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Robin Kästner springt in die deutsche Spitzenklasse

Melsunger Dreispringer verbessert 32 Jahre alten Kreisrekord auf 13,06 Meter

robin-kästnerMelsungen. Der Saison-Abschluss der Melsunger Leichtathleten im heimischen Waldstadion konnte die großen Leistungserwartungen der MT-Nachwuchsathleten erfüllen, die sich im Training der letzten Wochen angedeutet hatten. Aus der Fülle der vielen hervorragenden Ergebnisse, glänzenden Leistungen und spannenden Wettkämpfe, die die Teilnehmer aus zehn Vereinen bei sommerlichen Temperaturen und einer guten Organisation boten, ragten fünf Leistungen besonders heraus.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung sorgte der fünfzehnjährige Robin Kästner für den ersten Paukenschlag. Bereits bei der Vorbereitung auf diesen Wettkampf hatte Hessens bester Dreispringer im Schülerbereich Trainingsweiten über 12,70 Meter erzielt. Trainer Alwin J. Wagner rechnete schon letztes Wochenende beim Verbändekampf zwischen Bayern, Hessen und Württemberg mit einer enormen Leistungssteigerung. Aber in Heuchelheim musste das Dreisprungtalent aus Obermelsungen gegen einen Wind bis zu zwei Meter pro Sekunde anlaufen und springen. Bei diesen böigen Windverhältnissen kam er mit seinem Anlauf nicht zurecht und verschenkte bei fast allen Sprüngen ein bis zwei Fuß beim Absprung. Obwohl er dadurch auch in keine gute Körperhaltung während der drei Sprünge kam,  konnte er dennoch mit 12,37 Metern eine neue hessische Jahresbestweite aufstellen.

Beim Wettkampf in Melsungen stimmte alles: sommerliche Temperaturen von 24 Grad, ein nicht allzu starker Wind der von hinten blies und ein Anlauf, der bis zum Absprung perfekt passte. Mit einem guten Kniehub kam er mit einer aufrechten Körperhaltung und Hüftstreckung im Absprung zum Hop und nahm seine hohe Anlaufgeschwindigkeit in die drei Sprünge (Hop-Step-Jump) mit. Bei der Bewegungsführung des Schwungbeins bis zur Position der Stützphase zum Step setzte Robin seinen Fuß ausreichend weit vor dem Körperschwerpunkt auf, so dass er beim Absprung vom Step eine gute Hüftstreckung und Schwungbeinführung im Oberschenkel hatte. Leider fehlte ihm beim Jump noch die nötige Kraft, um in der abschließenden Flugphase die Oberschenkel noch höher zu bekommen und somit die Landevorbereitung besser zu nutzen. Aber mit der phantastischen Weite von 13,06 Metern verbesserte Robin Kästner den 32 Jahre alten Kreisrekord von Frank Rost (Schwalmstadt), der am 18. Juni 1977 in Frankfurt 12,97 Meter gesprungen war, um neun Zentimeter. Mit dieser Weite gehört Robin Kästner, der sich auch im Speer- (32,16 Meter) und Diskuswerfen (32,64 Meter) enorm steigern konnte, zu den TOP-TEN-Dreispringern des Deutschen Leichtathletik-Verbandes in der Schülerklasse.

Nach diesem ersten Supersprung war seine Spannung aus dem Körper gewichen und die Motivation für Sprünge über 13 Meter verflogen; dennoch blieb er mit 12,61 Meter und 12,47 Meter noch zweimal über seiner alten HLV-Jahresbestleistung. Hinter ihm überraschte Martin Proksch mit 11,17 Metern und belegt damit Rang vier in der Jahresbestenliste des Hessischen Leichtathletik-Verbandes. Auch Robin Hohmann zeigte sich nach seinem ersten Dreisprungwettkampf zufrieden, blieb er doch mit 10,87 Meter acht Zentimeter vor dem ebenfalls Bestleistung springenden Karl Westphal aus Wanfried.

