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Karolin Siebert sichert sich am zweiten Tag Silber

2000m-Kreis-Hallenrekord steht nun bei 7:07,6 Minuten

Hanau/Melsungen. Kann man nach diesen Landes-Schülerhallenmeisterschaften von Hanau sagen Ende gut, alles gut?  Das Ende war nicht nur gut, es war hervorragend und glanzvoll. Denn die beiden Melsunger Vertreterinnen Karolin Siebert und Janina Rohde wuchsen am letzten Wettkampftag noch einmal über sich hinaus und zeichneten sich durch Konzentrationsfähigkeit und eine starke Energieleistung besonders aus. Dass zudem für beide eine persönliche Bestleistung heraussprang, war eine zusätzliche Freude für die beiden Melsunger Schülerinnen und ihren Trainer Alwin J. Wagner.

Halten wir uns an die Medaillen, so hat die kleine Melsunger Auswahl eine goldene im 800m-Lauf durch Karolin Siebert, zwei silberne durch Robin Hohmann (1000 m)  und Karolin Siebert (2000 m) und eine bronzene durch Tobias Stang (1000 m) gewonnen. Das ist kein schlechtes Ergebnis und wäre eine gesunde Katharina Wagner am Start gewesen, hätte dieses Ergebnis noch eine Aufwertung erfahren, ganz gleich, welche Medaille sie gewonnen hätte.  Wer aber nicht nur nach Medaillen rechnet, sondern auch die Leistungen wertet und sie im rechten Verhältnis zum Möglichen sieht, muss den Nachwuchsathleten der MT 1861 Melsungen ein Kompliment machen.  Denn auch das Erreichen des Finales hat seine Bedeutung und muss gewürdigt werden.  Die Verantwortlichen der MT Melsungen wissen, wo ihre Athleten stehen und was sie im Sommer bei den Landesmeisterschaften in Neu-Isenburg erwarten können und was nicht.

Mit Spannung wurde am zweiten Tag der 2000m-Lauf der W14 erwartet, wo mit Sophia Müller-Dott von der LG Eintracht Frankfurt die hohe Favoritin an den Start ging. Dass die Zwölfjährige aus der Main-Metropole ein ganz großes Talent auf der Crossstrecke sowie auf den langen Läufen ab 2000 Meter ist, wusste man vorher, doch Hanau bestätigte es noch einmal in eindrucksvoller Weise. Auch Karolin Sie-bert gehört zu den großen Nachwuchstalenten des Hessischen Leichtathletik-Verbandes, aber ihre Stärken liegen mehr auf der Mittelstrecke. Sie ist eine gute Taktikerin, die schon in ihren jungen Jahren jede Variante ihres Metiers beherrscht. Ob sie hinterher bummelt und zum Schluss davon stürmt, ob sie mitten im Feld liegt, vorübergehend eingeschlossen ist und sich dann freikämpft, ob sie ein Rennen auf Spurt läuft oder ob sie – wie am ersten Tag der Landes-Hallenmeisterschaften von der Spitze an wegzieht und ihre Konkurrenz in Grund und Boden läuft.  Ihre gleichaltrigen Gegnerinnen hatten in den letzten beiden Jahren kein Mittel, denn das Melsunger Mittelstrecken-Ass war bei den Landesmei-sterschaften immer auf die Minute fit und pulverisierte ihre Bestzeiten, so dass die Konkurrenz nur staunen konnte.

Im 2000m-Lauf wollte die frisch gebackene hessische Hallenmeisterin über 800 Meter den 20 Jahre alten Kreis-Hallenrekord, den Nadine Zasadzinski (Tuspo Borken) am 17. Februar 1990 in Stadtallendorf mit 7:27,04 Minuten aufgestellt hatte, unterbieten.  So wählte man als Taktik stets eine 200m-Run-denzeit von 44 Sekunden, was am Ende eine Zeit von 7:20 Minuten ergeben hätte.  Aber es sollte anders kommen, als vor dem Rennen geplant war.

Sophia Müller-Dott und Tjara Basen aus Twiste, die am ersten Tag der Meisterschaften auf den 800m-Lauf verzichtet hatten und sich nur auf die zehn Hallenrunden konzentrierten, setzten sich mit dem Startschuss an die Spitze des Feldes, indem sich neben Karolin Siebert auch Sophie Bauer vom Tuspo Borken und weitere vier Läuferinnen befanden.
Im Sog von Müller-Dott folgte Karolin und nur zwei Meter zurück Tjara Basen. Das Trio passierte die die 400 Metermarke in 74 Sekunden. Diese flotte Fahrt wurde auch in den beiden nächsten Runden fortgesetzt. Die Frankfurterin hatte nach 800 Meter fast zehn Meter Vorsprung vor ihren beiden Verfolgerinnen, aber Karolin Siebert deutete mit ihren 2:40 Minuten ihre gute Verfassung an und kämpfte um ihren zweiten Platz. Bei 1000 Meter zeigte die elektronische Zeitmessung für Sophia Müller-Dott 3:20, für Karolin Siebert 3:25 und für Tjara Basen 3:27 Minuten an.  Ein höllisches Tempo, wenn man bedenkt, dass Karolin Siebert einen Tag vorher bereits die 800 Meter souverän in 2:24 Sekunden gewonnen hatte.  Wenn sie nicht ganz einbrechen würde, so wusste man im Melsunger Lager, würde der Kreishallenrekord von ihr pulverisiert werden.  Ja es lag sogar ein neuer nordhessischer Hallenrekord in der Luft, der seit sechs Jahren bei 7:02,56 Minuten steht.

