bis dahin eher durch unsaubere Abwehrarbeit aufgefallen als durch Torgefährlichkeit. Erst brachte er den im Sprungwurf befindlichen Valo aus dem Gleichgewicht – der Halbrechte musste verletzt vom Feld. Nur gut zwei Minuten später schickte er durch eine erneut die Gesundheit des Gegenspielers gefährdende Aktion Jens Schöngarth auf die Bretter. Die gemäß den Regeln zu erwartenden Sanktionen seitens der Referees blieben indes in beiden Fällen aus.

Ob diese punktuelle Härte den MT-Angriff insgesamt aus dem Konzept brachte, ist Spekulation. Fakt hingegen ist, dass sich kurz darauf in der Melsunger Offensive reichlich Fehler einschlichen und dadurch den Gastgebern der Weg geebnet wurde, den Spieß umzudrehen. Innerhalb von nicht einmal drei Minuten zog Kiel an der MT vorbei und ging seinerseits mit 9:5 in Front (15.). Der Tabellenführer offenbarte in dieser Phase seine Gefährlichkeit von allen Positionen. So wurden die fünf Treffer von fünf verschiedenen Schützen erzielt. MT-Trainer Hedin hatte zwar zwischendurch versucht, die aufwachende Zebraherde per TimeOut auszubremsen, aber die Wirkung blieb aus. Seine Schützlinge machten sich indes selber das Leben schwer. Zu einigen Ballverlusten infolge von Fehlpässen oder Unachtsamkeiten kam auch noch Pech hinzu. Etwa als ein Tor von Stojanovic nach vermeintlich falscher Sperre von Klitgaard nicht anerkannt wurde.

Der MT gelang es dann aber, ihren Durchhänger zu beenden und sich im offenen Schlagabtausch  – fast auf Augenhöhe – gegen den Favoriten zur Wehr zu setzen. Bis zur Pause erzielte das Hedin-Team noch 11 Treffer, Kiel nur einen mehr. Der Halbzeitstand von 21:16 hatte also im Wesentlichen seinen Ursprung in dem erfolgreichen Zwischenspurt zwischen der 13. und der 15. Minute.

Das nahezu ausgeglichene Spiel zwischen den beiden Kontrahenten setzte sich auch in der zweite Hälfte fort. Dabei gehörten die ersten sechs Minuten Vladica Stojanovic. Dank seiner vier Treffer schaffte Melsungen gar den Anschluss. Unterstützt von Junillon und Tellander, der an diesem Abend sehr sicher von der Linksaußenposition agierte, war die MT beim 24:23 plötzlich wieder dran. Alfred Gislason hatte genug gesehen und warf die Grüne Karte (37). Für seinen Geschmack hatte die THW Abwehr dem MT-Regisseur zu viele Freiräume gewährt. Deshalb instruierte er Klein, offensiv gegen Stojanovic zu decken. Und genau diese Maßnahme sollte sich später als Schlüssel zum Kieler Erfolg heraus stellen.

Als weiteres Handicap hatte sich zwischenzeitlich für die MT ergeben, dass alle drei Halbrechten, Valo, Schöngarth und Junillon, verletzungsbedingt ausgefallen waren. Dadurch geriet die Offensive zusätzlich ins Stocken, auch wenn sich Savas Karipidis als Aushilfs-Rückraumspieler redlich mühte.

Dennoch kämpfte das MT-Team verbissen weiter und versuchte, das Spiel offen zu halten. Das gelang ihm in Anbetracht der Hemmnisse erstaunlich gut. Als Kiel zum Beispiel nach 44 Minuten auf 31:26 enteilt war, dokumentierte Karipidis mit drei Treffern in Folge das Melsunger Aufbäumen eindrucksvoll. Nach einem weiteren Tor durch Vuckovic war man beim 33:30 (48.) wieder in Kieler Reichweite. Ja selbst in der 54. Minute durfte sich der Ligaprimus bei eigener 38:34-Führung noch nicht gänzlich als Sieger fühlen.

Das änderte sich allerdings schon kurz darauf. Begünstigt von Melsunger Konzentrationsschwächen baute der THW durch Karabatic und Klein den Vorsprung auf ein beruhigendes 40:34 aus. In Anbetracht des Spielverlaufs könnte das 42:35 Endergebnis dieser insgesamt fairen Partie sogar als etwas zu deutlich ausgefallen gesehen werden.

Fazit: Der klare Außenseiter hat mit großem Einsatz dem Gastgeber das Siegen alles andere als einfach gemacht. Schade aus Melsunger Sicht, dass die Mannschaft  im Verlauf des Spiels durch die verletzungsbedingten Ausfälle geschwächt wurde. So kann man nur spekulieren, ob eine “volle Kapelle” ein knapperes Resultat erreicht hätte.

Stimmen zum Spiel
Alexander Fölker, sportl. Leiter MT Melsungen:
Unsere Rückraumreihe hat sehr diszipliniert gespielt und war in der Besetzung Vuckovic – Stojanovic – Junillion besonders effektiv. Wir haben insgesamt den Kielern das Leben schwer gemacht. Leider hatten wir mit 17 technischen Fehlern eine zu hohe Negativquote. Die hat letzlich den Unterschied ausgemacht. Insgesamt bin ich mit dem Auftritt unserer Mannschaft sehr zufrieden. Ich hoffe, dass sich Valo, Junillon und Schöngarth nicht ernsthaft verletzt haben. Alle drei werden sich morgen zur Untersuchung bei unserem Mannschaftsarzt Dr. Rauch einfinden müssen.

Stefan Lövgren, Kapitän THW Kiel: Das war heute eindeutig ein Arbeitssieg. Wir haben uns in der kurzen Zeit sehr gewissenhaft auf Melsungen vorbereitet, aber es kann gut sein, dass wir schon das Championsleaguespiel am kommenden Samstag ein wenig im Hinterkopf hatten.

Statistik:
THW Kiel – MT Melsungen: 42:35 (21:16)

THW: Omeyer, Michelsen (bei einem Siebenmeter) – Wessig (n.e.), Andersson (8), Lundström (4), Kavticnik (n.e.), Lövgren (3), Ahlm (2), Weltgen (n.e.), Zeitz (4), Anic, Karabatic (5/2), Klein (5), Jicha (11/2).
MT: Kelentric (1.-50.), Herold (51.-60.) – Schöngarth, Junillon (3), Klitgaard (6), Valo, Tellander (6), Tzimourtos, Stojanovic (7), Treutler, Danner, Karipidis (8/5), Vuckovic (5).

Spielfilm
1:0 (3.), 2:3 (6.), 3:4 (9.), 4:5 (12.), 7:5 (15.), 10:7 (18.), 13:10 (21.), 14:10 (24.), 16:12 (27.), 21:16 (HZ), 22:18 (33.), 24:21 (36.), 26:23 (39.), 27:24 (42.), 29:25 (45.), 30:26 (48.), 32:28 (51.), 36:30 (54.), 38:32 (57.), 42:35 (EN)

Schiedsrichter
Colin Hartmann / Stefan Schneider (Magdeburg/Barleben); 10.250 Z. (ausverkauft),
Sparkassen-Arena Kiel



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