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MT gegen TVG: Nach 18 Minuten war’s entschieden

Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen hat ihre Heimpremiere im neuen Jahr verpatzt. Vor 2.319 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle gab es gegen den TV Großwallstadt eine 26:29 (9:18)-Niederlage, die vor allem in einer schwachen ersten Hälfte ihre Ursache hat. Die Vorlage zu einer ähnlich furiosen Rückrunde wie in der vergangenen Saison war durch den überzeugenden Sieg vor Wochenfrist in Balingen gegeben. Das Selbstvertrauen war eigentlich da, und gerade für den ersten Auftritt des Jahres vor eigenem Publikum hatten sich die Melsunger viel vorgenommen. Zu viel, wie es recht schnell den Anschein hatte. Denn selbst die zwei Auftaktparaden von Mario  Kelentric gegen Stefan Kneer und Steffen Weinhold brachten nicht die notwendige Ruhe ins Feldspiel. Satte neunzig Sekunden dauerte es, bis die MT ihren ersten Angriff laufen durfte.

Dafür sollte es im Abschluss umso schneller gehen, doch Alexandros Vasilakis blieb mangels ausreichender Vorbereitung in der Gästedeckung hängen. Jens Tiedtke startete schnell nach vorn, bekam den Ball und machte kurzen Prozess: 0:1. Nenad Vuckovic konnte kurz darauf ausgleichen, und der gleiche Spieler egalisierte auch Stefan Kneers neuerliche Führung nach schönem Kempa-Anspiel von Savas Karipidis. Melsungens dritter Treffer durch Europameister Franck Junillon war bereits eine Verkürzung, denn Michael Spatz und Oliver Köhrmann hatten den Tabellenachten mit zwei Toren nach vorn geworfen.

Doch dann riss der ohnehin schon dünne Spielfaden, die MT schien minutenlang praktisch nicht mehr präsent. Kneer, zweimal Spatz und Tiedtke schraubten das Ergebnis auf 8:3 hoch. Auf dem Feld ruderten die Spieler fahrig nach verspringenden Bällen (Thomas Klitgaard), passten auf die Schienbeine der Nebenleute (Nenad Vuckovic auf Franck Junillon) oder trafen aus besten Wurfpositionen bestenfalls krachend das Gebälk des gegnerischen Tores (Savas Karipidis, Alexandros Vasilakis). Ryan Zinglersen versuchte von der Außenlinie seine Akteure wach zu bekommen. Vergebens. Nicht einmal eine Auszeit zeigte Wirkung, obwohl die Hälfte des Personals gewechselt wurde. Vladica Stojanovic ersetzte Nenad Vuckovic, der nach seinen zwei Auftakttreffern fast völlig abgetaucht war und Felix Danner den von Kneer und Jakobsson abgemeldeten Thomas Klitgaard. Grigorios Sanikis übernahm im Angriff für Franck Junillon, der allerdings weiter den Abwehrpart dieses Duos ableistete. Schon Minuten vorher war auf der linken Außenbahn Ivan Brovka für Daniel Tellander gekommen.

All das nutzte jedoch nichts. Michael Spatz per Tempogegenstoß und Csaba Szücs erhöhten weiter, und als Krönung dieses kollektiven Blackout von zwölf Minuten setzte Oliver Köhrmann das Leder in Unterzahl – Sverre Jakobsson musste nach einem Griff ins Gesicht von Grigorios Sanikis auf die Bank – an Mario Kelentric vorbei ins Netz. Noch schlimmer als das nüchterne Resultat war zu diesem Zeitpunkt jedoch die Erkenntnis, dass der Spielstand von 3:11 nach 17 gespielten Minuten recht exakt die Verhältnisse auf dem Parkett widerspiegelte.

Auch Jens Schöngarth war inzwischen für Alexandros Vasilakis aufs Feld gekommen, scheiterte aber mit seinem ersten Wurfversuch genauso am überragenden Mattias Andersson wie zuvor schon Vladica Stojanovic. Einen weiteren Versuch setzte der Serbe fulminant an die Latte, bevor Grigorios Sanikis endlich den Bann brach und Treffer Nummer vier für sein Team markierte. Franck Junillon schickte das fünfte gleich hinterher. Achtzehn Minuten waren da gespielt, und die Bartenwetzer hatten endlich wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben.

