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Schüler aus Pila bezwingen Melsunger Leichtathleten

meg-pila1jPila/Melsungen. Auch wenn die Melsunger Jungen in ihrer Vielseitigkeit zu den besten Schülern des Hessischen Leichtathletik-Verbandes gehören und bereits bei ihrem ersten Mehrkampf in diesem Jahr in Korbach einen neuen Kreisrekord in der Mannschaftswertung aufstellen konnten, besaßen sie in diesem Jahr trotz vieler persönlicher Bestleistungen gegen die zum Teil ein Jahr ältere Konkurrenz aus dem Leichtathletik-Zentrum in Pila erneut keine Chance. Die polnischen Jungen hatten großartige Athleten in ihrer Mitte, die Begeisterungsstürme des sehr objektiven Publikums hervorriefen.  Weitspringer Bartek  Draszawka, Speerwerfer Bartosz Wachowiak oder Langstrecken-Ass Kacper Stogarek sind Namen, von denen man in einigen Jahren noch hören oder lesen wird.

Sollte es nur Doppelsiege für die Schüler aus Pila geben oder könnte auch einmal ein Junge aus Melsungen auf dem ersten Platz geehrt werden? Man war sich sicher, dass die Jungenmannschaft aus Pila stark war, aber die Melsunger waren erfüllt von dem Gedanken und dem Wunsche, ihre Haut so teuer wie möglich zu Markte zu tragen. Es war jener gute, starke Kraft gebende Geist, der sie beherrschte; ein Geist der Art, der vor einem Jahr beim DSMM-Landesfinale in Alsfeld so trefflich demonstriert worden war. Und obwohl die 13stündige Busanreise strapaziös gewesen war, erkämpften die Melsunger gegen ihre Konkurrenz aus Pila auch Pluspunkte, die in den Kalkulationen als Minuspunkte eingesetzt waren.

Nach dem Einmarsch in das Stadion unter dem lebhaften Beifall der Zuschauer und den Begrüßungsworten durch Landrat Tomasz Bugajski und dem Sportkreisvorsitzenden Ulrich Manthei konnte das große Erlebnis mit dem 4. Städtevergleichskampf beginnen.

100 Meter
Wenn auch der starke Gegenwind keine überragenden Zeiten zuließ, trat das ein, was man im Melsunger Lager befürchtet hatte. Ein Blick auf das Ergebnis im 100m-Lauf zeigt, dass die Gastgeber ihrer Favoritenstellung vollauf gerecht wurden und die Melsunger Vertreter nichts weiter tun konnten, als die Punkte für die Plätze drei und vier mitzunehmen. Die Jungen aus Pila liefen mit Dawid Banas (12,59) und Michal Banszchyk (12,62) als Erste und Zweite über die Ziellinie und sicherten sich damit den ersten Doppelsieg. Martin Proksch konnte mit seiner Zeit von 13,27 Sekunden wenig dagegen ausrichten und belegte den 3. Rang.  Adrian Erbe, der für den verletzten Jan Ullrich einsprang, überzeugte in diesem Rennen mit einem guten Antritt. Der Zwölfjährige erreichte mit 14,82 Sekunden bei diesem Gegenwind eine erstaunlich gute Zeit.

Hochsprung
Mit 1,65 m setzte sich Kacper Zurawski im Hochsprung souverän vor Martin Proksch durch.  Der Gensunger, der  im ersten Versuch sehr sicher 1,55 m übersprang und noch viel Luft  zwischen Latte und Körper hatte,  sicherte sich – höhengleich mit Marcin Jarzenski den zweiten Platz.  Da Karl Westphal zur selben Zeit im Speerwurf an den Start gehen musste,  hatten die Melsunger keinen weiteren Schüler in der Wertung, so dass die Schüler aus Pila  erneut eine 8:3 Wertung bekamen und bereits 16:6 Punkte auf ihren Konto hatten.

Speerwerfen
meg-pila3jWährend der 100m-Sprint und der Hochsprung im Gange waren, brandete immer wieder Beifall des Publikums für die blendenden Leistungen der Speerwerfer auf, die mehrmals die 40m-Marke übertrafen. Für Bartosz Wachowiak, im Vorjahr der überragende Ballwerfer in Melsungen und Marek Lobos war es eigentlich nur ein Privatduell, denn beide hatten in diesem Jahr bereits Weiten über 45 m erzielt. Aber nach vier Versuchen lag der 90m-Ballwerfer nur auf Rang drei.  Da es bei diesem Wettbewerb auch um das Prestige ging, gab sich Wachowiak mit seinem  40m-Wurf noch nicht zufrieden. Das Wurftalent aus Pila siegte mit seinem letzten Wurf von 43,56 m und verdrängte Marek Lobos mit 40,50 m auf Rang zwei.  Karl Westphal, der nordhessische A-Schülermeister, verfehlte mit 39,78 m die 40m-Marke nur knapp und landete auf Rang drei.  Henri Alter stand mit seinen 34,87 m auf verlorenem Posten.   Die Schüler aus Pila bauten nach drei Doppelsiegen in Folge ihren Vorsprung  auf  24 : 9 aus.

