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Azubisuche: Handwerk wirbt um junge Menschen

Schwalm-Eder. Das Handwerk im Schwalm-Eder-Kreis wirbt verstärkt um Berufsnachwuchs und will damit den Rückgang der Ausbildungszahlen im Handwerk stoppen. Bereits im Sommer 2009 konnten 50 freie Ausbildungsplätze im Handwerk im Schwalm-Eder-Kreis nicht besetzt werden. Erst durch eine Gemeinschaftsaktion zwischen der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine (HNA) und der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder fanden doch noch  25 junge Menschen eine Lehrstelle. Die Zahl freier Lehrstellen wird sich in diesem Jahr weiter vergrößern, wenn wir nicht aktiv werden, ist sich Kreishandwerksmeister Frank Dittmar (Guxhagen) sicher. Um das zu verhindern, müssen sich Betriebe stärker um Berufsnachwuchs bemühen. Auch die Imagekampagne „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“ soll helfen, auf die interessanten Berufe im Handwerk aufmerksam zu machen. Unter www.handwerk.de sind weitere Informationen zur Kampagne zu finden.

Zahlen
Die Marktentwicklungen und die wirtschaftlichen Erwartungen spiegeln sich auch in den Ausbildungszahlen wider, sagte Kreishandwerksmeister Dittmar bei der Veröffentlichung der Ausbildungszahlen. Demnach sank die Zahl der Auszubildenden im Wirtschaftsbereich Handwerk. Nach den Zahlen, die alle Lehrverträge zum 31. Dezember 2009 beinhalten, sank die Zahl der Ausbildungsverträge im Schwalm-Eder-Kreis von 1238 auf nunmehr 1.160. Das sind 78 Ausbildungsplätze weniger als noch im Vorjahr oder ein Rückgang um 6,3 Prozent. Der Trend lasse sich im gesamten nord- und osthessischen Bereich feststellen. „Trotz positiver Perspektiven im gesamten Handwerk, blase in einigen Branchen den mittelständischen Betrieben der kalte Wind direkt ins Gesicht“, sagte Dittmar.

Weniger Menschen, weniger Auszubildende
Die über 2.100 Handwerksbetriebe bedienen meist den Binnenmarkt, also private und gewerbliche Auftraggeber sowie die öffentliche Hand. Hierin liegt die Stärke und die Kompetenz der mittelständischen Handwerksbetriebe, aber genau hier liegen auch die Schwächen. Die Zahl der Einwohner im Schwalm-Eder-Kreis, wie im übrigen Nordhessen, sinkt Jahr für Jahr. Jedes Jahr übersteigen die Sterbefälle die Geburtenzahlen deutlich. Damit sinkt auch der Bedarf an Grundversorgung und handwerklicher Leistung, erklärt Jürgen Altenhof, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder.Über 50 Prozent des Umsatzes erwirtschaften die Handwerksbetriebe mittlerweile bei Auftraggebern außerhalb des Schwalm-Eder-Kreises. Einen Blick auf die Schülerentwicklung in den allgemeinbildenden Schulen macht eine weitere Entwicklung sichtbar: Weiter sinkende Schülerzahlen. Lag die Gesamtschülerzahl in allgemeinbildenden Schulen 2004 noch bei 21.329, so werden es im Sommer 2010 19.511 sein und bis zum Sommer 2014 wird diese auf 17.802 abschmelzen. In der Summe sind das im Schwalm-Eder-Kreis 3.527 Schülerinnen und Schüler weniger. Das bedeutet, dass neben den Diskussionen um Schulstandorte, bereits ein verschärfter Wettbewerb um die besten jungen Menschen eingesetzt hat. Dieser Wettbewerb wird längst nicht nur zwischen Betrieben und Branchen geführt. Vielmehr treten die Schulen durch Vollzeitschulangebote verstärkt in den Wettbewerb zur betrieblichen Ausbildung.

Labile Märkte
„Unterm Strich steht ein Minus in der Ausbildungsstatistik in diesem Jahr und die Perspektiven in den nächsten werden nicht einfacher“, unterstrich Kreishandwerksmeister Dittmar und verweist auf die demografischen Veränderungen hin. Gerade bei solch schwierigen Veränderungen spielen die Rahmenbedingungen für die mittelständischen Betriebe eine besonders wichtige Rolle. Hier kämpft das Handwerk immer noch mit den Auswirkungen der Wirtschaftspolitik der Vergangenheit. Das immer wieder in Fragestellen des Meisterbriefs als Basisqualifikation zur Selbstständigkeit im Handwerk zeigt Wirkung. Die Zahl der Meisterbetriebe sinkt weiter und die Zahl der Betriebe, die mit wenig oder keiner fachliche Qualifikation gegründet werden, steigt weiter. Damit konzentriert sich Ausbildung auf immer weniger Betriebe, die wiederum in Konkurrenz mit den gering qualifizierten Anbietern stehen. Das bedeute in vielen Branchen einen hohen Wettbewerbsdruck mit niedrigen Renditen und geringen  Wachstumsmöglichkeiten. So verändere sich das Leistungsprofil der Betriebe und der Ausbildung. Hier entstand für Ausbildungsbetriebe eine Zwickmühle, die sehr schwierig zu lösen sei, sagte Dittmar und fordert die Politiker auf, neu über eine Stärkung der betrieblichen Ausbildung nachzuzudenken.

Berufe im Blick
Rot ist auch die dominierende Farbe in den einzelnen Berufen. In den meisten Berufen ist eine leichte Abschwächung zu beobachten, die sich aber beständig zum negativen Gesamtergebnis summiert. Mit einem Minus von 25 bzw. 15 Ausbildungsplätzen schneiden die Berufe Tischler (71) und Fleischer (40) in diesem Jahr am Schlechtesten ab (in Klammern die Gesamtausbildungszahl). Daneben verloren die Berufe Metallbauer -5 (101), Maler und Lackierer  -6 (76), und die Fachverkäuferinnen im Nahrungsmittelhandwerk -8 (114) moderat. Leicht zulegen konnten die Berufe Friseur +6 (87), Elektroniker +3 (93) und Kraftfahrzeugmechatroniker +3 (179). (red)

Die Handwerksberufe im Schwalm-Eder-Kreis:

Ausbildungsstatistik 2004 – 2009

Berufe 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Maurer 35 41 36 26 21 23
Maler u. Lackierer 101 96 101 88 83 76
Dachdecker 22 26 27 20 22 18
Zimmerer 15 14 16 14 10 7
Steinmetz und Steinbildhauer 1 2 3 3 2 3
Metallbauer 83 89 90 98 106 101
Elektroniker f. Energie- u. Gebäudetechnik 107 108 91 87 90 93
Kraftfahrzeug-mechatroniker 193 189 189 169 176 179
Mechaniker f. Land- u. Bau-maschinentechnik 13 7 16 17 21 21
Anlagenmechaniker f. Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik 55 53 57 52 53 51
Tischler 73 85 90 93 96 71
Raumausstatter 6 7 7 8 9 7
Fleischer 46 58 55 51 55 40
Bäcker 50 47 52 58 55 52
Fachverkäuferin im Nahrungs-mittelhandwerk 109 106 103 78 122 114
Friseur 90 83 80 90 81 87
Gesamt* 1338 1336 1287 1232 1238 1160

*Gesamtzahl aller Ausbildungsberufe im Schwalm-Eder-Kreis



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