Fünf Minuten waren es noch bis zur Pause, die MT hatte das Spiel endlich so weit im Griff, dass wenigstens der Rückstand nicht weiter anwuchs. Da brachte eine einzige unglückliche Schiedsrichterentscheidung wieder alles ins Wanken. Savas Karipidis reklamierte auf Siebenmeter, weil Oliver Köhrmann bei seinem Foul am wurfbereiten Griechen im Torraum stand, bekam aber nur einen Freiwurf. Grigorios Sanikis setzte den Ball im Anschluss unkonzentriert nur an den Pfosten, und Jens Tiedtke bedankte sich ungehindert im Gegenstoß mit dem 7:14. Karipidis musste seinen Platz für Dimitrios Tsimourtos räumen, der seine erste Chance sofort nutzte. Aber die Unruhe hatte sich längst auf die Mannschaft übertragen. Glatte Fahrkarten von Vladica Stojanovic, Nenad Vuckovic und Jens Schöngarth waren die Folge, die allesamt das Großwallstädter Tor deutlich verfehlten. Die Gäste kamen so fast mühelos zu einem unerwartet komfortablen Vorsprung zur Pause.

Franck Junillon eröffnete den zweiten Abschnitt mit einem Schlagwurf ins rechte untere Eck. Doch der Auftakt zu einer von den Fans erhofften Aufholjagd war das leider noch nicht. Im Gegenteil: Schnell aufeinander folgende Zeitstrafen gegen Thomas Klitgaard und Nenad Vuckovic bedeutetn zunächst einen weiteren Dämpfer für die MT. Dass es trotz hohem Rückstand und doppelter Unterzahl aber nicht zum völligen Zusammenbruch kam, war einer zusehends stabiler werdenden Abwehr zu verdanken. Mario Kelentric, im ersten Abschnitt wie der zwischenzeitlich eingewechselte Robert Lechte viel zu oft allein gelassen, bekam endlich Unterstützung. Das Verschieben klappte besser, und auch im Spiel eins gegen eins blieben die Melsunger immer öfter Sieger. Vielleicht lag es an der angekratzten Ehre, dass vier Bartenwetzer das Spiel gegen sechs Mainfranken bei je einem Tor ausgeglichen gestalten konnten. Spielerisch waren diese 120 Sekunden der Wendepunkt in der Partie, auch wenn sich das noch nicht gleich im Ergebnis niederschlug.

Zwar gelang kurzfristig die Verkürzung auf sechs Tore (14:20, 37.), aber der TVG konnte sich vor allem durch einen glänzend Regie führenden Oliver Köhrmann wieder auf neun Tore absetzen (15:24, 44.). Die Folgeminuten waren bestimmt vom zähen Kampf um die mehrfach mögliche Differenz von -10 Toren. Dieser Demütigung stellte sich die MT entschlossen entgegen und kämpfte, als ginge es um die Übernahme einer Führung. Mit Erfolg. Denn es gelang nicht nur, den Rückstand einstellig zu halten, sondern auch wieder zu verringern. Mit Nenad Vuckovic, Savas Karipidis und Thomas Klitgaard waren es drei Spieler aus der ursprünglichen Anfangsformation, die in direkter Folge auf 20:26 verkürzten. Sie gaben die Hoffnung, dass vielleicht doch noch etwas gehen könnte gegen den zuvor sicher scheinenden Sieger.

