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Online-Zeitung für den Schwalm-Eder-Kreis | 12. Jahrgang | redaktion@seknews.de | www.seknews.de | täglich neu | Preis: 0,00 Euro

Melsungen siegt gegen Magdeburg

Kassel/Melsungen. Die MT Melsungen bleibt nach einem verdienten 34:30 (16:10)-Erfolg gegen den SC Magdeburg vor 2.156 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle  im Rennen um den zehnten Tabellenplatz verdient durch. Obwohl nach der Trennung von Vladica Stojanovic und dem verletzungsbedingten Ausfal von Franck Junillon und Thomas Klitgaard gleich drei wichtige Stützen der Mannschaft fehlten, stellten die MT das geschlossenere Team, in dem das von Trainer Ryan Zinglersen immer wieder geforderte Kollektivspiel endlich Früchte trug. Während es in den vorangegangenen Partien gegen Flensburg und in Göppingen nur Anerkennung für engagiertes und mannschaftlich geschlossenes Auftreten gab, sprangen endlich auch zwei Zähler heraus, die den Rückstand auf die vor den Bartenwetzern rangierenden Magdeburger und Lübbecker auf nur noch einen Punkt verkürzten.

Die erste Überraschung gab es schon beim Anwurf. Denn mit Alexandros Vasilakis fehlte der Mann in der Startformation, der auf den Tag genau ein Jahr zuvor noch im grünen Trikot des SCM in die Rothenbach-Halle eingelaufen war und nun darauf brannte, gegen seine alten Mitstreiter antreten zu können. Doch Ryan Zinglersen gab Jens Schöngarth den Vorzug, um den Youngster für sein gutes Spiel in Göppingen zu belohnen. Und außerdem, „um Alex noch ein bisschen heiß zu machen“, wie er hinterher schmunzelnd zugab. Eine Entscheidung, die sich bezahlt machen sollte. Denn der 21-jährige Junioren-Weltmeister machte reichlich Druck auf der rechten Angriffsseite und zeichnete auch für die 2:1-Führung verantwortlich. Die in einem zunächst zerfahrenen Spiel allerdings sechs Minuten auf sich warten ließ.

Eine unglückliche Abwehrbewegung, die seine Hand im Gesicht des Gegenspielers landen ließ, bescherte Dimitrios Tzimourtos die erste Bankstrafe der Partie. Der Grieche spielte in einer offensiven 5:1-Deckung vorgezogen gegen SCM-Regisseur Stian Tönnesen. Magdeburg nutzte die Überzahl sofort und kam durch Treffer von Robert Weber (2) und Bartosz Jurecki zu einer schmeichelhaften 4:2-Führung nach neun Minuten. Zinglersen nutzte die auslaufende Zeitstrafe, um seine Mannschaft umzustellen. Grigorios Sanikis kam als echter Spielmacher, Alexandros Vasilakis ersetzte Jens Schöngarth und Felix Danner übernahm allein die Kreisposition, die er anfangs gemeinsam mit Dalibor Anusic besetzt hatte. Und prompt kippte die Begegnung erneut. Gestützt auf einen starken Mario Kelentric zwischen den Pfosten griff vor allem das schnelle Spiel nach vorn. Jedoch auch, weil es mit Damien Kabengele nach elf Minuten den ersten Magdeburger mit einer Strafe erwischt hatte. Daniel Tellander – nach feinem Pass von Grigorios Sanikis – sowie Alex Vasilakis im Alleingang trafen in Überzahl zur erneuten MT-Führung, die noch einmal Tellander und Felix Danner auf 7:4 ausbauen konnten. Nur der Schwede hatte bis dahin doppelt getroffen, sechs verschiedene Schützen sieben Tore erzielt. Kein Wunder, dass die zeitweise arg konfuse Magdeburger Hintermannschaft nicht wusste, auf wen sie sich eigentlich konzentrieren sollte.

