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Verteidigt Karolin Siebert ihren Vorjahrestitel?

Hessische Hallenmeisterschaften der Nachwuchs-Leichtathleten

Hanau/Melsungen. Für die Landes-Schüler-Hallenmeisterschaften, die am Wochenende in Hanau zur Austragung kommen, haben aus 103 hessischen Vereinen insgesamt 343 Athleten gemeldet. Auch die besten Nachwuchsathleten aus dem Schwalm-Eder-Kreis werden bei diesen Titelkämpfen an den Start gehen, die sicher auch für die heimischen Athleten einige Erfolge und  neue Erkenntnisse bringen werden. Gerade in unserer schnelllebigen Zeit, in der sich Glanzleistungen sozusagen Tag für Tag einander ablösen, zählt, was vorgestern war, überhaupt nicht mehr, und was gestern geschah, hat auch schon den Hauch von Vergangenheit. Deshalb werden die Melsunger Erfolge aus dem Vorjahr, wo sich Katharina Wagner sowohl den Titel im 60m-Sprint mit 8,06 Sekunden als auch im Weitsprung mit 5,41 Meter sicherte und der 800m-Superlauf der damals noch Zwölfjährigen Karolin Siebert, die mit 2:26,74  Minuten souverän in der W14 gewinnen konnte, nur noch Vergleichsmaßstäbe für die bevorstehenden Ereignisse in Hanau sein.

Leider wird Katharina Wagner in Hanau fehlen. Sie wurde von einer Krankheit zur unrechten Zeit getroffen und hat deshalb ihre Starts über 60 m und im Weitsprung absagen müssen. So besitzt Karolin Siebert von den sieben gemeldeten MT-Teilnehmern die besten Aussichten, bei der Siegerehrung auf dem obersten Treppchen zu stehen, denn die Melsunger Mittelstreckenhoffnung war immer dann in Bestform, wenn es nötig war.

Bei den letzten Mittelstrecken-Meisterschaften war leicht zu erkennen, dass sich das taktische Konzept auch im Schülerbereich verändert hat. Rennen „auf  Warten“ werden kaum noch gelaufen. Man gewöhnt sich an 400m-Durchgangszeiten zwischen 70 und 72 Sekunden. Mit solch einem Konzept entschied vor einem Jahr Karolin Siebert das Rennen in der Altersklasse der W14 mit dem neuen Kreisrekord von  2:26,74 Minuten. Auch in diesem Jahr wird sie vom Start an ein hohes Tempo vorlegen. Aber wie lange wird sie ihr hohes Tempo in der letzten Runde noch halten können?  Man könnte von einer Favoritenposition sprechen, doch wird da nicht eine Rechnung ohne Nadja Strege (LG Reinhardswald), die für ihre ungestümen Schlussangriffe bekannt ist und ohne Madita Alter (LAV Kassel) gemacht? Die Frage ist auch, ob diese drei Medaillenanwärterinnen dem Endspurt von Alexandra Zapf (Burgsolms) standhalten können? Alwin J. Wagner ist sich sicher, dass Karolin ihren Titel verteidigen wird: „Sie hat unser Rezept vor einem Jahr in Frankfurt vorexerziert, wie man ein 800m-Finale erfolgreich bestreitet und wird bei diesen Meisterschaften wieder eine tolle 800 Meterzeit laufen!“

Einen Tag später startet Karolin Siebert auch im Lauf über 2000 Meter und hofft dabei auf eine Endzeit von unter 7:30 Minuten. Sollte sie jede der zehn Hallenrunden unter 45 Sekunden laufen, könnte sie sogar den 20 Jahre alte Kreisrekord von Nadine Zasadzinski (Tuspo Borken), der seit dem 17.02.1990 bei 7:27.04 Minuten steht, in Gefahr bringen. Ob diese Zeit für eine Medaille reichen wird, ist allerdings fraglich, denn erstens hat sie noch ihren 800 Meterlauf vom Vortag in den Beinen und zweitens sind mit der jungen Sophia Müller-Dott (Eintracht Frankfurt) – gemeldet mit 7:17,9 Minuten – und Elisa Bade, HLV-Ranglisten-Erste 2009 im 5km-Straßenlauf, zwei starke Mädchen mit im Rennen.  Da aber auch Müller-Dott wie Karolin am Vortag über 800 Meter startet, könnte am Ende Nathalie Kolbe (Breidenbach) davon am meisten profitieren.

