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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 15. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Und ewig grüßt der Cockerspaniel

Von Tobias Knopp

pollenbach-cockerspanielPollenbach. Ja, ja, ich weiß, was Sie jetzt denken: Da isser wieder. Monatelang war Ruhe an der Polemikfront, und nur ernsthafte und seriöse Nachrichten erfreuten das Auge des uns zutiefst verbunden SEK-News-Stammlesers. So gesehen haben Sie natürlich recht. Andererseits wurde das soeben geschlossene Sommerloch ja mal wieder von einer derartigen Realsatire überrollt, dass meine Einschätzungen zur Lage der Nation eigentlich ohnehin abkömmlich waren. Ehrlich.

Denken Sie doch nur mal an den Wahlkampf der Bundestagswahl! Was wurde da wieder versprochen: Steuersenkungen, mehr Geld und Arbeit für alle, eine Ressourcen schonende Energiepolitik und eine intakte und lebenswerte Umwelt, in der nicht nur Kühe, nein, sogar auch unsere Kinder glücklich sein dürfen. Jetzt mal so unter uns: Ich konnte mich bei diesem unübersichtlichen Angebot mal wieder gar nicht entscheiden, welche Partei ich nun wählen soll. Da habe ich sie eben alle gewählt. Mit einem großen Kreuz auf dem Wahlzettel: von links oben nach rechts unten und umgekehrt. Wie immer.

Deutlich erheiternd fand ich übrigens das Wahlergebnis der Landtagswahl in Brandenburg. Dass die Linke dort 29,49 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen konnte, weckt in mir den unstillbaren Wunsch, von den dortigen Genossen das Begrüßungsgeld zurück zu fordern. Und zwar mit Zins und Zinseszins. Ach ja, im Saarland gab es ähnliche Ergebnisse. Da lag die Linke bei 21,3 Prozent. Die Saarländer sind der Bundesrepublik übrigens bereits im Jahr 1957 beigetreten. Die älteren Leser unter uns erinnern sich sicher. Wie dem auch sei: Ich finde, wir sollten darüber nachdenken, das Saarland einfach wieder rauszuschmeißen.

Wäre doch schön, wenn wir das Gebiet zur Enklave der Sozialistischen Republik Kuba erklären würden. Ich meine, Havannas rauchen und Zuckerrohr-Rum trinken ist doch echt eine schöne Abwechslung, wenn man den ganzen Tag arbeitslos ist und zum fröhlichen Lachen der sengenden Sonne weit unter Armutsgrenze vor sich hin vegetiert. Wenn gar nichts mehr geht, kann man ja zur Devisengewinnung den Russen anbieten, ein paar Atomraketen im Saarland zu stationieren. Obwohl, dieser Plan hat ja bereits 1962 nicht funktioniert …

Aber wenn dann die vielen Wirtschafts- und Bootsflüchtlinge über die Nonnweiler Talsperre zur Abwechslung mal in Richtung OSTEN fliehen, erfüllt sich doch endlich der große Traum des Großmeisters der sozialistischen Mangelwirtschaft, unserem geliebten Ex-Generalsekretär des Zentralkomitees der SED, Erich Honecker. Der kam übrigens gebürtig auch aus dem Saarland. Zufälle gibt’s, unglaublich!

Können Sie sich eigentlich noch an die Beerdigung von Honecker erinnern? Nein? Ich schon. Hab’s im Fernsehen gesehen. Aber mal ehrlich: Das war wirklich elend zäh und hat stundenlang gedauert, weil sie den Sarg sechs mal wieder hoch holen mussten. Das lag daran, dass die Leute beim Abseilen in die Grube jedes Mal so euphorische geklatscht haben. Und dann die vielen Zugabe-Rufe. Schrecklich!

Ja, ja, unsere politischen Randgruppen … Aber wir wollen ja mal nicht so sein. Jede moderne Demokratie muss mit ihren Kommunisten und Nazis irgendwie leben. Und das da – gewissermaßen als Abfallprodukt eines ansonsten relativ gesunden Organismus – durchaus hinten auch mal was rot-braunes bei rauskommen kann, beunruhigt mich jetzt nicht wirklich. Nach einer neuen Studie leiden übrigens 53 Prozent der Deutschen Bevölkerung unter hartnäckigen Hämorrhoiden. Wie komme ich da jetzt wieder drauf? Keine Ahnung. Auf jeden Fall scheint auch hinter dieser Angelegenheit eine gewisse statistische Gesetzmäßigkeit zu liegen.

Ach, wo wir gerade bei Gesetzen sind: Haben Sie eigentlich den Presserummel um den „Problem-Elch Knutschi“ verfolgt? Da war ja endlich mal was los in unserer Region. Andererseits war es von Anfang an absehbar, dass Knutschi ein Opfer des Gesetzes der Logik werden würde.  Ich weiß, was Sie jetzt denken: „Da kann ich nix mit anfangen…“ Gut, ich erkläre es Ihnen:

Basteln wir doch mal folgende Gedankenkette: Problembär Bruno (Bayern) = tot. Problemwolf Reinhard (Reinhardswald) = tot. Problemeisbär Knut (Berlin) = lebt. Sein Problempfleger Thomas D. = tot. So, und jetzt raten Sie mal, was dem Gesetz der Logik nach mit Knutschi (Nord-Hessen) passieren musste. Hä? Tot! Na also, geht doch. Nebenbei: Wenn ich mir die angeblichen Obduktionsfotos von Knutschi so im Internet ansehe, habe ich weniger das Gefühl, dass es sich dabei um eine ernsthafte Obduktion handelt.