celineIm Dreisprungwettbewerb der Schülerinnen imponierte Celine Kühnert und drehte im direkten Duell mit ihrer Trainingspartnerin Katharina Wagner den Spieß um. Beim Abendsportfest am 5. August in Bebra hatte Celine mit 9,79 Meter gegenüber Katharina Wagner (10,51 Meter) noch klar den kürzeren gezogen. Aber beim Saisonabschluss in Melsungen sorgte die hessische Vizemeisterin bereits mit ihrem ersten Sprung für klare Verhältnisse und steigerte sich gegenüber dem Verbändekampf, wo sie mit 10,42 Meter Hessenmeisterin Doreen Riepel bezwingen konnte, erneut um zwölf Zentimeter. Katharina Wagner, die bis mit ihren 10,51 Metern den zweiten Platz in der Landesbestenliste einnahm, war dieses Mal chancenlos, denn Celine hatte sich nicht nur gut vorbereitet, sondern ging auch noch hoch motiviert in diesen Wettkampf. Im zweiten Durchgang landete Celine Kühnert bei 10,68 Metern und hatte mit 10,50 Meter und 10,20 Meter noch zwei weitere Sprünge über der Zehn-Meter-Marke. „Mit diesem starken Ergebnis könnte Celine den Sprung in die Deutsche Bestenliste geschafft haben, denn im Vorjahr hätte diese Leistung zu Platz 28 gereicht“, sagte Alwin J. Wagner und freute sich mit den Melsunger Schülerinnen, denn neben Katharina (9,95 Meter) kamen auch noch Stefanie Klein (9,40 Meter) und Stefanie Gille (9,12 Meter) über die Neun-Meter-Marke und gehören somit ebenfalls zu den TOP-TEN des hessischen Landesverbandes.

speerwerfen speerwerfen1Während man die Freudeschreie für die guten Leistungen im Dreisprung vernahm, hörte man auf der nebenan liegenden Speerwurfanlage ebenfalls Jubelrufe. Das lag daran, dass die beiden zwölfjährigen Nachwuchsathleten Janina Rohde und Tobias Ludwig im Speerwurfwettbewerb über sich hinauswuchsen. Die vielseitige Janina Rohde hatte sich vorgenommen, im abschließenden Diskuswerfen zum ersten Mal in ihrer noch kurzen sportlichen Laufbahn die 30 Meter-Marke zu übertreffen und ihre Spitzenstellung in Hessen weiter auszubauen. Aber die deutsche Vizemeisterin im Schleuderballwerfen  nahm dieses Ergebnis bereits zum Auftakt im Speerwerfen vorweg und verdrängte mit 30,68 Metern Leandra Meyer vom ASC Darmstadt (28,02 Meter) von der Spitze der Landesbestenliste. Mit dieser unerwarteten Steigerung verfehlte sie den 18 Jahre alten Kreisrekord von Christine Hantsch (Borken) nur um zwanzig Zentimeter. Seit dem Wochenende nimmt Janina Rohde die hessische Pole-Position im Kugelstoßen, Diskuswerfen und im Speerwerfen ein. Aber auch im Weit- und Hochsprung sowie über 800 Meter und im Ballwerfen gehört sie – wie natürlich auch in den Mehrkämpfen – zu den besten C-Schülerinnen des Landes. Man darf auf ihre weitere Entwicklung gespannt sein.

Der Sohn des Melsunger Sprungtrainers Ulf Ludwig, der im Sommer bereits als guter Ballwerfer auffiel und bei den Kreisschülermeisterschaften in Spangenberg den Speer auf 27,73 Meter segeln ließ,  verbesserte sich in der Landesbestenliste vom Rang sechs auf Rang zwei. Mit seinen vier gültigen Würfen blieb Tobias Ludwig stets über seiner bisherigen Bestleistung und schaffte mit seinem besten Versuch 31,36 Meter.

Zum Abschluss der Veranstaltung gab es bei den D-Schülern durch Luca Kunkel (TSV Altmorschen) einen weiteren Kreisrekord im Weitsprung der M09.  Der Pleterbauer-Schützling, der in seiner Altersklasse die Landesbestenliste im Weitsprung mit 4,24 Metern anführt, verbesserte sich im ersten Durchgang auf 4,30 Meter und baute damit seine Führung weiter aus. (ajw)



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