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MT zum Jahresabschluss an die Förde

Kiel/Melsungen. Mit dem Auswärtsspiel beim THW Kiel, das gleichzeitig den Rückrundenauftakt darstellt, beschließt die MT Melsungen in der TOYOTA Handball-Bundesliga das Jahr 2009. Anwurf in der Sparkassen-Arena ist am Mittwoch, 30. Dezember, um 20.15 Uhr. Zwischen dem Ende der Hin- und dem Start in die Rückrunde liegen gerade mal drei Tage. Eigentlich zu wenig Zeit, um die erste Saisonhälfte körperlich wie mental zu verdauen. Die MT hatte vor dem ersten Anwurf im September die Losung “oberes Tabellenmittelfeld” ausgegeben. Bislang aber reichte es “nur” bis auf Rang 13 und damit exakt die gleiche Position wie zum Ende der Hinrunde 2008/2009. Dabei wurde mit zwölf Zählern sogar noch ein Punkt mehr als damals erzielt.

Deutlicher fallen die Unterschiede in der Torbilanz auf: Statt 552 wie im Vorjahr, erzielten die Rotweissen nur 455 Treffer, kassierten dafür aber auch statt 574 nur 508 Gegentore. Dass das Saisonziel noch erreicht werden kann, zeigt ebenfalls der Blick zurück. Nach einer fulminanten Rückrunde mit 17:5 Punkten in den 11 Spielen von März bis Mai katapultierten sich Karipidis & Co bis auf Platz 10. Den musste man nur wegen einer in dieser Höhe vermeidbaren Niederlage bei den Füchsen im letzten Saisonspiel an den Hauptstadtclub abtreten.

Die Zeit der MT wird also noch kommen. So jedenfalls sieht es Kapitän Mario Kelentric: “Die Strähne mit dem unglaublichen Verletzungspech muss irgendwann aufhören. Und wenn wir einigermaßen komplett sind, werden wir auch mehr Spiele gewinnen”, ist sich der Torwart-Zerberus sicher. Ob er damit schon den Rückrundenauftakt beim THW Kiel am Mittwoch einschließt, darf bezweifelt werden. Denn die Personalsituation der letzten Wochen hat sich bei den Nordhessen nicht verbessert. Eher das Gegenteil ist der Fall. Neben den Langzeit-Rekonvaleszenten Vladica Stojanovic, der sich von seiner vorletzte Woche durchgeführten Knie-OP erholt, und Savas Karipidis, der nach seinem Wadenbeinbruch Mitte September erst vor Kurzem verstärkt in die Reha eintreten konnte, werden in Kiel wohl auch noch Abwehrspezialist Dalibor Anusic (Muskelfaserriss) und Rechtsaußen Mikkel Holm Aagaard (Sprunggelenkverletzung) fehlen. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Franck Junillon. Der französische Weltmeister bestritt schon die letzten drei Partien mit starken Leistenschmerzen und so ist dessen Wiedersehen in Kiel mit seinen Landsleuten Thierry Omeyer, Daniel Narcisse und Igor Anic arg gefährdet. Zudem haben auch Felix Danner und Alexandros Vasilakis schmerzhafte Blessuren aus dem Lübbecke-Spiel davongetragen.

Dass der Trip an die Förde für die MT aber selbst in Anbetracht der Personalprobleme nicht als “Mission impossible” angesehen wird, die man sich eigentlich ersparen sollte, zeigt die Tatsache der konsequenten Vorbereitung auf dieses Spiel. “Wir werden schon am Dienstag nach Kiel aufbrechen und dabei selbst die Busfahrt zur Videoanalyse nutzen”, erklärt Trainer Ryan Zinglersen. Am Spieltag selbst werden wir dann vormittags noch ein leichtes Abschlusstraining absolvieren. Dann werde ich auch wissen, wer alles am Abend für einen Einsatz zur Verfügung steht”.

Nach dem mentalen Höhenflug, ausgelöst durch den begeisternden 30:27-Sieg im Hessenderby gegen Wetzlar, wurde die MT durch das 23:32-Debakel in Lübbecke jäh auf den Boden der Tatsachen herunter geholt. Dieses Wechselbad der Gefühle dürfte nicht gerade beste Voraussetzung für den Gang zum Tabellenzweiten nach Kiel sein. Aber auch dort schlugen die Wogen der Gefühle zuletzt hoch. Dem aus Hausherren-Sicht nicht befriedigenden 29:29-Remis im Gipfeltreffen mit dem HSV Hamburg folgte ein sensationeller 37:39-Aussetzer beim Kellerkind Balingen.

