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Melsunger Mehrkämpferinnen imponierten

Landesmehrkampfmeisterschaften in Bad Homburg

Bad Homburg/Melsungen. Über Bad Homburg nach Neu-Isenburg hieß die Parole für die vier Melsunger Mädchen, die am zweiten Tag der hessischen Mehrkampfmeisterschaften in den Blockwettkämpfen der Schülerinnen an den Start gingen, denn in Neu-Isenburg werden in zwei Wochen die Landesmeister in den Einzelwettbewerben ermittelt. Alle vier Melsunger Schülerinnen sorgten bei dieser Vielseitigkeitsprüfung für Resultate auf hohem Niveau. Dazu gehörten die beiden Zeiten von Karolin Siebert und Stefanie Klein im 2000 Meter-Lauf, der 100 Meter-Sprint und die Weitsprungleistung von Katharina Wagner sowie der Kugelstoß von Janina Rohde. Und so konnte Alwin J. Wagner am Ende des zweiten Tages auch ein gutes Fazit ziehen: „Es war eine gute Meisterschaft, was Organisation, Beteiligung und Leistung betrifft – dieser Wettkampf zeigte auch, dass die Melsunger Schülerinnen in Neu-Isenburg etwas chancenreicher sein werden als die Melsunger Jungen.

Der Blockwettkampf „Lauf“ für die Schülerinnen der Altersklasse W15 und 14 war bereits zu einem frühen Zeitpunkt zu lesen wie ein offenes Buch. Die noch 13-Jährige Karolin Siebert und die ein Jahr ältere Stefanie Klein, ließen vom ersten Wettbewerb keinen Zweifel daran aufkommen, was sie vorhatten. Sie wollten nicht nur eine TOP-TEN-Platzierung in der Hessischen Bestenliste, sondern auch ihre Hausrekorde in diesem Mehrkampf  pulverisieren.  Und die ersten Eindrücke sollten nicht täuschen.  Nachdem beide – bedingt durch den wechselnden Wind – beim Weitsprung fast 30 Zentimeter verschenkten und nur mit 4,43 Meter (Klein) und 4,09 Meter (Siebert) in die Wertung kamen, ließen sie im 80 Meter-Hürdenlauf ausgezeichneten Zeiten folgen.

Stand die bisherige Bestzeit von Stefanie Klein in diesem Wettbewerb auf 15,16 Sekunden, so erreichte sie in Bad Homburg mit 13,74 Sekunden die schnellste Zeit aller vier Melsunger Starterinnen.  Auch Karolin Siebert blieb 1,01 Sekunden unter ihrer bisherigen Bestleistung und kam nach 14,68 Sekunden ins Ziel. Damit hatten die beiden Melsunger Teenies nach zwei Wettbewerben  974 (Klein) und 886 Punkte (Siebert) und lagen in ihrer jeweiligen Altersklasse auf den Plätzen sieben und zehn. Auch im Ballwerfen gab es für die beiden Mädchen Bestweiten mit dem 200 Gramm schweren Lederball.  Stefanie Klein, die bei den nordhessischen Meisterschaften noch 31,50 Meter erzielt hatte, erreichte bei diesem Wettkampf 36,00 Meter und hatte nach drei Wettbewerben bereits 1415 Punkte auf dem Konto.  Karolin Siebert steigerte sich um 4,50 Meter und war mit ihren 32,50 Meter mehr als zufrieden, denn sie hatte 1298 Punkte gesammelt und war nun auf Kreisrekordkurs. Im 100 Meter-Lauf legte sie 14,03 Sekunden vor und stand nach vier Übungen mit 1773 Punkten in der Liste. Stefanie Klein war im 100Meter-Sprint noch eine Hundertstel-Sekunde schneller und wurde mit 1891 Punkte geführt.  Schnell wurden die Punkte hoch gerechnet, so dass die beiden Schülerinnen wussten, welche Zeiten sie laufen mussten. Um den Kreisrekord von Lisa Eckhardt (LG Remsfeld) in der Altersklasse der W14 zu brechen, benötigte Karolin Siebert über 2000 Meter eine Zeit unter 7:35 Minuten.