Kugel
Vor dem Kugelstoßwettkampf hatte man im Melsunger Lager schon an den vierten Doppelsieg für die starken Jungs aus Pila vor Augen. Aber Karl Westphal und Robin Hohmann , die ohne Furcht und Tadel in den schweren Kampf gegen einen vorher schon unschlagbaren Gegner zogen, holten unerwartet fünf Punkte für das Melsunger Team. An Patryk Nowakowskis Sieg gab es natürlich keinen Zweifel. Der Dreizehnjährige wuchtete die 4kg-Kugel im vierten Durchgang auf 11,88 m und hätte selbst mit seinem schwächsten Stoß diesen Wettbewerb noch gewonnen. Dahinter lieferten sich Karl und Robin einen spannenden Zweikampf, bei dem sich schließlich Karl Westphal mit 9,86 m gegenüber Robin Hohmann (9,85 m) durchsetzte. Die Polen hatten mit einem Doppelsieg gerechnet, aber Lukasz Kowalski blieb bei 8,56 m hängen und landete auf den 4. Rang. Nach vier Wettbewerben führte Pila bereits uneinholbar mit 30:14.

1000 Meter
meg-pila2jDer 1000m-Lauf brachte zwar den erwarteten Erfolg für Kamil Linka, aber Robin Hohmann, der als Dritter bei den Landesmeisterschaften im 5 km Straßenlauf seine Ausdauer bewiesen hatte, lieferte dem gleichaltrigen Jungen aus Pila einen spannenden Kampf. Am Ende setzte sich doch die größere Erfahrung durch und Kamil siegte in 2:55,36 Minuten. Eine Zeit, die auch Robin hätte laufen können, aber während K. Linka sich auf diesen Wettbewerb gezielt vorbereiten konnte, kam Robin Hohmann direkt vom Kugelstoßen. Mit 3:00,69 Minuten belegte der Obermelsunger Junge den zweiten Rang.  Michael Hiob hatte während des gesamten Laufes Dawid Szpot im Auge, aber er kam an ihm nicht vorbei. Als Dritter lief Dawid nach 3:03,43 Minuten über die Ziellinie und hatte zwei Sekunden Vorsprung vor Michael, der krankheitsbedingt über eine Woche pausieren musste.  Die Schüler aus Pila bauten ihren Vorsprung nach fünf Wettbewerben auf 37:18 aus.

300 Meter
Im 300m-Lauf kämpfte Martin Proksch nach seiner unglücklichen Vorstellung im 100m-Sprint sehr wacker und verpasste am Ende nach 41,02 Sekunden seine Bestzeit nur um einen Wimpernschlag. Er  konnte zwar den dreizehnjährigen Patryk Dlugos, der in glänzenden 39,64 Sekunden siegte, nicht bezwingen, aber er schlug auf den letzten Metern Tomasz Roermann, der nach 41,41 Sekunden ins Ziel kam. Martin hatte großartig gekämpft, war aufs Ganze gegangen und hatte den zweiten Platz erlaufen.  Da sich Robin Kästner auf den Weitsprung konzentrieren sollte, musste er auf das 300m-Rennen verzichten. So gab es für diesen Wettbewerb einen polnischen Sieg mit 7:3. Nach sechs Wettbewerben führten die Gastgeber mit 44:21

Weitsprung
Bartek Draszawka, der polnische Weitspringer, der im Vorjahr in Melsungen bereits an die Sechs-Meter-Marke sprang,  war frei von jeder nervlichen Belastung. Er hatte keinen Gegner, der ihm gefährlich werden konnte.  Aber Robin Kästner, der sich von Wettkampf zu Wettkampf verbesserte, steigerte sich auch in Pila und landete mit 5,78 m auf dem zweiten Rang. Jetzt fehlen dem Mehrkämpfer nur noch 22 Zenitmeter bis zur 6m-Marke. Schade, dass Tobias Stang seine Versuche im Weitsprung nach dem dritten Durchgang beenden musste, um zum 2000m-Lauf zu eilen. Der Malsfelder verbesserte sich auf 5,28 m und verdrängte den deutlich höher eingeschätzten Maksym Drzyzgiewicz, der weitengleich auf Rang vier kam.  In diesem Wettbewerb hatte man im Melsunger Lager nur mit drei Punkten gerechnet, aber es wurden fünf Zähler, so dass es nach dem siebten Wettbewerb  50:26 für Pila stand.