Das sieht eigentlich viel eher nach einem „weidmännischen Zerwirken zur Gewinnung des Wildbrets“ aus. Wo Elchsteaks hierzulande doch so teuer sind. Würde mich nicht wundern, wenn sich bei der Obduktion als Todesursache herausstellt, dass Knutschi versehentlich in ein Bolzenschussgerät gelaufen ist. Das werden die aber sicher erst nach dem Essen feststellen. Ist klar, nä?

Jetzt aber zurück zu den wichtigen Dingen im Leben. Wirklich witzig war doch mal bei Youtube das  selbst gebastelte islamistische Terrorvideo kurz vor der Bundestagswahl. Mann, was habe ich gelacht! Sitzt da ein Pomade beschmierter Cockerspaniel im Konfirmandenanzug und droht uns mit Terroranschlägen, falls wir die falsche Partei wählen. Sag mal Kumpel, geht’s eigentlich noch? Passe ma uff:

Wir Deutschen sind ein hoch intellektuelles Volk aus Dichtern und Denkern, deren samstägliche Abendunterhaltung daraus besteht, sich kränklich aussehende Fußfetischisten beim Beschnüffeln von schweißstinkenden Tunzel-Gummistiefeln anzugucken. Glaubst Du allen Ernstes, wir brauchen hier noch Terroranschläge, um uns in die Steinzeit zu katapultieren? Dass kriegen wir allemal alleine hin. Wetten, dass…?

Wem unbedingt nach Explosionen zu mute ist, der ist herzlich eingeladen, in Deutsch-Afghanistan Spritlaster zu fahren. Den Rest besorgt Oberst Klein vom Feldlager Kunduz. Und die US-Airforce. Die haben nämlich die Bomben auf die hastig Treibstoff zapfenden Freibiergesichter geworfen. Aber das interessiert auf der internationalen politischen Weltbühne anscheinend niemanden. Hauptsache, der Deutsche Steuerzahler blecht den Hinterbliebenen satt  Schmerzensgeld. Das ist jedenfalls mal was Reales.

Bei den Jungfrauen, die da angeblich im Himmel auf Selbstmordattentäter warten sollen, kommen mir dagegen zunehmend gewisse Zweifel. Vielleicht liegt es auch daran, dass meine Frau immer älter wird. Ich meine, mit ihrer fortschreitenden Alterung entfernen wir uns mehr und mehr vom Thema „unverbrauchte Jungfräulichkeit“.

Sollte allerdings doch noch der Nachweis erbracht werden, dass  das mit den wartenden Jungfrauen tatsächlich so ist, müsste ich mal dringend im Internet recherchieren, wo es günstig Sprengstoff gibt. Wie dem auch sei: Zu Zweifeln ist jedenfalls insgesamt okay. Ich bin ja ein Ungläubiger. Sagt zumindest der Cockerspaniel.

Übrigens, den anderen 80 Millionen Ungläubigen hierzulande geht es da überwiegend genauso wie mir. Das schließe ich nämlich aus dem Umstand, dass bei uns keineswegs permanent schmierig-fettleibige Junggesellen wie heiße Popcornsäcke durch die Gegend platzen. Schließlich wäre das auch das Ende jeder „Ü30-Party“, jener Veranstaltung, bei der die Typen sonst immer geparkt werden, die keine mehr Frau mehr geschenkt haben will. Und in Zeiten der progressiven Überalterung unserer Gesellschaft nehmen solche Partys prognostisch noch einen hohen Stellenwert ein. Verlassen Sie sich darauf! Es kann ja nicht jeder bei „Bauer sucht Frau“ seine beachtliche Schönheit und seine sprießende Intelligenz vermarkten …

Apropos Sack: Der kommerzielle Lokalnachrichten-Mitbewerber HNA schreibt auf Seite eins seiner Donnerstags-Ausgabe: „Kater um ein Haar in einem Sack ertränkt.“ Tja, da sieht man mal wieder, was Alkohol aus der Jugend macht. Jetzt mal unter uns: Wenn wir früher am Tag nach dem Trink-Exzess Kopfschmerzen hatten, haben wir saure Gurken gegessen. Einzelne Hardcore-Masochisten versuchten es zudem mit dick bestreutem Kümmelbrot. Diese jungen Komaschlucker machen heute aber anscheinend  vor nichts mehr halt. Und ich wette, in ihren Schränken hängen zigtausende Konfirmandenanzüge! Und dann noch diese schrecklichen Killerspiele …

Die müssen ja alle Terroristen werden!

*pixelio.de



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