Die Nachwirkungen dieses Fauxpas waren auch noch beim mühsamen 31:26-Arbeitssieg am Samstag gegen Großwallstadt sichtbar. So ist der bis dahin ziemlich souverän durch die Runde marschierende THW binnen kürzester Zeit von der Rolle des Gejagten in die des Jägers gedrängt worden. Den Platz an der Sonne hat derweil mit einem Punkt Vorsprung Konkurrent Hamburg eingenommen. Kein Wunder also, dass damit  für die Zebras das Spiel gegen die MT Melsungen erhöhten Stellenwert bekommt. „Das wird eine ganz schwere Aufgabe“, warnt THW-Coach Alfred Gislason, während Rückraum-Kanonier Kim Andersson zu der Erkenntnis gelangt ist: „Jetzt wissen wir, dass wir jedes Spiel 200 Prozent geben müssen.“

Ungewohnte Töne aus einem Club, der sein Selbstbewusstsein u.a. aus 15 Deutschen Meisterschaften, sechs Deutschen Pokalsiegen und einem Championsleague-Erfolg speisen kann. Und – abgesehen von dem Missgeschick in Balingen – läuft es auch in dieser Saison eigentlich nach Plan. Neben dem nach wie vor offenen Kampf um den deutschen Titel sind die Nordlichter mit dem Erreichen des Viertelfinales, bzw. des Achtelfinales auch in den beiden Cupwettbewerben DHB-Pokal und Championsleague aussichtsreich vertreten.

“Standesgemäß”, so muss diese Zwischenbilanz in Anbetracht des THW-Kaders bezeichnet werden. Denn der enthält u.a. die beiden französischen Weltmeister Thierry Omeyer (Tor) und Daniel Narcisse (Rückraum), die “Tormaschinen” Momir Ilic und Filip Jicha, die bislang ein Drittel aller Kieler Treffer erzielten, die ebenfalls fleißigen Kim Andersson (RR), Christian Sprenger (RA) und Dominik Klein (LA), “Instinkt-Kreisläufer” Marcus Ahlm und “Mr. Unberechenbar”, Christian Zeitz (RR, RM, RA). Sie und ihre Kameraden bringen es auf über 1.600 Länderspiele. Demgegenüber birgt der Melsunger Kader die Erfahrung von “nur” rund 800 internationalen Einsätzen.

Zumindest statistisch gesehen, tendieren die Chancen der MT, gegen Kiel eine Überraschung zu landen, gegen Null. Alle bisherigen Duell zwischen den beiden Teams gingen glatt an den Abonnementsmeister, so auch das Hinspiel dieser Saison, das 25:35 endete. Am meisten mussten sich die Zebras noch beim so genannten “Weihnachtsmärchen” strecken, zur Premiere der MT in der Kasseler Rothenbach-Halle am 26. Dezember 2007. Zweieinhalb Minuten vor dem Abpfiff waren die Gastgeber bis auf drei Treffer heran gekommen, die knapp viereinhalb Tausend Fans in der ausverkauften Halle und weitere zweieinhalb Tausend beim benachbarten Public Viewing  witterten eine Sensation. Aber am Ende behielt der THW mit 36:31 die Oberhand.

Am Mittwoch in Kiel darf die MT hingegen “nur” auf etwa heimisch 50 Fans hoffen. Die “restlichen” 10.200 Zuschauer in der Sparkassen-Arena werden traditionell ihren THW nach vorne peitschen – erst recht nach den zuletzt offenbarten Anfälligkeiten. (red)

Schiedsrichter am Mittwoch in Kiel:
Robert Schulze (Magdeburg) / Tobias Tönnies (Dodendorf); DHB-Aufsicht: Jürgen Dumke

Bisherige Bundesliga-Vergleiche:
05.09.2009     MT Melsungen – THW Kiel     25:35
25.03.2009     THW Kiel – MT Melsungen    42:35
11.10.2008     MT Melsungen – THW Kiel    32:39
26.12.2007     MT Melsungen – THW Kiel    31:36
25.08.2007     THW Kiel – MT Melsungen    39:28
07.03.2007     MT Melsungen – THW Kiel    31:46
08.11.2006     THW Kiel – MT Melsungen    43:22
11.03.2006     MT Melsungen – THW Kiel    23:31
21.09.2005     THW Kiel – MT Melsungen    32:27



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