Mario Kelentric blieb die Grundlage für das erfolgreiche Spiel der Melsunger. Als die Gäste wieder dran waren und Robert Weber auf dem Weg, per Tempogegenstoß den Ausgleich zu machen, reagierte der Kroate einmal mehr sensationell und lieferte damit gleichzeitig die Vorlage zum nächsten MT-Erfolg durch Sanikis. Tellander und Danner legten nach, Magdeburgs Trainer Sven Liesegang musste nach dem 10:6 die Notbremse in Form der grünen Karte zum TimeOut ziehen. Was aber nur bedingt Wirkung zeigte. Denn die MT spielte sich in einen kleinen Rausch, der seinen frühen Höhepunkt im Kempa-Anspiel von Savas Karipidis auf den anstürmenden Nenad Vuckovic hatte, bei dem er nur noch zum 11:7 einklatschen musste. Magdeburg hielt nach Kräften dagegen, war aber in der verbleibenden Zeit bis zum Pausenpfiff weitgehend chancenlos gegen eine famos spielende MT. Sven Liesegang probierte es mit Christoph Theuerkauf für den nach anfänglichen Schwierigkeiten von Anusic und Vasilakis bestens abgeschirmten Bartosz Jurecki, wechselte die jungen Frank Grohmann und Dennis Krause ein. Alles ohne Erfolg. Er konnte sogar noch froh darüber sein, dass Melsungen den letzten Ballbesitz vor dem Wechsel nicht  zu einer noch höheren Führung als dem 16:10 nutzen konnte.

Wähnte man sich bei den Nordhessen schon auf der Gewinnerseite, wandelte sich die Zuversicht auf scheinbar lockere zwei Punkte schnell in Zweifel. Als nämlich Robert Weber (2) und Yves Grafenhorst ihr Team innerhalb von nur zwei Minuten wieder ins Spiel zurück brachten (16:13, 32.). In der Abwehr verschoben die Gäste nun clever, und ein wie aufgedreht wirkender Damien Kabengele wandelte minutenlang immer wieder hart am Rande einer Zeitstrafe. Das zeigte Wirkung bei den MT-Angreifern. Nur Alexander Vasilakis kannte das wohl aus seiner früheren Magdeburger Zeit. Er zeigte sich als Einziger unbeeindruckt und hielt die Melsunger mit zwei engagierten Einzelleistungen in Vorlage. Bis ihm Felix Danner zu Hilfe kam und zwei Gegenstöße sicher verwandeln konnte. Nach 37 Minuten und der 20:15-Führung schien aus heimischer Sicht wieder alles im Lot.

Doch es sollte weitergehen mit der Berg- und Talbahnfahrt. Eine Zeitstrafe gegen Dalibor Anusic gab den Elbestädtern die nächste Chance zum Anschluss, der natürlich dankend genutzt wurde. Bis zum 21:19 (44.), dann war wieder Schluss. Weil Mario Kelentric, der in der zweiten Hälfte keine Hand mehr an den Ball gebracht hatte, für Robert Lechte Platz machte. Und der sich sofort mit einer glänzenden Parade einführte. Seine Vorderleute verstanden das als Signal, noch einmal richtig Gas zu geben. Sogar Anusic, sonst nur in der Verteidigung eingesetzt, trug sich in die Torschützenliste ein. Die von ihm prima dirigierte Deckung hatte einmal mehr einen Wurf geblockt, und nach Doppelpass mit Nenad Vuckovic war der Abwehrchef plötzlich selbst frei vor Jürgen Müller. Nach 48 Minuten war mit 25:19 der 6-Tore-Halbzeitabstand wieder hergestellt und die Weichen standen klar auf Sieg.

Wäre da nicht Robert Weber gewesen. Der schnelle Österreicher antizipierte immer wieder glänzend und hielt sein Team über weite Strecken der zweiten Hälfte fast allein im Spiel. Ein Siebenmeter, zwei Tempogegenstöße – Magdeburg war erneut in Schlagdistanz. Vier Minuten lang wurde zäh gerungen; um Vorlage hier, um den Anschluss dort. Bis die Technikabteilung der MT mit Nenad Vuckovic und Grigorios Sanikis einmal mehr auf den Plan trat, die SCM-Deckung mustergültig auseinander spielte, und der Grieche Felix Danner am Kreis bediente. Der versenkte das Leder zum 29:24 im linken oberen Winkel und beseitigte damit letzte Zweifel am Erfolg der Nordhessen.