So gehörte die Schlussphase ganz den Melsungern, auch wenn Stefan Kneer und Andreas Kunz die Gäste noch einmal auf 28:21 nach vorn warfen. Sehenswert dabei vor vor allem die drei Volltreffer von Thomas Klitgaard, jeweils nach lehrbuchreifem Anspiel von Grigorios Sanikis. Auch Nenad Vuckovic lief noch einmal zu großer Form auf und markierte die beiden letzten Tore für die Hausherren. Reichen sollte das aber nur noch für eine kosmetische Korrektur des Ergebnisses, das über sechzig Minuten gesehen eher schmeichelhaft war für die MT Melsungen. Die ersten fünf Spielminuten ausgeglichen, die letzten zehn 8:3 gewonnen – das reicht nicht, um eine geschlossen auftretende Mannschaft wie den TV Großwalstadt zu bezwingen. Dafür zeigte sich die MT in der Phase dazwischen einfach zu harmlos. Jetzt heißt es für die Nordhessen, ganz schnell die Köpfe freizubekommen, um am nächsten Wochenende gegen Aufsteiger Hannover-Burgdorf Wiedergutmachung zu betreiben.

Stimmen zum Spiel

Michael Biegler: Ich denke man hat sehen können, dass wir uns sehr konzentriert auf diese sehr schwere Auswärtspartie vorbereitet haben. Die MT hat individuell sehr gute Spieler in ihren Reihen, die sich jetzt komplettiert haben, aber noch nicht ganz zurück sind aufgrund der Schwere ihrer Verletzungen. Wir haben gewusst, dass wir sehr kompakt agieren müssen, dass wir uns in der Deckung nicht auseinander dividieren lassen dürfen. Das ist uns über weite Strecken sehr gut gelungen. Die erste Halbzeit war in dem Punkt bis auf ganz wenige Ausnahmen, bis wir den Rhythmus gefunden hatten, insgesamt mehr als ausgezeichnet. Mir war klar, dass in der zweiten Halbzeit nochmal richtig Gegenwind kommt. Da haben wir unser Niveau dann nicht mehr halten können.

Ryan Zinglersen: Erst einmal gratuliere ich Großwallstadt zum Sieg. Das war vor allem in der ersten Halbzeit eine hervorragende Leistung von ihnen. Wir waren am Anfang überhaupt nicht dabei. Es gab zwar die Chance ins Spiel zu kommen, aber das hat uns Großwallstadts super Torwart Mattias Andersson kaputt gemacht. Wir haben leider nicht mit vollem Herz und voller Konzentration versucht uns durchzusetzen. So haben wir bis zur Pause nur 9 Tore gemacht, was nicht normal ist, und achtzehn bekommen – viel zu viele. In der zweiten Halbzeit ging es auch um die Ehre und den Stolz, nochmal um das Ergebnis zu kämpfen. Aber der Rückstand war zu groß und Großwallstadt hat clever gespielt. (bk)

Statistik
MT Melsungen:
Kelentric (9 P.), Lechte (2 P.) – Brovka,  Schöngarth 3, Junillon 2, Klitgaard 4, Tellander 1, Tzimourtos 2, Vasilakis 1, Stojanovic 1, Danner 2, Sanikis 1, Karipidis 1, Vuckovic 8/1.

TV Großwallstadt: Andersson (16 P.), Rominger (n.e.) – Spatz 4, Weinhold 4, Kneer 7, Tiedtke 5, Larsson, Jakobsson, Kunz 1, Reuter 1, Köhrmann 4, Szücs 3, Schmeißer, Kossler (n.e.), Holmgeirsson (n.e.)

SR: Lars Geipel (Steuden) / Marcus Helbig (Landsberg)

Zeitstrafen: 4 – 6 (Klitgaard 30:37, Vuckovic 31:22 – Jakobsson 16:25 27:36, Larsson 55:52)

Strafwürfe: 1/1 – 0/0

Zuschauer:
2.319 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Spielfilm: 1:1 (3.), 2:4 (6.), 3:6 (9.), 3:7 (12.), 3:9 (15.), 3:10 (18.), 5:12 (21.), 7:14 (24.), 8:15 (27.), 9:18 (HZ), 10:19 (33.), 13:20 (36.), 14:20 (39.), 14:22 (42.), 15:24 (45.), 18:26 (48.), 19:26 (51.), 21:28 (54.), 24:29 (57.), 26:29 (EN)



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