2000 Meter
Ein im Weitsprung gut aufgelegter Tobias Stang versuchte auch im 2000m-Lauf sein Möglichstes. Er klemmte sich die ersten beiden Runden hinter das polnische Zweigespann Stogarek und Wyczynski und versuchte mitzuhalten, solange es ging. Aber nach der Hälfte der Strecke ging bei den beiden Polen die Post ab und so klaffte bald eine immer größere Lücke zwischen den beiden Schülern aus Pila. Tobias Stang hatte keine Chance mehr, in den Endkampf einzugreifen. So lief das Rennen wie man es erwartet hatte. Kacper Stogarek siegte in vorzüglichen 6:25,33 Minuten; sein Partner, Przemyslaw   Wyczynski überquerte zehn Sekunden später nach 6:35,37 Min. die Ziellinie.  Und Tobias Stang lief mit seinem nun schon fast sprichwörtlichen Kampfgeist mit 6:55,22 Minuten ebenfalls noch unter sieben Minuten.  Durch den eine Stunde vorher statt gefundenen 1000m-Lauf konnte kein zweiter Melsunger Schüler auf dieser Langstrecke eingesetzt werden, so dass es für Pila acht und für Melsungen nur zwei Punkte gab.  Nach acht Wettbewerben hieß es 58:28 für Pila.

4×100 m-Staffel
In der 4x100m-Staffel hatte das ersatzgeschwächte Team der MT 1861 Melsungen nicht den Hauch einer Chance, um gegen die schnellen Sprinter aus Pila mithalten zu können. Da Adrian Erbe im Startblock nach dem Startschuss sitzen blieb, weil er das polnische Startkommando nicht verstand, gingen noch weitere wertvolle Sekunden verloren.  Das polnische Quartett lief sehr gute 48,51 Sekunden – mit 50 m Rückstand kam das Melsunger Team nach 54,97 Sekunden ins Ziel.

Vor dem letzten Wettbewerb, der Schwedenstaffel, führten die Gastgeber aus Pila mit 63:30 Punkten.

Zehnter Wettbewerb: Schwedenstaffel

Obwohl das Melsunger Quartett gute Zeiten auf ihren Teilstrecken lief – Henri Alter legte die 100 m in 14,2 Sekunden zurück, reichte aber den Staffelstab bereits mit einem Rückstand an Martin Proksch weiter.  Dieser legte seine 200m-Strecke in 26,5 Sekunden zurück und verlor ebenfalls an Boden.  Robin Kästner hinterließ über 300m mit seinen  42,3 Sekunden einen starken Eindruck, aber die Konkurrenz aus Pila war bereits zu weit enteilt. Da halfen auch die sehr guten 58,3 Sekunden von Robin Hohmann nichts mehr.  Er kam zwar noch bis auf eine Sekunde heran, aber die vier Jungen aus Pila siegten in 2:20,27 Minuten vor der MT Melsungen, die elektronisch mit  2:21,54 Minuten gestoppt wurden. Damit siegten die Gastgeber bei diesem internationalen Städtevergleichskampf mit 68:32.

Fazit:
Beide Mannschaften trugen mit ihren großartigen Leistungen und ihrem Kampfgeist dazu bei, dass diese drei Tage von Pila lange in Erinnerung bleiben werden. Trotz dieser klaren Niederlage dürfen die Schüler aus Melsungen stolz auf ihre Leistungen sein. „Es ist unser Wunsch, dass dieser Städtevergleich dazu beigetragen haben möge, die Freundschaft weiter zu vertiefen“, formulierte MT-Abteilungsleiter Hans-Jörg Engler bei der abschließenden Siegerehrung.  Und Alwin J. Wagner griff die Worte des MT-Abteilungsleiter auf und betonte, dass die Festigung der freundschaftlichen Beziehungen wichtiger sei als das Ergebnis dieses Städtevergleichskampfes. In ihrer Meinung waren sich die beiden Melsunger Vertreter auch vorher schon einig; sie rechneten beide mit einem klaren Sieg für Pila. Leider wurde der Melsunger Antrag, den Zeitplan und die Reihenfolge der Wettbewerbe ein wenig zu ändern, von den Gastgebern abgewiesen, so dass in manchen Wettbewerben nur ein Schüler aus der Bartenwetzerstadt an den Stadt gehen konnte. Somit gingen wertvolle Punkte für die Gäste aus Melsungen verloren.

Addiert man die Punktzahlen vom Vergleich der Mädchen und der Jungen, so kommt man auf ein Endergebnis von 113:88 für Pila…



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