Der Rest war dann ein munteres Scheibenschießen. Satte elf Tore bekamen die längst begeistert mitgehenden Zuschauer in den letzten 188 Sekunden noch serviert. Was sicher auch einen Eintrag in die Rekordbücher verdient hätte. Viel wichtiger aus Gastgebersicht aber war der am Ende sicher heraus gespielte Sieg der MT Melsungen gegen eine der Mannschaften, die im Liga-Schlussspurt um den angestrebten zehnten Tabellenplatz noch überholt werden müssen. Die andere, der TuS N-Lübbecke, kommt dann zum Saisonabschluss in die Rothenbach-Halle. Davor liegt aber noch die Reise nach Berlin am Wochenende, wo die MT in der heutigen Form nicht chancenlos ist. Und am 22.05. das nächste Heimspiel gegen die HSG Düsseldorf. (Bernd Kaiser)

Stimmen zum Spiel

Sven Liesegang: Glückwunsch an die MT zum Sieg. Ich bin schon lange im Handballgeschäft, aber so ein Spiel wie heute habe ich noch nicht erlebt. Das war wie die größte Achterbahn der Welt. Am Anfang haben wir die Fehler des Gegners genutzt, geführt, selbst Fehler gemacht und danach gleich hinten gelegen. Im ganzen Spiel dann waren wir immer wieder dran und jedes Mal konnte der Gegner wieder wegziehen. Gewonnen hat am Ende dann die Mannschaft, die weniger Fehler gemacht hat. Aber ich fordere das schnelle Spiel von meiner Mannschaft, und da können eben Fehler passieren. Außerdem hat die Durchschlagskraft aus dem Rückraum gefehlt. Im Spiel gehalten haben uns immer wieder die Gegenstöße.

Ryan Zinglersen: Wir sind sehr froh über diesen Sieg. Vor allem nach den zwei schweren Spielen gegen Flensburg und in Göppingen, wo wir richtig gut gespielt haben und leider keine Belohnung dafür bekamen. Deshalb wollte die Mannschaft heute unbedingt beide Punkte. Und wir haben ein schönes Spiel gemacht. So druckvolles Spiel wie heute über die erste und zweite Welle haben wir in letzter Zeit selten gesehen. Von Anfang an hatten wir das Spiel über die Mitte im Griff. Der SC Magdeburg ist eine große Mannschaft mit viel Ausstrahlung, doch diese Ausstrahlung hatten wir heute auch.

Statistik

MT Melsungen: Kelentric (10 P.), Lechte (3 P.); Brovka 2,  Schöngarth 1, Anusic 1, Tellander 3, Tzimourtos, Vasilakis 9, Treutler, Danner 6, Sanikis 5, Karipidis 3, Vuckovic 4/1

SC Magdeburg: Müller (11 P.), Quenstedt (n.e.); Böhm, Wiegert 5, Kabengele, Grohmann, Krause, van Olphen 1, Theuerkauf 1, Grafenhorst 6, Tönnesen 2, Coßbau 2, Weber 10/2, Jurecki 3

SR: Christoph Immel (Tönisvorst) / Ronald Klein (Ratingen)

Zeitstrafen: 6 – 8 (Tzimourtos 06:47, Anusic 42:13, Vuckovic 56:34 – Kabengele 10:52 49:37, van Olphen 56:35, Wiegert 59:46)

Strafwürfe: 1/3 – 2/3 (Tönnesen wirft an die Latte, 01:50; Karipidis scheitert an Müller, 49:40; Vuckovic scheitert an Müller (56:34).

Zuschauer: 2.156 in der Rothenbach-Halle, Kassel

Schiedsrichter: Christoph Immel (Tönnisvorst) / Ronald Klein (Ratingen).

Spielfilm:
1:0 (3.), 2:1 (6.), 2:4 (9.), 5:4 (12.), 7:4 (15.), 8:6 (18.), 11:7 (21.), 12:9 (24.), 14:10 (27.), 16:10 (HZ), 17:13 (33.), 18:15 (36.), 20:17 (39.), 21:17 (42.), 23:19 (45.), 25:19 (48.), 25:22 (51.), 27:24 (54.), 29:26 (57.), 34:30 (EN)



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