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Janina Rohde deutsche Vizemeisterin im Schleuderballwerfen

janina-rohde1Frankfurt/Melsungen. Beim Deutschen Turnfest in Frankfurt schrieb die zweifache hessische Schülermeisterin Janina Rohde (MT 1861 Melsungen) ihre sportliche Erfolgsstory weiter.  Bereits einen Tag nach der Eröffnung  des Turnfestes durch Bundesinnenminister Schäuble startete Janina im Schleuderballwerfen der B-Schülerinnen. Gerade acht Mädchen hatten sich für diese Meisterschaften qualifiziert, und Janina Rohde war mit ihren 26,08 m bei den Landesmeisterschaften des Vorjahres gerade noch so auf den Zug mit aufgesprungen.  Dass sie sich sportlich weiter entwickelt hatte, konnte man spätestens bei den nordhessischen Wurf- und Stoßmeisterschaften in Borken erkennen, denn dort trumpfte sie mit ihren Siegen im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen mächtig auf. Nun sollte auch im Schleuderballwerfen ein weiteres Kapitel hinzukommen.

Welche Erinnerungen wurden da wach, denn der Melsunger Alwin J. Wagner  schrieb gerade in dieser Disziplin Sportgeschichte. Ihm gelang der erste 80m-Wurf, er wurde 15mal deutscher Meister und sechsmal in Folge Deutscher Turnfestsieger. Janina gehört seit  zwei Jahren zu seiner Trainingsgruppe und reift zu einer guten Mehrkämpferin heran, die allerdings erst am Anfang ihrer Laufbahn steht. Was sollte sie schon in Frankfurt bei der zum Teil ein Jahr älteren Konkurrenz erreichen.  Sie war mit der achtbesten Vorleistung nach Frankfurt angereist und sollte eigentlich nur lernen. Sie lernte auch. Und wie sie lernte.  Man versetze sich in die Lage eines aufwärtsstrebenden jungen Mädchens, für die die deutschen Meisterschaften Neuland sind, die einfach tolle Leistungen für ihr Alter erzielt hat, aber die doch genau ihre  (vorläufigen) Grenzen kannte. Unmittelbar vor dem Wettkampf gab ihr Alwin J. Wagner die letzten Tips. Das gab Auftrieb – auch psychologisch.

Die acht Schülerinnen werfen im Vorkampf nach der Qualifikationsleistung.  Selina Kamb aus Landau in der Pfalz beginnt diesen Wettbewerb und setzt mit 36,87 m gleich ein Ausrufezeichen.  Die eigentliche Favoritin Jessica Rogozinski vom TV Altenessen schleudert den 800 Gramm schweren Gummiball auf 34,74 m und nimmt die zweite Position ein.  Auf Platz drei liegt Michelle Bold (TV Thaleischweiler) mit 31,53 m.  Die Spreu hat sich inzwischen vom Weizen getrennt und der Wind, der ziemlich heftig durch das Rebstockgelände bläst, macht vielen Mädchen zu schaffen. Als letzte Werferin des ersten Durchgangs wird Janina Rohde aufgerufen. Sie denkt nicht an einen Medaillengewinn, sie denkt nicht an eine große Weite, nein, sie beherzigt ganz einfach, was ihr der Trainer gesagt hatte. Mit einer sauberen Drehung wirft sie den Gummiball gegen den starken Wind, der allen Werferinnen ca. drei bis vier Meter von der Weite nimmt.  Aber der Schleuderball fliegt weit und hat erst wieder bei 33,90 m Bodenkontakt.  Ein glänzender Auftakt, denn mit diesem Wurf hat Janina nicht nur ihren eigenen Rekord um fast acht Meter verbessert, sondern sie liegt zur Überraschung aller plötzlich auf Rang drei.

janina-rohde2Im zweiten Durchgang ändert sich nichts an der Reihenfolge.  Doch im dritten Durchgang, als der Wind noch stärker den Werfern ins Gesicht bläst und die Leistungen der Mädchen noch weiter zurückgehen, da erwischt Janina einen noch besseren Abwurfwinkel. Der Schleuderball fliegt im hohen Bogen auf das Sportfeld und Janina fühlt, das sie noch weiter als im ersten Durchgang geworfen hat. Noch hält sie ihre Freude zurück und schlendert, sich zur Ruhe zwingend, dorthin, wo sie ihre Trainingsjacke abgelegt hat. Im gleichen Augenblick sieht man auf der Anzeigetafel die Zahlen   3 – 4 – 7 – 6.  Da macht sie einen Freudensatz, denn sie hat sich mit dieser Leistung auf Platz zwei vorgearbeitet.   Im vierten Durchgang verzieht sie das Gerät, aber dennoch wird diese Leistung mit 33,21 m gemessen.  Nicht auszudenken, wenn der Abwurfwinkel wie im dritten Durchgang gestimmt hätte.  Da sich niemand mehr verbessern kann, steht das Ergebnis fest:  Janina Rohde aus Melsungen sichert sich mit 34,76 m die Silbermedaille bei den deutschen Meisterschaften im Schleuderballwerfen.

„Nicht im Traum habe ich an einen solchen Erfolg gedacht“, sagt sie hinterher. Mit einem strahlenden, aber dennoch fast ungläubiges Lächeln im Gesicht, schreitet Janina Rohde zur Siegerehrung – bescheiden, so als hätte man sie nur versehentlich hierher bestellt.  Jessica Rogozinski, die auf Gold gehofft hatte und mit Bronze ausgezeichnete wurde, war enttäuscht. Janina Rohde hatte nichts erwartet. Ihr Silber war vergoldet. So relativ kann alles auch im Sport sein.



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