Stefanie Klein, die bei den nordhessischen Titelkämpfen für diese fünf Stadionrunden 8:03 Minuten gelaufen war, brauchte ihre Zeit nur zu bestätigen, um ihren Hausrekord um über 140 Punkte zu verbessern. Sie lief diese fünf Runden gleichmäßig wie ein Uhrwerk und hatte nach der Hälfte der Strecke 3:40 Minuten erreicht. Überraschend hielt sie mit den höher eingeschätzten Katrin Loose (Gelnhausen) und Alessa Brauckmann (LV Wiesbaden) mit oder muss man sagen, dass diese beiden HLV-Spitzenläuferinnen mit Stefanie Klein mithielten. Eine Runde vor Schluss forcierte Stefanie das Tempo und das vierköpfige Feld fiel sofort auseinander. Nur Sina Berger aus Biebesheim konnte den schnellen und langen Schritten von Stefanie Klein folgen. 200 Meter vor dem Ziel war klar, dass sie eine neue persönliche Bestzeit laufen würde, denn diese stand seit dem 18. April 2008 auf 7:32,30 Minuten. Stefanie Klein lief die zweiten 1000 Meter in 3:39 Minuten und erreichte nach 7:19,41 Minuten das Ziel. Jacqueline Jeschka (LAV Kassel),  die ihr bei den nordhessischen Meisterschaften in Bad Sooden-Allendorf einen spannenden Zweitkampf auf dieser Strecke lieferte und damals mit 8:03,55 Minuten nur um einen Wimpernschlag verlor, steigerte sich zwar auf 7:43,96 Minuten, doch lag sie damit über 24 Sekunden hinter Stefanie Klein. Mit genau 2400 Punkten überflügelte sie die Kasseler Athletin nach diesem Super-Lauf um 19 Punkte und belegte damit Rang sieben, nur acht Punkte hinter Alessa Brauckmann aus Wiesbaden.

Als die elektronische Uhr bei 7:19,41 Minuten stehen blieb, war nicht nur Stefanie Klein über diese tolle Zeit erstaunt. „Das liegt über unseren Erwartungen“, meinte Alwin J. Wagner und hatte vor dem abschließenden 2000 Meter-Lauf mit einer Zeit unter 7:40 Minuten gerechnet.  Dass Stefanie nach vier Wettbewerben noch 20 Sekunden schneller als geplant laufen konnte, war fast sensationell.

Unmittelbar nach diesem Lauf wurde das Rennen für die W14 gestartet. Karolin Siebert kannte die Zeit von Stefanie und wollte diese unterbieten. Sie lief wie immer sehr schnell an und legte die erste Runde in genau 80 Sekunden zurück. Bei der 800 Meter-Zwischenmarke wurde sie mit 2:44 Minuten gestoppt, und für die ersten 1000 Meter benötigte sie 3:29 Minuten. Doch da merkte sie selbst, dass sie den Bogen etwas überspannt hatte und nahm sofort das Tempo raus.  „Ich hatte plötzlich einen sehr trockenen Mund und konnte kaum noch atmen“, sagte die immer besser in Form kommende Karolin, die bei den Landesmeisterschaften in Neu-Isenburg sowohl über 800 als auch über 2000 Meter an den Start gehen wird. Ungefährdet beendete sie diesen Lauf nach 7:18,29 Minuten und erhielt für diese Zeit 511 Punkte, so dass sie in der Endabrechnung auf  2284 Punkte kam. Damit lag sie nur drei Punkte hinter den beiden Frankfurterinnen Tracy Wittich und Lisa Humpel auf Rang acht. Aber wichtiger war, dass sie ihren bisherigen guten Saisonverlauf mit einem Kreisrekord krönte, denn sie verbesserte die fünf Jahre alte Bestmarke von Lisa Eckhardt (LG Remsfeld), die am 21.05.2005 in Bad Sooden-Allendorf 2269 Punkte erreichte, um 15 Zähler.

Auch die anderen beiden Melsunger Starterinnen,  Katharina Wagner und Janina Rohde, die im Blockmehrkampf „Wurf“ an den Start gingen, wussten die fast idealen Bedingungen in Bad Homburg zu einem Leistungssprung zu nutzen. Es begann für die beiden Schülerinnen mit einem Kampf gegen ihre Nerven, denn sie brachten beim Einwerfen für das Diskuswerfen die Scheibe nicht in den fast 35 Grad breiten Sektor.  Auch der erste Versuch wurde den beiden Schülerinnen ungültig gegeben, so dass beide im zweiten Durchgang einen Sicherheitswurf durchführen mussten. Janina Rohde, die als B-Schülerin in die ein Jahr ältere Altersklasse der W14 gemeldet wurde, erreichte 22,48 Meter, und Katharina Wagner kam gerade einmal auf knapp über 16 Meter. Im dritten und letzten Durchgang schleuderte die nordhessische Diskuswurfmeisterin bei den B-Schülerinnen die ein Kilogramm schwere Scheibe mit voller Wucht in das Netz.  Katharina Wagner steigerte sich zwar auf 20,04 Meter, lag damit aber fast an letzter Stelle des 18-köpfigen Feldes.

