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Leichtathleten für Meisterschaften im Mehrkampf qualifiziert

mt-jungsMelsungen. Man soll ein Jahr nicht vor seinem Höhepunkt loben,  wandeln vorsichtige Leute gern ein altes geflügeltes Wort für die Leichtathletik ab. Das „alte Wort“ heißt: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“ Ein dickes Lob freilich kann man jetzt schon den Schülerinnen und Schülern der MT 1861 Melsungen spenden, denn, obwohl der Mai erst wenige Tage alt ist, hat dieser Monat schon lange nicht mehr seinen Beinamen „Wonnemonat“ in dieser Sportart aus Sicht der MT-Verantwortlichen so sehr verdient, wie in diesem Jahr. Selten herrschte Wonne über vier Mehrkampf-Rekorde im Mai. Und wann gab es das schon einmal, dass sich gleich drei Mehrkämpfer an einem Tag für die nationalen Meisterschaften qualifizieren konnten? Man ist fast versucht, ohne langes Blättern in den Annalen das Wort „selten“ durch das stärkere Lob „noch nie“ zu ersetzen; so kann es weitergehen.

Am Donnerstag folgt für die Nachwuchs-Athleten der Melsunger Turngemeinde der nächste Höhepunkt. Dann fahren nämlich 20 Jungen und Mädchen nach Polen, um sich einen Tag später mit den gleichaltrigen Schülerinnen und Schülern beim IV. internationalen Städtevergleichskampf zwischen Pila und Melsungen zu messen. Aber zurück zum Mehrkampftag nach Korbach, wo es für die Teilnehmer aus Melsungen acht Siege, vier neue Kreisrekord, viele persönliche Bestleistungen und Erfüllung der Qualifikationsnormen für die Landes- und Bundesmeisterschaften gab.

Beim Mehrkampftag in Korbach hinterließen Melsungens A-Schüler einen viel versprechenden Eindruck. So setzte sich im Block Sprung in der Altersklasse der M14 Henri Alter mit der guten Punktzahl von 2 239 Punkten vor Sebastian Ludwig (2 054 Punkte) durch. Henri hatte dabei seine besten Leistungen im Speerwurf (35,11 m) und im Hochsprung (1,44 m). Wie stark das MT-Team augenblicklich besetzt ist, kann man daran erkennen, dass die  2054 Punkte von Sebastian, mit der er die B-Norm des Landesverbandes für die Landes-Mehrkampfmeisterschaften nur um 26 Punkte verfehlte, nicht mehr für einen Platz in der Mannschaft, die aus fünf Athleten besteht, ausreichten.

Im Block Wurf der M15 lief Martin Proksch bei 1,8 m/sec Gegenwind die 100m in guten 12,80 Sekunden und verbesserte sich über 80m-Hürden auf starke 12,82 Sekunden. Damit erfüllte er die B-Norm für die Landesmeisterschaften in dieser Disziplin.  Aber auch im Mehrkampf  befand er sich auf „Quali-Kurs“. Aber wie es fast immer in diesem Wettbewerb ist, ging die Rechnung doch nicht ganz auf. Im Weitsprung gab es  für Martin zunächst zwei ungültige Sprünge, so dass der dritte und damit letzte Versuch auf Sicherheit gesprungen werden musste.  30 Zentimeter vor dem Brett abspringend, blieb er mit 4,79 m fast einen halben Meter hinter den Erwartungen zurück.  Es war ein Schönheitsfehler in einer sonst sehr glatten und optisch hervorragend wirkenden Rechnung. So erreichte der Gensunger 2 281 Punkte und verfehlte am Ende die Norm nur um 19 Zähler. „Natürlich bin ich darüber enttäuscht“, sagte Martin, als er das Ergebnis erfuhr. Aber er hat bei den nordhessischen Mehrkampfmeisterschaften noch eine Chance, sich für diese Vielseitigkeitsprüfung des Landesverbandes in Fulda zu qualifizieren. Sollte er es schaffen und sich auch Michael Hiob nach seiner Erkrankung wieder fit fühlen, dann könnten die Melsunger Jungen ein gewichtiges Wort um die Medaillenvergabe bei der Mannschaftswertung mitreden.

Besser machte es im Blockwettkampf Lauf der M15 Robin Kästner aus Obermelsungen. Er begann seinen Mehrkampf mit einem Paukenschlag. Im Weitsprung verbesserte er sich auf 5,61 m und ging damit klar in Führung. Auch seine beiden anderen Sprünge, die noch vor dem Brett angesetzt wurden, lagen bei 5,50 m und mehr.  Da er keine Schwächen in seinen fünf Übungen hatte, kam er am Ende auf 2321 Punkte und schaffte ebenfalls die Qualifikation für Landes-Mehrkampfmeisterschaften.

robin-hohmannDie überragenden Schüler-Mehrkämpfer traten aber in der Altersklasse der M14 im Block „Lauf“ an. Sowohl Robin Hohmann als auch Tobias Stang hatten im Vorjahr und  in der Hallensaison bereits ihre Vielseitigkeit bewiesen und auch gezeigt, dass sie auch eine überdurchschnittlich gute Ausdauer besitzen.  So sollte auch dieses Mal wieder die letzte Disziplin – der 2000m-Lauf –  über Sieg und Rekord entscheiden.