Als 1 500m-Zwischenzeit erreichte Karolin Siebert 5:19 Minuten. Sie wurde zwar etwas langsamer, denn sie merkte nun den 800m-Lauf vom Vortag in den Waden, doch lag sie mit dieser Zwischenzeit immer noch deutlich unter dem Rekord.  Eine Runde vor Schluss überholte  T. Basen  Karolin Siebert, weil sie dachte, dass die Melsunger Läuferin mit ihren Reserven am Ende sei.  Schließlich ging es bei den beiden Schülerinnen noch um die Silbermedaille. Sekunden schien es, als würde Basen dieses Duell für sich entscheiden können. Doch Karolin Siebert mobilisierte ihre letzten Kräfte, konterte den Angriff und legte wieder an Tempo zu. Sie spurtete die letzten 200 Meter in 38 Sekunden und lief noch über zwei Sekunden Vorsprung vor Basen (7:09,53 Minuten) heraus. Karolins  mutiger Tempolauf von Anfang an wurde mit einem unerwarteten zweiten Platz belohnt, den sie sich in der neuen Kreis-Hallen-rekordzeit  von 7:07,6 Minuten holte. Damit blieb sie 20 Sekunden unter der bisherigen Bestleistung.  „Hätte sie sich nur auf diese Strecke konzentriert, wäre Karolin heute unter 7:00 Minuten gelaufen und hätte Sophia Müller-Dott (6:58,88 Minuten) einen großen Zweikampf geliefert“, sagte Alwin J. Wagner.

Einen starken Eindruck hinterließ auch Sophie Bauer (Tuspo Borken), die sich auf 7:35,08 Minuten verbessern konnte und damit den 6. Platz belegte. So fügte Karolin Siebert dem Gold vom Vortag eine weitere Silbermedaille hinzu, so dass sie nach ihrem ersten offiziellen Auftritt in der Altersklasse der W14 bei den Landesmeisterschaften bereits über zwei Gold- eine Silber und zwei Bronzemedaillen verfügt.

Lea Menzel aus Neu-Isenburg beherrschte neben dem Hürdenlauf auch das Kugelstoßen der W14 mit einer imponierender Sicherheit.  Schon mit dem ersten Stoß von 11,19 Meter räumte sie alle heimlichen Hoffnungen anderer Seiten aus dem Wege und steigerte sich über 11,36 Meter im zweiten Versuch auf 11,85 Meter im vierten Durchgang.  Kein Zweifel, die technisch sauber stoßende Lea Menzel war die Schülerin, die die beiden Favoritinnen Sara-Lisa Zorn (11,30 m)  und Katja Jung (10,97 m) in die Schranken weisen konnte.

Die erfreuliche Überraschung dieser Konkurrenz war die nordhessische Hallenmeisterin Janina Rohde, die sich ebenfalls in Bestform befand und mit Trainingsstößen von 11 Metern und mehr bewies, dass sie mit den ein Jahr älteren Mädchen gut mithalten kann. Mit ihrem vierten Platz rechtfertigte die B-Schülerin das in sie gesetzte Vertrauen und hofft nun auch auf große Weiten im Diskuswerfen.

Janina begann mit 10,42 Meter, steigerte sich im dritten Durchgang auf 10,46 Meter und erzielte mit ihrem fünften Versuch die neue persönliche Bestweite von 10,87 Meter.  Damit verfehlte sie den 23 Jahre alten Kreis-Hallenrekord von Katrin Klecka nur um zwölf Zentimeter.  „Schade, ich wollte heute unbedingt über elf Meter stoßen und ging deshalb zu verkrampft in diesen Wettkampf“, sagte eine selbstkritische Janina, die bereits bei der Siegerehrung wieder lachen konnte.  Denn mit ihrem vierten Platz und dieser Leistung bekam sie gleich ein ganz erlesenes Feld auf ihre „Abschussliste“:   Kathrin Koch (TV Reisen) mit 10,40 m, Sarah Weckbecker aus Gelnhausen (10,37 m), Victoria Hahn (Eschofen), die 10,21 m erzielte und auch die Kreishallenmeisterin des Schwalm-Eder-Kreises, Franziska Müller aus Borken, die mit 9,57 Meter über einen Meter hinter ihrer Bestleistung zurückblieb. (ajw)



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