Janina Rohde hatte noch nicht allzu viel Boden verloren und landete mit ihrer Leistung auf Rang sechs.  Im zweiten Wettbewerb, dem 80 Meter-Hürdenlauf, verbesserte sich J. Rohde von 15,23 Sekunden auf 14,22 Sekunden und machte damit die verlorenen Punkte vom Diskuswerfen wieder gut.  Auch K. Wagner steigerte sich gegenüber ihrer Vizemeisterschaft von Bad Sooden-Allendorf, wo sie für diese Strecke 14,72 Sekunden benötigte, um 0,61 Sekunden und steuerte damit eine Punktzahl von 2400 Punkten an. Janina hatte nach zwei Wettbewerben 877 Punkte auf ihren Konto und lag in der internen Vereinswertung vor Katharina, die bis dahin 852 Punkte gesammelt hatte. Leider hatten die Mehrkämpferinnen beim Weitsprung wechselnde böige Winde, die störned und nicht leistungsfördernd waren. Während Janina ihren besten Sprung bei 0,9 Meter Rückenwind austrug und bei 4,30 Meter landete, musste Katharina dreimal gegen den starken Wind springen. Deshalb sind ihre erzielten 5,04 Meter, die sie zweimal bei einem Gegenwind von 2,0 und 2,5 Meter pro Sekunde erreichte, aller Achtung wert. Während sich nach drei Wettbewerben Katharina Wagner mit 1405 Punkten auf die achte Position vorarbeiten konnte, fiel Janina Rohde mit 1348 Punkten auf Rang zehn zurück.

Katharina musste im vierten Wettbewerb im Kugelstoßen antreten und blieb mit 9,06 Meter weit hinter den Erwartungen zurück. Dennoch schob sie sich mit 1839 Punkten auf Rang sieben vor und benötigte im abschließenden 100 Meter-Lauf eine Zeit von genau 13,00 Sekunden, um die 2400 Punkte zu knacken.

Janina Rohde, die beim Abschlusstraining im Sprint einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hatte, musste zunächst den 100 Meter-Lauf absolvieren. Da der Wind es gut mit der Melsunger Mehrkämpferin meinte, denn er blies mit 2,1 Meter pro Sekunden von hinten, hätte sie zum ersten Mal die 100 Meter unter 14 Sekunden zurücklegen und noch wichtige Punkte für die Endabrechnung sammeln können. Aber es sollte anders kommen, denn bereits nach wenigen Metern verkrampfte Janina, wurde sichtbar langsamer und erreichte das Ziel erst nach 14,67 Sekunden. Mit 1776 Punkten fiel sie auf Rang zwölf zurück und hätte nur noch durch einen Super-Kugelstoß von 11,50 Meter den fünften Platz am Ende belegen können. Aber auch hier hatte sie ihre Nerven nicht unter Kontrollen. Sie erzielte zwar mit 10,71 Meter das drittbeste Ergebnis bei den Kugelstoßerinnen, blieb aber mehr als einen Meter hinter ihren Trainingsergebnissen zurück. Anders Katharina Wagner, die im abschließenden 100 Meter-Lauf nur einen Rückenwind von 0,2 Meter/Sekunde hatte. Trotz eines nur mittelmäßigen Starts kam sie nach der Hälfte der Strecke richtig in Fahrt und lief mit 13,07 Sekunden neue Saisonbestzeit. Mit 2394 Punkten verbesserte sie ihre Jahresbestleistung um 62 Punkte und verdrängte  damit noch die Nordhessenmeisterin Christin Muth (LAV Kassel) auf den sechsten Platz. Nun hofft sie auf eine weitere Steigerung bei den Landes-Schülermeisterschaften, die in zwei Wochen in Neu-Isenburg stattfinden.

Die 13-Jährige Janina Rohde machte mit ihrer Kugelstoßweite noch fünf Plätze gut und belegte am Ende mit 2276 Punkten einen guten siebten Platz in der Altersklasse der W14.  Dieses Ergebnis ist für eine 13-JährigeSchülerin außerordentlich gut, aber Janina hätte noch viel besser abschneiden können, aber sie konnte leider ihre Stärken sowohl im Kugelstoßen als auch im Diskuswerfen noch nicht abrufen“, sagte Alwin J. Wagner und hofft nun, dass bei den Landesmeisterschaften der Knoten platzt.

In der Mannschaftswertung stellten die Melsunger Mädchen mit Stefanie Klein (2400 Punkte), Katharina Wagner (2394 Punkte) und Karolin Siebert (2 284 PInkte) mit 7 078 Punkten einen neuen Vereinsrekord für die A-Schülerinnen auf. (ajw)



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