Tobias begann zum Auftakt den Weitsprungwettbewerb mit 5,20 m und stellte damit ebenso einen neuen Hausrekord auf wie Robin Hohmann, der sich auf 5,09 m steigern konnte. Auch im 80m-Hürdenlauf zeigte sich Tobias verbessert und lief mit 13,43 Sekunden eine ansprechende Zeit. Robin, der in dieser Disziplin noch Defizite vorzuweisen hat, kam auf 14,58 Sekunden.  Im Ballwerfen, der bei störendem Gegenwind zur Austragung kam, erzielte Robin mit 55 m die größte Tagesweite.  Tobias verlor aber mit 53 m nicht viel an Boden. In der vorletzten Disziplin, dem 100m-Lauf war Robin gezwungen, den ersten Angriff starten, um näher an Tobias heranzukommen. Aber seine 13,41 Sekunden bei 1,9 m/sec Gegenwind brachten nur wenige Punkte mehr ein als Tobias seine 13,57 Sekunden.  So kam wie es kommen musste: Beim abschließenden 2000m-Lauf benötigte Robin Hohmann gegenüber Tobias Stang einen Zeitvorsprung von 20 Sekunden. Dies war eigentlich nicht zu schaffen, da auch Tobias im Vorjahr diese Strecke bereits in 6:51 Minuten gelaufen und somit nur sechs Sekunden langsamer war als Robin.  Aber der Dritte der Landesmeisterschaften im 5km-Straßenlauf von Marburg demonstrierte auch in Korbach seine eindrucksvolle Form und forcierte Runde für Runde das Tempo, so dass der Abstand zu Tobias Stang immer größer wurde. Am Ende lief der Dreizehnjährige mit 6:39,10 Minuten eine tolle Bestzeit und gewann diesen spannenden Blockwettkampf mit dem neuen Kreisrekord von 2374 Punkten.  Mit dieser Punktzahl verbesserte er sogar den Rekord in der Altersklasse der M15, den bisher Niklas Dengler vom SC Steinatal mit 2 184 Punkten inne hatte.  Auch Tobias Stang blieb mit 2364 Punkten 180 Punkte über dieser alten Kreisrekordmarke.  Und mit einem gesunden Michael Hiob wäre auch der dritte MT-Nachwuchsathlet über dieser Bestmarke geblieben.  Sowohl Robin als auch Tobias qualifizierten sich für die deutschen Mehrkampfmeisterschaften, die am 1. August in Bad Oeynhausen ausgetragen werden für den Blockwettkampf „Lauf“. Allerdings muss Tobias noch einen Zeitnachweis über die 1000m erbringen, um in Bad Oeynhausen starten zu können.

Am Ende hatten die fünf MT-Schüler mit Robin Hohmann, Tobias Stang, Robin Kästner, Martin Proksch und Henri Alter 11 571 Punkte gesammelt und damit einen großartigen Kreisrekord aufgestellt.

adrian-erbeEinen viel versprechenden Eindruck als Blockwettkämpfer gaben auch die beiden B-Schüler Adrian Erbe und Christian Schulz, die mit 1807 bzw. 1728 Punkten einen klaren Doppelsieg vor den Jungen aus Korbach Lukas Weber (1680), Nino Antoni (1620) und Jason Böhmeke (1550) landeten. Mit Tobias Ludwig, der in seinem ersten Blockwettkampf 1 339 Punkte erreichte, kam das MT-Trio hinter dem TSV Korbach (5061 Punkte) mit 4874 Zählern auf den zweiten Platz.  Adrian Erbe erzielte seine besten Leistungen im 75m-Lauf mit 10,83 Sekunden (-2,3 m/sec Gegenwind) und im Weitsprung mit 4,37 m.  Christian Schulz, der im Ballwurf mit 33,50 m etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, überzeugte mit einer neuen Bestleistung im Weitsprung (4,11 m) und seiner guten 1000m-Zeit von 3:33,51 Minuten. Ob es allerdings für die Teilnahme an den Landesmeisterschaften reicht, wofür die besten 30 B-Schüler Hessens vom Verband eingeladen werden, muss man abwarten. Im Ballwerfen war Tobias Ludwig mit 36,50 m der beste aller Ballwerfer und stellte damit sein Wurftalent erneut unter Beweis.

Als Abteilungsleiter Hans-Jörg Engler von diesem großartigen Ergebnis hörte, zeigte er sich nicht überrascht. „Vielseitigkeit und Abwechslung, anstatt Spezialisierung und Eintönigkeit, waren in den letzten drei Jahren Kennzeichen einer alters- und entwicklungsgemäßen Leichtathletik in Melsungen. Wer nur Hammer wirft oder nur seine Ausdauer trainiert, wird schon bald von der Leichtathletik genug haben und sich eine andere Sportart suchen“, sagte Engler verwies auf die Mannschaftswettkämpfe, die in Melsungen eine besondere Stellung einnehmen. Gerade weil die Leichtathleten oft als Individualisten gesehen werden, wird ein besonderer Wert auf die Mannschaftswettkämpfe gelegt. „Man lernt nicht nur miteinander umzugehen, sondern verhilft auch  der Mannschaft wie sich selbst zum Erfolg. Dies macht allen große Freude und spornt zu sehr guten Leistungen an“.



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