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Behindertenhilfe will neue Wohnplätze schaffen

bethanienSchwalmstadt-Treysa. „Wir wollen Menschen mit Behinderungen mehr Möglichkeiten bieten, sich für ein eigenständiges Leben zu entscheiden“, sagt Wilfried Hoos, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter Behindertenhilfe Hephata Diakonie. Er beschreibt damit den Prozess der Teildezentralisierung der Hephata Behindertenhilfe auf dem Campus in Schwalmstadt-Treysa. Gefördert wird dies von der Deutschen Behindertenhilfe – Aktion Mensch e.V.

Wer bleiben will, kann bleiben. Wer neues ausprobieren will, kann ausprobieren. Vor sieben Wochen stellte die Hephata Behindertenhilfe auf der Jahresversammlung Bewohnern, Beschäftigten, Betreuern und Angehörigen ihr neues Konzept vor. So wirklich neu ist dieses jedoch nicht, bereits in den vergangenen Jahren wurden erste Schritte der Teilzentralisierung der Behindertenhilfe auf dem Campus Hephata gegangen. Neu ist aber, dass dafür der Kooperationspartner Deutsche Behindertenhilfe – Aktion Mensch e.V. gewonnen werden konnte. Mit ihm wurde eine Zielvereinbarung getroffen. Die Hephata Behindertenhilfe will in den kommenden zehn bis 15 Jahren bis zu 300 von insgesamt 486 Wohnplätzen auf dem Gelände des Hephata-Stammsitzes in Schwalmstadt-Treysa abbauen. Und dafür 32 dezentrale Wohnmöglichkeiten mit jeweils acht bis 16 Plätzen in der Region schaffen. In einem ersten Schritt sollen zwischen 2009 und 2011 zwölf neue Wohnobjekte in umliegenden Gemeinden und Städten erschlossen werden.

So kann es aussehen
Wie dies aussehen kann, haben die neuen Wohngruppen in der Friedrich-Ebert-Straße und der Bahnhofstraße Treysas bereits gezeigt. „Unsere Ziele und die der Aktion Mensch haben sich jetzt überschnitten“, sagt Hoos, Projektleiter der Kooperation. „Diese Entwicklung hätten wir aber auch ohne die Förderung der Aktion Mensch gemacht, weil wir die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderungen weiter verbessern wollen.“ Die Aktion Mensch beschreibt das Ziel ihres Förderprogramms mit dem Anreiz, „Wohnangebote in Groß- und Komplexeinrichtungen verstärkt durch gemeindeintegrierte Betreuungsangebote abzulösen“. Allerdings trifft dieses Vorhaben nicht bei allen Betroffenen auf Zustimmung. „Wir stehen im intensiven Austausch mit Bewohnern, deren Familien und gesetzlichen Vertretern. Wer nicht vom Campus wegziehen will, muss das auch nicht“, sagt Hoos. Wer darüber nachdenke, werde von der unabhängigen Wohnberaterin Renate Bohnert unterstützt. Sie stehe momentan mit 25 Bewohnern in Kontakt, die gerne umziehen möchten.

Nicht mehr zeitgemäß
Betroffen von der Dezentralisierung sind vor allem die Häuser Bethanien, Rogate und Johannes-Falk. Sowohl ihre Größe als auch Ausstattung als Wohnhäuser seien nicht mehr zeitgemäß, so Hoos. Die Leitung der Behindertenhilfe hat kürzlich selbst den ersten Schritt getan und ist in die rechte Hälfte des Hauses Rogate gezogen. Das Verwaltungsgebäude II gegenüber des Speisen- und Versorgungszentrums steht nun bis auf die obere Etage, in der die Mitarbeitervertretung ihre Büros hat, leer. Damit könnte das Haus perspektivisch für Wohnzwecke der Behindertenhilfe genutzt werden.

Prinzipiell sollen die sonstigen in den kommenden Jahren geräumten Häuser aber entweder gar nicht mehr zu Wohnzwecken genutzt werden oder aber dem Abbau von Doppelzimmern in anderen Häusern auf dem Campus dienen. „In Abhängigkeit von Wünschen und Anforderungen der Bewohner sowie notwendiger neuer Wohnmöglichkeiten, können wir noch keinen Zeitpunkt nennen, bis zu dem beispielsweise Bethanien vollständig nicht mehr für Wohnen durch den Geschäftsbereich Behindertenhilfe genutzt wird“, so Hoos. Fest steht, dass dort bereits zehn Bewohner ausgezogen sind und nun teilweise in Häusern mitten in der Stadt leben. Weitere neun Bewohner sind vorübergehend in die Villa umgezogen, weil sich die Umbauarbeiten in der oberen Etage Bethaniens – dort entstehen zehn neue Gästezimmer – als zu belastend erwiesen haben. Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, werden diese jedoch nicht nach Bethanien zurückkehren, sondern in neue Häuser umziehen. Entweder in vorhandene Wohngruppen oder neue Objekte.

Geplant sind als neue Objekte ein Haus in Neustadt mit 16 Plätzen und zwei Häuser in Ziegenhain mit jeweils 14 Plätzen. Weitere werden hinzukommen. „Wir wollen, dass Menschen mit Behinderung nicht in speziellen Zentren, sondern wie alle anderen auch im Gemeinwesen leben können.“ (me)



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