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Musik und Sport ohne Grenzen

Rund 9.000 Menschen kamen zu den 17. Hephata-Festtagen

hephata1Schwalmstadt-Treysa. Ab Sonntagmittag gab es in Treysa nur noch eine Richtung: bergauf. Zum Abschlusskonzert der 17. Hephata-Festtage mit Schirmherr Michael Hirte kamen mehr als 2.500 Menschen ins und zum großen Festzelt an der Hephata-Gärtnerei. Höhepunkte des Festwochenendes waren außerdem der Bauernstammtisch und der Gastauftritt der Schwesterherzen am Samstag sowie die Reiner-Irrsinn-Show am Sonntag. Insgesamt waren rund 9.000 Menschen auf dem Hephata-Campus unterwegs.  

„Sich selbst hat man meistens kaum Grenzen gesetzt. Öfter ist es das Gegenüber, das Wege und Einfälle anderer nicht annimmt und blockiert. Dann muss man vielleicht einfach einen anderen Weg gehen.“ Manuela Schmermund, Sportschützin und Silbermedaillengewinnerin bei den Paralympics 2008 in Peking, weiß wovon sie spricht. Seit einem Unfall 1992 ist die 37-Jährige querschnittsgelähmt – und erfolgreiche Sportlerin. Sie forderte bei der Auftaktveranstaltung der Hephata-Festtage am vergangenen Samstag nicht nur ein selbstbewusstes Erkennen der eigenen Stärken, sondern auch einen anderen Sprachgebrauch: „Ich kann das Wort behindert nicht mehr hören.“ Beim Benennen fange das Umdenken an – sie sprach von Menschen mit Einschränkungen, hephata3die zugleich aber Vorteile gegenüber anderen Menschen haben können. Die sechs anderen Podiumsteilnehmer der Auftaktveranstaltung, die passend zum Hephata-Jahresmotto unter dem Titel „Grenzen erkennen – Grenzen überwinden“ stand und von Thomas Raue, Bürgermeister der Gemeinde Habichtswald moderiert wurde, ergänzten diese Sichtweise mit ihren eigenen Erfahrungen.

Patricia Odriozola, Sportlehrerin und -koordinatorin der Hephata-Werkstätten (WfbM): „Manchmal treffen ich auf Grenzen, wenn Sportler sich Ziele gesetzt haben und diese nicht erreichen. Dann müssen wir uns überlegen, ob es das richtige Ziel gewesen ist.“ Gerhard Knapp, Präsident des Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes e.V., knüpfte an Manuela Schmermunds Stellungsnahme an: „Nicht die Wörter alleine zählen. Wenn gilt, dass Menschen mit Behinderung etwas anders aber sonst gleich sind, dann sind wir schon auf einem guten Weg.“

Auf einem guten Weg
Auf einem guten Weg waren sowohl die Auftaktveranstaltung als auch die Festtage insgesamt. Erstmals kamen 110 Aussteller von nah und fern auf das Gelände. Gleichzeitig waren auf drei Bühnen, im Festzelt, in der Hephata-Kirche und auf zwei Plätzen Musik-, Kleinkunst-, Sport- und Unterhaltungsprogramme zu hören und zu sehen. Beim Country-Schlagerduo „Die Schwesterherzen“ schunkelten am Samstag rund 600 Menschen vor der Bühne, beim Bauernstammtisch mit den vier Hauptdarstellern der RTL-Show „Bauer sucht Frau“ Georg, Thilo, Torsten und Uwe schrien vor allem die Frauen unter den 500 Fans nach Autogrammen und Blickkontakten. Zum Auftritt von Reiner Irrsinn am Sonntagmittag gab es dann nicht nur Lautstärke sondern auch Polonaise über den Festplatz und Tanz auf den Biertischen.

hephata2Doch der eigentliche Publikumsmagnet war der diesjährige Schirmherr, Michael Hirte, Gewinner der letzten Staffel der RTL-Show „Das Supertalent“. Schon eine Stunde vor seinem Auftritt war das große Festzelt an der Gärtnerei proppenvoll. Der Mann mit der Mundharmonika schaffte es mit Stücken wie „You raise me up“, „Ave Maria“ und „Über sieben Brücken“ abwechselnd für andächtige Stille und tobenden Beifall zu sorgen. Mit Zugaben und Autogrammstunden erfüllte er vor allem den zahlreichen jungen Fans Herzenswünsche. „Beide Tage sind bombig gelaufen“, zog Organisator Reinhard Roth Resumée. Hephata-Direktorin und Pressesprecherin Barbara Eschen: „Wir konnten viele kleine Grenzen überwinden, in Kontakt mit Gästen und Besuchern kommen. Das hat mir sehr gut gefallen.“ Ebenso wie das Abschlusskonzert: „Michael Hirtes Musik kommt ganz ohne Text aus, nur mit dem Klang der Mundharmonika. Er hat ein schönes, verbindendes Gefühl im Zelt verbreitet.“ (me)



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