Karolin Siebert, die hervorragende Eigenschaften für den Mittelstreckenlauf mitbringt, lief am 25. August 2009 bei den nordhessischen Langstreckenmeisterschaften in Gudensberg das letzte Mal die 2000 Meter im Wettkampf. Damals wurde sie mit 7:22,8 Minuten gestoppt. Sollte nichts Unvorhersehbares passieren, müssten am Ende dieses Zehn-Runden-Laufes sowohl eine Medaille als auch der Kreisrekord im Besitz von Karolin Siebert sein.

Ein weiteres Eisen hat der Altkreis Melsungen mit der Spangenberger Sprinterin Judith Entzeroth im Feuer, die im 60m-Lauf der W14 startet und die Nachfolge von Katharina Wagner antreten kann. Das Spangenberger Sprinttalent siegte bei den nordhessischen Meisterschaften in Bad Sooden-Allendorf souverän mit 8,16 Sekunden und hat augenblicklich nur noch Denise Wagemans (LG Soden Sulzbach), die in diesem Jahr 8,13 Sekunden gelaufen ist, vor sich. Wie so oft wird wieder einmal im Finale der Start und die Lockerheit am Ende entscheiden. Für die Bronzemedaille hat sich Hanna Gambetta aus Schlitz mit 8,25 Sekunden ins Gespräch gebracht.

In der Altersklasse der W15 hinterließ Stefanie Klein über 800 Meter beim Abschlusstest in Dortmund mit der persönlichen Bestzeit von 2:28,20 Minuten einen ganz starken Eindruck. Damit lief sich die Vierzehnjährige, die immer mehr zum Siebenkampf tendiert, in der HLV-Rangliste auf Rang fünf vor und hat beste Aussichten im Finale der besten acht HLV-Schülerinnen mitzumischen.  Kathrin Schermuly (LG Brechen) wird wohl nicht zu bezwingen sein. Auch Ronja Böhrer aus Hessisch Lichtenau dürfte eine Medaille sicher haben. Aber was kommt danach? Caroline Nebe aus Darmstadt und Lisa Grösch scheinen nicht so stark zu sein wie in der Freiluftsaison.  Gespannt darf man aus heimischer Sicht auch auf die Zeiten und Platzierungen von Charlotte Brixius (Treysa) und Rabea Pöppe aus Spangenberg sein, die ebenfalls unter 2:30 Minuten laufen und somit einen Podestplatz erobern können.

Die jüngste Teilnehmerin im MT-Aufgebot ist Janina Rohde, die überraschend nordhessische Kugelstoßmeisterin bei den A-Schülerinnen werden konnte. Die B-Schülerin hat sich mit ihren guten Leistungen für die Titelkämpfe der ein Jahr älteren Schülerinnen empfohlen und hat sogar Chancen, das Finale der besten A-Schülerinnen zu erreichen. Um die Medaillen werden sich aber andere Mädchen streiten, denn der Bogen der besten hessischen Kugelstoßerinnen in der W14 spannt sich zwischen 11,47  Meter  und  11,10. Ganz so weit ist Janina noch nicht gekommen. Die Dreizehnjährige stieß beim Abschlusstest in Frankfurt 10,34 Meter. Normalerweise müsste die Entscheidung über den Sieg zwischen Kaja Jung (TV Dillenburg), die mit 11,47 Meter gemeldet ist und Sara Zorn (Hanau), die vor einer Woche 11,23 Meter stieß, fallen. Vielleicht ist aber Lea Menzel aus Neu-Isenburg, die ebenfalls über elf Meter stoßen kann, die lachende Dritte. Aber elf Meter müssen erst einmal wieder erreicht werden.

Franziska Müller aus Borken, die bei den Kreishallenmeisterschaften in Melsungen 10,63 Meter erzielte und Sarah Weckbecker aus Gelnhausen warten nur auf einen Ausrutscher der drei Medaillenanwärterinnen. Wenn alles normal läuft,  dürften die ersten fünf Plätze vergeben sein. Dann aber könnte schon Janina Rohde als jüngste im Feld für die große Überraschung sorgen.  Am Sonntagmorgen nach 10.30 Uhr werden wir wissen, woran wir sind.

Ein spannender und hochklassiger Wettkampf wird auch im 1000m-Lauf der A-Schüler erwartet, wo mit Anusan Rajeentan (Hanau-Rodenbach), der Favorit schon feststeht. Denn wer könnte den Schüler aus Sri Lanka, der im Vorjahr die 1000 Meter in ausgezeichneten 2:45,61 Minuten lief, gefährden?  Immer wenn er antrat, lief er das übrige Feld in Grund und Boden. Wird  er auch in der Hanauer Halle, wo dem Lokalmatador sicherlich viele Anhänger anfeuern werden, ein schnelles Rennen vorlegen? Die Frage nach dem Sieger dieses 1000m-Laufes der M15 stellt sich also streng genommen nicht.  Aber die beiden Melsunger Mittelstrecken-Asse Robin Hohmann – im Vorjahr bereits Dritter mit 3:00,99 Minuten –  und Tobias Stang  – Vierter mit 3:02,37 Minuten – haben sich mit ihren 1000m-Zeiten am letzten Wochenende in Frankfurt für einen Medaillenplatz empfohlen.

Die Frage ist, reizt der Junge aus Sri Lanka seine läuferischen Möglichkeiten voll aus oder können die beiden Melsunger Schüler lange an ihm dran bleiben. Greifen gar Christian Flasshoff (Wehrheim), der mit 2:53.67 Minuten gemeldet ist und Maximilian Noe (Niederelsungen) oder auch Johannes Schermuly (Mengerskirchen)  in die Medaillenvergabe mit ein?  Alles hängt davon ab, wie schnell das Rennen wird und wie lange Robin und Tobias mit Anusan Rajeentan mithalten können. Sie haben Order, so lang wie möglich wie eine Klette an dem Hanauer Ausnahmeläufer dranzubleiben, um eine Zeit unter 2:50 Minuten zu laufen.

Der Melsunger Jan Ullrich in Bestform hätte eine reelle Endlaufchance über 60 Meter in der M14 gehabt, aber der schon seit längerer Zeit an einer Knieverletzung laborierende Sprinter, hat einen zu großen Trainingsrückstand, so dass wahrscheinlich nur Zeiten zwischen 8,20 und 8,30 Sekunden möglich sein werden. Für das Finale müsste er aber eine Zeit unter 8,10 Sekunden laufen. Dennoch dürfte der Hallen-Kreismeister die erste Runde überstehen und sich für den Zwischenlauf qualifizieren.

Sebastian Ludwig, der sowohl im 60m-Hürdenlauf als auch für den Stabhochsprung die Normen für diese Meisterschaften erfüllt hatte, startet in Hanau im Stabhochsprung. Fabian Christ (Frankfurt), Falko Neutzsch (Darmstadt) und der Wanfrieder Karl Westphal werden sicherlich diesen Wettbewerb prägen. Sebastian Ludwig, der mit 2,50 Meter gemeldet ist und damit in der Rangliste auf Platz zwölf steht, hofft mit einer Steigerung auf 2,60 Meter unter die besten acht „Stabies“ in Hessen zu kommen. (ajw)



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